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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 23. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 23.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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175 Mt k|Jnu( fllt, «4ta|li«Mt tn** M* 8«OMMtii ftok, durch M« Setichtt Mit Mt MM Strengt M »MlMI Mtltffm iMtWn. sgusttunutm,.) Doch Mit tch Mlotch nUIrt«, M| Ich, lU »tat litt bM 3*"*m, <• auch (Ar mein* »sticht «rocht«« «ob«, M««n rtaM Mt ««ch mtatt Knstcht — tch Will UU mfem« »Mt »«brauch r» — «Icht mlt Mt Ndthlgen Vorsicht grlprechenrn wort« drauhen |a «tont Cuftt« »en Estfahetn «Arden, MfAt |u (ottni, M| kW« Gefahren Mthindtrt unk Mt ZMUMMt u MnftlMn aut Mt MStn Sir««,« M« AM«AH getroffen «kiMr. (Lebhaft« Zustimmung.) Ich bitte dos geehrte Hau«. mein« «ntworl zur Ktnntnlh «u neh« m««. (3uftiauaun«.) (Ls folft t)itx«uf «ln« fulmknmt« XtM Iranyi's.) Der »Bester Lloyd* schreibt aber diese Debatte wie folgt: »Dem .Herrn Abgeordneten de« Rumer Bezirke», der durch sein« heutige Interpellation di« beiden Reden des Minister« Präsidenten Tißa und das Austrete« Daniel Jranyi'« provo« zirte, wird jeder Freund der Aufgeklärtheit und der gesunden Vernunft zu aufrichtigem Danke verpflichtet sein. Freilich hat der genannte Abgeordnete nicht gerade den Effekt beabsichtigt, den er wirtlch hervorbrachte, als er den Abgeordneten Onody die Geschichte jene» Christenmädchen» nacherzählte, welches in Titza-Eßlar durch einen jüdischen »Schlächter* in den Tempel gelockt und dort umgcbracht worden sein soll, weil di« Juden das Christenblut für ihr« herannahenden Ostern zu rituellen Zwecken nöthig hatten. Jeder Geschichtsknndige kennt di« Entstehung dieses blädenMärchens, welche» seinen Ursprung darin hat, daß die Heiden in den ersten Zeiten de» Sbristenlhum« dir Christen btschuldigten, zu ihren Festtagen heidnische» Blut nöthig zu haben. All« Christenversolgungeii wurden unter diesem Borwand« begonnen. Jen« Anklagen aber, welche im MittelaUer gegen die Juden erhoben und ihnen mit den entsprechenden Torturmitteln natürlich auch »bewiesen* wurden, sie sind nur die wörtliche Wiedergabe besten, was heidnische Autoren den Christen nachsagten und was römische Gerichte den Christen ebensall» »bewiesen.* Um von vielen nur Ein Beispiel zu erwähnen, mögen hier einige aus die erste 'Periode de» Christenthums bezügliche Zeilen au» Gibbon'» unsterblichem Werke: „Hiatory ot tho decline and fall of tlie Roman Empire“ ihren Platz finde!«. Slachdem der Lersaffer erzählt hat. daß die Christen au» schlecht angebrachter Klugheit ihren Gottesdienst geheim ausüdten, fährt er folgendermaßen fort: »Ihre falsche Klugheit gab der Botheit Gelegenheit zu erfinden und der argwöhnischen Leichtgläubigkeit Anlab, zu glauben, jene schrecklichen Geschichten, worin die Christen al» die ruchlosesten aller Menschen beschrieben werden, welch« in ihren finsteren Verstecken jede Abscheulichkeit übte» .... E» wurde gesagt, daß ein neugebornc» ganz niit Mehl bedeckte» Kind al» ein mystische» Symbol der Einweihung dem Meffer de» Proselyten dargeboten wurde, welcher, ohne e» zu wifftn, manche geheime Wunde dem schuldlosen Opfer seine» Irr« Ihums zusügte; daß unmittrlbar nach Vollbringung der schrecklichen That, die (christlichen) Sektirer da» Blut tranken, die -uckenden Glieder gierig auteinander riffen und sich durch gegenseitige» Bewußtsein der Schuld zu ewiger Verschwiegenheit verbanden. Eden so zuversichtlich wurde behauptet, daß auf diese» unmenschliche Opfer ein dazu paffende» Gelage folgte, wob.i Uumäßigkeit al» Reizmittel zu thierischer Lust diente* .... Den Rest können wir nicht niederschreiben, doch kann ihn Jedennaun im dritten Baude (16. Kap.) de» erwähnten Werke» Nachlesen. Die Schilderung, wie die Christen da« Heidenblut lranken, wurde von den römischen Rohling», wie sich Gibbon ausdrückt »auf die eleganteste und umständlichst,: Weise* erzählt und diese Erzählung hat der christlichen Kirche unzählige Märtyrer zugeführt. Daß man im Jahre 1882 dergleichen noch ernsthaft traktirl, da» ist in der That ein niederschmetternd«» Zeugnib dafür, wie gering die Fortschritte sind, «velch« da» Menschengeschlecht selbst im Lause von Jahrhunderten macht. Di« Untersuchruig wird über den EHlarrr Vorfall» die Wahtheit ergeben und man darf es dem Minister-Präsidenten glaube», wenn er versichert, er werde Licht in die Angelegenheit bringen und die Schuldigen zu treffen wissen. *? Nachschrift. Die Geschichte mit dem Mädchen hat sich bereit» aufgeklärt. Dasselbe war «inkaufeu gegangen und hatte da« Geld «erloren und getraute stch deshalb nicht, nach Hause zu kommen. L» ging in ein wett von Eszlar gelegene» Darf und trat dort in Dienst, «oeshalb man e» als ver« schunden betrachtete. Ein« jüdisch« Deputation begab sich zum Bischof nach Erlau, um de« E»,larer Geistlichen zu verklagen, daß er solch lügenhafte, böse und gefährliche Nachrichten über die Juden verbreitete. Berichte und Lorrespoudenzeu. Deutschland. Erfurt. Die am 29. und 30. Mai in Erfurt stattg:- fundene Conferen« jüdischer CultuSbeamten Mitteldeutschland war von «a. SO Rabbiner» und Lehrern, *) dem Erfurter Synagogen-Vorstand mit Herrn Dr. Wahl an der Spitz« und außerdem von zahlreichen Gemeindemitgliedern besucht. Ferner waren erschienen die Herren Beheimrath Dr Kristell er au» Berlin al» Präsident de» Semeindebunde», Loui« .Hausdorf au« Leipzig, al« Mitglied de» AuSschuffe» de» Gemeindebund«». Von städtischen Behörden war der Herr Stadtschulrath Dr. Borbrodt anwesend, der mit regem J.itereffo an den Verhandlungen theilnahm. Nach den obligaten Begrüßungsreden und der Erstattung de» GeschästSbericht hielt Herr Prof. Dr. He tdenhei m-Sondec«hausen seinen Borttag über »Homiletik.* Der Referent, im Predigtamt ergraut, wie» die geschichtliche Entwickelung und die Bedeutung der Horiiletik in unserer Zeit in einer lichtvoll« Darstellung, von xroßartiger Berufsdegeisterung getragen, nach und stellte am Schluß de« Bortrage« die bemnächstige Herausgab« seine» von ihm bearbeitettn homiletischen Werke» in Aussicht. Der Wichtigeste Punkt der Tagesordnung war der Bericht der Commission über den Entwurf «ine» Nonnallehrplan» durch den Referenten Herrn Dr. Caro und den Correserenten Herrn l>r Fröhlich. Die Conferenz beschloß die bereit» bestehende Commisiion (au« den Herren DDr. Caro«Erfurt, Fröhlich- Halle. Leimdörser-Rordhausen. Cantor Jakobsohn-Leipzig und dem neu gewählten Mitglied« Spanier-Magdeburg bestehen») möge aus Grundlage de» Caro'schen Entwürfe» eine» Normallehrplan« für den jüd. Religionsunterricht von Neuem im Verein mit den Ausschuß de» D.-J.- Gemeindebundes in eine Berathung aber die hochwichtige Angelegenheit eintreten. Um eine möglichst einheitliche Regelung derselben anzubahnen, wurde der Präsident de« Gemeindebunde» ersucht, veranlassen zu wollen, daß sämmtliche jüd. Lehrervercine Deutschland« Delegierte in die Commission entsenden Nichten. Von materieller Wichtigkeit für die Mitglieder der Conferenz mitteldeutscher Cultu«deamten ist der Beschluß, eine Vereii»-, Darlehn«- und Unterstützung-kaffe in» Leben zu rosen. Mit Ausarbeitung der Statuten werden die Herren Uadb. Dr. Caro und die Synagogen-Vorsteher Dr. Wahl und I. Lamm rn Erfurt betraut. Die nächstjährige Conserenz findet in Gotha statt. Au» Weßtzhaleu. (Or.» Corr.) Wa» haben die officiellen und officiösen Blätter Rußland» nicht Alle« über die Ursachen der *) Di« Prsfensliste ergab di« »nwelenheN folgender H:rren» Dr. Lato, «tfurt, Dr D«ssau«r, Meiningen: Dr. Fröhlich, Hall«: Fockenheim. «Uhlhaus«n i/It».; Dr. fttoncr, Leng«, feto; Dr. L«imd»rs«r. Norohaul«»: Prof. Hridenhei«, Son- Mrshaul«»: »bei. Deffau; »bramomitz, -alle; vaumaart. Lengsfeid: *ng«l»«tg. »fchenhaufen; Soldschmidt, «ach»; Heidungsfrld, Eisenach; tzeildronn, Schau«: Hollsno,r. »terkach: Iarobsohn, Leipzig: Lev,, tzeiligenstadt; Ludwig. Themar: ROHlftlder. «alloorf; Nöthltt. «otha; Nothschild. Erfurt; Schönlank, SonMrshausrn; Spanier, Magdeburg, Ster». Sees«»: Sarenhttm. Nordhansen; Lols. KSthen: Dr. Wahl, Erfurt: Sehttmrath Dr. Kristeller aas «erita, Deputirtt M« .SemtinM-Sun»««-: Herr Stadtschulrach Dr. »orbro»» a. Erfurt. Deputirt» Ms «aaistrat« das-: derr Lehrer Sutkind ,. Kaffel, Dritgtrser Me htfpschen Lehrer«onfert»,

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