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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 18. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 18.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— 139 — btt Welt httumirrt ohne Heimath, von Ort zu Ort wie eine obdachlose Waise gejagt, überall seine ewige „Frage" mit sich herumschleppend. ES war eine Zeit, wo unsere Lage noch viel schlimmer als die jetzige war, eine Zeit, wo man un« zu Tausenden verbrannte, schlachtete, wo wir unausgesetzt in Angst vor dem nächsten Augenblicke lebten, aber damal» hatten wir einen unschätzbaren Freund — di« Hoffnung. Wir hatten ein nationale» Ideal, wir strebten nach etwas, wir — hoff - ten, und diese Hoffnung linderte unsere Leiden. In der letzten Zeit wurde unS insofern etwa« leichter, daß wir auS vollständig rechtlosen Knechten solche wurden, gegen die man, um sie berauben zu können, einige Gesetzesparagraphen ausfindig machen muß. Aber in dem Maße wie unsere Leiden leichter wurden, wurden unsere Bestrebungen immer schwächer. Wir glichm einem Schiffer, der lange auf dem Meere herumstreiste, immer gegen seine Heimath steuernd. Er machte vielmals den Versuch, bei dieser und jener Insel zu landen, um ein wenig auSzuruhcn und frische Kräfte zu sammeln. Aber die Inselbewohner waren ungastfreundlich und er fand überall statt Rübe immer neue Leiden. Endlich sand er aus dem Meere einen unbewobnten Felsen, schätzte sich glücklich, da er hier vor Hetzereien sicher sei und siedelte sich da an. Er vergatz aber dabei, dab er ans dem Wege nach seiner Heiinath sei, daß er eine Familie hatte, die ibn mit Ungeduld erwartete, er fragte sich nicht einmal, welche- Ziel sein jetzige» Leben befolgen solle; er fand das Anormale seiner Lage, zwischen Himniel und Erde, nicht mehr lästig. In, Gegenthcil, nach den durrygemachten Leiden sand er diese abnorme Lage so normal, daß er sogar Anstalten mach e, seinen Rachen entzwei zu schlagen. Auch wir dünkten un» vor kurzer Zeit glücklich, schon deshalb weil man uns nicht mehr so ohne Weiterem auf Lcheiterhausen verbrannte, wir waren schon daniit zufrieden, dag man uns nicht mehr mißhandelte. Wir traten non unserem Ideale, von unseren Bestrebungen zurück. Jeder von un» war nunmehr bestrebt, nur sein persönliches Dasein z» fristen. Wir fielen und fielen sehr tief. UnS wieder zu ei heben, erwies sich als eine schwere, fast unauSsührbare Aufgabe. Achtzehn Jahrhunderte dauernde Erniederungen machten un» z» vollständigen Knechten und unser Volk würde jeden mit Schimpf und Verwünschungen überhäuft haben, wer eS gewagt hätte, eS aufmerksam zu machen, daß nicht die „Fleischtopfe Egypten»" da« menschliche Wohl enthalten, daß ein Leben, in welchem man Fremder Hände und Füge küssen muh, daß ein Leben solcher Leuten, die man überall als Fremde, als ungebetene Hertömmlinge betrachtet, noch lange kein normales genannt werden kann. Unser Volk hing zwischen Himmel und Erde und fand diese Lage schon nicht mehr lästig, sie war aber uin so unertrügltcher für tinzeliie. mit tiefer Empfindung begabte Individuen. Unser Volk koiinte keinen tentimentalen Schillers hervorbringen — es brachte einen Heine zur Welt, dem der Bode» unter den Fühen fehlte und den sein Talent zu Grunde richtete. DaS LooS dieses großen, infolge der Vaterlandlosigkeit aber zn Grunde gegangenen Poeten, theilen fast sämmtliche talentirte junge Kräfte unsere» Volke». Ein niit tiefer Empfindung ausgestatteter, mit Herz und Fähigkeiten begabter Jüngling kann unmöglich ein gleichgültiger Materialist, ein kalter praktischer Mensch bleiben. Er möchte seine jungen zu jedem Opfer bereiten Kräfte in Anwendung bringen, er möchte mit Selbstverläugnung der Gesellschaft dienen. Wohl ihm, wenn er ein Volk hat, dem er seine Kräfte widmen kann, wenn er ein Land hat, dem er als wahrer liebender und geliebter Sohn dienen kann. Seine Kräfte werden seinem Hcimathslande Heil bringen. Unsere Jugend aber sucht vergeben« nach Etwa«, worauf sie ihre Kräfte zu allgemeinem Rutzen verwenden könnte. Run zeigte sich am Horizonte eine Erscheinung, welche unser Volk „die bleigraue Wolke de« Unglücke»" nannte. Das war die „nntisemitischr Bewegung" bei den Eulturträgern, und di« „unangenehmen Vorgänge" im südlichen Rußland. Man begann jetzt über die anormale Lage unsere» Volke», über seine Zukunft, über Emigration, über Rettung zu sprechen. Hunderte von Rathschlägen und Projekten wurden gemacht. Die Verheerungen waren aber eine zu unerwartete Erscheinung und überraschten un« nur zu sehr. Pr), ject« wurden unter den frischen Eindrücken der Vorgänge geschmiedet; überall fehlte e» an kaltem Blute, wodurch ein Cha>>S von Strebungen entstand. Man vergeudete viele Kräfte und Mittel auf die Verwiklichung dieser verschiedenartigen P,ojecte und was stellte sich heraus? Die Mittel, mit welchen man bei mehr überlegter Thätigkeit Vieles, sehr Vieles hätte thuu könne», gingen auf einen ziellosen Wirrwar nach allen Richtungen hi», weg. Jetzt scheinen nun die „Vorgänge" sich mehr chronisch zu gestalten. Die durch sie hervorgerusene Lebendigkeit der Gefühle stumpft sich unwillkürlich ab, die Geister abcr w-rden natürlich noch lange bis dahin sich beruhigen können, um die gegebene und von Zeit zu Zeit durch die „Ereigniffe" wied.-rholte Lection ganz zu vergeffe». Jetzt muß man mehr als je den Operationsplan überlegen und energisch für die Rettung unseres Volles an's Werk gehen. Jetzt ist die Energie unsere- Volke« wachgeiusen; jetzt ist eS bereit. Vieles zu thnn. Geht man jetzt mit wohlüberlegter Vorsicht an'S Werk, so kann man vollständig unsre Judenfrage lösen; jetzt kann man für iinmer unser Volk au» jener unnormalen Lage her» ausbringrn. in welcher es sich schon so viele Jahrhund,ite hindurch besindet. Man sä miede da» Eisen solange c» noch warm ist! (Forts-tzung folgt.) Btutr«tntgu«g und Stoffwechsel. Die Bedeutung de« Blule» iur den Bes»»»» de« menschlichen Körper« und die Aoridauer de« Veden» ist eine füt Jedermann besanni». <tt biauchl tabrr d>IN Leser kaum erst versichert z» weiden, daß alle auch »och Io aeringe B-riinderiingen de« Blute« irgendwie aus die i-esunb» b»il Einfluß haben und sie mehr oder weniger erschüttern Dir Grundsiosfe zu dirlim Ergänzung»matrrial sind natürlich de» seslen un» flüssigen Rahru»g»mitteln enlnomnlen, w-lche der Mensch genießt, die aber zu i!> « . irwendbarkeil besondere Beimischung von Körperläften «rtordern. Den laueren Sälien, welche der Magen debus« der Verdauung absondert, sällt nam.nltich die Ausgabe z», di« Jlrischspeisen auszulösen. dagegen dient die Galle zur!!'olbere>tu»g jener Slosse, welche zur Blut- und Leid«»ern»uerung dienen; srrner ,z>hören hierzu die Diüsen br«Lllnn»ar-ne« und Diickdarnit«. Dir lür dte Bluterneurrung nöihig-n Sloste werden auggesogen, da, andere aulgeschieden, der ganz« Proceß ist die Verdauung. E« wird Jedem, wenn er da» saeben Besagte bedeut., rintruchten, welche Volle di« Verbauung und Ui.r ihr die richtige Zusammenselung de» Blute» >ur die Geiundheit de« Körprr» bilden, wie aber auch von einer Mongelhallen Verdauung und infolge dessen auch schlechte» Blutdildung »iur sehr große Anzahl von meist sehr langwierigen, die Gesundheit untergr ebenden schließlich zun, Li'chthum sührrndln Leiden hervorgerusen werden können; Gicht und Rheumatismu«. offene Wunden, Pimpeln >m G-sicht, Blkichiucht, liöghelt, entstellende und ekelqaste Hattlauoschiäge, Müdigkeit der Glieder, Unlust, Appetitlosigkeit. Hivoch» ondrie, Hh«ie>ie. Hämorrhoiden. Schmerzen im Ragen un» den Gedärme», Verstoplung, Blähungen, Schwindel, Krampf etc. sind alle« Erscheinungen, weiche ron ein und demseldrn Urübel erzeug» werben können und mit besten Beseitigung auch wledrr verschwinden, nicht genug kann jedolt, gewarnt werde», bei dirsen Leiben ,» solchen Ritleln zu greisen, deren Wiikung zu schars un» sür die Organe schwächend ist. landein man wähle au«schlirßlich solche Arzneimittel. welche den VrrbauungSapparat zu größerer Dhäligkeit mit e aureizen üderstussiqe Galle und Schleimabionderung surce»nve enlsrrnen. ohne sür den Körper ichädliche Galgen zu habe», wie dxa z. B. bei de» »uhu-iichst bekannten läpolheier öl. Brand»'« 2chive>zcrplllen in hervorr-igenber Weis« der Jall ist. Ran findet die vo» Apoleker R. Brandt i» Schasshausen (Schweiz! dargestelllen SchweizerpiUen m Blechdosen mtt bl' Pillen ä R. 1 — und 16 Pillen zu 35 Psg. verp-ikkt »I den »leiste» deutschen Apo-Heken vorrälhi«, in Bache» in der Löwenapoiheke, Aug«bura, St Asra-Apolheke, Berlin, Sinhorn-Apoihtle. Braunichweig, E. Woist, Drog.engro», Brechau, Apolb. Dr. Weioste n, Eariaruhe, hurapolh Sach«, Üöin, Eluhor»- Apoiheke, Danzig, Apotheker H. Liehen. Drelden, Mohren-Apotheke. 'tsten, Löwen-Apotheke, Jrankinrt a. R., «oler Apoiheke, Halle. Löwen-Apelhrke, Hamburg, Apotheke Albert«. Steindan»», Hannover, Hosavotheke, Kax se>«lautern, Lchwanen-Apolheke, Königsberg i. Pr.. Apotheker H. Kohle, Lüblck. Sonnenapolheke, Magdeburg, irngelapoiheke, Eim»lrb,n. in der Apoiheke. Rouel, Grüne Apoiheke, Reh, Hie chapotheke, München, Rosenapoiheke, Münster i. W, Löwenapoiheke, Oscher«leb»n, Apotheker Dewrl, Pole», Roth« Apotheke. Schleswig, tzosapolhek«, Schriwen, Liwen-Apothek«, Straßdurg in Elsaß, Meisen-Apolheke, Stuttgart, Apoth.ke Rechten und Scholl, Ulm, Löwenapolhekr. Jede ächte Schachtel tsl mit «>n,r rolhen Siiquetl«, worin oa« Schw'izerkreuz »ad der Ramenizug de« Fabrik»,»«» steht, versehen.

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