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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 16. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 16.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— 183 — großer Theilnakme de» Orte« «ad der Umgegend die Beisetzung. E« ist die« ei» erfrenliche« Zeichen von Toleranz in einer Zeit, «o konfrffionelle Unterschied« nur allzu häufig zur Ursache oder zum Vorwand von Unfrieden und Hetzereien genommen werde». <8r. Snnijsa. Hier starb am 8ol,«rdd. Kogockaul der auch den Lesern Ihre« Literalurbl. durch seine geistreichen Beiträge wohlbekannte gelehrte Herr Josef Löwy im 73. Lebensjahre. Sein Undenken sei gesegnet. Pari«. Der General Lnperon, früherer Präsident der Republik San Domingo, hat durch Herr» Dr. Hetannier Herrn v. Rothschild ein Memoire au«arbeiten lasten, in welchem die reichen Hilfsquellen, da« Klima, der Boden rc. dieser Insel geschildert und aufgesordert wird, ruffische Juden dorthin zu senden. — Die Herren Lange und Penlsch haben 180 Sparkaffenbücher ä 100 Fr. dem Consistorinm für Kinder au« dem Eonsistorialschulen übergeben. Da« Geld soll Zinsen tragen, bi« die Inhaber großjährig werden. Der frühere Großrabbiner von Belgien hat in Brüffel einen Bortrag gehalten. „Ein zeitgenössischer jüd. Prophet" ii't nach ihm der Historiker Salvador. — In dem Ehescheidungagesetze, welche« zur Zeit der Kammer vorliegt, ist e«. gleichwie in der Bibel, verboten, daß die früheren Ehegatten sich wieder vereinen, nachdem Einer van beiden Theilen in eine andere Ehevrbindung getreten war. Au« Rußland, 5. April. In Ljubez sind drei Soldaten wegen Ermordung der au« neun Personen bestehenden Familie eine« jüdischen Schankwirtb« arrelirt. Alle drei haben da« Perbrechen eingestanden. In Balta sind der „Rowost." zufolge Judenkrawalle ausgebrochen. Jacob Nachod'S Leichenbegängnis. Roch unter dem frischen Eindruck de« Schmerze« über den gewaltigen Verlust, de» da« deutsche Judenthum durch den Tod Jacob Nachod« erlitten, fällt e« mir schwer. Ihnen über die erhebende Leichenfeier ausführlich zu berichten, aber e« bedarf ja nur einer Zufainmenstellung factifcher Notizen, denn wa« bei diesem Begräbniß zum Ausdruck gekommen, ist einfach der tiefe Schmerz Tausender und aber Tausender, die den Freund, den Berather, den Beschützer, den Wohlthäter. mit einen« Worte, den V a t e r verloren haben. An der schmucklosen Bahre iin Trauerhause hielt Herr Rabbiner Dr. Goldsch midt eine tiefergreisende Gedächtnißrede, in «velcher er den Hingeschiedenen nach Jesaia« «9, 1—3 in seiner segensreichen Thätigkeit schilderte. Hierauf setzte sich der Leichencondukt in Bewegung, wie ihn größter und länger kaum jemals Leipzig erblickt hat. Nach ein,m endlosen Zuge von Fußgängern folgten über 100 LJag n. Auk dem Friedhofe wurde zuerst unter de« Cantor Lausig Leitung der Ps. 92 recitirt, sodann stimmte der „Psalterion" unter Direktion des Musikdirektor« Jadaffon einen tief zum Herzen gehenden GrabeSgesang an. Herr Oberrabbiner Dr. Landau au« Dresden ergriff hierauf da» Wort zu einer dreiviertelstündigen Rebe, in welcher er die nahen Beziehungen hervorho», in denen er als Jugendfreund und Mi'schüler zu dem Verblichenen gestanden. Nach ihm sprach der Vorsitzende des deutsch-iSraelitischen Gemeindebundes, Herr Rath Dr. Kristeller auS Berlin in trefflicher, poetisch schwungvoller Weise von den Verdiensten des Seligen, um die Allgemeinheit, insbesondere aber um seine Glaubensgenoffen. Nachdem Herr Stadlrath S ch a r f, der Namens des von Nachod mitbegründcten und stets geförderten „Verein» für Familien- und Volkserziehung" einen Lorbeerkranz auf de« Sarg niedergelegt halte, folgte Herr Rabbiner Dr. Caro au» Erfurt mit dem Ausdruck tiefen Schnierzes über den Verlust de« Manne«, der den jüdischen Beamten iin wahren Sinne des Wortes ein Vater geioesen. Caro'S rührender Abschied von dem Verblichenen gipfelte in der bange» Frage Ti'-?' psa die er als Deputirier seiner Gemeinde und als Mitglied de» „Vereins mitteldeutscher Culiusbeamlen" ganz besonders berechtigt wäre, am Grabe Nachod'S an die Ueberlebenden z» richten. Herr Emil Pick folgte mit der Niederlegung eines Lorbeer kränze», Namen« der „Gesellschaft der Freunde", einer älteren Schöpfung Nachod'S. Hierauf wurde die Bahre von Mitgliedern der Chewra-kadischa biS an das Grab getragen. Am offenen Grabe sprachen noch die Vertreter der Chewra und der Gemeinde «Herr Werthaucr), dann wurde der Sarg unter feierlichem Gesang der Erde übergeben. Von Fremden, die auf die Kunde d>« großen Verlustes und zur Erweisung der letzten Ehren herbeigeeilt waren, nennen wir noch die Herren Rechtsanwalt Mahner und Banquier Schüler aus Berlin, Rabbiner Dr. Fröhlich aus Halle, Advokat Ein l Lehmann aus Dresden; al« Vertreter von Gemeinden die HH. EliaS Ullmann aus Frankfurt a. l)t., Vorsteher M. Nathan ans Magdeburg, Dresel au» Chemnitz u. Sl. Auch der Consul Oberst Montgomery wohnte der Leichenfeier bei. Alle Anwesenden waren von dem Gedanken erfüllt: I Wir haben ernen trefflichen, schwer zu ersetzenden Mann zur I Erd« bestattet. Er ruhe in Frieden! Schulbücher au« dem Berlage van I. Kauffmann in Frankfurt a M vtvelvees« zu viidinger« Reliqionäbuch. hebräisch mU »eutscher Uebrrsetzung 3. Auslage ge». M. —.SU. Serif««, M. S, erste» hebräische« Lesebüch. lei, «ür ilraclitisee Schulen, b. verbess-rt« Auflage. Ai. — 36. Japhrt, I. «. Hebräische Sprachlehre mit praktische» Ausgaben zum Erdrauch« beim Unterricht in der hebr. Sprache. 1. Abtheilung 4. Auflage geh. Ai. ,. „ ge». Ai. l.SU. «iahmer, Dr. Di., Hebräisch« Schreib.t!es«- Fibel mit tithogr., jud.-deucschen Lorschriste» nebst Schreib- und Leseregetn. 6. »er«. Auflage geb 9. —.60. -re-li« krzar». Hebr. 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