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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 23. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 23.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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177 — afvicft fein können." — «ach neuen Meldungen «u» Brob, WliG ' Hte-uImWtWuden Idnchutchtm atuPtue^ElZtöee'OGer die detttui» fwIHiii «»HgUniffe falsch fei«, vrod, hat etwa IS,ovo Seelen, »«runter 14,000 jüdische Einwochner find. Die Zahl der russische» Emigranten ist n»ch nicht festgestellt, dürste aber «ach «euerer Annahme die Ziffer 18,000 nicht überschreite». Im vrodyer jüdischen Spital» liegen jetzt an Patienten 82 Vrvdyer und 44 Russen. vei den Brodyern ist |tt bedenken, daß die den beffere« Klaffen Angehörigen in häuslicher Pflege find, während von den durch die Emigrantm occupitten Massenquartieren. die täglich von zwei Aerzten besucht werden, alle Kranken an da» Spital abgegeben werden. Der 8esundheit«zustand der Emigranten ist also nicht blo» relativ, sondern absolut befriedigend. Der Zuzug von Flüchtlingen ist in den letzten Tagen viel geringer gewesen al» bisher, doch scheint die» auf Rechnung der jüdischen Feiertage gesetzt werden zu müssen. Wie», 4 Juni. (Or. torr.) Eine Scene von wahrhaft erhebender Wirkung fand gestern in der hies. Synagoge statt. Dr. Jellinek pne» in schwungvoller Weise und ergreifender Rede die edle Gesinnung de« Kaiser« Franz Joses, der in der dem Rabbiner Löwenstein erlheilten Audienz seine volle Sympathien für die unglücklichen ruff. Juden au«sprach und seinen Schutz ihnen angedeihen zu lassen versprach. Jellinet schloß mit einem warmen Segen«spruch aus den Kaiser und die ganze Gemeinde erhob sich und fiel in ein laute» dreimalige» Amen ein. Sodann berichtete der anwesende Rabbiner Löwenstein über seine Audienz beim Kaiser und dankte Jellinek, der Alliance und dem Frauen-Comitö. Alle Anwesenden waren von dieser ganzen Scene im GotteShauie sichtlich ergriffen und priesen Gott, der die Herzen der Könige lenkt. Dttfelan». Peteriburg. Um Zweck und Absicht der ministeriellen Antijudenbeschlüffe zu errathen, bedarf e« leine» diplomatischen Scharfsinne». Die sogenannten jüd. Rotabeln perhorreöciren die Auswanderung nach Westen und erbitten die Co lonisirung in Rußland, daraus wird ihnen die nicht mißzuverstehende Antwort: Außerhalb der Städte und Dörfer, sowie der bereit» bestehenden jüd. Lolonien dürfen fortan Juden nicht wohnen. Daneben noch einige Handelsbeschränkungen. welche im ruhigen Laufe der Zeiten erträglich und nicht gerade unvernünftig wären, jetzt gegen die halbverhungerten angewendet, da» Elend vermehre». Daneben aber — warum denn keine Jubelhymnen? — der Erlaß de» Kaiser»! Vor einem Jahre wäre er zur rechten Zeit gekommen. Jetzt wird er allein der Nachwelt erzählen, war die Regierung verabsäumt hat, denn heute bleibt er wirkungslos! Freilich — besonder» unter Beihilfe de» famosen Verbote» der Veröffentlichung von Berichten über Judenh.tzen — wird'« von G>äuelt Halen still werden, «der e» beginnt, oder richtiger, e» hat schon begonnen, die Zeit der Brände. Herr Gott, für Feuer»- drunst und deren Ausdehnung kann man doch die Behörden nicht verantwortlich machen, zumal bei solcher Hitze Und sind die Lüschaparate nicht in Ordnung, so ist da« ein versehen, für da» man noch nicht abgesetzt werden kan». Gebratene Judeuleiber stinken überhaupt nicht so gen Himmel und in» 1u«land, wie Todtgeschlagene! Die Reihe eröffnet und da» Vorspiel der neuen Aera erlebt haben schon: Kowno, Uman, Llowade, Elato, Kolia. Liebar (Wolhynien) Dejerwitz. Maziewa (Wolhynien S. Mai zum dritten Male) Sniela, (Kiew) (S. Mai 5 mal angelegt) Waschilifchak, (Wilna 4 Mai) Emorgon, Pastow Die Versicherungsgesellschaften verweigern die Zahlung bei Bränden, die aü» Anlaß der Hetzen entstanden sind. Au» Kiew werden die Juden mit äußerster Strenge vertrieben. Wer irgend kann, wandert au». Den Armen werden Billete gelöst, um sie auf den Weg zu bringen. Die Zahl der jüd. Aerzle und Feldscherer wird im Heere thunlichfi vermindert! LyntostanSky behelligt die jüd. Gemeinden mit Zusendung einer Berth-idigungSschrift, die er für die Juden herauSgiedt — I «übel da, Stück. L. ist der russische Heuricigewese». „Hameltz" räch «rnüuftiger Weise von dem «nkaufen ab. Die Rotabeln haben wieder erklärt, daß der „all* gewaltige Kahal" ein Hirngespinst ist, daß keine derartige Organisation bestehe. Die Masse der Jude,! ist national fanatisirt. E« ist Glauben«artikel geworden: Solange wir inmitten anderer Völker leben, werden wir un« nicht der Menschenrechte erfreue«. Sammeln wir un» und siedeln wir un» an d» compakte Masse am liebsten in Palästina, aber jedenfall» — wo auch immer — al» ein Ganze»! Peteröbnr», 20. Mai. Heute hat eine Versammlung der jüd. Gemeindevertreter ihre letzte Sitzung im Hause de« Baron Poliakoff gehalten. Die Auswanderung wird nicht mehr perhorre«cirt. Man will nur nicht, daß von der Regierung die Erlaubniß erbeten werde, HilfScomite» dazu zu gründen Dagegen soll die Regierung angegangen werden, Hilf», comitö» für die Geplünderten zu erlauben! Uebrigen» sehüpfen die Juden wieder etwa« Hoffnung — die Regierung soll energischer einschreiten wollen, soll nicht schlimme Gesetze planen — ja Jgnatiew'S Stellunz soll erschüttert sein! Gott gebe e«. Der Kaiser bat dem Dr. mack. Schmuliewitsch den Wladimirorden 3. Klaffe (schon die 4. giebt den Adel) verliehen für seine Verdienste al» Lehrer von Krankenpflegerinnen an der von der Gesellschaft de« rothen kreuze» unterhaltenen Schule. — Trotz de« Verbote« dringen Berichte über Hetzen in die Oeffentlichkeit, besonder» Dörfer, kle ne Städte und Lolonien sind jetzt der Schauplatz. Auch in Sitomir brennt». Au» Kiew sind nach dem Goli» 1500 jüd. Familien auigewiesen worden. Vermischte und neueste Nachrichten. Berlin. Wie die „Pol. Rache." erfahren und die „Kreuzzeit." bestätigt, ist hier eine au» den Vertreter» aller betheiligten Ministerien bestehende Ministerialkommission eingesetzt worden, welche sich mit den die russisch-jüdischen Flüchtlinge betreffenden Angelegenheiten beschäftigen wird. Aachen, I. Juni. (Or-Corr.) Die Sammlung zu Gunsten der verfolgten ruff. Juden hat in unserer Stadt und Gemeinde die namhafte Summe von 12,000 Mk. ergeben, von welchen bereit« 10,000 Mk. an da» Centralcomitä in Berlin adgeliefert wurden. Diese» unerwartet günstige Resultat ist einerseit» der rührigen Thäti zkeit de« hies., au» dem Rabbiner, einigen Vorstandsmitgliedern und Repräsentanten zusammengesetzten Hülf-comitä'» zuzuschreiben, welche» in Verbindung mit den hervorragendsten christlichen Bürgern unserer Stadt einen warmen Aufruf erließ, andererseits der stet« bereiten Opferwilligkeit unserer Semeindeniitglieder, unter denen Mehrere mit Beiträgen von 100 Mk., Einzelne mit 3000, 500 und 400 Mk. sich am Hülf-werk betheiligten. Die von den christlichen Mitbürgern eingelaufenen Gaben betrugen zusammen ungefähr 2000 Mk. — ein jedenfalls erfreuliche- Resultat. EiSltbra, 26 Mai. Heute Morgen 9*/, Uhr fand in Gegenwart de» Bürgermeister«, der städtischen Behörden und eine» zahlreichen israelitischen und christlichen Publikum» beiderlei Geschlecht» mit der Bestattung einer jungen, erst 10 Monate verheirathete» Frau au« Sangerhausen die Einweihung de» neuen Gottesacker» der hiesigen Synagogengemeiude statt. Ter Nordhäuser Rabbiner. Herr Dr. Leimdörfer hielt die Weihrede zu dem Texte 1. B. M., Cap 28, Per» 17. Redner schilderte in schwung- und geistvoller Weise 1) die Empfindungen am Gottesacker, 2) die göttlichen Tröstungen, 3) die Sefinnunegn und Handlungen, die für den Himmel vorbereiten Herr Dr. Leimdörfer schloß seine begeisternde Rede mit der poetischen Uebertragung der erläuterten Textworte: „Wie suechtdar ist'» an diesem Drtc, St ist rin «ndachiehau» dem Hotte, De« Himmel« ird'sche Iini>mg«Ps«rte!"

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