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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 23. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 23.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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dortige» Jndenhetzenz» erzähle» gewußt. DieJntmfoll«hi«r»ff. vaner» auSbeutm, «xploitirm, »te der beliebt! Ku»ftan«dr»ck heißt, n. s. «. GestnnnngSgleiche dmtsch« Bläser hat« diese» mit Fleiß und Liebe weiter verbreitet. Alle» Zug u»d Trug! Ein« Denkschrift, welche, wie die »Kölner Zeit»»-' berichtet, der Gonvernenr von Kiew, General Drentelen, der Bunde«- genoss« Jgnatie«'», diesem sein« Herrn und Meister hat »»gehe« lasten, rückt nach die Vorgänge gege r die Inden in die richtige Beleuchtung. Hier werden, u» Polen zu russtftztren, gegen die Polen folgende Maßregeln vorg* schlagen: I. E« ist den Gntöbefitzern nnd Lant lente« in Polen nicht gestattet, ihre Güter nnd Eoloaim den Inden nnd Pole» in Pacht oder in Berwaltnng zn geben; 2. alle bi» |Mm Erlaffe dieser Verordnung mit Polen oder Inden geschlossenen Pachtverträge find ungültig; die Dazegmhandelnden verlieren da« Recht, auf Grund solcher Verträge Klage zu führe«, außerdem unterliegen solch« Lierträge .-iuer zehnfachen Stempeltaxe; 3. wen« gegen da« bestehend« i^rbot Güter an Personen, die durch diese« Gesetz auSgeschloffm sind, verkauft oder in Pacht oder in Verwaltung gegeben rierden, so sind solch« unter vormundschastliche Verwaltung zu stellen und nachher öffentlich ju veränßeru: der CrlM ist nach Abzug der Verwaltung«« «ad Beräußerung-kostm dem -rüheren Eigen« thümer zuzustellea. Russtftztren, da« ist'« darum auch, wa« man gegen di« Juden vorhatl Rus ftfiziren, da» heißt in erster Linie, ,um Uebertritte in dt« ruffisch-griechi'ch« Kirche zwingen! — In Westphalen und der Rhetnprovinz gehen auch von Shristm viele Beiträge zur Unterstüz ung der jüdischrussischen Flüchtting« ein. viel« Zeitungen, se.bst solche strenggläubiger Richtung, haben di« betreffenden Ausrufe unaufgefordert abgedruckt und sich zur Entgegennahme von Beiträgen bereit erklärt. Di« »Düffeldon'er Zeitung" berichtet ir. Nr. 141 über die Aufnahme der Wagner'schen Opern in England und daß dt« bedeutendsten englischen Blätter sich mit grober Schärfe gegen dt« unsittliche Tendenz derselben aut gesprochen. Sie hebt bei dieser.Gelegenheit hervor, daß auch f:üh«r in Deutschland die christlich-konservativen Blätter au« di eselbe» Gründen sich sehr scharf gegen Wagner au«gesprocher haben, und daß «» gar nicht gerade sogenannte „Judmblätte," waren, welche dt« »bwehr gegen ihn Vorzug«weis« betrieben haben. Erst al« di« antisemitische Vewegung begann, firgen die Blätter der. erstgenannten Richtungen, die Berhimmel mg Wagner'« an, in den, sie einen Kampfgenoffen wußten, mst iftfer zu betreiben. So wird auch di« Kunstkritik vc» politisch - sozialem Standpunkte au» betrieben! Di« Macher in der Judenhetze in Deutschland rasten nicht in ihrer Thätigkeit. Die Heldenthate« ihrer ruffis hen Lollegen scheinen ihnen schlaflose Rächte zu bereiten. Die £ ünger haben ihren Meistern bereit« den Rang abgelauien. Frei ich drängt sich den Letzter» auch bei ihrem unedlen Thun ein« ihnen unliebsame Erfahrung auf. Da« deutsche Volk ist anderer Art und Sitte, al« die verkommene ruffische Bevölkerung. Die «» hatte auch vor einigen Wochen Dr. Förster au« Berlin in Elberfeld wieder erfahren müffen. Er hielt nämlich dort einen seiner bekannten Vorträge. Alt er eingetreten war und sei»«» Bonrag beginne» wollt«, wurde die Forderung der Bureanwahl gestellt. Da diesem nicht stattgegeben wurde und Dr. Förster zu reden begann, schrie ein Herr: »Wer sind sie!>enn? Sie haben sich un« ja nicht vorgestellt! Wir kenne» Sie gar nicht!" »Ich bin der Dr. Förster au« Berlin. Le: find Sie denn?" »Mein Name istZimmath!" antwortet« Jener. »Sehr angenehm!" „Mirooch!" Nun begann Förster. Seine „brennende Frage" war natürlich die Judenfrage. Er ließ die oft aehörten Redensarten vernehmen, behauptet:, di« Juden hätten keine Ideale und sprach von Jesu« al« einem „bedeutenden Menschen" u. f. w. Er wurde durch Wide.Spruch und Fragen, auf welch« er sich auch einließ, so oft unterbrochen, daß der Zusammenhang „ine« Vorträge« vollständig zerrissen wurde und er den Fade« verlor. Sr gab sich rneudltche Mühe, in S i\4\r+*m greif»»; ttbrt , Reine« Frage« und Lntworifpiel. -G». —eilHü».weidlich m gemacht, und er sah am Schluffe müde nnd abgearbette: au«. Nachdem er geschloffen hatte, erhob sich Herr Ztmmath . zu einer Entgegnung. Da er aber alsbald da» socialistische Gebiet berührte, wurde die Bersamwlnng von de» au wesenden Polizetcommtssär aufgelöst. Der Saal entleerte stch unter Tuumlt und wurden Red« und Gegenrede auf der Straße noch fortgesetzt. Man hat sich früher häufig »m di« Lbschaffnng einiger jüdischen Festtage bemüht. In unser« Westphalen haben sich einige iörael. Gemeinden noch einen neuen zugelegt. Der in ganz Preußen alljährlich stattstndend« allgemein« Bußnnd Betrag wird auch von ihnen durch besonderen Gottesdienst gefeiert! (Die Mahnung zur Buße wird hier wahrscheinlich besonder» am Platze sein.) Minden i. SB., 28. Mai. (Or^Sorr.) Unsere Gemeind« hat eine» schweren Verlust durch da» am 21. d. M. i« Liter von 73 Jahre« erfolgte Hinscheiden unsere« ersten Vorsteher«, de« Nentter Herrn S. Ph. Wo If er# ju beklagen, deren Lagelegenhetten der verstorbene fast fünfzig Jahre mst seltener Pflichttreue, peinlicher Gewiffenhaftigkett und großer Fachkmntniß leitete. Seiner Anregung und seinem Einfluff« ist «» hauptsächlich zu danken, daß in unserer Mitte sich «in würdige« GotteShau» erhebt, in demselben ein erhebender Gotte« - dienst eingerichtet ist und un>er Reltgion«unterricht di« ihm gebührend« Beachtung und Anerkennung festen« der städttschen Behörden gefunden hat. Während sriner Verwaltung war sein Bemühen mit Erfolg aus die Erhaltung de» Frieden« in der Gemeinde gerichtet. Bei der hohen Verehrung, die der verblichene genoß, traten Unter- und Gegenströmungen, welche so häufig die Eintracht in den Gemeinden stören, hier »ie auf. Darum hat der Todte sich Anspruch auf unser« unvergänglilde Dankbarkeit erworben, die »och kürzlich einen sichtbaren Ausdruck anläßlich seine« 70. Geburtstage« fand, an welchem die berufenen Vertreter der Gemeind« in einer Adreffe seine großen Verdienste um dieselbe anerkannten. Auch unter der christlichen Bevölkerung genoß der Verstorbene »egen feine« Gemeinsinne«, seiner strengen Rechtlichkeit und weit bekannten Wohlthätigkeit allseitig« Hochachtung, «l« Stadtverordneter und Mitglied de« Magistrat«, in welchen Stellungen er 24 Jahr« wirkte, suchte er mit hingebenden Eifer die ihm anvertrauten Jntereffen zu fördern. Seine Verdienste um die Stadt wurden von Sr. Majestät durch Verleihung de» Kronenorden« anerkannt. Unter großer Bethelligung der tsr. Gemeinde u id der Bürgerschaft fand die Beerdigung am 2. Tage de« Wachens,ste« statt. Herr Prediger Liepmann«hoim entwarf unter Zugrundlegung de» Texte« Jeremm« 13, H in ergreifenden Worten ein Lebensbild de« verblichenen, der mit Recht die Krone feiner Familie und Gemeinde, eine Zierde der Stadt genannt werden konnte. Sein Andenken bleibe unter un« gesegnet! — Oesterreich. Wien, 1. Juni. Heute Mittag hatte, wie schon telegraphisch kurz erwähnt, der Rabbiner De. Löwenstein auf Lemberg «ine Audienz bei dem Kaiser, um dm Dank der ruff. Emigranten für den ihnen i« Oesterreich gewährten Schuh auszusprechen und die Fortdauer de« kaiserlichen Wohlwollen« zu erbitten. Der Kaiser ließ sich von Dr. Löwensteiu die Lage der Emigrantm eingehend schildern, erkundigte stch nach dm von dm Hilf«comitv» getroffenen Anstalten und sagte hieraus: „Ich hege die größte und ivärmst« Theilnahme für da« Unglück dieser heimathlosen Flüchtlinge; seim Sie versichert, baß ich all da« Leid dieser Tausmde von unschu dtgen Unglücklichen lebhaft mitfühle. Ich verfolg« dt« Sache mit aller Aufmerksamkeit. Meine Regierung wi»d Alle« thun, was möglich ist, um den armm Flüchtlingen zu helfen. Sagm Sie den unglücklichen Menschen, daß sie «eine« Schutze«

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