Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 26.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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TM. iiiijMüjiP' m w .H" IW» — *00 — In bei grier nah»« der Präflbsnt mb »in zwstts« Mitglied Wt Sauat», bet Präsident bet vürgerfhast, einige CorftAet Mt Oenuinbe, in (timten jedoch eine nur geringe Unzahl von Herren mb Damen fyril, ba die Dteecftou nicht so tückfichtsvoll not, den Lhargirten bet BewHnbe, fenie Denen, Welche ihr größere Spenden znaewenbet hatten, Karten zuzusenden; sondern sich, mit Mt öffentlichen Bekannt««' chung begnügte, daß Karten bei Mn Mitgliedern »er Verwaltung »n erhalten seien. Die Feier, welche von dem Präses der Direction eingeleitet «nrde. soll eine würdige gewesen sein; namentlich sollen bie wünsche, welche Bürgermeister Ve. Weber, der die ersten drei Hammerschläge führte, kür das Gedeihen dt« Baues, de« Instituts und feiner Zöglinge daran knüpfte, von allgemeinem Beifall begleitet worden sein Fernem Hammerschläge wurden vom Präsidenten der Bürgerschaft dem Obertaddiner und einem Mitgliede Ms Gemeindevorstan >« vollzogen. Die weihrede, welche der Oberrabbiner, anlehnend an Jacob'« Gebet (Genes. 2», 22) hielt, soll im stianzen recht {esallen haben, nur fielen die Lobhudeleien, welch! er den Beörden zollte, allzusehr aus und soll es nament.tch aus die christlichen Besucher einen sehr unangenehmen Eindruck gemacht haben, daß et sowohl als der Präses der Diiection vom Blatte ablasen! — — Der von Mt Gemeinde erworbene Begrstbntßplatz in Ohlsdorf hat flch d>« verfall» de« Oderrabiner« nicht zu erfreuen, — angeblich «eil im Beiträge die Worin .aus ewige Zeiten" fehlen. — Lus seine Beranlaffung hat der Vorstand und die Leligtrten de« Synagogen-Berdande« in einer Sitzung am 18. d. Mt», beschlossen, an den Senat die Bitte zu richten, „derselbe wolle seinen Lonsens nicht versagen, wenn die Gelegenheit geboten würde, außer dem Ohlsdorser Friedhose noch einen zweiten Begräbnißplatz auf nicht hiesigem Gebiete zu erwerben." E« haben nämiich Mitglieder de« Berdands sich lange schon darun« bemüht, einen Platz in Wai.dsbeck oder vahrenseld. beide aus preußischem Gebiete }u enterben. Ja. es wird erzählt, dg die Regierung in Schleswig ihre Einwilligung von dem Einverständnisse de« Senat« abhängig gemacht habe und der Plan mithin gescheitert war. sei man mit der jüdischen Gemeinde in Wandsbeck in Verhandlung getreten, um sie zu veranlassen, ein größere« Terrain zu erwerben, von dem man ihr eine» Lheil wieder abkaufen wollte; um auf di'fe Weise durch eine Hinterthür dahin zu gelangen, wohin man auf dem geraden Wege nicht kommet konnte. Trotzdem der Oberrabiner sich persönlich um die Unterstützung von Mitgliedern des Senat«, deren Gunst er sich zu erfreuen glaubt, bemüht, hofft man doch, daß der «Senat nicht die Einwilligung zu einer Maßregel geben wird, weiche die Gemeinde spalten und dem Synagogen-Berbande »ie Möglichkeit schaffen würde, ihr einen großen Thcil der Mitglieder zu entziehen; wodurch der Bestand der Gemeinde und ihrer schönen Institutionen in Frage gestellt werden mußte. H«»butg, IS. Juni. (Schluß von vor. Rr.) Wir fügen aus der Denkschriit noch einige Notizen hinzu: ilit größeren Geschenken und Legate» gingen ei» in Summa: Bm. 32598 — Im. 12.3S2. 2'/, Mk. 34.20S.S6 Fr». 300. Fe uer für die Zöglinge zur Prämienverloosung Mk. 5100 und verschiedene Prämienloose. Auch gingen am gestrigen Tage noch von i-iesigen und auswärtigen Verwandten de« Herrn Jaffö etwa Mk. 3600 an Beschenken ein. Der BermögenSbestand war am 1. Juni 1832: Da» schuldenfreie Vorderhaus Mk. 36,000 . , Schulgebäude „ 16,800 Mk. 52,800 Hypothetgröße ..... 42,750 Staatspapiere ...... 2,400 Inventar.„ 2,400 Caffevsaldo .... 1,939.28. Mt :02,289.28. Die Ausgabe betrug 1881 . Mt. 12,649.16 Unter den Einnahmen stauriren: CotttrtbnenUn «k. 3,224.80. Gemeindebetttag . „ 9.990.—. Sinsen und Renten ltethe Legate Geschenke . Hausbüchsen „ 1,716.12. . 1,880.—. . 5,611.39. . 1,332.—. . 112.26 Mk. 10,826 59| Sttttttzstt. 18. Juni (Or.-Eor.) Der „Staatsanzeiger für Würtemberg" veröffentlicht in seiner heutigen Rümmer eine Bekanntmachung der K. (fr. Oberkirchenbevörde, betreffend das Rechnungsergebniß der isr Zentralkirchenkaffe pro 1880/81. Darnach belieft» sich die Einnahmen auf 91,112 M^ banintet 7184 M. Kapitaizinsen, 10,884 M. LinMsumlage. 8009 M Beiträge zu Rabdinatsgehaiten, 2 8,8 2 2 M. Zuschuß der K Staatskasse, (— 25'/, aller Einnahmen), 700 M freiwillige Beiträge größerer Gemeinden zur Unterstützung unbemittelter Gemeinden. Die Ausgaben betrugen 83,681 M. darunter 7806 M. Umsicht»- und Berwaltungskosten, 24,818 M. für 12 Rabbinatsdesoldungen. 10,149 M. kür Gehaltsaufdeffefferung für Lehrer und Vorsänger, 4585 M. Turnus- und Kirchenkosten. Da» Vermögen beträgt 100,077 M Oesterreich. Aus Pest, 20 Juni, wird telegraphirt: Die ausgesundenr Leiche der Esther Soiymoffy transportirte man heute nach Tisza Sszlar, wo ste im Synagogenhose ausgestellt wurde. Die Bolksmenge war sehr aufgeregt, die Juden wurden unter Stößen und Schlägen fortgejagt. Man hat nähmlich das Märchen verbreitet, die Juden hätten eine fremde Leiche ausgegraben, ihr Esther'« Kl-ider angezogcn und in« Waffer geworfen. Bester» hat im Bemeindehauft eine Rotadilität da« Volk in diesem Sinne „unterrichtet". Laut einer heutigen Zeugenaussage ist die Leihe nicht die Esther Soiymoffy'», nur die Kleidet sind die ihrigen. Der Untersuchung durfte kei l Jude beiwohnen. Der Berichtsarzt Dr. Flegmann und der Verthetdiger l>r. Herma» wurden ebenfalls ausgeschloffen. — 21. Juni Die im Laufe der heutigen Rächt ein gelangten Telegramme stellen es außer Zweifel, daß der bei Dada aufgefunMne Leichnam nicht jener vtr Esther Solymoffy ist. Der ärzltche Befund ergab Folgende«: An der Leiche ist keine Spur einer Verletzung wahrnembar. Da« Kopfhaar ist stellenweise rafft«. Die breite Brust zeigt Spuren des Tragen» eines Mieder», die Füße sind klein und die Rüget veirathen eine sorgfältige Pflege. Am rechten Arm wurde ein Tuch gefunden, »te ein solche« die Esthet Soiymoffy am Tage ihres Verschwindens getragen hat, und in dem Tuche sind Reste einer noch iticht durchnäßten Farbe gewesen. Die Aerzte äußern die Ansicht, daß der gefundene Leichnam derjenige einer Person lei. seit deren Tod acht bi» zehn Tage verflossen seien; er gehört einem etwa 20jährigen. vollkommen entwickelten Mädchen. Daß der Tod durch Gewalt herbeigeführt worden sei, konnte nicht konstatirt «erden, die Brusthöhle zeigt Spuren eine« Ltingenieidens. Unter diesem Umständen steht es außer Zweifel, daß hier ein fremder Leichnam vorhanden sei, der absichtlich in ähnliche Kleidet gehüllt wurde, wie sie Esther Soiymoffy getragen hatte. Man nimmt an, daß der auf die Auffindung der Leiche ausgeschriebene Preis von 5000 fl. die noch unbekannten Thäftr veranlaßte, die grobe Mystifikation auszuführen, indem sie zu diesem Zwecke au» einem Spitale oser Sonst wo her einen Leichnam raubten und in die Theiß warfen. Auf die Provenienz an* einem Spitale deutet da« rasirte Kopfhaar hin. Die Untersuchung wurde soso« eingeleitet und wird im weitesten Umfange geführt. Alle Berichte konstatiren, daß der Zwischenfall die Erregung der Bemüther in jenen Gegenden aufs Höchste steigerte. — 1. Uhr Mittag-. Immer mehr gewinnt die Ansicht au Boden, daß eine Mystifikation vorliege und daß eine Fremde Leiche auf der Fähre bis Eszlar gebracht und do« in den Strom geworfen wurde. Junge Burschen wurde»