Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 32.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Errichte« eine» Lehrstuhl«» Wh Arabisch, Episch u«b thaldäisch an Seminar (an Stele br» anderweitig gmfignb gelehrten Französischen) unb Besetzung desselben durch Herr» HaNwig' Derenbourg. 2) Der Abendunterricht in Franzöfischen, der den hierhergekommenen Ruffen in einem vom Präsecte« bereit gestellten Schullokale ertheilt wird. ») Die Anträge aus Beschaffung tsr. Schule«, in denen der Sabdalh al» freier Tag eingesetzt wird. 4) Die Petitionen um Ausrechterhalten de« 9tutn* .juo auf den Friedhöfen, wo man die Mauern jetzt beseitige« will Pari». Wir überall, so hat auch hier di« Theilnahm« der Nichtjuden an der ruffischen Sammlung sich al« sehr schwach erwiesen. Worte, nicht« al« Worte! — Die Seminarsynagoge ist geschmackvoll und schlicht geworden. Hoffentlich wird der Gotteedienft darin von den Ferien nicht berührt werden. — Bei Gelegenheit seiner goldenen Hochzeit hat Herr Bischofsöheim au« Brüssel, Bruder de« Begründer» der Ar» deitöschule hier, dieser Anstalt 20.000 Fr. geschenkt. Die Kinder de« Ehrenpaare«, die Damen L. Goldschmidt und Baronesse Hirsch, haben jedem der 50 Zöglinge dieser Anstalt ein Spar» kaffenduch von 50 Fr», überreichen lasten. Pari«. Herr Oberst Gabriel Salvador hat von der nationalen Acker daugesellschast Frankreich« — Sektion Forst» wese« — eine große goldene Medaille erhalten, weil er in der Girondie bei Lazo« aui uncultivirtem Sumpfboden einen 750 Hettar großen Wald — seit 1835 hergeftellt bat. Man erzählt, daß Rudinstein vor einiger Zeit vom Eonsistorium die Erlaubniß erbetcn, in einer Synagoge ein Oratorium „Joseph in Aegypten' spiele» ju dürfen. Diese Erlaubniß ist versagt worden. Weshalb? Darüber schweigen di« Götter. Wir haben hier rin« besondere Art Orthodoxie. (Wir finden da» Verbot ganz in Ordnung; nur zu Unterstützung»,wecken nnd dergleichen musikalische Ausführungen zu gestatten, vor« au«gesetzl, daß der Text keinen religiösen Anstoß erregt. Red.» Hallaud. t. Rvttkkban. 21. Jnli. (Or.Eorr.)') Wir haben entschieden Malheur mit der Besetzung unsere« Oberrabbinat»- sitze«. Seit 10 Zähren beriethen wir über dir Wiederbrsetzung de« durch l>r. Zsaacsohn'« Abgang oacant gewordenen Amte« — inznischen besorgte der greise benachbarte Haager Oberraddinrr verenstein (! vpnj«p"i vs’ i'in' -n ) die Amt-geschäste, — seit zwei Jahren sind wir aus der Suche, die Stelle wurde «»«geschrieben, eine große Anzahl Meldungen liefe» ein, Auslagen bei den bedeutendste» Rabbinen Deutschland« erfolgten, rivpni mrm '^2, Gast- und Prodepredigten wurden gehört, nur von Deutschen in deutscher Sprache, der eine mit mehr, der andere mit gtringereni Erfolg. Endlich glaubten wir den rechten Mann gesunden ,u haben, er sprach zweimal in der großen übervollen Synagoge, und e« war nur eine Stimm«, daß die« der geeignete Mann für die hiesig« Oberrabbinerstell« sei; die jüd. Blatter der verschiedenste» Richtung ertheilten ihm da« uneliigeschrünkteste Lob, man schloß nach ihm — schon im Mai — die Eandidatenlifte, und ließ keinen Pro bepredtger mehr kommen, ja selbst dt« von der Rivalin Amsterdavl tu Scene gesetzte unb an sämmtlichr Mitglieder de« großen Ktrchenralh« übeisandte Petition, doch einen inländischen Caudldate» au« dem Amsterdamer Ribdinerfeminar zur Prob« ,u berufen, erlitt eine glänzende Riederlage, indem in der Jull'Sitzung einstimmig über den diesbezüglichen Antrag nach kurzer Debatte zur Tage«,rdnung vdergegangru war. Auch alle anderen noch so fein „naesädelten Zntrtguen scheiterten, soll ja doch der Herr Nabblnersemlnardirector in eigener Person kurz vor jener •) OlM»! di» »ereil» Mt 1« fagtn, un» zuoelantzi» ('otr*1i>Mikfn| u»l«u Perle« zirmiich «eh» ,n,r»t. »liudie« wir »och. ich«« »er »leie« »» u«4 «k,»tzen»r» Nntr»Hn> «egen, »i, Belruchlu»« der „neue* Ptz«s«. t, »etch« »»« OdrrrUdmerlr,,' »eiieie»- ,»>« h«t. lind. vUUtrr lchreidee,» nicht länger zurUckhalle» zu »ürten. Wir »eden da »urch -iiueezlefi««, Mlzu »erl»nttch«, dedeuiend »»kürzte Sorrrsoondenz »l« »»iminunßUil». Sitzung ineoxvito hier gewesen seist — «» nützte resp. schabet« l Alle« nicht«. Wir waren so nahe am Ziele, da verbreitete sich I hier da« Gerücht, daß der designirt« Oberrabbiner sich nicht i entschließen könne, sein» ltebgewonnene Stellung in seiner bisherigen Gemeinde auszugeben. Line kurz darauf erfolgend« offizielle Mtttheilung an den Borsttzenden unserer Parnaffim bestätigte zum Bedauern L l l e r. die e« mit dem Mahle unserer Gemeinde aufrichtig meinen, da« Gerücht. — Wa» jetzt hier geschehen wird, weiß noch Niemand anzugrben. Ov man unter den bereis gehörten Eandidaten wählen, oder neue Eandidaten berufen, ober die Stelle auf's Rene au«schreiden, oder ob man nicht vielleicht die ganze Oberrabbinensrag« wieder vertagen und erst den projectirten Neubau einer großen Synagoge im Eentrum der Stadt «»«führen wird, da« find die verschiedenen Ansichten, die in maßgebenden Kreisen jetzt erwogen werden. Wahrscheinlich wird die letztere Ansicht prLoaliren, denn e« wird ein diesbezüglicher Antrag vorberei» tet. Wir waren so nahe am Ziele, und sind jetzt wieder entfernter denn je von der Erreichung deffelben. Verschweigen will ich die Möglichkeit nicht, daß wenn erst die Frag« vertagt wird, schließlich doch auch die Landidatur eine« Inländer« aus'« Nene in Erwägung gezogen werden dürfte. — An» Ti»ch be-Aw besuchte unsere Synagoge Abend» und Morgen« der Grandrabbin Isidor au« Pari«, der von hier nach dem Seebad« Scheveningen sich begab. Vermischte und aeuefte Nachrichtenverlia, z. August. Bei der heute 12 Uhr abgehaltenen Unioersilät»-Feier zum Gedächtniß de« König« Friedrich Wilhelm Hl. wurde da« Resultat der Preisverlheilung für die all,ährlich von den Fakultäten gestellten Ausgabe» verkündigt: Zn der juristischen Fakultät hatte der erste königl. Prei« fünf, der zweite eine Bewerbung gesunden. Bon den Erstgenannten errang den Prei« »tust jur. Raphael Josephsohn au» Pol«« dam, eine ehrenvolle Erwähnung muck. jur. Ernst Kais er au« Berlin, di; zweitgedachte Arbeit errang den Prei«: ihr Bersasser ist »tuck. jur. Felix Nelke n au« Berlin. In der medizinischen Fakultät hatte die einzige um den königlichen Prei« (Thema: Nervendrehung) eingelaufene Bewerbung, da sie sich nicht streng an die Ausgabe hielt, zwar den Prei» nichl. erlangen können; in Anbetracht de» Werthe» derselben ist ihrem Bersaffer, muck. med. Adolf Zederbaum au«-Odessa, vom Eultu«m»»ist,r eine Geldsumme in gleicher Höhe zuerthcilt worden. Der Prei« der I. Michael Beerschen Stiftung (für mosaische B« verber): 2250 Mart zu einer R«>s« nach Italien, hatte vier Bewerber gesunden Den Prei« erhielt Jlaac Brasch, ei» Schüler de« Proseffor Max Michael, lh5l> in Mosczin (Provinz Posen) geboren, für sein Gemälde: „Ein Hieroglypheuschreider." E« stellt einen egyptischei» Maler dar, der den hochstehenden Deckel eine« Mumiensarge» mit seiner symbolischen Figurenmalerei bedeckt. Bernbur«. Die bereit« angekündigte 2g. Austag« de« Herxhetmer'schen Religion«buche« wird, wie un« der grrise Autor rx> mittheilt, k,ine«weg« eine umg,arbeitete sein, sondern nur in orthographischer Beziehung einige kleine Aende« rungen erfahren. Halberstabt. Hierher kam vorige Woche «ii» ruff. Rabbiner mit 250,000 Rubel, ivelch« die rächen Juden in Rußland gesammelt haben, um Palästina zu colomstren .Herr Bankier Hirsch hier sollt« da» Geld verwalten, allein die Bedingungen, dt« der Rabbi daran knüste, waren derartig, daß Herr Hirsch e« ablehnte; der Rabbi wandte sich nunm ehr nach Amsterdam Hiernach dlirften die vielfachen und dringenden Aufforderungen jüd. Blätter und Spendensammler in Deutsch« land, gerade für diesen Zweck Beiträge zu leisten, viel« fach zu tgnoriren sein, e« giedt wahrlich viel dringlichere. Zwecke! (Wir kommen aus den Mißbrauch, der durch derartige Annoncen nnd sonstige Aufforderungen zu Spenden