Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 28.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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218 — — (tts ehrende» G«d«»1eu mtibta bi« Juden R»ßla»d» bcm plötzlich wrftorbfntn Metropolitan von Moskau, Makart, bewahren. Er war der Erst«, der Sffeutltch -«ge» die Verfolgung ausgetreten ist. — Pitt) vor seiner Berabschierung hat Igoatir« «och da« aaltet« Gesetz i« Erinnerung gebracht, da» »»ch di« autläubischen Juden nur gegen Zahluim der Steuer alt Ransleut« erster GUd« in de» Aollamtdkreiseu Handel treidelt dürfen. — So« 1. Januar 1883 sind von der liopssteuer befreit die Stadtbewohner und die Bauern, di«!!ein Feld habe». Da» kommt den armen Inden zu Gut« und hat den Wegfall vieler Plackereien im Gefolge. Dagogen soll besohle» sein, die Anzahl de« ^üd. Militärärzte auf {»*/• Aller herabptmindern. Die Apothekensrage scheint noch in der Schweb« zu sei«. D>e hier Juden gehörigen sind neulich einer Revision unterzogen worden, welche mit einer Ausnahme da« günstigste Resultat ergab. Verwischte und ueuestc Nachrichten. Berlin. Bei der die«jä-rtqen von der Akademie der Wissenschaften begangnen Lcidnitzseier berichtet« H«rr Professor Auwei» über die physikalisch-mathematisch« Preidaufgab«. von den drei zur Concurren» zugelaffenen Bewerbungen sind zwei de» Preise» (1800 Mt.) würdig befunden. Die geöffnete» Couvert» ergab«« die Namen der Herren Dr. Max Nöther, Professor tu Erlange« und George» Henrt Halphen zu Pari». Hanlbnrg. Zu der vacante» Stell« eine« Prediger« am neuen t»raeltrifch«n Tempel, a« Stell« de« verft. Herrn Dr. Sänger, haben sich »2 Aspiranten gemeldet, von denen 7 auf dt« engere Wahl gesetzt worden sind. Dieselbe« wert en nacheinander Probevredtgten halten. H«»»»vkr. 8. Juli, Sdend«. Borgest«'« Nachmi"tag verschied nach längerem Leiden im 6«. Leden»sahre der hiesige allgemein hochverehrte Landrabbiner Dr. Samuel Meyer. Er gehörte der conseroativen vennittelnden Partei an und wirkte an 4 Jahrrehnt« in Friedentliebe und Goite«furcht — sehr segen». retch 70^27 p'i, 1211 (Wir erhielten die Trauernachriiht heute — Sabbaih — Morgen und widmeten dem verehrten Xmi«. bruder einen'Nachruf in der Sabbathdetrachtung, anknüpfend an di« Worte der Sidra ivn rrui ’nna n» 71U ’jjn Snr’ '02l«2'i i'.i^ni' »üp Die Beerdigung findet morgen — Sonntag — Nachmittag 4 Uhr statt. (Wir werden darüber nach unserer Rückkehr von Hannover in nächster Nummer berichten. Red.) Eil», 3. Juli Heute sind SO leidend« und kranke Ruffen au« Amerika *iu Antwerpen hier durchgekommrn, die nach ihrer Heimath zurückdesördert werden. Herr und Frau Rabbiner Dr. Frank haben im Bereine mit Anderen die Arnien am Bahnhofe empfangen, gespeist, mit Taschengeld rersehen und nach Hannover expedirt. Brauuschvrig. Zum Adlatu» für unfern kränklichen greisen Landrabdjner ist Herr Dr. G. Rülf au» SreSlau grwählt worden. Selbst Un. i«r. frent sich, daß die von un« erwähnte Intoleranz in Ctraßdnrg auf die Stipendienverweigerung für rinru unfähigen Studenten zurückzuführen ist. T«r»owttz. Endlich hat sich unsere Gemeind« entschloffen, Rabbiner zu wählen. Die Wahl fiel aus Herrn Baß - freund, z. Z. in Hannover, der seine rabb. Ausbildung am e»lauer Seminar erhalten. Wie» Da» hiesige christl. Eomitä (Graf Zischi, Llmmetzky ^.) hat die gesammelten 62,843 Gulden der i«r. Allianz überlebe«. Treust». In einem Dorfe de« Trencfiner Romitate« geschah e» jüngst, daß di« Magd «ine» jüdischen Schlächter«, händeringend au» deffen Hanse stürH und wehtlagead erzählte, e« hätte» die jüdischen Jnsaffen diese» Hause« den Beschluß gefaßt, der Magd da» Wut abzuzapsen und sie sei mit knapper Roth de« Tobe entronnen. Di« Bolk«mengr, durch die Erzählung der Magd empört, war schon i» Begriffe. da» Hau« de« Schlächter« in Brand zu setze«, al« plötzlich der Stuhlrtchtrr erschien und durch sein ebenso besonnene» wie energische» Einschreiten die erregt« Meng« von Thätllchkeiten abhtelt. Derselbe nahm sofort den Schlächter und deffen Familie sowie die Magd in Gewahrsam. Rach einem strengen verhöre gestand letztere, daß sie von zwei Einwohnern de» Dorfe« unter dem Versprechen eine» später zu erfolgenden Geldgeschenke» zu der schmählichen Anklage bewogen worden sei. Au» U»g«r». Au« Papa werden Unruhen (Einschläge» der Fenster bei den Juden) gemeldet. Die Behörd«» schreite» energisch ein — Eine Gratnlatton»-Ndreff« der Graner Jude« zu seinem 25jährigen WschhoiS-Jubiläu« beantwortend, richtete Rardinal Fürst-Prima» Stmor an de« Vorstand der Graner Judengemeinde ein Dankschreiben, welche« mit folgenden Worte« schließt: »Möge Gott baldigst Ihren Wunsch in Erfüllung gehen laffen, daß Ihre Glaub«n»genoffen in unserem vaterlande durch Pfleg« und Auöübung der Gerechtigkeit und Menschenliebe allgemeine Achtung, frledllche» Leben und ungetrübte» Wohlergehen finden mögen." Brod». Seit dem 25. Juni sind aus Anordnung de» Londoner Eomttö'« keine Auswanderer abgeichickt worden — e« soll Geldmangel herrschen. Einige Hundert sind »ach Rußland heimgekehrt — und doch sind noch etwa 12,000 hier. Mehr al« 11,000 österreichisch« Gulden werde» wöchentlich auf Rechnung der Wiener Alliance vertheilt, obgleich pro Rops nur 1 Gulden gegeben wird. Großartige« thut Herr Veneziani im Aufträge de« Baron Hirsch. 2300 Gulden giebt er wöchenllich — ein Hau» für 11,500 Gulden hat er angekaust, um in deffen «eiten Räumen Flüchtling« zu beherbergen. Niemand geht ohne Unterstützung von ihm und 3000 Gulden hat er an di« Stadtarmen verthrilt. (Jwri.) Pest, 6 Juli. Sämmtlich« orthodoxen Rabbiner Unaarn« hielten gestern hier eine Sonferenz ab, in welcher beschloffen wurde, eine Art von Proclamation zu veröffentliche«, die morgen in den Journalen erscheinen wird. Da« Schriftstück cvnstatirt zunächst, daß die Agitation gegen di« Juden in Ungarn Formen angenommen, die ein öffentlich.-» Anstreten dringend erheischen. Da« Märchen vom rituellen Blutopfer ist sogar wieder aufgetaucht. Die Rabbiner haben sich die Aasgab« gestellt, diese Mär gründlich au«zutilgen, und werden deshalb mit sämmtlichen orientalisLen Akademien, mit sämmtlichen theologischen Facultäten Europa« in Verbindung treten und auf dies« Weise die Aeuß rungen von nichtjüdischen Gelehrten provociren und d-ren verdick mit größter Seelenruhe entgegenschen. Im weiteren Verlaufe enthält da« Schriftstück dt« Aufforderung an die jüdischen Bürger, sich ruhig zu verhalten und jede Provocation zu vermeiden, zumal von maßgebender Stell« für die Aufrechterhaltung der Ordnung gesorgt wird. Zürich. Am 26. Mai wurde hier dir in Altona geborene Frau Johanne St ei «heim aeb. Mathieseu, Aittwe von Salomon Loui« Steinheim Verfasser der Gesänge ve» Obadj» ben Auioa, der „Offenbarungölehre" u. a.) beerdigt. Sie Hai»« da« Alter von 92 Jahren erreicht. In Ate» haben alle Mlamdim ihre Schulen schließe» müffen. Mehr ol» 100, zumeist arme Rinder, entbehre« nun allen Unterricht. Toin». Hier habe«, tue Chaffidim nach de« Hinscheiden de» R. David Tweröky deffen noch nicht IBjährigeu Enkel Rachum zum Maggid und Rabbi erkoren! —