Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 23.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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- journal issue
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M 83. 1888. Israelitische sw*. wu. Wochen-Zchrist für die religiSlrn und sociale« Iutereffea des AudeuthumS. Gffichimi |(W« Mitztz»ach m. Min §O««1 ve« »»cheatNcherlchHMnWi» 4«MI4ta«UifttMiuir kt «Irm PaAIwttr« hm» V»chtz«»»lu»D»» SB M*rk. PH fcU«ft«r AsHKpuit: «#« Ortrmt* T.r u« kvRmUOcU «t tk) *rca. M. « Katar#) 1 ßtzrltch. kr sPa4ml#rtH” k 13 lt., kl ^tkriiwMaHl* I 1» If. VertnlwOrtÜcher Kedaeleur imfc -eraus-eber Rabbiner I)r. M. Aahmer in Magdeburg. /Ar «.Artzell, »echt .» Friebea! 3 »I» rr l> Mr kl« .••««nl.rllf, Mt (Ut kH4<eil<r<tur»l«tt'. kltknl.dMUnM Rt«»|t,l« rktr kn Raum wrbn ml» 80 RI. kriech«, u*k fink -urlchUrtzUch an Mi Mntnl. An«kiicrn-ch,pekt,tkn tkn O. L. l^autM Je Co, ttiml'Ol «. «U, Mo^kfkov., » t r 11 n, £ « k a r t, (t > a, «tünch«., Jlflrt«, »ten. Rar,« k. r,a,u,rakra. Magdeburg, 7. Juni; L .Inhalt: tritt*»« ttrtlfrl t Die Moülauer ffaufna.n^ift unb die rugtschen 3ub«. — Das rothe Grspr.ft >m ungaeischen Reichstage, vertttzt« *»» »orrespo»»t«bt« r Deutschlanb: »rlurl. stus «estptzalrn. »inbe, i. ffl. Oesterreich: Wien. W,en. Rußtanb: veteesburg. Petersburg r-errmtsat« unt neueste siachrichteu, Berlin, stachen. Eisieben. tz«m»»rr. vlraßbur». Lolmar. Minben. Wien. Lien. Wien. Wien. Wien Lublinitz. Pest. Budapest. Luxemburg. Rotterdam. Rußland, stus Rußland. Aus Etzarlow. Algier. st«Uiste<«U, Ruffilche Flüchtlinge. Ein kluge« ruisiiche« stinb. INserckt«. Wochen» Juni. i lrtta Siw.n 6642. A«r,«der. Donnerst», . . 1 8 21 1 Freit», .... 1 9 22 1 Ennbn) . 10 23 [ (9 U. I») P. 3. €onitM .... i 11 24 | Reunion^cinsrgnang. Mont», .... 25 i Dienst», . .! 13 2C 1 1 Aiitt»och . . . 14 27 f 1 Dsiner««»» . . 1 IS 28 1 Die Moskauer Kaufmannschaft und die russischen Juden. Moskau, 24 Mai 1882. Der »Rußkij Kourier" bringt heute an leitender Stelle einen Artikel, welcher so allgemeine Sensation dervorgerusen hat, daß einzelne Blätter dieser Nummer bi» zu einem halben Rubel bezahlt wurden. Der Artikel lautet wie folgt: „Als die Juden au» Egypten vertrieben wurden und in« gelobte Land zogen, da bedauerten die Egypter den Auszug der Juden und Pharao stellte sich an die Spitze eine« große» Heere«, um die Juden rinzuholen und sie zur Rückkehr zu zwingen. Der Pharao'sche Zug verspätete (?) sich und Pharao und sein Heer ertranken im Rothen Meere, während die Juden glücklich da» gelobte Land erreichten. Ein gleiche« Bild bietet sich un« in der Gegenwart. Seit einem Jahre gefällt sich «in Theil der russischen Gesellschaft, viele Organe der periodischen Presse, Vertreter de« Handel» und der Gewerbe, Personen, welch« auf di« Administration großen Einfluß haben, und andere Kreise, in dem Wunsche, die Juden lo» zu werden. In der letzten Zeit hat dies« Art Agitation derart überhand genommen, daß die Juden au» allen Theilen Rußland« au«- zuwandern beginnen. In jeder Zeitungsnummer lesen wir, daß von da 10V, von dort.200 Juden au»wandern, um sich nach Palästina oder nach Amerika zu begeben. Mit einem Wort«, di« Emigration greift derart um sich, daß sie dem Auszuge der' Jude« au« Egypten unter Mose'« Führung gleicht. Wir wiederholen, daß dies« Bewegung groß« Freud« in der Administration und tu gewisse« Kreisen der russischen Gesellschaft hervorgeruseu hat und daß man »icht nur nicht dieser Bewegung entgegentritt, sondern st« begünstigt. Plötzlich ertönt die Stimm« von 50 Vertretern der größten Handelsfirmen Moskau'«, welche dem Finanzminister die Bitte unterbreiten, die Juden in Moskau anstandslo« wohnen zu lassen. Mit gewichtigen Argumente» treten diese Capitalisten vor den Finanzminister und petitioniren nicht im Namen der Gerechtigkeit, sondern um Schutz ihrer gefährdeten Interessen. Bon ihrem Standvnnkte au« ist jede Beschränkung der Juden ein Rachtheil für den Staat, den Handel und da« Gewerbe, wa« wir vollkommen anerkennen. ' (Die mehrerwähnte Denkschrift, welche die Moskauer Kaufleute in der Judenfrage am t7. Mai dem Finanzminister Bunge überreichten, hat folgenden Jnlmlt: »Die Thätigkeit der Juden im Moskauer Handel ist eine zweifache. Ersten«: Wo ihn n der besiändige Aufenthalt gestattet ist, liegt der Detailhandel s ist ganz in ihren Händen. In Folge der Judenhetze sind a'le jüdischen Detailhändler von Furcht und Ungewißheit erfüllt, beschränken ihre Einkäufe und find gezwungen, ihre Zahlungen an die Großhändler einzustellen, welche ihrerseit» den Moskauer Firmen schulden. Die Winter-Jahrmärkte in der Ukraine und die Messe in Charkow bewiesen die gedrückte Handelsluge in Folge der. Judenverfolgung: dieselbe Ursache bewirkt offenbar auch di« Abnahme der Einkäufe und Bestellungen in Moskau. Zweiten« ist hervorzutzeben, daß von den in Moskau lebend,« Juden eine große Anzahl Handel und Berkehr zwischen d,r Moskauer Industrie und den westlichen und südlichen Gouvernement« vermitteln. Der Moskauer Fabrikant kennt, häu« fig den Kaufmann. dem er creditirt, gar nid)t, hält sich darum nur an den vermittelnden jüdischen Kommissionär. Seitdem den Juden der Aufenthalt in Rorkau möglich gemacht «vor» den, nahmen dt« Handelsbeziehungen mit l*n westlichen und südlichen Provinzen ein« bedeutend« Entwicklung, eine That» sache, welch« di« besondere Aufmerksamkeit der Regierung »«,. dient, well dir Moskauer Industrie dort einer starken polni» sch««, österreichischen und deutschen Eonrurr, nz begegnet. Fest«