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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 18. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 18.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 138 nutzlos. Da» tiefe Leid, die gewaltige Erregung, hatten sein Her» gebrochen. Au» Bülta angekommene christlich« Grundeigen thümer erzählen, daß der Pöbel, nachdem er die Juden gehörig au»- geplündert, die Polizisten überfiel, die er schmählich durchprügelte und mißhandelte. Sodann kam die orthodoxe Geistlichkeit an die Reihe; diese wurde erst zu komödlenhaften- Taufen und Trauungen in der Kirche gezwungen, dann ihr unter allgemeinem Gelächter Haare und Bart kurzgeschnitten; die denkbar größte Schmach der Popen. Äuttbesitzr sagen: Erst kamen Jude», dann die Polizei und die Geistlichkeit, nun kommen wir alle an di« Reihe. Daß die Juden nicht allein verfolgt werden, sondern auch die Deutschen, versichert ein Privattelegramm au» Wien, wonach in Siidrußland die deutschen Kolonien ebenso verwüstet werden, wie die jüdischen Ortschaften Die deutsche Kolonie SagadowSka am Dniepr wurde jüngst von russischen Bauern übeisallen und total auSgeplündert. Angesichts dieser Gräuel ist e» wohl glaubhaft daß selbst der Ezar in den entrüstete» AuSrus ausgebrochen ist: „Man muß ja glauben, im zwölften Jahrhundert zu leben!" Vermischte und neueste Nachrichten. Magdeburg. Auswärtigen Blättern entn.hme» wir da» so geheim gehaltene Resultat der dreitägigen Beialhung Ser Berliner Deltgirten-Bersanimlung, aus der im Ganzen 15 Städte vertreten waren:*) „DaS Comitö in Berlin übernimmt die kontinentale Beförderung, London und Reo-Iork die Unterbringung der Auswanderer in Amerika und anderen transatlantischen Länder». Rur solche Auswanderer,' welche Aussicht haben sich selbst zu ernähren, werden befördert. Berlin. Ucber die ininistcrielle Bestätigung des Prof. Or. Behrend zum Rector d.r Unioersirät Greifswald schreibt der Stöckersche „Reichsbote*, der sich in seinen H ffnungeu getäuscht sieht, nunniehr: „Wir hatten gehofft, die Bestätigung würde abgelehnt werden, freilich nachdem Herr l>r. Behrend als Profossor angestelll ist, wäre eS inkons.quent, ihn nicht zum Rektorat zuzulaffen. Allein mit welchem Recht will man den Juden nun noch irgend ein autoritatives Sint versagen?* — Die Antwort darauf lautet: „Mil gar keinem Recht. Denn daS Recht, sowohl Einzelgesetz wie Berfaffung bestimmt, daß die Religion sür die Ausübung der staatsbürgerlichen Rechte nnd Pflichten gleichgültig ist." Berlin. An der Börse lag die auf dem Rathhause zu Gunsten der jüdischen Bevölkerung aufgelegte Sainmelliste zur Einsicht au». Aus derselben figuriren der in dieser Angelegenheit ganz besonders tbätige und opferbereite gelnime Eommerzienrath Salomon Lach mann, mit 6000 Mart, Julius Bleichrö er. 5000 Mark, Jacob Landau, 5000 Mark. Die übrigen Zeichnungen belaufe» sich von 3000 Mark abwärt». Im Ganzen waren in den beiden an der Börse ausliege »den Listen etwa 80.000 Mark gezeichnet. Diese Summe st ht in sehr geringem Berhältniffe zu dem, was in London, Pari» und in Wien dafür geschehen ist. Hoffentlich ist da» wa» Bleichrvder und Landau gezeichnet haben nur al« erste Rate anzusehen. Rothschild in Wien hat 50,000, Gebr. Rothschild in Pari« haben 300,000 Frc«. gegeben. Berlin. Im hiesigen „Jüdischen Lehrer-Seminar", fand •) 9t waren anwesend: flu« U»w. f)o( I (Jl. Lil.nj.r’, Ven»# n l)r. Hermann Adler, Laronet Julian Ü>,lr,miihs. r.!..:>r, Irren boura, Isidor Lo>b), Hamburg Di-. May, Hinrilen), Alien Filter ». «uilman, De Friedländer). Berlin sAernsiein. Hildelheim-r. Arlsteller, 6. Lachmann, Lalker, Lud«. Löwe, Lirbermanii, Malower, Magnu«, De. Neumann, Breälau sWohlauer), ildln De. Frank, u. De. Nosrnthalj, Dü s setdors De. Aiedell/. Iranksurt sJustizr. Ful» De. Laerwal». De. Niaa«), Fürth-Nüinderg (I. Kramer,. Hannover, Oe. Aieeer. I, Aausmann), Leipzig s» «agnu«^ Lie-uitz De. Land»»«,-.) am letzten Freitag di« Prüfung der Eandidaten für da« Volk« Echul-Lmt statt, von den n e u n Examinanden erhielten nur sieben da» Zeugniß der Reife. Berli». Der Ausschuß de» Gemeindebunde« hat die Herren Loui» Bamberger und SanitätSrat« vr. Markus« kooptirt. Dem jüd Lehreroerein der Provinz Hannover wird mit Rücksicht-aus die demnächst abzuhaltende Ährerkonserenz in Hildesheim zu Reiseunterstützungen ein Zuschuß von 100 M.'.bewilligt. Ein Anti ag auf Eudventionirung eine» Schulbuches wurde nach Einholung von Gutachten Lachoerständiger abgelehnt. In Betreff des Gesuches der BerlaqSbuchhandlung Scr» zeczek in Löbau um Unterstützung der „Israeli!. Lehrerzeitung" sollen Gutachten über da» Unternehmen eingeholt werden.*) Berlin. Wir werden von maßgebender Seit« ersucht die durch die Zestungen lausende Notiz, daß in den letzten 4 Wochen 15 christliche Bräute in Berlin Jüdinnen geworden seien, dahin zu berichtigen» daß in den letzten 4 Monaten etwa fünf christliche Bräute zum Judenthum übergegangen sind. Eölo. Die „Köln. Zeit." berichtet au» dem officiösen Pariser „Rational": Fürst Orlow. der russische Botschafter, wird in nächster Woche hierher zurückkehren. Während seine» Aufenthalt» in Rußland wurde er mit ganz beso»derer Gunst von dem Eza en behandelt; man schreibt seinem Einfluß die Gesinnungei. zu. welche sich in der Umgebung de» Kaisers, betreffs der Judenfrage geltend gemacht habe». Der Fürst Orl.'w, erklärter Anhänger der bürgerlichen Gleichheit der Stiller, unterbreitete weiland dem Kaiser über die Sach« eine Denkschrift, welche einige» Aussehen machte. Diese Denkschrift ist von den ruffischen Blättern gebracht morden und wird ins Französische übersetzt werden. «ta-gard i. Pom., 23. April. (Or-Eor.) Die Trauer» künde von dem Hinscheiden de» vortrefflichen Jacob R a ch o o, die hier erst durch Ihr geschätztes Blatt bekannt geworden, veranlaßte auch unsei n Herrn Rabbiner am gestrigen Labbath der versammelten Genitiade den herben Berlust, den dadeutsche Israel, insbesondere dir EultuSbeamten durch den Tod de» Präsidenten de» tzlemcindedunde« erluten, in einer Ansprache zum Bewußtsein zu führen. Möchte der Ausschuß de» Geineinveduiide« e» vielleicht erinög'.ichen können, die Photographie Liese« Edlen in Israel Herstellen zu lassen? Dadurch würde es den dem Bunde angehürigeu Gemeinden ermöglicht werden, ihre SltzungS» ziini»er mit dem Bilde dieses Manne» zur Mahnung, zum Porbilde zu schmücken, und so mancher Eultusbeamte würde sich gewiß gern da» Bi d de» edlen WohlthälerS anschaffen. Pilsen, im April Unter 50 Bewerbern um da» hiesige Rabbinal wurde in heutiger Plenar-Sitzung der Gemeindekollegien Herr Rabb. l)r. Laro in Ersurt einstimmig gewählt. WaS ist ju thun? (Sin Beitrag zur Lösung der rnff. Judeusrage. i:#n -imm russischen »ulwanderer.") I. Ueber achtzehn Jahrhunderte sind es, daß unser Polt in *t Nach den Lrsiihrungen, die wir mit dein gen. A alte gemacht y«b>n. ist jede Juboc ition unnütz, fflit gaben die N-dacton dess-tden aus, wett trotz »er Siiboennon durch den piemeindetun» — »er aus 2» Exemplar« adonnirte — d>< Zahl der Abonnenten nicht oiet über 100 war. Di« meisten jü,. Lebrer m« nten, »ah eine besondere jüd Lehrer» -jeilung sür übelstüss.g s.i, da »« kein« besonder« jüd. Pädagogik gäbe und sie Sondrrinterc sen nicht oeisolgien Sie lesen ein altgemri» pädagogische« Llatt unl ein« der jüdischen Liochenschrtsten d>« d»r jü». Schul- und Lehreroei hältniss« genügend berücksichtigten. ") Obig«, ou« dem Hebräischen übersetzt» Abhandlung rührt «an einem ruflischen Aulwanderer her. welcher bilher Jngieneur in Odessa, vor einigen T»g>n al« llolonn.nsüh.er einer Trupp« van 140 jüdischen »u«wande,ern au« Slldrutzland verlin zur Weiterreise nach Amerika posiirt«, sie wurde un« mit »er Litt» um BerSssentlichnng übersandt, der wir schon darum gern Nachkommen, weU Stimmen au» Nutzt,nd selbst über di« einzuschtagenden Wege säst noch gar nicht gehtzrt worden sind. (Reb.)

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