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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 16. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 16.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Der Mtramontani-muunb die Jrrdenhatz. Während di« protestantische Orthodoxie stammende Scheiterhaufen für die Bekenner de« Jadenthum« errichtet, hat der Katholicismu« sich in die Sphäre reiner Menschlichkeit erhoben und durch hervorragend« Bertreter seinen Abscheu vor der jetzt in Scene gesetzten Racenhetze au-gedrückt. Wir erinnern in dieser Beziehung nur an den milden und versöhnlichen Hirtenbrief de« Erzbischof« ISllestin Gangelb au er in Wien und an damannhafte» van der lautersten Menschenliebe getragene Auftreten de« -kardinal« Manntng in der englischen Metropole. Diese Pronunciamento'« hoher Würdenträger der katholischen Kirche sind nicht ohne Einwirkung geblieben auf di« Haltung der Lentrum«p,rtei im preußischen Abgeordnetenhause. Während bet der ersten Judendebatte (im preußischen Abgeordnetenhaus«) da« Lentrum den Tiraden de« »zweiten Luther«" donnernden Beifall spendete uub selbst einen seiner Heißsporne, den Abgeordneten vonchem, in« Treffen schickte, um di« Abschlachtung der Juden vorzunehmen, hört« e« diesmal den alten aufgcwärmten -kohl de« Herrn Stöcker — stillschweigend an. Auch die ultramontane Presse, di« früher einen Kreuzzug gegen die Juden predigt« und deren excellenie Leistungen auf vielem Gebiete in Ehre» Sigl'« „2« giebt aber immer noch genug Juden" gipfelten, zeigt jetzt eine versöhnlichere Haltung. Reujahrsartikel für die Juden, mit dem geschmackvollen Titel .Kol Israel zu Roschhaschonoh" werden wir jetzt vergeblich in den Spalten der .Germania" suchen, allgemein«, abstracte Betrachtungen, Urihole.selbst liberalcc Schriitsieller" über die Schädlichkeit der Judenbrut, wie sie vor Jahre«srist »och jede Rumner de« Hauploran« der E«ntrum«partei »irrten, wir finden sie nicht mehr, iur ab und zu ertönt noch in einer au«»ärttgen Eorrespon« Venz ha« Älöcklein de« Judenhass,«; ihre auöwärligen Berichterstatter vergesse» noch immer nicht — «» ist so schwer sich von alten liebgewordenen Gewohnheiten ioszujagen - einem jüdischen Verbrecher vor aller Welt zu attestrren, daß er ein Jude ist. Aber l»i Groben und Ganzen ist r« doch heller geworden in den Kopien der Leiter der ultramonianen Presse, man hat «ndiich den alten Wavnglauben, der vornehmlich die Ursache der judenseindltchen Haltung der ultraniontanen Presse war, baß di« Juden den Kulturkampf schüre», ausgegelien. Jeder Kulturkampsartlkel, der früher in einer liberalen Zeitung erschien, der sollte entweder von einem Juden geschrieben oder von »hm insplrtrt sein; selbst dt« .Kölnisch« Zeitung", dt« sogar streng daraus steht, daß kein Jude in dt« Redaktion ko»>mt und di« allerding« ein« stark kulturkämpferisch, Haltung zeig», wurde nl« Judenblatt verschrien. Run stnd di» Redet gefallen, di, liltramontanen wissen ganz genau, wer der Urheber de« Sulturkamps«« war. sie ivissen auch, daß r» an den Juden nicht liegt, wenn derselbe «licht beendigt wird. Sie kennen dt» Stelluitg der Fortschrittspartei, zu deren Jahn« der größt» Theti nnserer Gianben«genoss«n steht. zu»n Eultur« kämpf und st« erkennen selbst an, daß dt« »uträge der Fortschrittöpartei in der Ktrcheng«srtzgedn»g«srag, schätzbare Anregungen enthalten. Wir glauben «aber, daß «« an der Zeit wäre, daß di« ultramontan« Press« M« Haltung in der Indenfrag« «tnnimmt. di« Herr Retchensverger einst «in- «ah«, al« er für di« Emanrtpatton der Juden kämpste und die der Führer deö Eentrum«, Herr Wlndthorst, selbst zur Zeit der Hochfluth der Rnttsonttenbewegung vor aller Wett bekannt». . R . . Berichte uud Tonespoudenze». Dswtschl«»». W. flUiktart, 16. Ipril. JacvbRachod, der begeistert, Muoegrüuoer mo tangzayng« Präsident M deutsch-t«raeti> fischen Semeiudebunde«, der unermüdlich«, stet« bereit» opferfreudig« Kämpfer für Israel« Recht und sein« Ehr« ist nun auch zu den Tobte» eingegange». Ts stnd hent« gerad« 3 Wochen, als wir gemeinsam mit Freunden de« verehrte» und vervienstvolle« iManne» hier bet Einweihung einer S«ser-Thora varsammelt kwareu und ihm, der auch hatte erscheinen wolle», im letzten "Augenblick ab-r, wie er un« telegraphisch melden ließ, durch körperliche Jnitspofltton zurückgehalten wurde, für sein segensreiche« und v.'rdienstvolle« Wirken und Streben rin begeisterte« Lebehoch in di« Ferne riefen. Und sobald schon ist er un« fern gerlickt für immerdar! Sr ist der zweit« groß« Kämpfer, dessen Berlust wir seit wenigen Wochen zu deklagen haben. Und gerade jetzt, wie thun sie un« noth, diese wackeren, felb1 tlofen, muthvollen Streiter, die, eben «eil sie von der «ufgrde Israel« erfüllt u»d begeistert waren, stet« ohne Scheu und Zagen stolzruhig ihr »Jwri onauchi" dem schamlosen Ar lisemltenschwarm entgegensetzten und in ihrer Person den b "teil Protest bild.-teu gegen all jene maßlosen, übertrikbenen iber gar ganz erlogenen Anschuldigungen, die seit den letzte « Jahren mit erneueter Wucht gegen uu« erhoben wurden. E« liegt un« auch heut fern — und wir würden gewiß am wenigsten im Sinne diese« so überaus bescheidenen, selostlosen Manne« selbst hanteln, wenn wir es ander« machten — die Verdienste und da« geistige Können Rachod'« über ihr wirkliche« Maß hinaus darzustellen und auszupauschen, er war darin kein Eremirux und kein Gabriel Riesser, aber an Bereit- und Opferwill>gkri>, Eifer uud Thatkraft, sowie rast- und geräuschlosem Strebe» kür die von ihm vertretene gencht« Sache staub er Keinem nach, that e« ihm Keiner zuvor. Keine Mühe dafür war ihm zu viel, kein« Reise zu meit und beschwerlich, kein Opfer zu groß. Und eben solcher Männel sind Heuer nicht allzuviele unter den „Gedole Ji«- roel", so sehr wir ihrer auch leider bedürfe», und da« ist e«, wa« unseren Schweiz über den Verlust diese« edlen Manne« erhöht, wa» f>-tu Verdienst und die Lücke, di« sein Scheiden verursacht, uw so größer und fühlbarer erscheinen läßt. Da« ist ea, wa« seinem Ramen erhöhten Glanz verleiht und ihm »och für laug- Zeit ein liebevolle« Angedenken sichert im Herzen sein,« dankbaren Volke«. .Am aeslciaen Sabbath fand in der hies. Synagoge bereit« ein« G«> lchinißseier für den Verstorbenen statt. Anknüpfend a» b?n Im Wochenabschuitt erzählten plötzlichen Tod der i>«lden Pliester Raoab und «bihu schildert« der Herr Rabbiner den lroßen Verlust, den da» deutsche Judenthum durch ken rasiien Tod de« im heiligen Priesirrdlenst »»serer Religion stehe «den Präsidenten de« Dentsch Israel. Gemeindebunde» erlittet, wie er edensall« ein .Rabat»" et« »Edler srelgtrdigen Hnzens" (a^anj) und ein .Adihu" »tn su>sorglicher .Vater' gar vieirr Hilflosen, der Förderung und Un- »rrstühnttg Bekürstigen gewesen, einer der so seltene» wk niryo .Männer der That'; Darum gelte von ihm da« Wort der Sl>>rar Da« ganze .Hau« J«ra»l beweine den schweren Schlag, der e« betroffen. .Gebe Gott. — so ungefähr schloß der ergriffen, Redner — daß fl« am U. Apiil In Äipzig mit Jacob Rc hob nicht zugleich den «Lemelndebund begraben hat-n, baß sbsi Männer finden, dl« nicht nur nach der Ehre, Leiter de« B,u>de« zu sein, stehen, sondern dl« mit warmen Herzen der d mit verbundenen Mühen und Opfer sich unter,lebe», b mn wrrden dl» Bundesgemfinden sagen können r Unser Vater Jacob ist nicht gestorbenI" Pfigdeß« es Al« »in erfreulicher Beweis von dem Rückgang« de« An tsemlki«mn« in Studentenkreisen darf dt« That» such« »erzelchr et »verden, daß die .Studenten-Ztg." in ibrer heutigen Ruwner ankündiat, st« werde e« fortan für ihr« Pflicht halten, .energtfch Front m machen gegen Bestrebungen und Geil st», durch weich« »in« Partei bemüdt ist, in falschem Patriob imu« befangen, da» Deutschthum für ihr« einseitigen politts hen Zwecke au«zudeutrn, Front zu mich«« mit ein.'« Mort , eaen da» Ps—i-e-Denrschihum auf dru Luise«« sitätev. Roch iestohen in Deutschland Gesetze, «oncntz dt« Berrchttaung zu», Untverfitätsstudtum allein auf der wissenschaftlichen Au»btldnng beruht. So lang« dtei« Gesetz« gelten, wird di« .Studentrn-Zettung" als Eentral-Organ der Stu»

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