Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 16.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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16. 1882. Israetitische J-hrg. xmi. Wochen-Schrift für die religiösen und socialen Interessen des JudenthumS. r . - . _... vcrantw»ctlich»r SJrbattmt und vcrnu«,kb,r 3»Ir»»«« *■ *S?2bi t.'fl 1 LV» «7* I ffl» »I« „B 4 « n | <» r 11 «*, »i« 10« M«„I». «*.«5 XÜloSjJRabbiner Nr. M. Wahmer in Magdeburg. »i^vljshnlch n Marie. »«rechnet unb stn» auetchlteßltch »„ »i« Lentenl» >n«»ttren.Orpe»tttan von O. UHtiba St Co, 5* r o n ( « rl «. M»,»e»nv«. Uni«, f m » u r t, «tu, utünchen. Ä B114. Bleu, Vitlt ic. «Ininlende». Hm«tH»ril4 am tlcillii fl»I« »»»»: Noch ceArrrnch » : »«« »nt »»»>»,»»: 1« *( (»« flm. «n». 4 »WUt«) >4»rlich. chtntzilnnMMer» »er ,W»chentchrtfr' 4 »1 VI.» M „2tt«r»tur»UU4a 4 14 BI. Für Wahrheit, Necht »ad Friede»! Magdeburg, 1». April. :1 n b a l i: j Leitende Artikel: Jacob Rachod. — Der Ultramontanilmu« und die Iudrnha». I Verteil»» «tu» Norrefpondeine, Deuti lbiand Magdeburz. Maededur,. Peenziau vom Rhein. Stettin. 8m«. Nu« Oberschicfirn. Oesterreich-Ungarn: Dirn. Budapest: Rußland: Prterlburg. Lu« Rußland. Petertburg. Schweden: Saihenbur, prrMischt« und nrueftc Ra>ttri<t>«en, Berlin. Berlin. Berlin. Berlin. Pol«»am. Bonn. Reustettin Leipzig. Mannheim. Tübingen. Ulm. Sr. tlauizsa. Pari«. Au» Rußland. KemUletomr Jacob Rachod'« Leichenbcgingniß. Inserate. l Wochen- April. 1882. Ijar 5042. Kokender. DeaurrSi«, . . 20 1 Omer IG Freit», .... 21 2; . 17 Eoaaobead . 22 3 vma v’nn(7u.5l)» 18 Somit«, .... 23 4 . 18 Ment», .... 24 5 . ao Dirnkta, . . 25 6 ' . 21 Mittwoch . . . 26 7; . 22 TouaerSt«, . . 27 8 i . 2» Jacob Nachod I geb. 22 Mär» 1814 in Drelden, I gest. II. «pril 1882 in Leipzig I Ein wahrhafter Measchenfrrund voll brr edelsten Im» pulse, eine grast rastloser Selbstlosigkeit, ein lautere-, reine» ursprüngli he« Gemüth, eine hiugebende, heilige, dem Juden - thume allezeit geweihte Energie — Jakob Nachod, der langjährige Vorsitzende de- GemcindebundeS, ist von uns .geschieden. Mag das Mort von der Unersetzlichk>it eine- Einzelnen oft gar zu leicht hing-sagt worden sein — hier, ach, müssen wir klagen und sagen, dem Judenthuine im gegenwärtigen Augenblicke ist I a k o b N a ch o d fast unersetzlich- Von frühe bi» spät widmete der Selige all sein Denken und Sinnen der ihm anvertrauten Schöpfung, dem ihni hinter» laffenen .Erbtheil" seines Freundes Kohner, wie der jetzt Dahingeschiedene gern sagte, dem Gemeindebunde. Eine Art väterlicher Liebe — mit allen Eigenheiten, welche ein Baterherz in all sein Sinnen um sein Kind überträgt — verband Jak. Nachod mit seinem Pflegekinde, dem Gemeindebunde. Wer er mit angesehen, welchen Seelenkampf die Bedrängniß des Bundein jüngster Zeit dem Verstorbenen bereitete, wer da weiß, wie sorgsam ängstlich er uni daweitere Fortblüben de« Bunde« besorgt war, wer den -war rüstigen, geistig jugendlichen, doch immerhin in vorg.'rücktem Alter befindlichen Mann säst in jeder dritten Woche da» nach Berlin überge» siedelte Pflegekind besuchen und ve,n Leipzig auweiter hüten sah — wird neben dem persönlichen Schmerz ein allgemeine« Gefühl krampfhafter Wehmuth nicht unterdrücken können, daß heute, gerade heute, J«raei« beste und theuerste Schirmer und Pflezer davon gerafft werden. »Ich hoffe noch lange mit Ihnen zusammen zu arbeiten" — diese Worte, wie zuversichtlich, wie kraftvoll, wie ermuthigend, klanzen sie von den Lippen Nachods noch vor Kurzem, als der Bund au» Sachsen hinaus gemaßregelt ward — wie erschütternd, niederschmetternd, nehmen sie sich au» an der Bahie des edlen Tobten. Und doch die Nutze, welche der nun von un» Geschiedene, selbst in schwerster Zeit nach außen hin zu wahren wußte, da- Bewußtsein idealer, unvergänglicher Kraft, welcheihn beseelte — es niuß auch un» erheben zu einem weihevolleren Abschied-rus an den unvergeßlichen Vorsitzenden de- Gemeindebunde-, an Jakob Nachod. Sein Geist wird nicht von unweichen. Die Seele, welche er seiner Schöpfung eingehaucht, die Wärme, mit der er sie hegte, — sie sind sein Bermächtniß an da« Nachlebende Judenthum. Ueber > alle» Persönliche, Irdische, Eitele hinaus, weit von Allem dem, wadem reich, n Manne in Hülle und Fülle zu Gebote gestanden hätte, stand Nachod- Sinnen und Trachten — über dem Irdischen schwebe unvergänglich in uns fortan sein Bild und seinetheueren Namens Gedächtniß. Mit der Emancipation-idee unlöslich verbunden, war daganze Leben des am 22. März 1814 in Dresden Gebornen; war er doch 1830 nach Leipzig gekommen und in eineder wenigen (6) dort den Juden gestatteten kaufmännischen Geschäfte eingetrct-n, die Emancipation, die innere Mission de- Judenthume» auf breiterer reformatorischer Grundlage begleitete ihn, al« er in seiner internationalen Rolle als Bankier seinen Wirkungskreis die-seit- und jenseits de- Ocean« au-dehnte; — möge sein Geist die ausklärenden, belehrenden, versöhnenden, emancipirenden Bestrebungen de- Gemeindebund«» auch ferner durchleuchten und erhalten! «et» «uvenkem ,»« ewigem «egemk