Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 25.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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gmibmtt: Der Herzogs. braunschweigische Kammen-irtuose Herr Stübuer trug »wet Piecen aus der meisterhakt von ihm gespielten Harfe vor. Der Tempel war wie an Festtagen gefüllt. Der Ertrag beites sich auf 924,70 M., weich« nach Abzug geringfügiger Kosten dem hiesigen Lomit« übergeben wurden, dessen Sammlungen bereit» eine Höh« von 8)49,65 Mk. erreicht haben, anher den Monatsbeit rügen, welche rin Fraurn- Lomtt^ (bestehend au« den Damen Leo, Meyer, Nathan, Rosenthal, Singer) in der Gemeinde sammelt; da«selbe unterzieht sich auch der Mühe de« Linsammeln« "von Wäsch« und Kleidungsstücken, vir an da« Hauptromilin Berlin gesandt «erden. Au» Bros» erhielten wir die Mitlheilung, daß dort Mangel an Wasche und Kleidern sei, namentlich an Stiefeln (großes Maß) und Schuhen für Kinder. Es lagern dort an 12—1400 Personen. Baron Hirsch hat eine» Delegirten (Venetiani) hingesandt, um für bessere Wohnung und Ernährung derselben zu sorgen. (Auf die vielfach ai un» gerichteten Anfragen, wohin Wäsche und Kleid« r jetzt zu senden seien, theilen mir die Adresse de« Vorsitzenden de« dortiger. Hiif«romit6'r mit: H> n. H. 1! t r e n ft e i n in B r o d - (Galizien). Berlin. Der Vorstand de« „Verein« zue Erziehung jüdischer Waisen in Palästina" ladet di« Mitglteter de« Verein» zur ordentlichen Generalversammlung auf Sonntag, den 25,. Juni 1882, Vormittag 10 Uhr, (HOtel de Haxe, Bnrgstraße 20) er». Nus der Tage« - Ordnung steht: 1) Bericht über die Wirksamkeit de« Verein«. 2) Wahl von sieben Mitgliedern de« Verwaltungtrathe» und der Revisoren. Zur Theilnahme an der Generalversammlung ist -- nach 8 14 der Statuten — jede» Vereinsmitglied berechtigt; dir Legitimation wird durch die Mftgliedkarte geführt. — Mitglieder, welche nicht am Sitze de» Verein« wohne», können durch andere Mitglieder de« verein« sich vertreten lassen mit der Maßgabe, daß kein Mitglied mehr al« zwei Stimmen (incl. seiner «igenenj auf sich vereinigen darf. Die Legitimation ist durch Vorlegung der Mitglied«karte de« zu Vertrrtrnden zu führen. Hamborg, J2 Juni. Da« hiesige Eomitä für die Beförderung der russischrn Flüchtlinge hat wie b»fo:uit in jüngster Zeit, verstärkt durch eine große Anzahl christlicher höchst geachteter Männer, einen össentltchen Ausruf erlassen und sind im Ganze» (mit den früheren Beiträgen) etwa M. 120,000 eingegangen. 85,'/, von Juden und 15'/, von Nichtjuden; außerdem aber sehr bedeutend« Vorräthr an Kleidung«slürken und Victualien. Aufopfernd und bewunderungswürdig hingegen ist die Thätigkeit, welch« ein Theil de« Eomitä'« in Verbindung mit einem au» siinfundvierzig Mitg iedern bestehenden Subconntä enthaltet, um den armen Verbliebenen ihr Loo« zu erleichtern und ihnen ein mrnschenwür'ige« Dasein zu bereit,» Halbe Nächte müssen geopfert werden, wenn neue Zuzüge eintressen, bannt einen. Jeden sein Recht werde: so werden heute 300, morgen Abend sogar 1000 «rwarle», welche schon am Mittwoch zu Schiffe gehen s«lle». Ein ganz andere» Bild gewähren die Armen, wenn sie Homburg verlassen im Vergleiche zu dem, weiche« sie bieten, wenn sie den Waggon» entsteigen. Sie werden nicht nur gesp.ist und mit Kleidungsstücken, sowie mit Allem, wa« zur S« «reise nöthig ist, also auch mit Matratzen versehe», sondern sie müssen sich auch einer gründlichen Reinigung unterwerfen und manche» jugendliche, hübsche Gesicht kommt zun, Vorschein, da« glückselig in die Zukunft blickt. Leider komme» auch, wie nicht ander« zu « warlen, Betrug-fälle vor und gerade jetzt ist eine Warnung bei dem Vorsitzenden de« EomiG'» eingelausen, zwei gemeire Verbrecher anzuhalten, welche zu Hause Weib und Kinder haben und die Gelegenheit wahrnehmen möchten, unentdeckt davo, zu komme». Doch find da», Gott sei Dank, Au«nahmen; von den vielen Tausenden, welch« über Hamburg den Weg in ihre neue Heimath nahmen, haben bisher nur Wenige wegen Vergehen zurückbtrilen müssen. , H»»tor«, 15. Juni. (Or.-Eorr.) Sestern fand die Feier de« 25jährigen Bestände« de« „Pa ul inen-Stifte»", eine« Waisenhause« für israelitische Mädchen statt. Der beschränkten Räumlichkeiten wegen, waren nur etwa hundert Personen geladen und erschienen. Außer den Mitglieder« der Verwaltung und ihrer Familie, den Vertretern de« Semrindevorftande«, dem Oberradbiner (welcher der Einladung nicht Folge geleistet) und dem Tempelprediger, hatten auch die Direktoren der Mädchenschule von 1798 mit ihren Frauen, die Lehrer und Lehrerinnen dieser Schule, sowie die Angehörigen der Zöglinge de« Paulinenstift« Einladungen erhalten. Da« Hau» war von Außen durch Flaggen und in, Innern durch Blumen, Draperien und Emblemen reich geschmückt. Im Saale befand sich da» von einem Kranze umrahmte Bild der verstorbenen grau Pauline Jafsä, geb. Koldschmidt, welcher zu Ehren ihr Gatte Herr I. I. Jaffa da« Hau» erworben und zur Begründung eine« Warseninstitut« geichenkt hatte. Ein Ehoral, gesungen von den Zöglingen der Anstalt unter Begleitung de« Harmonium» eröffnete die Feier. Hierauf betrat der Präses der Verwaltung, Herr l)r. John J«> rael, .die Rednerbühne, um vor Allem seinen Dank an den Höchsten zu richten, welcher da« Hau» bisher geschützt und auch in der Zukunft schirmen möge. Dann zollie er seine» Dank dem Sinter de« Institut«, weicher umgeben von seiner Familie in einem mit Blumen reich verzierte» Sessel Platz genommen hatte, sowie auch dem Gemeindevorstand und allen Wohlthäter» der verschiedenen Eoniessioneii, welche durch Geschenke oder Beiträge für den Fortbestand und die Ent.oickelung milgewirkt; er dank!« ferner der Direktion der Mädchenschule, sowie den Lehrern und Lehrerinnen für die geistige Pflege der Kinder und auch der Direktion, welcher er eine Hamburgische Denkmünze al« Andenken an diese Feier überreichte. Dann richtete er einige Worte an die Zöglinge de» Institut« und versprach, daß die Direktion bestrebt sein werde, ihnen weitere Räume und freiere Lust zu schaffen, und auch nachdem sie die Anstalt verlassen haben würden, für ihr weitere« Fortkommen mehr al« bisher zu sorgen. Zum Schluffe dankte der Redner auch seinen Callegen im Amte, welche ihn stet» mit Ausopferung ihrer Kräfte unterstützt und rühmte da» schöne Einvernehme» trotz der häufig divergirenden Ansichten. Jii einem kurzen Rückblicke, welchen llr. I. noch auf da» Enlstchru und die Weiterentwickelung der Anstalt warf, glaubte ,r auch den Anwesenden «ine Aufklärung darüber schuldig zu sein, weshalb e« ül>erhaupt nothwrndig gewesen, ein solche« Institut zu gründe». Und da sei e» in erster Linie da» damalige Bevürfniß gewesen, weil die städtischen Anstalten bi» vor ivenige» Jahren den Juden verschlösse» geblieben und die jüdische Gemeind« gezwungen gewesen sei, die Mädchen in Familien unterzubringeil, während für die Knaben seit 176«, ein 2r!aise»hau» eMire. Aber auch die Toleranz erfordere e«, daß man denen, welche ihre Kinder fromm erziehe» wolle», die Möglichkeit biete. *) Nachdem »och da« Dirrkliontmitglied Herr Schönseld »anien« seiner Eollegen und aller Anwtsende» Herrn >>r. I. seinen Dank ausgesprochen und drei kleine Mädchen in wechselseitiger Dekiamatiou «in recht hübsche« Gedicht, da» ein Bild von dem Wirken de» Jnstilu« entrollte, vorgelragen hatten, auch einige Gesänge gefolgt waren, endigte die Fner, der ein Frühstück sich auschloß. (Schluß solgt.) Vom Rheia. Di« gelehrte Bettele» entwürdigt iticht die Bettlei allein. Die Verachtung fällt auch aus die, deren wirklicher oder angeblicher BcrusSgenosse der Schnorrer ist. Wird die Lchnorrerer jedoch nicht mehr Handwerks-, sondern schon f a b r i k mäßig betriebe», dann mnß sie öffentlich an de» Pranger gestellt werden. Ein sogenannter Raboiner in 9!...-, •J Wir hallen rt de« dieser ri»a« aujsLlligen O.-merkung de« A«»- nrr» sür nothwendlg herooizuhedeii. daß tut Pauiia,i>n>sr die judil» rituellen Lorsihristen auf da» Strengste deodachret w.rdea uad dl« krjiehuag der Ninber -ine streng religiös« ist: dasdr durgt die grümmnteii und iewiffeiihasligtilt der Direktion.