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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 25. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 25.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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(Böhmen), Namen« M. R.. versendet an Mitglieder jüd. Gemeinden, bi« an den Rhein et« .Werk" (?): „Hachtdoh.RLthsel in hebtäischer Sprach« und Schrift mit deutscher Uebersetzung." Angeblich ist die — da« Vorwort mitgerechnet — 12 Setten umfassend« Schrift ein „Beitrag zur Belebung der hebräischen Sprach«/ Der Prei» ist l Mark. Die Zusendung franco. Ueber Geschmack läßt stch bekanntlich nicht streiten. Uno er» scheint Rr. 2« und 31, gelinde gesagt, geschmacklos, wenn nicht gar unanständig. Da« Deutsch ist gräßlich. Diese« Opu« nun langt per Krenzcouvert an, aus welchem — grün Papier, großgedruckt — Namen und Titel de« Verfasser« ausgeklebt ist. Gm paar Tage später folgt in einem liniirten, mit Vordruck ersehenen Souvert anstehender Zettel: „Euer Wohl, .geboren haben mein Ihnen eingesandte« Werk „Hachido" wohl erhalten. Ich bitte E. W mich dahin zu berücksichtigen, daß ich ein armer Familienvater bin unv daß ich mich zeitleben« nur der Thora und Avoda geweiht habe. Ich bin auch mit dem kleinsten Betrag, den E. W. mir zu senden belieben, zufrieden. Haschern jesclialcin lau Hu/.doko saus der l>oomim. E. W. dankbarster M. R.. Rabbiner in R. Böhmen." Wo bleibt 12 iivnb omp nr\. wo .mn Tl33? So weit dürste kein Mensch und keine Gemeind« sinken, wenn ne noch eine Spur von Anstand haben. Vom Tanna», 17. Mai. (Or.-Eor.) Am 10. d. M. wurde der in besten Mannesalter plötzlich verstorbene und allgemein betrauerte Oberbürgermeister Lanz von Wie«bade» in solennster Lsteise zur Erde bestattet. Gleich wie die Geistlichen utt verschiedenen christliche» Eonsessionen hatten sich auch die Herren Bezrrksrabb.nec l)e. Süßkinv und l>e. zko hn, Rabbiner der altisraelitischen ißemeinde (.bekanntlich einUnicum in der Judenheil» zu dem Leichenbegängnisse eingrfunden. Hat man nun diese Betheiilgung ganz in der Ordnung besunden, so sauv man e« d>rgegen in hohen« Grade aufsallenv, daß 3tabbiner »lohn al» „Eohen" den städtischen, »„t Gräbern Übersoll.e» Tovtenhos betrat, au« welchem »och dazu auch geborene Juden ihre letzte Ruhestätte gesunden haben. Man fragte sich allgemein: ist da« Ignoranz oder „altisraelitisch'k" — Am darauf sotgenoen Sabbat he fand die Beerdigung de« greisen evangelischen Bischot» Wilhelm» statt, zu welchem die beiden Herren Ribbiner ebensall« geladen waren Herr l>r. Süßtmb nahm an derselben, wie wir hörten, inFolge eine« Unwohlsein«, nicht theil. Herr I>r. Motjn jedoch ivar erschienen. Dieser soll nun während de« Leichenbegängnisse« in eine r>gentyüulliche Rolhlage gerathen sen». Wahrscheinlich in Folge de« ziemlich itark gehenden Winde» unv de« dadurch aufgew,»bellen Staube» mustl« er nämlich mehriual» nieste», und bedurfte eine» Taschentuchs. Gm Taschentuch darf bekanntlich rui Rabbiner au» der Berliner Schul« am Sabbath nicht Iragki». Wa» um« Ihn»? Die Aermel de» Ornates benutzen '< das ging doch nicht! Eo ist den» da» Unerhölte geschehen: Der junge allisraelitische Rabbiner Holle wirklich sein Taschentuch an« der Tasche und that, wa« auch ein „Breslauer" in solchen Fallen zu thun pflegt. So rücken dir „Berliner" den „Breslauern" immer näher, wa» in jetziger Zeit recht ersreulich ist. Trier. Die hiesige Ztg. verössentlicht folgenden, vom milunlerzeichntte» Herrn Oberbürgerineisten verfaßte» „Ansius." Die höchst bedauernswürdige Lage, in welche die unerhörten Verfolgungen der Israeliten in Rußland unzählige tTdimlifn versetzt haben, hat allrnthalbe» da« Mitgefühl menschlich empfindender Herzen erregt und nicht nur in de» größeren Städten Deutschland«, sonder» auch in denjenigen benachbarter Slaaten, sowie in Amerika haben sich HülfS-Eonrite'« gebildet, um drir vielen Tausenden ihrer Habe beraubten, au» ihrer Heimalh vertri> denen Unglücklichen beizustehen, sie au« ihrer augenblicklichen Roth z» retten und ihnen die Gelegenheit zu bieten, in einer menschenwürdigen Weise ihr Leben weuer fiiftcn zü können. Bei der großen Zahl der dem Hunger und dem grüßten Glend preiSgegebenen Familien sind zur Durchführung der vorerwähnten Zweck e bedeutende Mittel erforderlich. Wir wenden un« deshalb an den vielbewährten Wohlthä«igkeit«si-nr unserer Mitbürger und an alle Menschenfreunde mit der Bitte um baldig« kräftige tz°lf». Dr.A. Dr»nk«.Rralgymnastai Direktor; A » dert Weiler, Nauiinann und Stadtverordneter: Ar. «k»mit, Dirrkior »rr ftttdlischea «»Heren Töchterschule; Laut« Lau«, Lom» merzlenrath un» Stadtverordneter; «. Löser, Naufmann; de A»4. Otrr-Blirqr»rie:slerL ik!>. Pattzer. ffaufinun und Stadiderordneler, PI« uh, It r»i«r Staatsanwalt; B a i e n i t u Lauten ft rauch, ilommrrzienr,rb un» Beigeordneter; Protefior Ue. Lenier«, «llymRaftal.Direttor; Lugen Aothjchil», Kauswaan und Siaoioerordneier, Vr. Zucker» mondel, Oberrabdinrr. Monatliche Beiträge von ca. 100 M. find außerdem auf V Monate gezeichnet. Oesterreich. Wie», I0.Iuni.(Or.-Gorr.)Zu Ghren der goldenen Hochzeit Moritz Ritter v. Goldschmidt'« wurde dieser unter dem Lauschen der ansehnlichen festlichen Versammlung beim heutige» Gottesdienst zur Thora gerufen, wo in einem von Dr. Jellinek verfaßten, vom Oberkantor Singer mit klangvoller Stimme recitirten 5li schchenich die hervorragenden Verdienste, die der Jubilar in seiner Stellung al» Präs»« der Wiener Eultusgenieinde und bei jeder Gelegenheit sich um da» Judenthum, dessen Hebung un» Förderung erworben hatte, rühmend hervorgehoben wurden. Der Jubilar la« trotz »einer 7!) Jahre int krastvoller gehobener Stimme den Segen-spruch über die Thora, so daß da» Gotte-Han» davon wieder hallte uno auf alle Anwesenden einen erhebenden Eindruck heroorries. Er wollte dadurch offenbar der Gemeinde, der er :inst in Ehren Vorstand, symbolisch zu versiehe» geben, daß da» Festhall:» an der Thora, am Judenthum. den Angehörigen desselben «kraft und Muly verleihe, daß die Thora da« mächlige Banner sein müffe, unter denen der Jude seine Pilgerbah» hiniede» aus Erden durchlausen müsse: — Den Mittelpunkt de» Feste« bildete di« Rede Jellinek'S, die mit dem dreifachen, von der Versammlung mit einstimmigen Amen erwiderten Segen-spruch aus dr« Jubelpaar schloß. Jellinek führt« au», welch' große Bedeutung die Zahlen >0. 2», 30. 40 und 50 h.llten, welch' letztere Zahl er die „goldene Zahl de« Judenth»»»«" «annle. Zum Schluffe prie» er da« jüdische Familienleben, da« ein Hort de« Judenthuin« sei, und knüpfte daran eine schwungvolle Verherrlichung de« edlen Jubelpaare«, de« wiico gea Mannes, der wackeren Gattin. — Dasselbe nahm nach dem Gottesdienste in eineu« Vorzimmer de« Gotte«haus>» »och die Glückwünsche de« Vorstände« und der übrigen Eorporalionen der Gemeinde entgegen — Dem Gotte«diei»le wohnte der grüßte Tuest der jüdische» Aristokratie bei. Auch der Kaiser ließ demselben seine herzlichsten Glückwünsche z» dem „schöne» Ehrentage" übrr» bringen. 8. Pest Die hiesige israelitische Landeskaiulei hat ei.ie» Preis von 5000 Gulden ausgesetzt für die Auffindung der Esther Solymossy, de« vermißten Ti«z»'E»zlarer Mädchen», und diese Summe dem Ministerprästdenie» v. Tisza übergeben, welcher an sämmtltche JuriSdictlonen folgende Eircular-Verordnung erließ: „Damit die Wahrheit bezüglich der nn April dr« lansende» Jahre« in TiSza Eszlar verschwundene» Esther Solymoffy je eher an« Tageslicht konune, damit Diejenigen, die an dem eventuellen Verbreche» schuld sind, ihrer Schuld gemäß gestraft, die etwaig unschuldig Verdächtigten dagegen von deni Verdachte befreit werden, hat da» Präsidium der israelitische» Landeskanzlei zur Beschleunigung der im Zuge befindlichen Untersuchung einen Pr:» von 5000 Fl. au«gesetzt, welchen Derjenige erhalten soll, der tntwesec die Esther Solymoffy lebend dem Gerichtshöfe in Ryiregybaza vorführe, oder ihre Leich« auffinde, oder dem Gerichtshöfe auch nur solche Daten zur Verfügung stelle, welche die Auffindung de« Mädchen«, respective ihrer Leiche herbeisühren Ich fordere daher die Jurl«diciionen auf, unter Bekanntgabe de« Obigen eindringliche Nachforschungen anstellen zu lassen und im Falle

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