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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 21. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 21.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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PjM II,uwyipi iea — - die Organisation diese» Verein» bericht« ich Ihn«, «ü Rächst«»; ich bi» der festen Ueberzeugung, daß durch dies« Anegung in allen jüd. Gemetnden Deutschland* ähnlich« Verefre sich bilden werde» und daß selbst durch klein« Beiträge grob« Erfolge zu erzielen sein werden. Hille a/S- Die hiesigen Zeitungen veröffentlichen einen »Aufruf für die verfolgten russischen Juden", der von Männern aller Stände und Eonfeffionen unterzeichnet ist. (Taffelb« wird uns von Thorn und Eulm berichtet. Red.) Leipzig. Herr Prof. Franz Delitzsch spricht in einem »Aufruf" seine gerechte Verwunderung darüber au». Ix»ß in deu QuittungSlisten der Spenden für die rnff. Juden, so wenig christliche Namen sich fänden. (‘3» kommen dar ruf» zurück. Red ) — Der sel. Jacob Nachod soll, wir man vernimmt, 15,0,000 Mark zu wohlthätigen Zwecken legirt haben. Meiiioge». Vielleicht interessirt ti die Leser Ihre» Blatte» und ist cs bei den gegenwärtigen haarsträubenden Gräuelthateltbaten in Rußland ein Trost für dieselten, zu hören, daß e» Fürsten giebt, die ein Her, für die Unglücklichen zeigen und mit offener Hand ihnen zu Helsen bereit find. Auf einen vom hies. Herzogs. Laavrabbiner l>r. Dessauer und vom isr. Borstand Unterzeichneten Aufruf für die ruff. Juden lief al» erste Spende ein Beitrag von 150 Mk. von Seiner Hoheit dem HerzogBernhard von Meiningen und ein Gleiche» von Ihrer Hoheit der .Herzogin Marie ein. Andere hochgestellt« Persönlichkeiten folgten diesem schönen Beispiele. Göttiugeu, 19. Mai lOr.-Corr.) In Ausführung de» vorigjährigen Beschlusses findet Montag, den 29 Mt»., Morgen» 10 llr, in der Aula de« neuen Schulgebäude» der Synagogengemeind« Hilde-Heim Versammlung de» hannoverschen Lebrer verein« statt Die Tagesordnung ist folgende: l) Geschäftlich« Mittheilungen und Borstand«wahl. 8) lieber nommene Borträge von den Herren Oberlehrer Boßfreund- Hannover, Lehrer Horwitz Wunstorf und Lehrer Bogelsdors- Dranöseld. Die von den »Herren sellbst zu wählend.>n, zeitig erbetenen Themata sind mir nur von den beiden Letzteren zugegangen. 3) Besprechung der Frag« von Fauerdach-Htldeehetm: »Ob e« heute noch nölhig sei. in unsern Schulen dt« jüdische Eursivschrist zu lehren, event. in wie weit hierbei der deutschen Rechtschreibung Rechnung zu tragen fei f" 4) Referat von Selig-Gleidtngen über die Frage: »Wovon hängt der Erfolg l » Unterricht» vorzugsweise ab?" 5) Freie Besprechungen. Der Ausschuß de« Deutsch-JSraelit schen Gemeindrbnnde« hat den Conserenzbrsuchern die Lunme von 100 Mart al» Beihüls« zu den Rosten bewilligt.' Hauuover. Di« hiesige Königliche Landdrostei hat den von den Eynagogengemeinden de» Landradbinat»- Bzirk» Hannover Lüneburg auszubringenden Bedarf für da» Rechnung»- jahr 1882 bi« 1883 aus 4350 M. berechne». Die Gemeinden de* Landdrosteibezirk* Haunover haben zu dieser Summe 3386 M. beizusteuern. — Auch hier hat sich ein llomitö zur Unterstützung der russischen Juden gebildet. Demselben gehöre» u. A. an Rudolf v. Bennigsen und der Staatsminister a. D. Windihorst, außerdem der welfifche R«ich»tag»abg> ordnete v. Alten. Greifswald, 17. Mai Die vielleicht erörterte Streitj frage über die Rectoratswahl an der hiesige Universität hat gestern endlich ihren Abschluß gesunden. Mit den, am 16. Mai an dieser Universität beginnenden neuen Ri-ctorat»jahr hat gestern die Vereidigung de« »eugewählten Recvr«, Professor der Rechte llr. Behrrnd. durch dessen Amtsvorgänger stattgrfunden. In der darauf sich anschließenden S> nal»siuung gab der Rector die Erklärung ab, daß er in allen da« akademische Pfarrpatronot ». i. w. betreffenden Ang legenheiten sich der Leitung der Verhandlungen enthalten und Irtrselb« dem Prorektor übertragen werde. Damit werden denr hoffentlich di« Beklemmungen der »Kreuzz itung" und de* Prooinzialconsistortnm» für Pommern in einfachster Weise gehoben sein. fafci, 16. Mai. Da« hier unter Borfitz de« Oberbsirgermeister* Kohlet* »nsamnengetreteu« Somit» zur Unterstützung der verfolgten russischen Juden bot durch di« in der Stadt veranstaltete« Sammlungen bi* jetzt «ine Einnahme von über 20,000 Mark erzielt. Außerdem sind au» der Provinz «och 2777 Mark eingegangen, so daß da» Somitü in diesen Tage« die Summe von 22,000 Mark al« erste Rate an da» Berliner Zentral Eomitö abliefern wird. Da da* hiesige Eomitö an alle Städte der Provinz Aufforderungen zur Sammlung von Beiträgen erlassen hat, so stehen au« der Provinz noch ansehnliche Beiträge in Au*ficht. In Liffa, Samter und anderen Städten haben sich bereit» Sud Lomitö« gebildet. Wie«. Herr Isidor Singer, der Berf. der mit patriotischer Wärme geschriebenen Broschüre: »Berlin, Wien und der Antisemiti»mu»" (Verl, von D. Löwy, Praterstr. 15) crhielt sehr anerkenneude Zuschriften vom Minister Ta affe und vom Grafen Eoronini. Letzterer schließt seinen Brief mit den Worten: »Dem von Ihnen angestrebten Ziele, confessionellen und nationalenFrieden bald und sicher zuerreichen, habe auch ich meine schwachen Kräfte geweiht." Die erste Auflage dieser cmpsehlen-werthen Broschüre ist fast vergriffen. Straßbnrg i/E., 12. Mai Unter den zu außerordentlichen Mitgliedern de» Oberschulrath* auf die Dauer eine* Jahre« berufenen Herren bemerken wir: Lontz, Präsident de» isr. sionssstnrium«, für den Bezirk Oberelsaß zu Mühlhausen. Pest. Kardinal Hiinald stellte sich hier an die Spitze der Agitation zu Gunsten der russischen Juden. Belgien. In Lüttich haben die Liberalen al« ihren Candidaten für den Senat Herren Montefiore Levy ausgestellt. Au* Rußland Am 15 Mai wurden die Redakteure aller Petersburger Blätter zum Chef der Preßverwaitung Fürsten Wjasemsky beschieden, welcher ihnen eröffnete, oaß Gars Jgnatirff streng verbieten ließe, irgend etwa» über In denv er so lg un ge» in den Blättern zu veröffentlichen und überhaupt fernerhin über die Jude» zu schreibe», ob für oder wider, weil da» die Aufregung vermehre. In Bjelellok herrschte allgemeine Panik-und Tumult« gegen die Juden wurden befürchtet, weil verkleidete Emissäre zur Plünderung aus reizen. Die Juden wendeten sich an den Stanowoipristav lBezirkSpollzeiltiterl um schütz, dieier jedoch verbarg sich al» Bettler verkleidet. In da« Judenviertel orang Nacht« ,i» lärmender Hause mit vermummten Gesichtern ein, stürmte ei» Hau« und war eben im Begriff, die Zerstörung desselben zu beginnen, al« der Pseudodettlrr ein Pfeifensigual gab. Versteckte Polizisten umzingeln nun die Plünderer und nehmen sie fest. Der Prista» reißt dem Führer der Bande die Vermummung vom Äencht und entgegenrlickt ihm da» wohlbekannte tstesicht eine» Kollegen, eine« Polizeibeamten. Untersuchungen über die vorjährige» Judenheyen führten übrigen» wiederholt auf Spuren polizeilicher Organisallon der Tumulte. I Petersburg, 23. Mai. Dem ,Regirrung«anzeiger" zufolge beträgt die Anzahl der beim Brande in Kowuo zerstörten «»«schließlich jüdischen Gebäude 105. Der Schaden beläuft sich auf 600,000 Rubel. Moskau, 22 Mai. Die „Moskauer Zeitung" konstatfri . die verderblichen Folgen der Ausweisung der jüdischen Be'! völkerung au» Moskau in ökonomischer Hinsicht und theilt ' mit, 70 hervorragende Moskauer Firmen hätte» dem Fiuanz- I minister ein hierauf bezügliche» Schriftstück vorgelegt. I Ro«. Papst Leo hat nach einer Depesche de* „Pester Lloyd" au» Rom vom 8. d. anläßlich der russischen Juden- ' verlolgungeit ein« Eucyklika an jene römisch katholischen Bischöfe i erlassen, welche entweder im Lande der Verfolgten Wohnsitz habe» oder den Auswanderern Vorschub leisten können. Di« Encyklita fordert die Bischöfe auf, ihren Gemeinde christliche Nächstenliebe an» Herz zu legen und besonder« dafür zu sorgen, daß kein Katholik an Judenverfolguagen theilnehme.

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