Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 16.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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«armem $evjtn uub «armer Ueberzeugung habe» Sie zu «n« über di« Wahrheiten der Religion gesprmhen, mit eine« reinen, frommen, kindlichen Gemüthe haben Sie sich an nnser« Jugend gewandt und sie vertraut gemacht mit unfern von den Vätern überkommene», heiligen Lehren, drbei gebend und empfangend in gleich reichem Mab« die volle Sympathie de« Herzen« Denn darin liegt ja da- Seheimnitz jede« innige» Verhältnisse« zwischen Menschen, daß. wenn inan Liebe säet, auch Lieb« erntet. So hat auch einer der größten Dichter unsere« Lande« da» Geheim»iß der Liebe bezeichnet, wenn er sagt, daß >e mehr man davon mittheilt, desto mehr zurückbterde, und die alten Welsen umerer Religion drückten denselben Gedank«n au«, indem sie sagten: Eigennützige Lieb« verfliegt, aber uneigennützige dauert ewig. Herr Docior! Da wir unsere Dankbarkeit ansdrücken wollen, da liegt un« Viele« auf dem Herzen, da« wir au«- sprechen möchten, aber wir fassen Alle« in den Ausdruck un serer innigsten Hochachtung und Zuneigung zusammen, die wir sür Sie empfinden, sür einen Mann mit dem tiefen Wissen und dem reichen Herzen, sür unfern geliebten Lehrer und Prediger. Herr Dr.l Da» menschliche 2:ben ist kurz und viele solche Jubiläen, wie da«, welches Sie heute feiern, sind dem Menichen nicht beschieden. Mochten Sie. Herr Doctor, noch eine lang? Reihe von Jahren Ihre segensreiche Thäligkett in unserer Gemeinde fonsetzen, möge Gesunvtett Sie dabei unterstützen, möge Glück und Freude in Ihrem Familienkreise, in wuchem Sie ja Ihr bestes Glück finde», blühen. Gott segne den Abend Ihre« Lebens, möge dieser heiter and voll des Friedens sein. In dieser Hoffnung bringen wir Ihnen unser» warmen Dank, unser» innigen Glückwunsch." Hierauf a:ttworlet« Dr. Wolfs in warmen und ergreifenden Worten, indem er an die theueren Dahingeschiedenen er innene, die ihm in den verfloffenrn Jahren in der Gemeinde mit Rath und Thal zur Seite gestanden und unterstützt hatten und rief in einem innigen Gebete Gölte- Segen auf den Freundschaft«- und LiedeSbund herab, welcher ihn so fest au die Gemeind« knüpste. Mil dem Absingen 'des letzten Theiles der Cantate schloß die schöne Feier. Die Gemeinde hat als Gab« ihren» hochgeehrten Rabbiner zwei Schatullen überreicht, die eine enthielt ein prachtvoll gearbeitete« Kaffee- und Theeservis, die andere ein vollständige« silbernes Tischfervis >mt paffenden Inschriften, ferner einen Bücherschrank mit claffischen Werken. Selbst hat Herr Dr. Wolfs sein Jubiläum mit einer Schrift* *) gefeiert und diese der Gemeinde dedicirt, auf welche wir vielleicht später zurückkommen werden. Obgleich »lese Feier außerhalb wenig bekannt war, langten doch eine Menge Depeschen und Briese an. die alle von der Liebe und Verehrung zeugten, welche der Jubilar genießt. Vermischte und neueste Nachrichten. Berlin. Bezüglich der Rekiorwohl der Unirerfilät Gceisswald ist endlich unter dem 5. d. M eine Entscheidung von dem Eultusminister getroffen und am 15. ter Universität übermittelt worden. Danach ist der Professor der Recht«, Behrend, als Rektor der Universität bestätigt worden. Da« Rektoratsjahr für Greifswald beginnt am 15. Mai. Eine so späte Bestätigung der Retrorwahl ist bisher ohne Beispiel. — Am 33. d. Mt», findet hier eine Sonferenz von Delegirten der verschiedenen Lomitä» betr. Ausrranberung der ruff. Juden statt. — Biele wohlhabende Jnoen au« Kiew, Odeffa, Ehar> tow wollen sich in Palästina ansiedeln. •) Bidrsf Uli FilofoSeai HI-tor!a'm«d ttnklldt hta-eend« tUl d-n JadUkt R-lig1on»flltj»ofi«n „8<ui*f zur *« Ptzit«s«»tzi» «tt kesonoerer «iUSfichi «uf ktc jUkltch» «»UziOnSptzUkiopYie l' ' jg> >"< tkrlti. In den letzten vier Woche« find bet der hief. jüd. Gemeind« 1 ■> Paare getraut worden, von welche» sämmtlichr 15 vränt« vorhiu au« de« Lhristenthu« an«geschieden und zum Juden» bum libergetreten waren. Dieselben beobachten streng die Speisegesctze und sind eifrige Tempelbesucher. (Trotzdem erblicken ivir in solchen Uebertritt«ehen keinen großen Segen für'» Judenthum. Red.) Berit». Die Küniglich« Bibliothehk at au« dem Nachlaß de« vor einem halb«!» Jahre verstorbenen Dr. Pinner die 5000 Bände umfassen:e Bitliothek Habraica erivorben und nachträglich die Ent ecknaz gemacht, daß dieselbe auch in vier Kisten die sehr suchten Bodini'schen Ausgaben umfaßt, die sich durch ihre l ixuriös« Austitiung, die scharf geschnittenen Typen, die breit n Mnder, da« pergamentartige Papier a»«- zeichnen. Berit». A n 5. d. M. ist wieder ein Veteran der Freiheitskriege, der Dr. A. Simon hielselbst, au« dem Leben geschieden; er war der älteste Arzt Berlin«. PotSdu», 4. Apiil. Dem Rabbiner Dr. Lohn sind bei seinem 25jährigen'Jubiläum al» Prediger der hiesigen jüd. Gemeind« von allen Seiten die ehrendsten Lnerkenntmffe seiner treuen und gewissenhasten Amt»>ührung zu Theil geworden. Der Gemein oe-Vorftaild überreichte eine künstlerisch ausgeführte Adreffe und ein prachtvolles Silberbesteck, frühere Schüler widmeteil dein Jubilar eine goldene Remoatoiruhr mit Inschrift, und die Mitglieder de« Vorstände«, welch« denselben 1857 in sein Amt eingesührt haben, erschienen in chrer Gesammlheit und Übergaben einen sehr kunstvoll geferttgten Silber-Pokal. Blumeil und Geschenk« aller Art füllten da» Arbeitszimmer de« würdigen, eben erst von schwerer Erkrankung erstandenen Marne«, der in dem Vierteljahrhundert seiner hiesigen Wirksamkeit sich in immer weitere» Kreisen Lieb« , nd Zuneigung zu gen,innen verstanden hat. Auch die „Literaria", deren Vorstand«: er angehört, sandte einen Glückwunsch. Bona. 13. April. Es freut un». von hier mittheilen zu können, daß Herr Prediger Dr. Lohn in Oel« von dem Vorstand« und von den Repräsentant-» der hies. Synagog«n-Ge» meind« einstimmig zum Rabbiner gewählt worden ist. Nevstettin. Nach einer Mittheilung der hiesigen „Norddeutsch. Presse* ist die Untersuchung wegen de« Synagogenbrandes wieder ausgenommen worden. Leipzig, 14. April. Das Reichsgericht verwarf die Revision, welch« di-! vom Schwurgericht Köslin wegen Landfriedenrbruch« ca« Anlaß der Schievelbeiner Judenkrawalle Berurtheilten be .»tragt hatten; dieselben waren mit Gefängniß bi« zu einer. Jahr« belegt. Manuhki«, 10. April. (Or.-Corr.) Die Sammlung für die russ. Juden von hiesigen Gemeindemitgliederu beträgt bi« jetzt die Su> ime von 24,203 Mk., von Gemeinden der Umgegend, an «-Ich« vom hiesigen Comilä eia Aufruf gerichtet wurde, bis jetzt die Suulme von 205 3 Mk. Tübingen, 10. Apiil. E« gab eine Zeit, an dem fast sämmtliche Kirck.'»genossen von Tübingen und Reutlingen Theil nahmen. Di« Abschiedspredigt, di« ttefe Rührung her« vorries, hielt BefirkSrabbiner Dr. Silberstein von Mühringen über den Bibeltext: „Heute ziehet Ihr hinau« im Frühlingsmond* (3 M. 13 3). An der Feier nahmen auch der evangel. Geitliche und die bürgerlichen Kollegien Wankheim« Theil. Tie i«raelitische Gemeinde bestand über 100 Jahre in Wankheim. Ul». 33. März. Am 16 d. verstarb zu Meran Herr Kaulla zu Oderdischingen. D.e sterblich.-» Reste wurden in die Heimath verbracht, um zu Laupheiui, woselbst der Verblichene der isr. Gemeind« »»gehört hatte, bestattet zu werden. Dir Einwohner Oderdischingen« aber, welch« der Familie de« verstorbenen sehr anhänglich gesinnt siird baten, darum, daß der allseittg beliebt« Verblichene in ihrer Mitte ruhen möge. Da» katholische Pfarramt gab bereitwilligst sein« Zuftim- ^«»aß und so erfolgte attf dem Friedhof. zuOherdtsshtngeu unter ' —hl! tyi -tzia- .