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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 32. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 32.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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•'".■TW ** P P J i' i . WUIJMJJ.. " — 250 — für ganz unttrgiorbnttf Zweck« in PaläsUna näAfUit« zurück MtrWfai wird. Mötz« da« spendend« Publikum hüb'ch »orfichttg und nicht allzu leichtgläubig sein! Red.) ftmffnrt a. tt.» 7. Auattst. Di« Kaiserin beehrt« he» i« di« Baronin v. Rothschild aus deren Billa Günthertzburg mit einem Besuche, nahm daselbst di« «eitberllhmt« Kunftsau»»- lung in Augenschein und besichtigt« daraus, noch eingenomnenen Lrsrischunaen. da« von der Frau o. Rothschild für 9Rdb« chen aller Konfessionen gestiftet« Clementinen-Hospital. Kötztgöderg i/Pr., 2N. Zull. In letzter Zeit haben mel r> sach jüdische Flüchtlinge au« Rußland an dem hiesigen Oite ihren Ausenthalt genommen; von diesen sind gestern 17 an« fehalien und wegen Legitimation«« und Mittellosigkeit hei t« rüb »wang«w«tse mit der Ostbahn nach Sydikuhnen geschasst worden, um dort über di« Wrnt|t gewiesen zu werden. A t« Furcht vor Festnahme verließen gestern mit dem Abendpersonenzuge etwa 3V Flüchtlinge freiwillig die hiestq« Stadt. Wien, 18. Juli. Heute standen der Graveur Rudolch Mayer, der Briessiegelmarken-Erzeuger Franz Po«pischil, ter Knnftblumrnhändler Franz Gerstl und der Privatier Johann Schramm«! vor dem Bezirksgerichte Alsergrund wegen ter Uebertretung der Atz 9, 17 und 23 de« Preßgesetze«. Tie beiden erster» gaben zu, Marken mit dem Inhalte: .Kaust nur bei Christen/ hergrstcllt z» haben, und die beiden an« klagten machten kein Hehl daran«, dab sie sich mit ter Verbreitung dieser Marken besaßt haben. In Folge Anträge» de« Vertreter« der Staatsbehörde, »r. Arabmayer, erkannte der Richter die Angeklagten für schuldig und vernrtheilte sie zu zehn, zu fünf, u. je zwei Gulden Geldstrafe, eventuell zu je achtundvierzigstündigem und zwültstündigem Arrest. Pest. I. August. Die Vorerhebuiigen in der Ti«za-E»zlai er Affaire haben, abgesehen von der Aussage de« Schächlersohn.»». ein absolut negative« Resultat ergeben, Weder liegt ein Geftändniß der de« Mo.de« veschulvigien vor, noch konnte e ne gravirend« Zeugenaussage beschafft werden. Zn den letz en Togen hat wohl der Schächter Schwarz, ein kranker, auffallend schwächlicher Mann, freiwillig gestanden, er habe Die Esther, di« ihn mit Grimassen verhöhnte, eine Maulschelle versetzt, woraus selbe todl hingrsunken sei; darauf habe er da» MLvchen aufgehoben, die Leiche hinter der Synagage unter Mist und Gra« verwahrt und Rächt« zur Theiß getragen und in« Master geworfen. Al« der Richter ihn» vorhiell, er sei zn schwach, um mit einem Schlage einen Menschen zu tödlen und ein große« MSvchen allein zur Theiß zu tragen, bekannte er, da« Ganze sei eine Fabel. Cr sei trank, hoffe nicht« vom Leben und Hab« gedacht, so der Sach« «in Ende zu macken. Run sehe er ein. Alle« sei »msonst, die Wahrheit sei, daß er von Esther'« Schicksal nicht« miste. Da« einzige posiiio« Resultat der Vorei Hebungen ist die Eruirung der Zdentlät der Leich«, weiche bei Dada au«gesischt wurde, doch ist der Zusammrnhang de« Leichenschmuggel« mit dem Morde »och nicht hergestellt, auch der Mord selt-st ist nicht co»statirt. da noch nicht auSgeschlosten ist, daß Esther noch lebe, selbst wenn die Kilider der Leiche die ihrigen gewe'en wären. | Budapest, 6. August. Zch kann Ihnen die ganz verläßliche Mittheilung machen, daß die Untersuchung in der Tr«za-Eßlarer Affaire so viel wie gar nicht« eruirt hat. va« die seit geraumer Zeit Verhafteten wirksam belasten könnte. Kommt e« zur Schlußverhandlung, dann wird da« Untersuchnngögericht in'« rechte Licht gestellt sein. Alle g§,entheiligen Berichte waren von einigen hiesigen, in ungarischer Sprache erscheinenden Schaaddläitern, die ein Geschäft machen wellen, erfunden. Au« Lemtzerg wird vonr I. August gemeldet, daß di« Repatriirung der jüdischen Flüchtlinge nach Rußland gut« Fortschritte macht. Die Zahl der in der letzten Woche repatriirten Emigranten betrug 73S, diejenige der gegenwärtig, noch in Galizien befindlichen beziffert sich aus 6121 Individuen. Die Pariser Alliance JSraöli»« beschloß, 300 Familien von beiläufig 1200 Köpfen nach Part« und Frankreich zu überfiedeln; doch wrrden nur solche Flüchtling« ausaenommen, die sich mit der Kenntnlß eine« nützlichen Handwerk« au«weisen können. Da« Brodyer Somit«* beschloß in einer vertraulichen Conie. renz, welcher auch Herr Makower beiwohnte, sich an die Re. gierung mit der Bitte zu wende», sie möge einig« Lunderl der stachligen Zudensamilien die Bewilligung zur stabilen I». stedelung in Oesterreich erthellen. Au» krtest» A. August, meldet man von Zudeahetzen, welche ihren Anfang in der Altstadt, dem Zudenvtertel, nah. men, wo zufällig eine Gip«stgur von einem Fenster aus die Menge herabstel. — Die »Dtsch. Petrr«b. Zig." erfährt, daß den Jude,! ein allgemeine« Wohnrecht gewährt werden solle, wenn bi<[ Behörden de« letzten Wohnorte« di« ordentlich« Führung vo» Semester zu Semester bestätigt hätten. Zn Krutzowka hat ein arm,« jüd. Weib ihren halbverhungerten Knaben aus dem Bahnhose gelasten. Die Behörde j hat sich seiner angenommen und ihn untergebracht. Mord thate» und einzelne Exceffe kommen noch hier und da vorl — jedoch die Behörden zeigen den ernsten Willen, auch diel gegen Zuden verübten Verbrechen zu bestrafen. Die noch immer vorkommenden Brände mögen theilweis« noch böswillig angelegt sein, größtentheil« aber gehören sie zu den russische» I Eigenthümlichkeiten. — Englische Missionäre versuchen «4,1 hier, wie in Palästina, die Verarmten zum Uebertritt zu bereden. I Lonstantiaopel. Da« rumänische Consulat hier hat eine» österreichischen Unterthan, Rainen» Mose» Bendel verhaslei.I weil er angeblich mit einem zu 10 I ihren Zw rngSarbeit w(.| urtheilten Rumänen Marco Leid identisch wäre. Der Unglücklich, bat sich aus dem Schiffe getötiet, doch vorher ml Schriftstück versaßt, in welchem er erklärt, daß er der Maicej Leid nicht sei und nur im Bewußtsein, daß seine Schuldloiukeit die Grausamkeit der Rumänen ihm nicht fernhalte» werde, I sich dem Tod gebe. Da» Schreckliche, wirb dadurch geu»rbil,j daß selbst die Verurthrilung de» Marco Leid verjährt ist! Alexandrien Unter den auSgeplünbeiten ttzebäuden wir«! auch die groß« Synagoge, die Synagoge de« Propheten Elne.1 genannt. Von den t>0,00" Flüchtlingen sind etwa «oool Juden (Au«führllcher Bericht über die Zuden in Ciiro folgt! in der nächsten Rr.) Bombay. Da» immer von Reuen, wieder ausgewärmie I Märchen vom Gebrauch deS Christenblutes scheint im letzieil Viertel de» 10. Jahrhunderts besonder« florircn zu wolle». I Zum Christenblute gesellt sich nun auch MohamedanerblmI Ein hier erscheinende» Blatt mit Ramcn »Karüd i Bombay beschuldigt die Zuden, nicht nur Blm, sonder» auch Fleil«! der Zubereitung der Pastakuchen zu verwenden. In einen I Artikel mit der Ueberschrit't: »Ein gräulicher Gebrauch unter! den Juden und deren Vorliebe zu muselmännischem Blute'j wird die Zeit de» angeblichcn Morde» genau angegeben. Der ermordet sein sollend« Knabe, wie besten Mörder mir Ramen genannt. I aber freilich nur mit ihren Vornamen. Zum Glücke lgttl sich di« durch die ruchlose Erfindung hervorgerufene Ausre-I gung bald wieder. Ein einflußreiche» Mitglied der hiesige» I jüdischen Gemeinde. Mr. D. Saffon, drohte mit der Anzeige I bei der Polizei, wenn der Redakteur nicht wiederrus« und siehe I die Furcht vor der schneidigen englischen Polizei war doäl gröber al« der Haß gegen die Juden Zn der ndtbü'11 Rümmer stand da» Betenntniß, eine irrige Mittheiiung ge» bracht zu haben. Jerusalem Am 1. Juni hat der Pascha den Rabbine»! eröffnet» daß chm befohlen worden ist, die Riederlaffung der nrstischen, rumänischen und bulgarischen Juden in Philisiä-i f und Syrien zu verhindern. Deshalb wurde den Emi> grauten nicht einmal gestattet, in Joppe zu lande»! Änderet wieder durften an'« Land, werden jedoch wohl nach kurze« | Aufenthalte au«gewiesen «erden. (Hazephira.)

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