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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 22. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 22.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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verurtheilt, daß er Mitleid mit den armen Exulanten fühlt und daß er auch den Juden al» Measchen anficht, dem er Liebe, thätige Lieb« schuldet. Und et -lebt außer dem Hu» «anitätsprincip auch noch andere Motive, welche uns in uh> serem Verhalten gegen die Juden zu hingebender Liebe be> stimmen sollten. Paulu« im Brief an die Römer macht diese Motiv« geltend, indem er die Christel» de» Abendländer ermahnt, über der Gegenwart Israels licht dessen Vergangenheit und Zukunst zu vergessen. Leipzig am 1V. Mat 1882. F. D." (lufiallend ist und bleibt er auch, daß seitens hoher protestantischer Würdenträger — die ja iorst bet Sammlungen für Rothletdende mit wahrhaft fürstlichen Gaben au« ihrer Privatschatulle sich berheiltgen, — bet den Sammlungen für die unglücklichen Juden Rußland» eine unerklärliche Zurückhaltung beobachtet wird. Der katholische Kronprinz Rudolf von Oesterreich und die Kronprinzessin Stephanie haben 1000 fl. dem Wiener Hilsscomit«'' für die russ. Juten übersandt! Ueber die Kolonisation Palästina'-. Paris, 19. Mai 1882. Ich habe die „Irr. Wochenschrift" vom 17. Mat vor mir, di« mir immer höchst interessante Artikel uud Nachrichten enthält. — Zu meinem großen Leidwesen ersehe ich aber daraus, daß die Cmigrat!on«gelüste nach Palästina unter den russischen und polnischen Juden immer mehr uin sich greisen, wie mir scheint, hauptsächlich weil die meisten jüdischen Zeit'christen dazu aufsordrril. Es ist wohl wahr, daß den armen Verfolgten der Aufenthalt in jedwedein »Lande besser erscheinen mag, alin ihrem undankbare» Baterlande, daß sie aber gerade das unfruchtbare, von Bäunier und Wasser entblößte Palästina aussuchen, ist beklagenswert), um so mehr, als den Armen, wenn sie sich in ihren Hoffnungen getäuscht sehen, nicht« übrig bleibt, als Hunger» zu i.erben. (So arg ist es denn doch nicht! Red.) Die türkische Regierung ist der Ansiedelung in Asien abhold und hat erklärt, nicht« thun zu wollen, um sie zu unterstützen und st« vor de» Räubereien der Araber zu schützen, und wie aus den neuesten Telegrammen hervorgeht, hat sie dem Generalkonsul in Odessa b.'ohlen, keine Pässe zu verfolgen. Ihr Correipondent schätzt die L»siedelung«kosten für «ine Familie aus 1)200 Francs, oie» ist schon sehr bedeutend. Wie aber, wenn die Ertragnisse der ersten Jahre schlecht aursallenk Wir wissen au« Erfahrung, daß der geringste Frost dir Agrumu«erndte verdirbt, daß da» Ausbleiben de» Regens di« Felder auger Stande bringt, bebaut zu werden. Die Aarrbauschule der Alianc« Jsraülite in Mikerrt Israel bet Jaffa aufs Intelligenteste voi europäischen Gärtnern geleitet und aus dt« ökonomischst« We s« geführt, sängt erst jetzt nach 12 ,)ahren Bestehen an, ru« ihren Gärten und Ueckern «inen kleinen Nutzen zu ziehen, trotzdem diese Coionte in der fruchtbarsten Eben« gelegen ist. Die Hauptprodukt« de» gelobten Landes find aber wlc gesagt Orangen, Cedents (Csdrokim) und Mandolinen, die erst nach ft—« Jahren verkäufliche Frücht, bringen, während >n der ersten Zeit di« Zucht kostsptetlg »st. der Weinbau nimmt auch mehrere Jahr« tu Anspruch, eh« das Prooakt trinkbar ist. Die dort anaeftelltm Arbeiter (Araber, Fillah«) begnüge» sich mit einem sehr und deutend«, Solde, ftO — 00 Pfennige pro Tag, sie leben von einer handvoll Durrah ol>er Reis und bewohnen dt« prtmttirste« Lehmhütten; ihre Kleidung besteht au» einem Hemde au« Baumwolle und eine« leinenen Turban. Mit diesen sollen russisch«, an krässtge Nehrung und «arme Bekleidung gewöhnt« Jude» concurrtren, de» Laude« und der Bebauung desselben gänzlich unkundig! Und wie viele Familien besitzen da« nvthig« Capital k Gestern traf bei der Alliance Jsraälit« folgendes Tele, gramm ein von dem Präsidenten de« Regionolcemitä« vo Eonstantinopel, Herrn Fernand«! unterzeichnet: „Söv iaraßlitea ftunei aont arriväa ici aana learnoyena de cootiouer leur royage en Paleatine et dana la plua affreune inia&re. Enroyez »6cour et täldgraphiezii noua devona lea renroyer 4 Odeaaa pour empßcher d'autrea arriragea.“ Die Antwort war: die Armen nicht zurückzuschicken. sondern sie aus Kosten der Alliance zu verpflegen, bi« man ein Unterkommen für sie gesichert habe. Sie nach Palästina zu expediren ohne Capital und ohne Leitung ist unmöglich, i, Eonstantinopel selbst giebt es der Arme» uno Arbeitslosen genug Die Verlegenheit ist also groß! Vielleicht gelingt es, sie am den Inseln oder in der rumelischen Svene unterznbringen, dleser Plan ist einigen kompetenten Persönlichkeiten unterbreitet worden: Baron Hirsch und sein Almosenier Herr Beneziani beschäftige» sich anch damit. Sie sehen nun ein. weiche Schwierigkeiten fich ein« Emigration in Palästina entgegenstellen und wenn Herr Reiter, der edelste Philanthrop der eifrigste Freund sein« Glaubensgenossen, der sich anschickt, zum zehnten Male nab Jaffa zu reisen, davon abräth. so sollt« man doch diese» Manne eher Gehör schenken, der da« Land genauer kennt, al» die Journalisten und Zeloten. die nie den Fuß hingesetzt Hab,». Der Gedanke. daß die Jvden wieder da« Land innehaben, da» einst unsere Voreltern besessen, ist wohl ein schöner, ivie kömmt es aber, daß oll« diejenigen, die in den letzte» Jahrzehnten dahin gewandert sind, arm und brod'.o» sin», und kein einziger Wohlhabender, geschweige Reicher, je daran dachte, sich m Jerusalem oder anderen Orte» de« gelobte, Landes ansässig zu machen. Warum die Anzahl der Bettler und Bedürftig» noch vermehren und die armen Verfolgte, veranlassen, sich in ein noch größeres Elend zu stürzen! Dem heute eiugetroffenen Berichte de» Sekretärs de« Londoner Auswanderu»g«comilä«, Mr. L. Joseph, zufolge, sin» seit euiem Monate 3200 russische Flüchtlinge von Liverpool nach Amerika abgegangen, und zwar ein Drittel etwa nah New Uork, Ivo di: Hcbrew »id Society für ihr Unterkomme» sorgt, die übrigen 2 Drittel nach 20 verschiedenen Orten der Union und nach Canada und Manitode, wo der Commissain Sir Alexander Galt e« unternommen hat, ihnen Arbeit na« Ländereien zur Ansiedelung zu verschaffen. Einem Telegrauia der Londoner „Times" vom 18. Mai zufolge sind von alle, russischen Emigranten, die tn der letzten Zeit in Rew-Kloil ankamen. 3000 an der Zahl, nur 2D0 ohne Unterkommen; uu4 tst dafür gesorgt, daß sie zur Arbeit am Labbath nicht äuge halten sind. Der Alliance Jsraülite sind in der letzten Zeit Vorschläu zur Ansiedelung in der Argentinischen Republik, aus den Aa< ttllen und mehreren Staiten Central-Amerlka'» gemacht wordea. die tzauptschwirrigkeit dabei tst der theuer« Transport. M steht auch dl» jetzt der Emigration nach Australien »ntgeae». doch haben sich mehrere Schiffsahrtsges llschaiten erboten, tb« Preise für di« russischen Auswanderer beoeulen» zu ermäßig" Herr Eugi-ne Pereire, Präsiden» der compagnle ze.,»-- ntlnniM|'i«i will sie von Hamburg au« ganz unentgeitltch he« fördern, wenn er tn den amrrikanlschen Häsen Rückirach» stade«. Unumgänglich nöthtg ist es aber, dt« sehr »hätlgcn verdlenstoollen amerikanischen Comltü's mlt Mitteln zu »»' sehen, dl, st« in Stand setzen, ihr Werk weiter zu u Mit Hochachtung »elchnet ein Leser Ihrer wetthvo»" Zeitung tn Part«. K ... Berichte und Eorrespoudeuzea. Deeetfchl«»». Berit». Das „Wolff'sche Büreau" bringt folgende )«# Depeschen: I. Der russische „Regler«ngsanzeiger" »eröffentltchi M

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