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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 28. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 28.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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nicht lange, dann ist der arbeitsam« Mensch in de» Stund gesest, alle diejenigen, denen er «hemal» «in Ernährer war, sich Nachkommen lassen p» können. Liner ist mitunter der Pionier kür ein« ganz« zahlreiche Familie. Sir haben Vetsptele, daß im Herbste vorigen Jahre» nach Amerika autgewanlxrte Personen heute schon — freilich haben Freund« und Prrivandt« dabei auch mit geholfen — 8 bi» 10 Personen sich haben nachschicken lasten können. Am liebsten desürdern wir Handwerker und Feldarbeit« und mehr al« '/. der Auttvandrrer gehören zu dieser Gattung. Wie viel Geld hast Du zur Stell« mitge» bracht? — Gänzlich mittellose Personen werden gleichsall» nichr ausgenommen. Wir geben ihnen nur pro Derson im Durchschnitt 20 bi» SO Mt. und sehen mit de, größten Strenge darauf, daß sie so viel besitzen, um, vor» nächsten Hafen ou«. aus eigene Kosten bi» zum Reiseziel gelangen zu können. Auch hierin liegt kein.- Härte. Der westrustische Jude ist über alle Maßen arbeitsam, sorgsam, beiürfnißllo» und sparsam, daß er ohne eine, wenn auch ganz kleinen Noth¬ und Sparpfennig niemal» ist und er wandert nur rann an«, wenn auch dieser fast eingezehrt und er keine Aufsicht hat, denselben wieder ergänzen, geschweige denn verniehren zu können. Wer ganz ohne Geld ist, der taugt zu j-ause und noch viel weniger anderwärt» etwa« und eignet sich gewiß nicht zur Beförderung. Sind dir Personalsrogen zur Zu'riedenheit erieillgt, dann wird der Au»wand«rer in die Liste eingetragen »md erhält sein,-- Laufzettei, ein Formular, welche« über alle die bereguu Fragen und Daten Ausschluß giebt. Früher w»ren hiermit dt« Borarbetten erledigt, r» erübrigt« nur noch der Einfchistung, blt welcher ein jeder Ltnzelne nochmal» )ie Revue pagtlk«. und sein mitgebrachtr« Geld vorzeigen muß; sein« Unterstützung wird dem Passagier dann während oer Fahrt »um Kapnarn au«g«händlgt, weichem zu diesem Behuf« ein« besondere Liste auögesertigt wird. Nachdem nun aber die Behörden dies« Maff,nau»wander« ig zu überwachen ongesangeu, haben sich die >Schwierigifttot verdoppelt. »Zunächst »rüsten die Au»wanderer vom ft«,! auf Jnfection«krankheiten untersucht, dann misten zehnfach rubrrztrte Liften für di« Polizei- und Hafenrerwaltung hergrstellt werden; noch ander« Formalitäten sind zu erledigen; zudem hat jeder Au»wander«r auch noch seine Privatangelegenheiten. Biele, wenn nicht die rneisten, besonder» aber Frauen und müssen bekleidet werden, wobei un» die simmen der?:n»««mitglieder behüiflich sind. Schließlich wollen wir auch noch über die en.psangenen uno oerwendcten Geldmittel di« nöthigen Ausschlüsse gegeben. Am US. Mai vorigen Jahre», unmittelbar nach deui Mastacre in Kiew, erließen wir, die Ersten ans dem Platze, unfern ersten Aufruf um Seldunterstützung für die Beraubten. Die ersten Eingänge im Betrage von 2000 Rubel gelangten auch an da» Eomitö zu Kiew. Dann aber begannen die schrecklichen Branvverheerungrn in Westrußland, denen von andern Eoiuitö» fast gar keine Theiinahme geschenkt wurde und di« unserer Unterstützungsthätigkrit fast ganz allein überlasten blieben. Mehr al» SO Städte und Flecken allein in Westrußland erlitten per« und kleinere Brandbeschädigungen. 21 von diesen , 'b von un« mit je 1000 bi« 2000 Rubel unterstützt worden. im Herbste »origen Jahre« sahen wir die kommend« >u»wanderung voran» und beschlosten, einen etwa verbleibenden Rest unserer Einnahme dieser Art der Unterstützi»ng»thätrgkeit zuzuwenden. Anfang« März diese« Jahre« erfolgte der Kaffen Abschluß behufs Beginn der Beförderung von Auswanderern. E» verblieben in unserer Kaffe noch 2200 eingekauft« Rubel al» Reservefonds für die Brandoerunglückten. Außerdem verblieben Mk. 4874,09 mit ivrlchen uufctt neue Unterstützung«- iyungteit begann. Bi« dahin waren nämlich Mk. 50185,67 eiugenommeu und Mk. 45310,58 incl. der gekauften 2200 verausgabt worden. Durch weitere Geldzmoendunge«, welch« un» von allen Seiten übersandt wurden, verwert. beziffert sich heut« unser« Einnahme auf Mk. 66001,94 und unsere A«»gab« auf Mk. 59039,19. Die Sendungen zu Gunsten de» Au«wanderung»sond« haben bei unserem Eomtt« fast ganz aufgehvrt. Bet einer Ausgabe von etwa 1200 bi« 1500 Mk. pro Woche muß e« mit unseren Geldmitteln bald zu Sude geben. Allein wir leben der Zuversicht, daß »ach genauer Prüfung de» vorstehend geschilderten Sachverhalt« die Eoinitö'» und Einzelne, besonder« aber die erstgenannten, un« an« ihren so reichlich gesammelten Geldmitteln einen kleinen Bruchtheil zuwenden werden. (Wir würden eine solche Zuwendung sriien» de« Berliner Loinitö's ganz i» der Ordnung und in» Sinne der Geber finden, die nicht speziell noch für da« Memeler Eomit« in Anspruch genommen werden dürfen. Red.) l)r. Rülf. Lubliuitz, 4. Juli. (Or. Corr.) Unsere Stadt und unsere Gemeinde haben einen schweren Berlust zu beklagen. Am letztvergangrnen Sonntag verstarb nach langjährigem Leiden Herr David Schlesinger, der Mann mit einem edlen und reichen Grmüth, der liebevolle Menschenfreund, der wohlwollende Bürger und treue Giaubensgenoste. Nicht sowohl sein Reichthum al» vielmehr seine mannigfachen Tugenden, der Wohlthätigkeit der Bescheidenheit und Geradheit, haben ihm di« Gunst unsere« ganzen Kreise« gewonnen und ihm di« verschiedensten Ehrenämter zu Iheil werden lasten. Bon der allgemeinen Theiinahme an drin Berluste, der zunächst ja di« Angehörigen betroffen, zeugte die so zahlreiche, hier kaum dagewesen« Betheiligung, welche bei der heute stattgehabtr» Beerdigung sich kundgab: Der Landrath, die städtischen- und Gemeinde-Behörden. fast die gesammt, Bevölkerung grleiteten die sterbllche» Reste zum Grabe. Sichtlichen Eindruck macht« aus all« Anwesenden di« ergreifende Rede de» Herrn Rabbiner», dem der Herr Landrath sodann persönlich dir Hand reichend sagte: »Ich danke Ihne» für die schönen Worte, die Sie meinem Freunde gewidmet haben". — Da» Andenken de» in der Mitte der Jahre Berstorbenen wird Allen zum Segen gereichen. .nam Krrvjbirg (Oberschlesien). 28. Juni. Gestern beging der hiesig« allgemein geachtete Kaufmann, Herr Louis H ad ra. mit seiner Ehegattin in seltener Frisch« und Rüstigkeit im Kreise seiner zahlreichen, von Rah uno Fern erschienenen Kinder*) und Kindeskinder die Feier der goldenen Hochzeit. Der Bürgermeister unserer Stadt, Herr Müller überreichte dem Jubelpaar« ein von unserem kaiserlichen Hause gewidmete Prachtdidel mit den Bildnissen de» König« Friedrich Wilhelm IV. und der Königin Elisabeth. Eine Deputation der Epnagogengemtinde überdrachte «i>«en silbernen Becher mit erhabenen goldenen Kranze und entsprechender Widmung. Auch Deputationen verschiedener Vereine beglückwünschten da» Jubelbar. Bemerken«werth ist, daß Herr Hadra noch heute daffelbe Hau» bewohnt, welche« er vor 50 Jahren bezogen hatte. Im vergangenen Monat feierte der Jubilar sein 50jährige» Bürgerjubiläum. Di« Zahl der Glückwunschtelegramine überstieg die Hundert. Möge da» greise Paar noch viele Jahre in Gesundheit, Familienglück und Segen verleben. Erefeld, 4. Juli. (Or.-Eorr.) Nachdem früher mehrere Sammlungen mit erfreulichem Resultate bei den hies. Israeliten »orgenommen worden und nachdem ein vom Rabbiner 1>r. Horowitz hier und in der „Köln. Zeit." erlaffener Aufruf guten Erfolg auch bei den Ehristen hatte, ist vorigen Monat ein vom Oberbürgermeister, Stadträthen und — wodurch er sich wohl von den nieisten ähnlichen Kundgebungen in Deutsch land meine» Misten« auszerchnet — von den Geistlichen aller hiesigen Eonfeffionen (evang, röm.-kathol., aitkathol., meno nitifchen und ifraelit.) Unterzeichneter Aufruf mtt der Bestimmung, dem Rabbiner die Spenden zuzureichen, ergangen, der eine Bethellignng der christlichen Bevölkerung an diesem Hilf»- werke in hinvorragendem Maße zur Folg« halte. E» sind *1 Hut btt m Magdeburg wohnen»« Sohn muht« Trauer »egen de« schtnen Fest« serndteiden

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