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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 24. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 24.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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flbttKttfl«, und Sie werden mein« Angaben durchgehend» bestätigt finde». L» ging aber den deutschen Ansiedlern in Palästina nicht ander», als den Engländern vor zweihundert Jahre« in Amerika »nd den Franzosen in Algier in diesem Jahrhundert. Die erste« Erfahrungen müssen theuer erkauft werden, aber der Erfolg fällt am End« der Au«dauer und txm berechnenden Fleiß« sicher zu. (Schluß folgt.) Berichte und Lorrespondenzeu. Deutschland. Berlin. Die Ministertal-Kommiffion, welch« über die in Folge de« Uebertritt« jüdischer Flüchtlinge au- Rußland ,u ergreifenden Maßregeln zu entscheiden hat, besteht audem Unterstaat-sekretär im Ministerium de« Innern, H e r r s u r t h al» versitzendem. mehreren Minlstertal- und Medicinalräthen und einem Mitglied« de« hiesigen Polizeipräsidium«. Ausgäbe der Kommission ist, wie schon kurz mitgetheilt wurve, einerseits die im sanität»- und ordnung-polizeilichen Jnteresie erforderlichen Maßnahmen zur Verhütung de« heimlichen und unkontrolirte» Uebertritt« einzelner Flüchtlinge über di« diesseitige Landekgrrnze vorzubereiten, andererseit« Hand in Hand mit dem hiesigen Centralkomitö für die rusiisch-jüdischen Flüchtlinge letzteren den direkte» und möglichst beschleunigte» DurchtranSport durch Preußen zum Zwecke der Auswanderung nach Amerika zu ermögliche». Die Eommiffion hat zunächst sestgestellt. daß außer der Maffenansammlung der Flüchtlinge in Brody und Lemberg ein Andrang jüdisch russischer Auswanderer nur in Eydtkuhnen (siehe unter „Königsberg") stattgefunden hat. derselbe jedoch in Folge der vom Berliner Somit«; getroffenen Anordnungen bereit» nachläßt. Unter diesen Umständen hat die Eommiffion brschloffen, von einer besonderen Organisation de« AuSwanderung-wtsenS an de» dieffeitigen Grenzstationen abzusehen, die Einsetzung besonderer Ort-au«schüffe aber für einen etwa eintretenden SebrauchSsall vorzudehalten. Demnächst hat sie folgende Wünsche au«g«sprochen: auch den über Eydtkuhnen kommend«» Einzelreiseuden direkte BilletS bis Hamburg und die für hundert Reisende eintretenden Preisherabsetzungen schon für Gesellschasten von dreißig Personen zu bewilligen, weiter aber eine gründliche Reinigung der zu der Beförderung gebrauchten Wagen mittelst heißer Dänipfe oder AuSschtuelu vorznuehmen, endlich zu veranlaffe», daß die in Berlin zurückgebliebenen, in klein.» Gastwirthschaste» untergekom.iieuen Auswanderer so schleunig wie möglich, im GesundbrilSintereffe. weiterbesördrrt werden. Auch mit der österreichischen Regierung haben Verständigungen stattgesunde», aus Grund deren dann auch von letzterer Vereinbarungen mit der ruffischen Regierung getroffen sind. Vrtlin. Der 4'J. Jahresbericht aber die Varuch Auerbach'fch« Waisen-Erjiehung-'Anstalt iür Knaben ist soeben erschienen und bekundet die stetwachsende Wirksamkeit dieser gemeinnützigen Anstalt E» wird gegenwärtig rin großer Seitenflügel zur Erweiterung der Anstalt nur 16 Stellen «baut, besten naivhaste Kosten fast gänzlich durch freiwillige Gaben gedeckt sind. Zum Oktober diese- Jahre» wird der Neubau eröffnet und hofft die Anstalt blS zum April k. I«., in welchem sie ihr 50jährige» Jubiläum feiert, die Zahl ihrer Zöglinge auf 90 bringen zu können. lRgenwärtig werden daselbst 7« Waisen erzogen. 8 Zöglinge habe» die Anstalt verlassen, I hat da« Abiturientenexamen bestanden und ist zur Universität übergegangen. um Medizin zu stndtren, ü widmeten sich dem Kausmann-stande und der 8. wurde Färber. Die gegenwärtigen Zöglinge besuchen sämmtlich die höhere» städtischen Lehranstalten. Die Anstalt besitzt außer dem schuldenfreien Grundstück einen eisernen Fond von 071,371 Mk. 20 Pf. und an Familienstiftungen für entlaste»« Zöglinge 58,000 Mk. Berlin. Der End« März 1882 abgeschlossene Bericht über da« Waiscnhau« der jüd. Gemetnds zu Berlin, gestiftet von Moritz und Sarah Retchenhetm, enthält zuerst die diesen beiden verstorbenen von dem Direkt»! der Anstalt, Herrn Ve. Jntrosin«ki gewidmeten Set-enkworte. E» folgt dann der Rechnungsabschluß, der ein« Ausgabe von 47,933 Mark 71 Pf. ergtebt. Der Bestand der Effecten und Hypotheken de» Waisenhause« beläuft sich auk 541,657 Mark 5 Pf. Dem Fond« für entlassene Zögling« siiid seit dem Erscheinen de« letzten Jahresberichte« 00,600 Mark zugefloffen. Erwähnen wollen wir noch, daß der Fond» für Reise» und Gesundheit«zwecke durch 675 Mark vermehrt ivorden ist. wovon 19» Mark 45 Ps. für 4 schwächliche Zöglinge, die sich einer mehrwüchentltchen Kur in Kolberg unterziehen mußten, verausgabt wurden. KönigSberq, 0. Juni. Zur Frage der ruffisch-jüdischen Flüchtlinge geht der „KönigSb. Hart. Ztg." über die Verhältnisse an unserem Nachbarorte Eydtkuhnrn von bestnnterrichtetrr Seite Nachstehende« zu. Neben dem Auswandererstrom, der sich flüchtend aus den südlichen Gouvernement« über die österreichische Grenze ergießt und dort in Roth und Elend der befreienden Stunde harrt die ihn der neuen Welt zusührt — e« werden wöchentlich ca. 0—800 Personen expedirt — findet auch über die Ostgrenze ei.:.' ununterbrochene Auswanderung aus Westrußland und dem I uiern Rußlands statt, und dürfte die Zahl derer, die über Edy:.i.»>en und Berlin ihre» Weg »ach Hamburg nehme», eine i ißt gleich große sein, wie die der via Brody - Lemberg Beförderten. Handelt es sich im Süden in erster Reihe um die Op e: der Plünderungen und Austreibungen, so ist e« hier in hr die Furcht vor demselben Schicksal, di« Leute mit den, letzten Reste ihrer Hab flüchten läßt. Ein großer Theil der unsere Ostgrenze paffirenden Flüchtlinge ist demgemäß nicht ganz von Mittel» entblößt; daß aber diesen die Grenzüberschreitung und ungehemmte Weiterreise ermöglicht wird, andererseits große Zahl derer, die ohne Mittel oder ohne ausreichende Mittel sich auf den Weg wagen, unsere Stadl und Provinz nicht überfluthen, das verdanken wir vor allem dem Hilfscomitv in Eydtkuhnen, da« unter Leitung de« Herrn GudoviuS seit Wocken sich ln hingcbend« ster 'Weise dieser Angelegenheit wivinet. Die Flüchtlinge werden an der Grenze empfangen, mit direkten BilletS bi» Hamburg versehen und unmittelbar nach ihrer Ankunft in durchgehenden Wagen vierter Klaffe via Insterburg Berlin nach Hamburg befördert; unberechtigte oder nicht zur Beförderung geeignete Personen werden, ohne die deutsche Grenze paffiren zu dürfen, mit Mitteln zur Rückreise bis in eine größere Stadt versehen. Da« Koinitä zu Eydtkuhnen. dasich in jeder Weise de« freundlichsten Entgegenkommenr der Behörden erfreut hat förmlich die Verpflichtung übernommen, dafür zu sorgen» daß die Richtbeförderten sich nicht über die Provinz ergießen, und ist der derselben bis zur Stunde gewissenhaft nachgekommen. Di« aus der Ileberführnng, Verzollung rc. entsteh.nden Koste», sowie die Passage für solche mittellose Personen, welche sich ul» Opfer der Regierung-Maßregeln oder BolkSexcesse au-weisen könne», hat vom l. Juni ab da» deutsch« Zentral-Komitrl zu Berlin übernommen. Ebenso hat letzteres dem Komiä zu Eydtkuhneit einen monalltchen Kredit bewilligt, um solche Jndlviduen, deren Baarschast zur Reise nach Ne>»--)ork nicht ganz auSreicht, mittelst einer kleinen Subventicn die Wohlthat der Auswanderung zu ermöglichen, statt sie ihre geringen Mittel zwecklos auf die Hmnresse verwenden zu lasse». Jedenfalls kann die ganze Provinz dem Komit«! zu Eydtkuhnen das Dank wisse», daß es auf der einen Seit« die Rettung so vieler Bedrängter vernulteit, andererfeil» gleich einer Schutzwehr an der Grenze Wache hält. — Da« hiesige HilsSkomltö hat sich übrigens den, Berlin r Komitü angeschloffen und wird sich durch einen Delegirten bei demselben vertreten lassen, welche« l-tztere voraussichtlich auch Eydtkuhnen gegenüber geschehen dürste. Hannöver, 4. Juni. (Or.-Eorr.) Die hier für die rus-

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