Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 28.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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bi* Hand nehmen «ad organlsiren, daun bftrpt«■ bU 8«ttt*a»* heil, welch« die l2,lXX) in vrod, La-erude» bereiten, bald geheben sei«, ohne z» der harte« Mahregel der Siegetriirnng greife» z» müssen. Bar Allem wäre «4 uöthig, dah ein geneue« ver^ichniß der Flüchttinge mit Angabe de» Alter«, Familienstand««, Handwerk» oder sonstiger Beschäftigung «. f. w. ausgenommen, gedruckt und an die verschiedenen Gemeinden mit der Lussorderung gesandt würden, zu erklären, ob und welche Personen (resp. Familien) daselbst «in Unterkommen finden kännten. Wird dieser Borschlag acceptirt, dann wird e« anch nicht nöthig sei«, di« Kinder von ihren Eltern zu trennen. *) _ Briefe au# London. Der Gegenstand, der seit Monaten da» Hauptthema der hiesigen jüd. Kanzel, der hiesigen jüd. Presse und der Unterhaltung in hiesigen jüd. Kreisen bildete, war die ruffische Judenverfolgung, und diese so wichtige Frage hatte alle andern im Schooße unserer Gemeind« von Zeit zu Zeit auftauchenden Fragen einstweilen in den Hintergrund geschoben. Und in der Thal war die jüngste historische Kristr unserer russischen Glaubensgenossen von solch ernster Natur, dah sie mit l Recht die Aufmerksamkeit nicht allein der Zudem England«, I sondern anch der gesammten jüd. Ration in hohe« Grad« ans sich lentte. Dah die Ersteren dabei nicht bloß schön gesprochen, sondern auch schön gehandelt haben, geht an« der soeben veröffentlichten Liste der hier gemachten Subscriptionen zur Unterstützung der russischen Flüchttinge hervor, deren Betrag sich aus ungefähr anderthalb Millionen Mark beläuft, höchst anerkennenSwerth find auch die Sympathien, welche hier zu Lande christlicherseit» in dieser traurigen Affaire au-gedrückt wurde», u»d namentlich war er die .Time«*. welche für die unglücklichen Verfolgten da« Wort redete und die russische Barbarei nach Gebühr geißelte. Bei dieser Gelegenheit sei auch erwähnt, dah der jetzige Redakteur diese« Weltblatte« ein Oxiorder Professor, Namen« Ehenery, ist, ein Mann, der ausgedehnte« Wissen in den orientalischen Sprachen besitzt und ein klassische« Hebräisch schreibt. Kürzlich verschied ein« zum Judenlhum übergeir. tene irische Gräfin und wurde laut Testament aus ihrem nicht weit von B e l f a st gelegenen Landsitze nach jüd. Ritu« beerdigt. Diese Gräfin hieh Eharleniont und g.hölte zu den ältesten adeligen I Familien de« britische» Reiche«. In London sowohl al» auch i zu Belfast, hatte sie einen permanenten Sitz in der Synagoge, j wo ihr« stattliche Gestalt im Gebetbuche vertieft oft zu sehen war, und am behaglichsten fühlte sie sich immer unter Juden.! Selbst äuherft gebildet, fand sie auch Freude daran, junge Künstler und Künstlerinnen zu unterstützen, um dadurch ihr« Talente zur vollen Entwickelung gelangen zu lassen. Ihr! Andenken sei zum Segen! Bon Künstlern sprechend, will ich auch erwähnen, daß! während der >etzigen Lommersaison einige jüd. Künstler und | Künstlerinnen, von großem Ruse hier ausiraten, die ihrer j Nation nur Ehre machten. Sarah Bernhard gab wäh- I rend ihre« Hiersein« eine Vorstellung zum Besten der ruff I Flüchttinge. j In der hiesigen .Contemporary Review* erschien jüngst > eine Besprechung einer unlängst in Neapel in italienischer ' *1 >uch die »rdeitlmitählgen werden'in grdßerm Gemeinde» alt I > Faktoren, Avgetzir und dergl. unterjudrin-en sein; Löhne und Prüder! werde« — wie die« hier in Mag de bürg auch bereit« der Fall ist — i fit Ottern und jitaltrt Geschwister arbeiten. j Nachschrift Soeben geht uns »in ähnticher Vorschlag zu, der iuallchst tu Pari« berarhen werden soll tt« handelt sich darum, aus g">»ael«» Perritoriu» eine »rt .Handwerker.llttd" zu errichten, «it »illiSen ESohnungrn für Einzeln« und Familie«, SerÜOfich«i,unber rettatLsen Vorschriften, Lieferung de« Handwertezeug« u. s. » Wir | hossen, bald in »er Lage zu sein. Nähere« d»rüder zu berichten. (Nrd.) Sprach« verSffentklchte» BioarapU, Heinrich Leine'«. Ber« fassettn derselben ist die Prinzessin Dell« Rocca (Marte Gmbden» Heine), eine Nichte de« Dichter« Wir erfahren von ihr u. SL, daß dir in dem berühmten Gedichtchen: .Du bist «io eine Blume* gefeierte Schöne eine polnische Jüdin, Namen« Mitam, gewesen ist. Diese war nämlich in Begleitung ihre« Bater« von Gneseq nach Bettin gekommen, wo Letzterer plötzlich stirb und fie hilf!»« und ohne Mitttt zurückließ. Heine ttaf sie eine« Tage» unter den Linden fitzen und in Thränen aufgei ist, und al« er ihre Leidensgeschichte hörte und van ihrer schönen Gestalt sich anqezogeu fühlt«, empfahl er sie seiner Freundin Rahel von Ense, welch« dieselbe bei sich aufnahm und eine Zttt lang bei sich behielt. Später wurde diese schöne Polin nach ihrer Heimach Snesen zurückgeschickt, wo sie bald larauf einen früheren Verehrer heiratbete. Dieser Jüdin tat nun die deutsch« Station die Entstehung eine« der lieblichsten Erdichte in der deutschen Literatur zu verdanken. Ch. Berichte und Lorrespoadeuze«. Demtfchlamd. Magdeburg. Der Buchdruckereibesitzer W. zu Schönebeck war von dem dottigen Synagogenvorstand« pro 188» mit 36 M. Beitrag zu den Tultu-kosten und V M. für einen Synagogen-Sitzplatz veranlagt worden; nachdem er hiergegen vergeblich rettamirt hatte, klagte er gegen den Synagogen» Vorstand auf Ermäßigung der beiden Posten aus Sä resp. 3 M, da er von «8 aus 24 M. jährlicher StaatS-Klassenfteuer herabgesetzt sei, nach, ß. 5 de« Gemeindestatut« die 'LultuSkosten in streitigen Fällen nach der ersteren erhoben werden sollen und er nicht HauShaltungSvorstand sei, mithin nach §. 25 a. a O. al« Gemeindemitglied nur 3 M. für den Sitzplatz zr>. zahlen habe. Beklagter wendete ein: Kläger beschäftigt« al« Buchdruckereibesitzer acht Leute, könne mithin wohl 36 M. zu den EultuSkosten b itragen, und e« sei gleichgültig, daß e» nachträglich aus Reklamation in der Klaffensteuer «.mäßigt sei; Kläger sei auch HauShaltungSvorstand und habe daher nach §. 25 a. a. O. jährlich 6. M. Mieth« für einen Sitzplatz zu zahlen. Da« Bezirk»verwaltung«ger cht für Magdeburg erkannte am 24. März 1882 aus Abweisung der Klage: die erforderten Beiträge seien nach dem $. 58 de« Gesetze« vom 32 Juli. 1847, betr. die Verhältnisse der Juden, und den §8. 5 und .25 des Statut» der Synagogengemeinde zu Sch. gerechtfertigt; der 8b a a. O. bestimme, daß von den Gemeinde Mitgliedern die Beiträge zu den EultSukosten nach dem Verhältnisse ihre« Vermögen« und Einkommens, und wenn nicht ein Etnoer» ständniß erzielt wird, nach der StaatS-Klassen« resp. Einkommensteuer zu erheben sind und nach Z. 25 a. a. O jeder männliche Gemeinde-.tzauShaltungSvorstand jährlich 6 M für einen Synagogensitzplatz zu zahlen hat; die Herabsetzung der stattlichen Klassensteuer aus seine Reklamation fei für den Beklagten gleichgültig, denn der Kläger hätte niüssen demselben den Nachweis führen, daß er zu hoch eiugeschätzl sei: wenn er auch möblitt wohne, so sei er doch, da er viele Leut« deschäfttge, als HauShaltungSoorstlnd anzusehen und daher der Satz von 6 M. gerechlfenigt. Hiergegen erhob der Kläger Revision: seit Jahren habe er mit Verlust gearbeitet, wa« er auch durch Vottegung seiner Jnventuren dem Beklagte« beim BezirkS-BerwaltungSgeuchte nachgewiesen habe. Nachdem Beklagter die« bestritten und noch angeführt hatte, daß Kläger, wenn er auch nicht viel in seinem Geschäfte verdiene, doch nicht zu hoch veranlagt fei, erkannt« da« Oberverwaltung«ger>cht am 26. Juni 1882 aus Bestätigung der Entscheidung de« Bezirk« verwaltung«gericht» zu Magdeburg vom 24. sttärz -1882. Me«ei. (Schluß.) Wa« verstehst Du? — Wir befördern nur Personen, die, am Reiseziel angelangt, sich ernähren zu können eine Garantie bieten. Da» ist diSwesten sehr hart, gerade die Schwächsten und Aermsten zurückweisen zu müssen; aber im höchsten Grad« gerecht und vernünftig. E« dauert gar