Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 28.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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<mg«|rfgt, er MM aber einen Taau», kam «uer»»art«t am folgenden an und «» ergab sich, daß Jemand, u« Provision zu verdienen, den Transport nach Am st« »dam üb« »nommen hatte. Falsche Berechnung der Fnhrkesie» fetzten ihn außer Stand, denTranöport durchzuivhren. 61 blttb nicht» übrig, al» die 210 Personen nach Amsterdam zu b-körderr und die fehlenden 1500 Mark zuzulegen. Da» dortige Somit«, zunächst unangenehm davon berührt, daß wir ohne alh: Anfrage ihn: plttzlich so rmle Personen znschickten, «mpstng jedoch die von der Bevölkerung liebevoll oufgenoinmenen Flüchtigen und bemüht sich einen geeigneten Ort für deren definiti i« Unterbringung zu finden. Im Lause de» Monat» trat zu der noch immer fast «ngelüsten Frage, wa» mit den in Brody zurückg.bliedeaen Arbeitsunfähigen geschehen solle, die weitere Frage hinzu, wa» au» den bereit» Expedirten in Amerika worlren soll«? E« erwie» sich, daß die in unserem Maiberichle belonte, von un» selbst anerkannte Härte, gerade die Hilflosesten in Brody nicht nach Amerika zu befördern, eine unumgänglich nothwendige war. Bon Rewyork find bereit« nach eing.-gangenen Nachrichten «00 von den dahin Expedirten, angeblich solche, die nicht arbeiten können »der wollen, zur Rücki» fördernng eingeschifft. Um nun Rewyor! in den Stand zu sezen, mög. lichst von weiteren RücktranSportcn abzustehen und die Tausende, welch« ohne Beschäftigung dort verweilen, einige Zeit dort unterhalten und allmälig unterbringen zu können, haben wir der dortigen Emigrant Aid Societj“ 100,000 Mark übersandt, und hoffen hiermit dem Willen unsere» Local- Somtt^'» entsprochen zu haben. — Kehren die gedachten «00 Personen nach Berlin zurück,* *) so ist e« leicht möglich, daß wir für deren Unterbringung und Rückbeförderung sorgen müffen, und hierzu bedürfen wir parater Geldmittel ohne in der Lage zu sein,» demnächst erst die mit un« mrl'undenen Eomitä'» um solche anzugrhen. Au» diesem Grünt e ersuchen wir dieselben, die bei ihnen müßig liegenden Gelder, soweit .ste irgend Dauben dieselben gegenüber ihren Localtedürfniffen enkdeheru zu können, «n» einzufenden. **) So eben geht au« London, da» sich unvergängliche Vcr>>ie«fte ur.i di« Auswanderung erworben hat, d e Nachricht ein, daß von dem dortigen Somit6 nächste Woche nur 300, die folgende Woche 350, di« daraus folgende 130 «Seelen von Lemberg au« expedirt werden sollen, und sodann wahrscheinlich die Expedition für diese» Jahr eingestellt werden wird. Tritt dieser Zustand ein, so muß angesichts der veränderten Sachlage irgend ein and«:er Modul gefunoen werden, wie den Uebeln in Brody, da« noch an 13,000 Flüchtige enthalten soll, abzuhrlfen ist, und wa» für die nach Amerika Beförderten geschehen soll, denn e» war nicht di« Absicht der Unglücklichen, durch Versetz» ng in ein Land, deffen Sprache und Sitten und Art de« HrndelnS sie nicht kennen, noch hilfloser zu machen, sondern sie in den Stand zu setzen, sich in einem freien Lande zu erhalten. Am zunächst etwas zu thun, haben wir befchloffen, durch einen nach Brody Delegirten aus den Familien, welche *) Inzwischen fink bereite cm. 60 Ti» «atBKt»m>(Siln hier eingetroffe». *) «a« geschieht denn mir der bald ein« halb, «t lian Mark deirnmNden «ammtun, de« Berliner itanti'i, «elge« bi« jetzt Mar 100,000 M. an »a« »entsch« Lentral. iomiie in Berlin adgegeden bat« Warum bUden denn diese beiden L»mir«'e nicht ein« genieinlam« -Kasse» (Red.) repatrstrt ««den müffen und in ihre« Heimathland« nicht einmal die Lehmhütten wiederfinden, in welchen st« ihren ärmlichen Hau»rath hatte«, »ine namheffte ZahlH»n Kindern auäyulsuchen und hier tu bescheidene» Verhältnissen zu brauchbaren Menschen «ziehe« zu lassen, welche mlch einigen Jahren ihren dem Elend preiäge-cbenen Fauckien ein« Stütze werden können. Unser Lomit^ hat hierfür 50,000 Mark bewilligt, und wir bitten Alle, welche ein Herz kür dieses Unternehmen haben, un» specielle Grlder für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich um Erhaltung der Kinder während mehrerer Jahre. Sollte ein Somit» andere und beffrre Vorschläge machen können, so versprechen wir die höchste Bereitwilligkeit, sie in Erwägung zu ziehe». Berlin, 2. Juli 1883. Mako wer, »orfitzmdrr. Nachbemerkung der Redaktion. Die Repatriiruug dürste unsere« Erachtennur al» ultima ratio in'« Werk gesetzt werden. Was sollen die Repatriirten in der Heimath, die sie auSgestoßen, au«geplündert hat. wieder beginnen? Wie sehr ihnen auch nach dem neuesten Erlaß Tolstoi'» die Heimkehr erleichtert «erden soll, man weiß e« ja nur zu gut, wie kurz der Arm de- Minister» ist und wie in da» »leinen Städten und aus den Dörfer» da« neidische von Judenhaß erfüllte Volk den Ausschlag giebt. Womit sollen die aller Hab« Entblößten eine neue Existenz begründen? Sollen sie vielleicht gar die verpönten Echnap-läden wieder eröffnen» Wir würden vorschlagen, daß der Weg, den wir hier in Magdeburg im Kleinen versuchten, durch da» Sentral- Somitö in umfassender »Leise eingeschlagen wurde. Hier hatte sich eine Sigarretlenfabrik bereit erklärt, eine Anzahl solcher Arbeiter und Arbeiterinnen unterzubringen. Auf unsere diesbezüglichen Anfragen erhielten wir au« Berlin und Brody mehr als wir brauchten. Wir wünschten Unverheirathete, e» kamen Berheirathet« mit Frau und Kind, mit Mutter und Schwester, wir wünschten Sigarrettenarbriter, eS kamen Sigarrenarbeitrr, Klempner, Tuchmacher u. A. Wir haben auSgewähll und mehrere unverheirathete Personen und auch eine ganze FamUie, Mutter, Tochter und 3 Söhne, untergebracht, für Wohnung, Belten und Einrichtung gesorgt, sie verdienen pro Person 15—18 M wöchentlich*) und werden hier chre Existenz begründen. Wie nun, wenn di« verschiedenen Soniitö'» ein derartige» Unterbringen einzelner Familien in größeren und kleineren Fabrikstädten sich angelegen fein ließen? Gelang es in Magdeburg, für 10 Personen ein Unterkommen zu finden, dann müßten Berlin, Breslau, Hamburg, Frankfurt a. M., Wien, Pest, Pari«, Amsterdam, London u. s. w. da« Zehn- und Zwanzigsache darin leisten. Ja, wir glauben, es gäbe keine jüdische Gemeinde, die nicht bereit wäre, einige dieser Unglücklichen aufzunehmen, unterzubringen, und sei es in einer Fabrik oder in einem Geschäfte oder für ein Handwerk zu verwenden. ES giebt leichte Handwerke, die in wenigen Monaten angelernt werden können; wenn die Somit«'« für die Lernzeit nur die Kosten tragen, dann werden die Leute bald selbst so viel erarbetten, al« sie brauchen; der milde jüdische Sinn wird gerade diesen Handwerkern gern Arbeit und Gewinn zukommen laffen. Möchte da« deutsch« SentralSomitö die Angelegenheit iu *> IU Labbath nicht Arbeitenden erhalten tu« de, hiesigen lang Sen Baarz-schuß eine« «rbeitlwzea.