Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 33.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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— 2S3 — mit dem ruffischen Christenthu« identificrren wollten!) Auch ist die Beschreibung derselben in vielen nichtruffischen Zeitungen «in« durchaus übertrieben« genese«/ '(von der Unterdrückung der getreuen Bericht« durch dir Lenfur weiß der fromme «an» nicht», und vielleicht hat er'anch nur die russischen mtt den reproduci-irten preußischen Judenhetzrrden gelesen. Vtmouv s »on goüt.) Run höre man und verwundere sich nicht weiter darüber: „Jedensall» (diese» Wort nimmt sich hier klaffisch aus!) ist e» unwahr, daß di« ruffische« Behörden fich gegdn» über den >u»schreitungrn theilnahmlo» verhalten hätten. Die» seiden sind vielmehr mit größter Streng« (!) dagegen (f) ringe,'«hrilten." Eigenthümlicherweffe — oder vielmchr nicht eigenchürrlicher Weise, denn bei Äeldverdienen wird jede Couseffior gebührend berücksichtigt — hat der Kalender doch «ine Rubrik sür die jüdischen Fest- und Fasttage. Ans Bade«. (Or.-Corr.) Der Preiströnung de» Hrn. Vr. Rvther, ged. in Mannheim, durch di« Akademie der Wissenschaften in Berlin, ist vor Kurzem eine ebenso auszeichnend«. de« Herrn vr. Leuel, gleichsall» ged. in Rann« beim, durch die königl. Akademie der Wissenschaften in München gefolgt. Beide find Slaudensgrnoffen. Die „Reue Bad. Landeizeit.' bemerkt dazu: „E« ist höchst ehrenvoll für unser« Stadt, daß zwei Söhne derselben fich in ihre» Specialfächern in so hoher Weise hervorgethan haben. Eigenihümlich muß es jedoch erscheinen, daß in Baden, welche» fich den Luxus zweier UniverfitLten erlaubt, für beide jüngere Docenteu — Herr Nöther docirt an der Universität Erlangen, Herr Leuel in Leipzig — an unseren Hochschulen sich noch kein Platz gesu nden hat.' H. (Eal, August. (Or.-Corr.) Der hiesig« Kurort gleicht während der Saison einer Weltstadt und man erfährt zuweilen!fieuigkeüen, wie solch« nur in Großstädten aufgedeckt «erden! So war hier ein Pole, Namen« Wolf K u r a n «k y, ehemaliger fiaufmann au» Wilna, und zu gleicher Zell war rin kluger junger Israelit au» Konstantinopel hier, den jener für «inen ruffschen Christen gehalten hatte. Bei der ruffischen Kirche dahier trafen beide zufällig zusammen. Da fragte K. de» jungen Mann, ob der Gottesdienst (!) wohl bald beginnt; denn er sifi seit einigen Jahren zur orthodoxen Kirche (!) übergetreten ic. Dieser Couverttt hatte aber eine Raffe Empfehlungen seiten« unserer mitunter berühmten Collegen bei sich. — Anderweite Charakterlosigkeit von Setten der ruffischeu und polnischen Schnorrer verschweige ich, um denselben nicht zu schaden. (Ob hier da« o’Bjnn pk j'oonvv or biVn '»a nicht eher am Platze wäre? Red.) Ems, End« Juli. Die Leich« de» hier verstorbeaen Commerzienrath» Reichenheim wurde nach Berlin tran«portirt. Der junge Herr Reichenheim spendet« bei diesem traurigen Ereigniß au jeden der drei von mir hier begründete» Unterstützungsvereine — als: Männerkrankenverein, Fraurnkrankenveroin und Armen verein — 100 Mark zum „Andenken seine» edlen Bater»'. K. An» Rheinheffei, im Juli. Fm Laufe diese« Herbste», «ahrschein.ich am 2. Oktober, wird in Frankfurt eine Generalversammlung der „Achawa' stattfinden. Anträge auf Abänderung einiger Bestimmungen de» Statut» liegen derett» vor; und zwar bezweckeu diese hauptsächlich di« Rechte aller Mitglieder und deren Wittwen an die Pensionen unabhängiger von den 4lermögen»verhältuiffen der Betreffende« zu machen; dann aber auch dt« Bestimmungen über den Eintritt der Berechtiguitg zum Bezug der Pension genauer zu fixiren. Eine derartig« Abänderung wird seit vielen Jahren vieiseittg gewünscht. Sie wird die „Versicherung' von der „Unterstützung' trennen und der Berwaitung einen größeren Spielraum bei »er Zutheilung von Unterstützungen bieten, indem diejenigen Geschenke und Beiträge, die der Dohlthätigkeit entstammen, auch nur in dieser Richtung Versendung finden. Nähere« wird demnächst durch diese Blätter und dann noch durch besondere Circular« an die Rttglteder bekannt gegeben | «erden. Wir hoffen, daß die Generalversammlung recht zahlreich besucht wird und von den Mitgliedern noch Vorschläge zur Hebung und Ausgestaltung de» Verein» gemacht werden. Dt« Achawa hat in den 18 Jahren ihre« Bestehen« Große» geleistet und trotz vielfacher Befeindung bei ihrer Brünvung darf sie getrost auf ihren segensreichen Weg zurückblicken. Daß noch sehr »tele — selbst eine große Zahl der Mitglieder — ihre Schuldigkett gegen dies« Anstatt, deren Bedeutung für da» deutsche Judenthum wohl nicht geleugnet werden kann, nicht thun, ist sehr zu bedauern; — daß di« Loos« oft ungleich vertheilt, daß die Pensionen und Unterstützungen oft gerade in solch« Länder und Kreis« kommen, au» welchen wir durchaus fast gar keine Zuflüffe haben; daß oft Lehrer erst dann «intreten, wen« der jn ixbo der Krankheit, der Dienstunsähigkeit schon hinter ihnen steht und wir in mannichfacher Weise dadurch schon getäuscht wurde«; daß Biele den Reseroefond in ganz unverantwortlicher Weise bet jeder Gelegenheit in Anspruch zu nehmen suchen; daß die Vorstände und verwalungen kleinerer und nicht lebensfähiger Vereine von den Gesunde« und Leistung«sähigen die Beiträge einsammeln, und dir Kranken. Alte» und nicht Leistungsfähigen un« zuwenden, hat — Sott und dem edlen Sinn« unserer Freund« sei Dank! — im Sauzen noch nicht geschadet, wenn wir auch die „Unverfrorenheit' vieler Lehrer und Gemeinden bitter zu tadeln da» vollste Recht haben. Wir erlauben un», nur ein Beispiel hier anzufübren. Bei der Gründung der Achawa hatten wir un» an de« Synagogenrath einer der größten, reichsten und edelsten Gemeindeu Deutschland« um Unterstützung gewrndet und die Antwort erhalten, daß „in dem betreffenden Land« für die dienstunfähigen Lehrer und deren Hinterbliebenen in auskömmlichster Weise gesorgt fei.' — Im vorigen Jahre wollte e« der Zufall, daß der größte Theil. fast der ganzen Lertheilung«. summe (2200 Mark) in jene« Land, ein Theil sogar in di« betreffende Stadt kommen und daß un» gerade au» diesem Lande die schmerzlichsten und schwierigsten, ja mitunter ganz schrecklichen Fälle Vorlagen. Wir haben un» brieflich wiederholt an die Synagogenräth« der Hauptgemeinden de» betteffenden Lande» gewendet und diesen Umstand hervorgehobeu, der sogar «in große» Unrecht gegen andere Länder involoirt; wir haben gesagt, daß wir jahrau» jahrein kein Geschenk und keinen Beitrag au» diesem Land« bekommen und um Anwerbung von E h r e n Mitgliedern gebeten; wir haben daun auch die Lehrer selbst bedeutet, daß e» sür den jüdischen Lehrerstand eine» Lande» fast schimpfiich ist, mehr Pensionäre al» active Mitglieder in einem solchen Vereine zu haben — »ad von überall keine Antwort erhallen. Wir werden jedoch nicht aushören zn drängen und dürfen erwarten, daß der Achawa werde, wa» die kleinen Particularoereine existenzfähig macht: daß die Gemeinden oder deren Wohlthätigkeitsanstalten einen fixen jährlichen Beittag auf ihr Burger nehme. — Such in dieser Richtung «erden wir, so Gott will, bei der Generalversammlung zu wirken suchen! Möge der Erfolg ein segensreicher sein, und insbrsondere di« Lehrer ihre Pflicht gegen sich selbst und ihre Angehörigen nicht länger versäumen. Alzey, 31. Juli. (Or. Sorr.) Der Verein zur Unterstützung i«r. Seminaristen in Hessen hat seinrn Jahresbericht veröffentlicht. In der am 2 V. Juni in Mainz abgehaltrnen Sitzung de» Lerwaltung«rath» geschah zunächst einiger Männer ehrenvoller Erwähnung, welch« im Lause de» Jahre» gestorben waren, deren Leben und Wirken aber für den Verein verdienstvoll gewesen. Dann wurde Bericht gegeben über die Einrichtungen und Erfolge de» officiellen i»r. Religionsunterricht» am Seminar und de» privativ: ertheilten Unterrichts in den hebräischen und liturgischen Fächern, wie in der musikalischen Technik de» Cantorengesang». Die Zahl der isr. Seminaristen war 7, davon gingen « ab, welche bereits amtlich thättg sind; es ttaten 3 neue hinzu, so daß wir jetzt ü Zöglinge zählen, ö der htefige» Seminaristen erhielten Stipendien. ebenso 2 in Friedberg und 2 Präparanden in Sich. In