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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 26. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 26.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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wenn Er. der tzochgelobte. sich aufmacht, », richten die Grd«, oder wenn nach Eueren eigenen Glauden»lehren der Tag komm!, an weichem Liier Steffin» »um Meitm Male erscheint, um Bericht zu häklet, Über die Sehenden und itder dt« Todten?" Der Hofprediger blickte mich schweigenli an, kein Wort der Erwiderung war aus feine» Lippen. Ich fragte "n, ob ich ihn vielleicht durch meine Worte verletz: hatte. Er antwortete mir mit den Worten de« „Predigiw" :',E« ist besser ,« hören di» Zurechtweisung eine« Weisen, al« die Gesänge der Thoren." Er dankt« mir für meine scharfen Vorwürfe und sucht, sich selbst von den Anschuldigungen zu rechtfertigen, indem er die Gründe mlr darlegte, die ihn zum Judenfeinde gemacht, er eitere für seinen Klauben und trete ein für di« geschmäht« Ehre seines Heilande« und de» neuen Testamente», welche ein Jude in einer besonder» Schrill bespöttelt und gelästert habe. — „«der bat Bot« im «. I. nicht gesagt, daß er selbst die von Sündern angefüllien S tädte Sodom und «mora nicht zerstören würde, wenn er auch nur zehn Gerechte darin fände, und ou willst umgekehrt wegen eine« Juden, der nach deiner Meinung nicht mit dem nöthigen Respekt von dem Gründer deine» Glaubengesprochen, Myriaden Unschuldiger vernichten „Vernichten? Rein, behüt,, da» will ich nicht, nur retten will ich die Schafe meiner Heerde au« dem Rache» de« Löwen, vor Jenen, die gegen die christliche Kirche anstürmen." „Aber hat nicht Euer Messia» gelehrt: So dich Einer auf die Wange schlägt, so reiche ihm die Anterr ebenfall« hin, und du, sei» Priester, der Frieden und Liel'e predigen soll, sprichst von Rache und Genugthuung!" „Habe ich nicht soeben ganz im Gei le dieser Worte de« Heiland» gehandelt? Du hast mich beschämt durch deine Zurechtweisung und ich habe mit den obigen Worten dc» „Prediger-" dir erwidert. Uebrigen» ist &r von dir angeführte Spruch des Meffia» vielsach mißverstanden worden, er besagt nur, daß wir unsere Wange hinreichen sollen, denen die un« schlage», aber nicht, daß wir unsere Seelen hingeben sollen, denen, die unsere» Gotte» Namen en weihen, da heißt er vielmehr, daß man sein Leben einsetzen niüffe." Zum Schluffe unserer dreistündigen Unterhaltung fragte ich ihn, ob ich mich der Hoffnung hergeben dürfe, daß meine Worte, die «inen sichtlichen Eindruck aus ihr gemacht, auch Frücht» tragen würden? Und da erwiderte er mir freimülhig rnd offen: „Ich Hab« in der That durch deine Darstellung ei,e besser« Ansicht von den Juden genommen und werde mein Urthetl über sie mildern. Ich schätz« dich al« eine» aufrichtigen, treuen Juden im vollsten Sinne de« Worte», möge e« deinesgleichen Biele in. Israel geben." Er gab mir herzlich» Wünsche auf die Reise mit und fordert« mich auf, ihn — wenn'» ginge — nochmal« zu besuchen. Ich schied, befriedigt von dem Resultat« unserer Unterhaltung, von ihm." Wir aber wollen abwarten und sehe», ob £,«rr Stöcker Wort halten und der 'Versuchung bei denbevorstebend« n Wahlen widerstehen wird. Offener Brief. (ÄÄ-) Aber warum sind Sie prinzipiell gegen eine Einwanderung der Juden in Palästina? Sie verrathen nur etwa« von den Ursachen am Schluffe Ihre« Briefe». — Di, Auswanderer würden in Palästina im Fall de« Mißlingen« nu? di« Schaar der Lhaluka - Empfänger vermehre», m Amerika aber reichliche Gelegenheit m asteriei Beschäftigungen haben —, d. h., in» Deutsche über, setzt, die Unglücklichen würden im heiligen Lande noch eine letzt« Zuflucht in der Mildthättgkeit ihrer Brüder sindrn, j, Amerika dagegen verschwinden sie von der Bildsläche; sie mögen gedeihen oder verhungern, jedenfalls sind wir sie lo». '> Aber da« ist «och «ich« Ihr Hauptmotiv — Sie lüste, schließlich den Zipfel ve» Vorhänge» und lassen un» merken, weshalb die Juden Europa'» eine Einwanderung in Palästina in keinem Fall unterstützen dürfen. Die iranzösiichen Juden wollen vor allen Dingen Franzosen lein, die englischen Engländer. vielleicht auch die deutschen Deutsche, ihr Judenthua ist zu einer Art blasser Eonsesswn herabgesunken, meist ei, Name, der sie vor der Last der fremden (Suite schützt. Ihr Stolz besteht darin, den anderen Rationen amalgamirt;i sei», so daß Niemand au» der Legierung ihr echte« oda unechtes Metall herau« erkennt. Und dies« Männer sollte, sich der Gefahr autsetzen, von der öffentlichen.Meinung l* schuldigt zu werden, daß sie von geheimer Sympathie sui da» Land ihrer Väter er'üllt seien? Würde» sie nicht nt kiren, eine» Tage» ihre Pässe noch Jerusalem visire» laste» zu müssen? Schrecklich — da» wäre jl eine Latastroph-. wie wir sie seit aooo Jahren nicht erlebt hätten. Denn d, französischer Jude hat bekanntlich für die Wiedererlangmi: de» Elsasses zu schwärmen, die deutsche» Juden für di« Erhaltung de» Rheiugeoietes Gut und Blut zu opfern, aber da« heilige Land, wa« will ,S uns bedeuten? ES ist hoch sten» ein Platz, der unsere Sympathie in Anspruch nimmt, weil eine Anzahl leidender Glaubensgenosse» dort vegetin. die unserm Namen keine Ehre machen, und darum dring» wir aucy Opfer, um ihren materiellen und, wie wir un» (in bilden, moralischen Zustand zu heben, aber die Aufersteh uu; einer jüdischen Nationalität anzubahnen, den großen Ranin Israel« wieder in die Weltgeschichte einzusühren. ja, dar könnte die schlimmsten Folgen für un» selber haben. Zeig» wir also der Welt, daß der Jude kein andere» Valeria»: hat al» den Boden, aus dem er zufällig da» Licht der Wra erblickte, daß, wenn ihn dieser ausstößt, er sich überall du zu retten hat, nur nicht nach Palästina. Ader indem beweisen wollen, daß da» heilige Land nicht mehr die Heimat: der Juden sei, haben Sie zu viel bewiese». — Wenn in: di« Placirung der Auswanderer nur der leichte Erwerb sei»» täglichen Brode» maßgebend ist, dann ist der Jude in der Tdc der heimathlose Vagabund, für den sein« Feinde ihn a»rgeben, und wer für die Tran»porlirung unserer Brüder nai Amerika gewirkt hat, wird dl, Folgen zu tragen habe, Ander« der russische Jude. Er hatte voll uns ganz da» La»: geliebt, da» ihn hegte, da» seinen Fleiß, wenn auch nur kümme: lich, belohnt«, in dessen Sitte er sich eingelebt hatte, wie dein die 'Wurzeln eine« irden menschlichen Dasein« mit Rothw-»- digkeit in de.» Boden ruhen, auf dem inan geboren und au’' gewachsen ist — aber al» die Gewalt und die Bo«heit tbdie Alternative stellte, entweder die theuere Heimath Leben und Ehre zu opfern, da war ihm freilich die Watt nicht zweiselhast, aber eben so wenig schwankte er über dü Land, wohin er seine Schritte zu w-nden hätte. Denn »«bei seinem materiellen Vaterland hat sich der getreue I«« ein ideelle» Vaterland erhalten Er ist von der groß« Aufgabe de» Judenthum» durchdrungen, und er weiß, das diese für ihn nur in einer politischen Regeneratio» ihre» Abschluß nnden kann; er fühlt, daß die 4000 jährig» Thätigkett seine» Stamme» in der Weltgeschichte nicht f»l ungeheure Folgen gehabt hab.n kann, um jetzt wie ein ver-I siegender Strom im Sande zu verlaufe». Darum sehnte ff»I *) Qkgrn kirfr Unt(ift<aung müsst» nie denn »och Herrn Hitml in Schatz netzmen, bi« lügt durch«»« nicht in seinen Sorte» *“*l k»nn»n wir nicht all«» frtl>ren. sowie rnchsotgenoen «u«fatzrun,e»I bei Herrn Her»»««« beistimmen. I

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