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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 14-15. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 14-15.
Article
Beilage zu Nᵒ 14-15.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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irr überhaupt« gewählt hatten. S Jahre hindurch BMtdete rr diese» Ehrenamt.'und genoß hierbei unbedingt« AutoVtitt'unser seinen'MMMyern, «te such tm Gemetnderath« der-ansdhnltchen Stadt, dt, o» tzv.OOü Bewohner: zählt. Und,at« jüngsthin seine vürgerntetsterperiodt abgelanfen war. da wählten sie ihn, trotz seine« «»«gesprochenen Wunsche», sich in'« Privatleben zurückzuztehen, in zwei Mahlgänge» einstim» «tg wieder zu ihrem Oberhaupt«. Der Verblichenetonnt« jedoch. auf eindringliche« Rath seiner Lerzi« jene« rhrenoollc Amt nicht wieder auf sich nehmen, da seine Gesundheit bereit« arg zerrüttet war. Lin Jude in unserer Zeit, wo die Hyder de« Juden» Haffe« frecher denn je ihr Haupt allerori« erhebt, Bürgermeister einer große» christlichen Gemeind«! Der Stanz diese« rudmvollen Faktum« fall« jedach nicht nur auf den Berblirtienen und da« Judenlhum zurück, sondern auch die christliche Bürgenchcst Ottaking'« hat durch diesen ihren Skr — wie sich Dr. Jellinek in seiner sämmtliche Zuhörer liefergreifenden Trauerrede, in der er in beredten und geistvollen Worten die großen unsterblichen Berdienst« stufsner'« al« Bürger, al« edler Mensch, und ul« Jude geschildert hatte, auSvrückee — .vor aller Welt bewiesen. d»ß e« nicht blo« ei» Borort Wien«, sondern auch ein Borposten de« einmüthige», sriedsertigeu Zusammenleben« und Zusammenwirken« aller Bürger ohne Unterschied der Confession sei." „Mit Stolz werden wir Juden stet« auf Ign. Edl. v. stuffner Hinweisen können," rief Jellinek mit vibrirender Stimme den Hunderten um die Bahr« Stehenden zu, .wenn man gegen uu« den Borwurf erheben sollte, daß der Jude al« Jude nicht auch zugleich ein treuer und hingebender Bürger seiner Stadt und seine« Lande« sein könne . . . Aber Ignatz Edl. v. stuffner war nicht nur ein hum a« »er Mann, nicht nur die Zierde und da« Oberhaupt der Bürgerschaft semer Stadt; Ignatz Edl. v. stuffner war auch Bn für die erhabenen Ideen seine« Glauben« begeisterter Jur«. Trotz seiner vielen Millionen war er ein treuer Sohn seine» Volke« geblieben; er zerriß nicht, wie ,» zum großen Schaden de« Judenthum« so Mancher von den Reichen in J«rarl in unserer Zeit zu thun pflegen, die Bande, die ihn mit seinem Bolke und seinem Glauben verknüpften. E« wäre bei dem geschilderte» Charakter stuffner'« wohl überflüssig, ini Besonderen die großen Verdienst« heroorzuheden, die sich der Brrblichene um die Hebung von jüdischen Institutionen und WohlthLtigkeit-anftalten. und endlich die Verdienste zu rühmen, die stuffner sich um die Eultuögemetnde Ottakring erworben hatte. Ec war der Gründer derselben, er war ihr Stolz, und mit seinem Htnschetden hat die i«rael. Eultuögemeind« einen furchtbaren Stoß erlitten. .Er war unser Mose»!" rief mit schluchzender Stimme der Ottakringer Ort«rabbiner Herr «lein in seiner ergreifenden Rede au«, .er war unser Führer, unser Stolz, rr hieß die Zierde der i«r. Cultnsgemeinde Ottakring" — ,Al« Mose« starb," rief der Prediger, .da hört« da« Manna auf, der Brunnen versiegte. — Mit Ignatz Edl. v. «uffner hat auch in unserer Gemeinde da« reichliche Manna aufgehört, da« der Berstorbene seiner Gemeinde so reichlich gespendet hatte, ist der lebendig« Brunnen der Wohlthätigkeit versiegt, den der Hingeschiedene in unserer Gemeind« gegraben hatte." Ignatz Edl. v. «uffner war aber auch ferner ei« treuer Anhänger de« traditionellen Judenthum«. Er führte ein jüdische« Hau», der Geist de« Judenthum» herrschte in seiner Wohnung. Der Berstorbene hiutrrließ eine trauerde Wittwe, einen erwachsene» Sohn, Moritz Edler v. «uffner, und eine erwachsen« Tochter, statharina Edle ».stuffner. Tiefe Rührung ergriff alle Anwesenden, al« die beide« Geschwister vor der Bahr« ihre« großen Later« sich di« ganz« Zeit der Trauerfeterlichkeü über einander fest umschlungen hielte« und heiß« Thränen vergaffen um ihre« edlen Vater. "Mltze ~ti*! imkernde Unmut« Trost für ihren herben Verlust sinder ln dem erhebenden Bewußtsein,.>dß4>tr Name ihre« großen Ifeln» in segeuteeiehe« «ug,d»In» +Mm Tausenden fottleb: » und daß, .wo die best» und edelsten Männer de« Judenthm it'PetWtzmwarfäßsgeMlz stMen. auch Ignatz Edler von stuffner genannt «erde» wird. k. 8. Utrecht, 28. März. Die holländischen Zeitungen enthalten «inen l ufruf zu Gunsten der russischen Juden, der mit folgenden Säizm schließt: Holland ist der klassisch« Boden der Eintracht, wo Juden und Christen seit Jahrhunderten friedlich neben einander leben. Zeigen wir der Weit, daß dem noch immer so ist; nicht durch iiwegte Versammlungen. wie sie in England gehalten werden, nicht durch hefrige öffentlich« Zeichen der Mißbilligung und irntrlistung, a» Mitleid viel eher angebracht wäre, nicht nur mit den unglücklichen Verfolgten, sondern auch mit ihren verk lendeten ver ilgern. die, soweit ff« den niederen SiLnven c «gehören, zu wenig entwickelt sind, nm für zurechnungsfähig geholte» zu mieden. Zeigen wir diese« Mitleiden aus einfache, al>er zugleich kräftige, echt holländisch« Weis« dadurch, daß wir Gelt zusamoienbringen, bestimmt, die verarmten und a»N ihre« Wohnungen vertriebenen russischen Juden zu unterstützen. Wir hoff:.», daß in allen Städten und größeren Plätzen unsere« Baterlrnde« sich Männer finden werden, die, ebenso wie m:r e» hierdurch für Utrecht und seine Umgegend thun, sich bereit erklären werden, zu diesem Zwrcke Gelder in Empfang zu nehmen und dadurch zu bezeugen, daß in Holland über jeden Unterschied de« Glauben« sich ein Geist echebl, der alle seine ff ewohner zu einem gemeinsamen Bolke v.'rbindet, nämlich der Geist der Menschlichkeit. P. Herling. L H. D. Buy«-Ballot. L. W. Opzoomer. W. Mallinckrodt, Sekretär. Die Unter; eichner diese« Aufruf«, sämmtlich Christen, sind weit über die Grenzen Holland« in höchster Achtung stehend« Männer der Wissenschaft, Professoren an der Universität zu Uirecht. Harting ist Professor der Mathematik und der Naturwissenschaften Buy«-Ballot desgleichen und zugleich ein berühmter Astronini, Opzoemer ist Professor der Philosophie. Schwede». R. Slockdel». (Or. Sou.) Unsere Gemeinde erlitt ao> 26. d. M. einen gar herben Verlust durch da» Hiascheiden eine« auch in weiteren streifen bekannten und hochgeachteten Biedermann«!», de« Heun Wilhelm Rnbensohn. Die Trauerkunde verbreitete sich rasch durch dre Stadt und erregt« große Theilnahn« bei dru zahlreichen Freunden de» Verstorbenen. E» wnc in der That ein au«gezeich»eter Mann, der un» in voller MannGkraft durch den Tod entrissen wurde. Mit seltenem Edelsinn «»«gestartet, kannte seine WohlthStig. keit keine Grenzen, feine Zeit war fast immer mit einem Geschäfte zum B »teil Dürftiger in Anspruch genommr« und er besaß nicht nur da» unbegrenzte Vertrauen der Armen, er appellii te and» nie vergebens — da eigene sträft« nicht auSreichter. — a» den Beutel der Reichen. I« unablässiger Lhätigkeit für Ixt» allgemeine Wohl hat nicht leicht Jemnnd gleich ihm gerrirkt, und es dürfte nicht zu viel gesagt sein, daß e» in unfrrer Gemeinde keinen Zweiten giedt, der den Hingeschiedenen voll und ganz ersetzen könnte. Er war 2ü Jahr« hindurch einer der »mfichtigsten Borsteher der Chewra kadischa und feine persönlich« »ufopfernirg bei LiebeSwerten, die gen. Ansta! l zum Zwecke hat. war beispiellos. Sei« ächt religiöser Sin«, sei« reine». nnl»eschotte»e« Leben, sei« lebhafte« Jntereffr für Alle«, waSda« Judenthum betras, habe» chm ei« dnaernde«, gesegnete« Andenken in unserer fXUtt gesichert. In welchem Maße e» ihm gelang, Me Herzen seiner Mitmensch n zu . gewinnen, davon legte da« wahrhaft imposante Leichen iegängntß beredte« Zengniß ab. In de« über-

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