Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 23.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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174 Havdslrvttblndungei» stad unwögllch. wenn bk MmitMubin Persoara nur Kuacitig nach Moskau (omasen dürfe« und ihr »ufenthalt daselbst mit Schwterlgketten verbunden ist. vom Standpunkt» der Moskauer Interest«» must thr Sttebe« nach »nsästtgkett unterstützt «»erd«», wett blif« hauptsschlich LredttfLhtgkett zu beurtheilen «rmöaltch». Ls must wie» derholt «»erden, dast dl« Judenhetzen nicht all« in de» lokalen, sondern dem gesawmten ruffischen Handel einen empfindlich«,» Schaden zusügen. Wenn schon jetzt ein Sttll land im Handel «tngetretru ist, daun taust die Wiederholung >er Uarnhen für Moskau, de« da» südliche Gebiet Millionen chuldet, bedrohlich« Folgen haben. „Wir unterbreiten-, schließt die Denkschrift, „diese Erwägungen Eurer Exeellenz mit der Bitte, dast di« allgemeinen Handelt-Jnterrsten niit den übrigen Inschauungen der Regierung in der J»denfra,ze in Einklang gebracht «erde»") Es entsteht »un die Fragt, ob unsere lapitaiiften und Vertreter des Handel» nicht zu spät zur Berrunst gekommen find, nm das schon stark erschütterte Gleichgewicht des Staate« « ökonomtscher Hinsicht wieder herzustellea. Der Anstoß zur Ausweisung, ja Berfolgung der Juden ist schon längst gegeben. di« Emigration hat schon all« jüdischen streif« ergriffen und erst jetzt kommen unsere lapitaliste» zur Bertheidiguug des Judenthum», indem sie daffelbe mit den Interessen des Handel» jc. identiftciren. Die Weggegangeueu zurückzurusen, die sich zur Abreise Rüstenden zurückzuhalten, dazu fehlt un» die straft, gleich den Pharaonen. Unsere Lrge ist mit der Lage der Egyptrr unter Pharao identisch; diese fanden in den Wellen de» Rothen Meere» ihren Untergang, während wir unsere Taktlosigkeit gegen die Jude« ther er bezahlen, inde'.: wir vor einer ernsten Handelskrist» steh.n, welche den Balkswohlftand tief erschüttern must. Wir erwähnen dies nicht, um di« Hoffnung zu haben, da» Elend un!» die Roth von un» abzuwendeu, sondern um un» zu gestehen, me schädlich di« spftematische Verfolgung der Juden ist, und damit wir daraus eine schöne Lehre für kominende Zeit:n ziehen, »uf ei« veraltete« Seketz un« fustend, begannen wir einen veritablen streuzzug gegen die Juden, ohne zu bedenken, dast unser Vorgehen die schrecklichsten Folgen für unsere StaatSskononiie haben must. Gehe»» wir nicht in vielen anderen Fragen, welche für die Jukunst des ruffischen Volke» gleich schlechte Folgen haben können, genau ko vor wie in der Judenfrage?* Xi» Gegencoup fand zivar auf Befehl Jngnatiew'» eine Sitzung de» Börsencomit^'» statt, in welchem diese» zu Protokoll gab, dast e» sich nicht solidarisch erkläre mit der Petitton jener SO hervorragendsten Fabrikanten und Eagros-Raufleute. Aber dieser Coup n»ar bedeutungslos und vermochte den Eindruck der Fünfziger-Petttion nicht zu verwischen. Heute erkennt jeder einsichtige Mann in Rustlaud, dast den Juden aus der Verfolgung selbst ein Rächer erstanden ist, der bereit» die Urheber der Verfolgung seine Sewatt fühlen läßt. DaS rothe Gespenst im ungarischen Reichstage. Wer Hütte je daran gedacht, dast am Hellen lichten Tag« de» SS. Mai 1882 im hohen Reichstag« de» erleuchteten Unaarvolkes da» rothe Gespenst der längst widerlegte» Blutbeschuldigung Umgang halte» würde! Wahrlich, der Abg. Jstoczp erweckt den gröstten Unsinn zu neuem Leben, und da« Unerhörte geschieht: Der Ungar. Reichstag hat ein« BlutbeschuldignngSdebatte;in aller K«rm. Höre» wir zur Orteuttrung Herr» Viktor Jstsqh selbst: 8Um Jstikitz. Peehete« Hau«! »ein geehrter btb«»ord»N«»-R»Ileg» Gsz, oäö», w In »n Sitzung imtn Cakfrim »re Fml ft« •nwtftua« dw» CUftamäktre« brat «lnen jüdisch»* «chächtrr ermähnt 2» >»«»>-» «M »tefre stall erdicht ich >Mt Gestrige« »»ft s»i> »ende« Schreite»! (liest) igwischertif»: S* lft »ntmfchrieken k) Jstaeztz! De» nen»e ich nicht! fliest »chterl! .»ehr «eetzeier Heer Adg,ord»«t»r! Ich »chmch« Mit, Sie mm eine« unerhörte* nnft «irNtch tu-pärende« Vreignist kurz zu »nterrichte*. rripek. ttV» Ihr» setze ««ritz« Aufmerksamk-il «uf stasseist, tzinzulente», da »i sei einer eit« Ihre «rg-a ft«» Judenthum >erich»rt«, fter Neil«» uud dem v«t»rl**ft« f» rrfprlestllche, herechtlgte LhillMtcht ln« «aste Lick» setz», oll es auch «ndererseit» den Fraatiämu«, Noeetchotz und dt» st,»stich«, «us dt» «otertelle und maral, sch« vernlchtnng der ungerischen stditon ««richteten Atzfichten dich»« ntedrtgrn. dir »olle Verachtung »erd ie» enden Volk » (©«oxgun».) iBufttlrt." .Dt« stummer »rt .«aggor stltom' vom SO. «al d. I. trachte »*« Lista-ststldr t« Szotolcler Uomtte« au« fter Feder de« tartt^n tattzatttchen Priester« ein» Mitttzeilun« unter de« Xitt(: .Da« grheimnistooll« verschwtadrn eine« Mädchen«," in wchchrr »ntrr stufterem märt ltch Kotgrndr« zu tetrn mar: .Bar rtm» sechfttzalft Lachen ist ein Itjäheig,» MIachrn, da« tei eiaem stachtzarn ttzrer aeewittwrren Mutter t« Dienst »a«. am kamst»» »ar ften jüdischen Oflrrn. l. stpell i. I.. «itta»« t» Utzr. am tz,Suchten Ta»«, nachdem st« tei drm römisch-kaiholischrn Kausnann im inneren Dach« Pinkäufe für einig« Itreuzrr »»mache, »us dem stachtaufe»»«« durch et» Stund« weit gelegene«, mit drm »nfrtgen eiaen Semetnde« ktrwr »Udende« Doch Ulfalu, aus der -rasten Fläch« zwischen beiden Döchern. i» der sttst« de, Dtzeist — verschwunden." Die« »»»Dtzmsach«. st« »ird darauf gesagt, daß niedrer« fremd« Schächter »»male in ststlör zum Frier«,,» erschiene* war««, welche di» f*«»< stach, in drr Smagag« zu schaffen starten, da« arm» Mädchen ermordete« und ttzren Leichnam i» di« »tzeist wachen. G. Hau«! *4 am, sein, dast hier nur der Fall ein«« einfachen Marde« »arlirgt, »an einem Mensche« an de» Andern »erüftt. Dach ist auch di« ander« Möglichk,» nicht »»«geschlaffen, dast r« sich stier um dt« Prmordu», et*»« Etzriste* al« Lhristen durch »ine« Juden »»« reit^ssen Morton» handelt. sLiderspruch link«.) Dieser verdacht wir» durch den llmftem» gesteigert, dast »er Mord in drr Stznngag« unmtlteldar »ar »rn jüdischen Oster» durch einen zu rituellem vchlnchten derufrnen conseffianellen Lchächler vollzogen wurde, iHriterkeitl. Seitdem da» Ltzristenltzum besteht, ist au» dem christlichen vrwusttsein niemal« »er vrrdachr gegen »i« Jude« gtnzltch oechchwunde». dast di« Juden (ich »eistetz« tz,:r natürlich nur dt« orltzodoze» zu ihren Ofterzermnanien einen Christen brauchten. Und dieser »aiklttzümllche verdacht tzestetzt. trotz»«« di« Jude» Pimmel und 8t»c brschobren, um die« al« Grundlose Verleumdung hinzustellen Ost nun »iesrr Jahrtausende lan, ^nährte voliethümlich« verdacht tzegründn ist oder nicht, da« wit ich hier nicht untetsuchen, ich will r« nur all Faktum kaaftatiren. (strdnrr liest nun e,«,« ZÜat» au« dem bekannte« Lerk« stohlin,'« : .Der Lalmudjud«- »ar, worrn Beispiele Lhnltcher Opsrr bei jüdische» Aanati«,nu« und deren Vertuschung durch graste Selddestechungr« de« vericht» n und vehSrden ang-lührt werden. Der stedner wurde »ei diesen Zitaten mrtzrmal« durch Zwischeuruse, wir: .vestechungen gietzt «« auch d« Latzlen" un» .La »ird schon genug sein!" untrrdrochen.) Minister-Präsident und Minister de« Innern Iloloma* lista: Ich eracht« e« süe mein« Pflicht, auf di« Interpellatia«. we»n da» gretzktr Hau« »« erlauftt. sehr kur, sofort zu antworten. sHirt!) Mit stücksicht auch auf di« vorgerückt« Zeit will ich »uf dir Motiairung de« geetzrten Herrn Abgeordneten nur einige solcher vemrrkungen machen, die ich, wie ich giaud«. nicht verschweigen kann, (hört '■) Meine erste Bemerkung ist die, dast e« unstatthaft ist,von irgend einer stac« obre Üonsession in unserm Bolerland« zu sagen, dast sie niedrig sei und »:ll« Verachtung oerdiene. (Lebhafte Zustimmung.) Ich bemerk«, nachdem ber Herr Abgeordnete setder r« eingrstetzt, er stad« kein« Aeantntst davon, wa« er, «i« Zitate, für möglich hingestelt hat, ja, nachdrm er selber sagt, »ie Angelegentzeit befind« sich aach zur Verhandlung vor de« Üterichtatzos, dast e« unter Io drwandten Umständen wiederum nur unstatthast ist, sich in einer Leise zu äustern, dast in den «demg»Hern durch vrrbrrUung de« Siauden« an ein grwisse« mtzftrriöjea. ihm zuso.gau« einem kanfesswneU«» Prinzip stamme*»«« Verbrechen «in« Erregung entsteh«, deren Au«ging hernach drr Herr Abßeordne!' nicht «ehr in seiner Hand hätte. < Zustimmung.) La« di« Frage selber anbelangt — unk da« wäre zu mrrke» — so habe Ich von der Sach« bi«h»r keine ikenntnist gestabt. In jede« Fall« ist e« sonderbar, »«st wen» ein solcher Kal sich wirtlich zutzetragen hat, nach»«« sowohl aus dem Sebtrte der Administrarion al« auch »er Rechtipsiege di« stufenwetf« Appellation besteht, »hue dies» zu benützen, di» A»g»ie,rnhe>t erst zu» Segrnstande eine« Zeirungiartikrl«, sadann einer Polemik gemacht wird. sHSrt!) Ich kan» de« Herr» Abgearoaetrn un» da« Adgeordnrtenhau« versichern. dast sowohl »an Veit« de« Herrn Justizmtnister« al« auch min meiner Seile, »an unser Aller Seit«, ün Lirkungikrrise eine« Jede» di« nothwendigen Verfügunßr» werden getroffen wer»«», damit der Sach»erhalt klargrstrlt wer»« und die »dministratioe» o»«r gerichtlichen Organe, wen* sie gefehlt hasten, her gesetztiehen vestrasuem zugesüstrt werden, gonftaurt ist dies indessen «och nicht, d-m» dt« Behauptung de« Herrn Adgeordneten ist »och t»t» vr»ei« dafür, dast sie strafbar feie» und gefestlt haben