Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 28.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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317 bi* jetzt über M. 8000 «ingrgaiigtn und noch täglich fließen ziemlich zahlreiche veträge. — L» soll sogar einer der rümkalh. Geistlichen am Sonntag nach Erlaß de» »ufrui« in einer Predigt di« Gemeinde zur Theilnahm« aufgefordert haben. Vefterreich-Um-ckr«. kl. Au» Mähre». (Or.'Eorr.) Zu unserem Leidwesen konnten wir bi» heute vielseitiger B«ruf»g>schäste wegen die in Rr. lv l. I. dieser geschätzten .Wochenschrift" versprochene Fortsetzung nicht folgen lasten. Doch ich komme mit meinem Borschlage noch nicht zu spät. Was zuvörderst zur Berbesterung der materiellen Lage der Rabbinen in den mähr. Landgemeinden geschehen sollte, ist laut den längst bei der hohen t. k Regierung tingeholten Informationen folgende«: Di« sämmtliche», oder wenigsten» die «leisten Rabbinen in den mähr. Landgemeinden müßten in der Landeshauptstadt Brünn zu einer allgemeinen Conserenz erscheinen, bei welcher sie ein« Lellectio-Petition zu versasten hätten, in welcher genau und umständlich di« traurige finanzielle Lage derselben und die ihrer Familien geschildert und dargelegt erschiene, die von Alien gefertigt und sodann dem Herr» Landetradbiner oder besten Lohn und Stellvertreter, dem Herrn Rabbiner l>r. B. Platschrk, zur Bestätigung und Einbegleitung überschickt iverden müßte, um von dort a» da» hohe k. k. Eultu-ministerium weiter zu befördern. Besonder« hervorzuheben wäre in dieser Petition, daß die Haupttendenz dieser Petition nur diese sei, die hohe k. k. Regierung möge gnädigst dahin wirken, die Gehalt»bezahlung, der Rabbiner au» dem k. k Steueranite «stießen zu lasten, indem dir Einrchtung zu treffen wäre, daß in jeder Euliu«- gemeind« da« tstehalt de« Rabbiner« mit der direkten kaiserlichen Steuer vom k. k. Steueramte ringehoben und von dort bezahlt werde. Schreiber diese« hat schon im Jahre 1570 bei dem damaligen Lullu«mi»ist«r, dem Herrn v. Strrmeyer. «ine lang« Audienz >n dieser Angelegrnhett gehabt, und schon damal» äußerte Se. Excrllenz dem Schreiber diese» gegenüber Folgende»: .Man ist hohen Ort« längst überzeugt, daß dir materielle Lage, sowie die Stellung der Rabbinen in de» mähr. Landgemetnden überhaupt eine sehr traurige und abhängige ist, und daß dann über kurz oder lang etwa« Wesentlich«« von Setten der kaiserlichen Regierung znr Hebung und Berdrstrrung derselben geschehen muß " — Der hierzu emzuschla' gend« Weg von Leiten der Rabbinen ist nämlich der obgenanttte von Sr. Excellenz selbst bezeichnet!, wozu er noch di« Bemerkung machte: Wahrlich, einen Wittwen- und Waisrnsond hätten die Herren Rabbinen schon längst unter sich selbst in» Leben rufen sollen und können! — — — Freilich hatten wir schon danral« un« an viele Herren Lollegen wegen einer Zusammenkunft in Brünn gewendet, doch r» erschienen nur zehn Rabbinen, während dir anderen theil« au«weichend, theil« abschlägig antworteten, und so scheiterte da» gewiß edle und gute Vorhaben durch da« leider un« iehlende einigende Band. Wie Biele« hat sich aber seit jener Zeit in so manchen mähr. Genieinden geändert, wie Biele» ist sowohl in den Gemeinden al» auch bei den Herrrn Rabbinen ärger und schlimmer geworden? — — — I« wie vielen Gemeinden drückt die traurige Abhängigj teil von den trotz ihrer kraffen Ignoranz, sich allmächtig dünktnden llultuLvorsländen, den Rabbiner total nieoer, so daß er kaum H rr seiner Stimmung bei seinen Funcsionen werden kann. *J *J Wir wollen hier nur al« Beispiel einig« Zeiten au« dem Schreiben «ine» Herrn Kollegen citiren, welche« wir kürzlich erhielten. .Sie fr. «m mich in Jhr.m Qkeuien, n»e e« denn tonst in u alerieller Beziehung geh« 7 »un e« hiille wohl jetzt etwa« besser lein können, da, wie Sie »oht selbst wisse», ich vor tkurzem erst die Sudoentio» oon de« La»de«massasonde „hielt, doch in Folge testen glaubt der Lullulvoepand «einer Gemeind«, sich wenigst, n« einig« Monate vor der »egelung meine« G« Halle« didpenstren zu können, ohne aus meine zahlreich« Familie zu rrgurdiren! — Ja. e« hat den Anschein, al« ob «r da« erst« dloi von «einer jährlichen Subvenlion haben wolltet — C» sind jedoch dies« traurigen Berhältuiste sowohl al« auch dir vorherrschenden Uebergriffe der vielen Eultu«vorstSnd« ihren Rabbinern gegenüber der hohen t. k. Behörde wohl bekannt. weil aber in verschiedenen Cultu-angelegcnhet'en von Seite so mancher Gemeindeglieder au« so manchir Gemeinde gegen die Eultu«vorständ« Klage geführt wurde. So hat vor Kurzem eine hochgestillte Persiinlichkett bei der hohen k k. mähr. Statthalterei sich dem Schreiber diese» gegenüber folgender Weise geäußert: Ich kan» burchau» di« Herren Rabbiner i» den mähr. Landgemeinden nicht begreifen, warum beim diese trotz ihrer traurigen materielle» Lage und ihrer abhängigen Stellung gar kein Bedürsniß fühlen, durch den ehrw. Herrn Landxabbiner, eine Petition in den Reich»- rath bringe», in welcher sie um Berbesterung ihrer Lage und um Hebung ihrer Stellung überhaupt ansuchen? — Dieselbe würde gewiß die wohlverdiente Berücksichtigung finden! — Aber, schloß er seine Bemerkung: Die Einheit und Einigung unter de» Herren Rabbinen fehlt! — Budapest, 30. Juni. < Or.'Eorr.) Wie alljährlich, so sanden auch in diesem Jahre in den letzten Tagen de» Monate« Juni die öffentlichen Prüsungen an de, Lande«»Rabbinerschule statt. Diese Anstalt hat seit ihrem Bestehen alljährlich sich de« hohen Besuches Se. Excelt enz de» Minister« kür Eultu» und Unterricht, de« Herr» Aug. v. Treiort, zu erfreuen. Auch gleich im Beginne de» abgelanfenen Schuljahre« beehrt« der Minister die Rabbinerschule mit seiner Anwesenheit und ein zweite« Mal wieder zum Schluffe destellien gelegentlich der Prüfungen Der Minister verweilte durch mehr al« >'/, Stunde beim Examen, folgte mit dem regsten Interest« dem Gange der Prüfung und drückte dem Borsttzenden de« Lehrkörper«, Herr» Prof. M. Bloch, zu wiederholte» Malen seine vollkommene Zi.srirdenheit mit den Leistungen der Professoren und feine Bewunderung über die präcisen und correcten Antworte» der Schüler au«. Und er hatte thatsächlich vollen Grund dazu, 4 Tage hindurch währt-n d>« Examina der ilnleren Abtheilung; an den ersten 3 Tagen wurde au« den theologischen Di«ciplinen an den letzten au« den Gymnasialgegenständen geprüft. — Man konnte sich überzeugen, daß rin systematischer Unterricht über die größten Schwierigkeiten hinweghelsen kann; e« wird kein Gegenstand aus Kosten de« andern vernachlässigt, überall auf ein Ganze« hingearbritet. Bei der Prüfung au» Talmud glaubte man dcn Eindruck zu empfangend daß dir Schüler sich anrschließlich mit diesem bei un« jetzt so verschrieenem Denkmale der antiken Welt beschäftigen, gleichwie man die» beim Examen au« den Propheten annehmen zu sollen meinte und nicht minder tüchtig zeigte» sie sich in den Gymnasialgegenstände». So haben wir denn alle Hoffnung, daß die Lande«-Rabbinerschulr in Budapest mit der Zeit da« Land, wie die jüdischen Gemeinden überhaupt mit gebildeten, tüchtigen, in der talmudischen Literatur sehr belesenen Rabbinen versorgen werde. MttftlAttO. Petersburg Angesicht« der sauersüßen Miene, mit der die „Nowo Wremja" das Re-kript de« Minister« Tolstoi (da» die Gouverneure für etwaige Hetzen verantwortlich macht) ausnimmt, da diese« Blatt selbst hier die niedere Stellung der Juden anitlich bestätigt sehen will, fordert „Hameliz" die Gemeinden auf, Deputirte an den Minister zu senden, die ihm die Lage da, stellen sollen und erweisen, wie an den Hetzen hauptsächlich die Blätter ä In .Rowo Wremja" die Schuld tragen. Die Auswanderung läßt befürchten, daß bei der Rekrutenauthebung in diesem Jahre sehr Biele fehlen werden — auch hieraus sei da« Auge de« Minister« zu lenken und dann könnte Gestattung der freiwilligen Auswanderung nach Palästina nur erwünscht sein; wenn auch vorläufig die Auswanderung au« den verschiedensten Gründen ganz zu sistiren ist. La« würde aber da« Luraiorium de« m. j. Landeemaffasonde« dann vertagen, wenn e« von folchen ttebergrissen der ikuiruloorsrind« Nennimh tzälte r