Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 29.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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.•mma n>rU 't.f bl» #r*n»« Wae» ®lrfu*e*fr«if»i II» ausretch,. Nach Schluß der N«b« trat Herr Sehetmrath >)r. Lohen als erster Vorsteher der Gemeind« »er und dankt, l» schlichten, von Herze« kommenden und zu Herzen gehen!«, Worten im Namen der verwaisten Gemeind« dem im Sa g« Ruhend« flir all' da«, wa« er der Gemeinde geleistet, für den Eifer in Erfüllung seiner schweren Pflichten in Synagoge i.«b Schule, pries den Geist der Versöhnung und Milde, der ech en Frömmigkeit, durch den er Eintracht und Frieden stet«'aufrecht erhalten und durch den sein Wirken und Schaffen ich so segensreich erwiesen. Herr Rabbiner Dr. Huchholz ergiiff alsdann da» Wort zu längerer Rede, und anknüpsend an Maleachi H., 5, 6, pries auch er die Tugenden und Verdienste tes Entschlafenen in L-hre und Wandel. Der Sarg wurde sodann an da» offene Grab getragen, da» der Gemeinde-Vorstand finnig in der Mitte de» Friedhöfe», in einem von Bäumen umgebenen Krei» halte Herrichten laffen, so daß sein Grab den Mittelpunkt bildet, wie oer Lebend« der der Gemeinde war. Tie erste Schaufel Erde warf der Schwiegersohn, Herr Rabbiner C r. Wedell au» Düsseldorf, auf da» Grab und nahm dann in «r» greisendster Weise Abschied von dem in der Gruft Ruhenden. Der Synagogenchor sang einen Scheidegruß, während da» Grab über die irdischen Reste eine» Mannes stch hob, der unvergeffen in unserer Geimeinde und im Herzen Aller, die ihn kannten, fortleben wird! 'n'a'S'm Leipzig. Der hiesige Vorstand versendet, wie alljährlich, «inen gedruckten Bericht über da» Verwaltungsjahr 1881, dem wir Einige» von allgemeinem Interesse entnehmen. Die Israelitische ReligionSgemeinde zu Leipzig zäblte End« 1881: 297 Mitglieder. Nach den Gemeinveregiste.n fanden im Jahre 188 l statt: 88 Geburten (37 Knaben, öl Mädchen), 25 Eheschließungen, 47 Todesfälle, näml-ch 19 Männer. I I Frauen und 17 Kinder (10 Knaben und 7 Mädchen). Die Gesamnitzahl der im abgelaufene» Schuljahre die Religionsschule besuchenden Kinder betrug 240. und zwar 118 Knab-n und 122 Mädchen, die sich auf je 5 Klaff.m vertheilen. E» wirken ^iußer dein Radb. i)r. A. M. G o i d* schmidt noch vier Lehrer an der RrligionSschule: Die Herrm Lantore» E Tausig und B. Jacobsohn, die Hilfslehrer S. u. A. Alexander. Au» den Bestimmungen de» Beerdigung»wesenS theilnt wir Einzelne» mit: E» ist dem überlebenden Ehegatten gestattet, sich einen Platz neben den, dahingeschiedenen reservir>m zu laffen. Diese» Zugeständnis wird jedoch nur Geme»ndeangehteigen, und zwar unter folgenden Sedingnngen gemacht: Der überlebende Ehemann muß da» 60, die überleben;e Ehefrau da» 20. Lebensjahr erreicht haben. Der Wunsch um einem reservirtem Platz aus hiesigem israelitischen Friedhofe muh in der Regel bei der Todesanzeige dem Vorsitzenden der Lirebrni» Kedosului ausgesprochen werden, jedenfalls, ehe ein anders» Grab gebraust wird. Innerhalb eine» Jahres müffen beide Plätze umfriedet werden. Bei Wiederverheirarhung oder Wegzug, bei Austritt au» der ReligionSgemeinde oder im Fall ein,» obrigkeit.ichen Verbot» der Beerdigungen auf dem betreffenden Friedhofe geht das Anrecht auf den reservirten Platz verlöre ,, ohne daß die Gemeinde verpflichtet ist, den dafür erhalten«» Betrag zurück zu erstatten. Auch ist dann die Gemeinde berechtigt. die Umfriedung entfernen zu lasten, welche ihr aS Eigenthum zufällt. Für die Reservirung de» Platze« ist eine von dem Gemeinde Vorstand« zu bestimmende Abgabe, toeldK Mk ISO nicht übersteigen darf, zu entrichten. Gegen d«n vom Vorstand« stipulirten Preis ist innerhalb 6 Wochen B:- rufung an die Gemeindesitzung »ulästig, bei deren Entscheide g es dann zu verbleiben hat. Ur. da» Andenken auch De.» jenigen zu ehren, denen innerhalb zweier Jahre nach ihre n Ableben seitens der Angehörigen ein Denkmal nicht geseift worden, ist die Anordnung getroffen, daß ihnen au» den M i t t e l n der Chebrah Kedoscha eine einfache Gedenktafel g;- widviet wird. Die Gesammt-Einnahmen der Gemeind« betrugen Mark 39S79 M. 70 Psg. Es bestehen in der hiefigen ReligionSgemeinde 2s Wohlthäligkeitsverkine und Stistungen zu wohlthätigen Zwecken, theil« unabhängig, theil« unter Verwaltung de« Vorstände». Reiffe, 9. Juli. (Or.-Eorr.) Ein seltener und recht erfreulicher Vorgang hat diese Woche unter inniger Aatheilnahme der ganzen Gemeind« stattgefunden. Unser« allgemein verehrten Religionsiehrer und Kantor Herrn H o s ch ist bei seinem Scheiden au» dem Amt« nächst andern Aufmerksamkeiten die seltene Auszeichnung zu Toeil geworden, von Sr. Majestät unser», Kaiser mit dem »Adler der Inhaber de« Königl. HauSorden» der Hohenzollern' besiehe» zu werden, welcher ihm in feierlicher Versammlung überreicht wurde. Da» hier erscheinende ultramontane Organ, die »Reister Zeitung", berichtet unterm S. Juli darüber wie folgt: »Nachdem schon in voriger Woche die hiesige jüdische Gemeinde ihrem nach 40jähriger. rühmenSweNher Thätigkeit au» seinem Amte scheidenden ersten Lehrer und Lintor, Herrn Loui» Hofch, durch eine Deputation ein Silbergeschenk hatte überreichen laffen, fand am 3 d. M. ein erhebender Akt in der zu diesem Zwecke mit patriotischen Emblemen, Guirlanden und Blumen geschmückten Religionsschule statt. Bon Sr. Majestät dem Kaiser war Herrn Hosch der »Adler der Inhaber de» Königl. HauSorden» der Hohenzollern" allergnädigst verliehen worden. Der Vorstand und da» Repräfentanten-Collegium und sämmtliche Elementarlehrer der Stadt Reiste wohnten der Ueberreichung bei, und Letztere leiteten den feierliche» Akt mit dem Vortragt eine» Liede« ein. Hieraus begrüßte der Königl. Landrath, Herr Fr.iherr von Seher-Toß, den Gefeierte» mit einer herzlichen, tief ergreifenden Ansprache und heftete die Dekoration an dessen Brust. Mit warmen, der Anerkennung vollen Worten folgte der Königl. KreiSfchulinspektor Herr >>r. Giese. Schließlich überreichte nach Vortrag eine» Gedichte» eine Schülerin einen Lorbeerkranz, während von anderen Blumensträuße vor ihren verehrten Lehrer niedergelegt wurden. Sichtlich auf« Tiefste beivegt. dankte Herr Hosch und brachte al» Ausdruck seiner ehrsurcht«oollen, patriotischen Gesinnung ein Hoch auf Se. Majestät den Kaiser au», in das die Versammlung freudig einstimmte. Ein entsprechende- Lied seiner Eollegen beschloß die Feier, die dem scheidenden ersten Beamten der jüdischen Grnleind« d>e Leuchte eine- — wie wir wünschen — recht langen und glückliche» Lebensabend» bleiben und von der Äemelnde alein« auch ihr erwiesene Ehre dauernd empfunden »erden wird." Die vorstehende, durchaus objektive Darstellung der »R. Z." läßt wohl erkennen, wie sehr der ganz« Vorgang für alle Betheiligten zugleich ehrenvoll gew sen ist. Vor Allem kann man nur mit Äenugthuung constatiren, daß in der Person de» Herr» Hosch, einem Juden, eine ii»n,erhin nicht gewöhnliche Auszeichnung zu Theil geworden ist, ei» Umstand, der besonder» in heutiger Zeit recht erfreulich ist und wohl nicht verfehlen wird, allen Amt-genoffen deffelben ein Sporn zu eifriger Pflichterfüllung zu sein. Erhebend ist auch dir Elnmüthigkeit und Bereitwilligkeit, mit welcher nicht bloS die Organe der Regierung, sondern auch die Lehrer anderer Eon» feffionen sich an dem Feste betheiligt und zur Verschönerung deffelben beigetragen haben, vornehmlich aber ist de» Vorstände» der hiesigen Gemeinde rühmend zu gedenken, denn die Art, wie derselbe sich zu seinen Beamten stellt, kann wirklich manchen andern Gemeindevorständen zur Nachahmung empfohlen werden. In der Thal wird hier von Vorstand und Repräsentanten Alle» gethan, was irgend dazu dienen kann den Beamten ihre Stellung angenehm zu machen. Ganz hervorragende Verdienste in dieser Richtung erwirbt sich der Vorsitzende de» Vorstande», Herr l>r. Skutsch, ein Mann, w«lcher mit einer wirklich bewunderungswürdigen Arbeitskraft neven einer auSgebreileten ärztlichen Praxi« und verschiedenen Lom» munal-Eyrenämtern auch den Angelegenheiten der Gemeinde eine ersprießliche und erfolgreiche Thätigkeit widmet. Wir