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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 14-15. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 14-15.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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mb Sure fttaft geschöpft. Rur aa» ihm Mant Ihr «jeder»« Me Wiederbelebung (Eurer Kräfte erlangen Lebet die Tugenden, die da« Judenthum gebietet, vor Allem edle Bescheidenheit. und die Pfeile unserer Gegner werden dann an un» machtlo» abpralle». Srnln», 28. März (Or^Eorr.) Wenn Sie gehört und auch in den Zeitungen gelesen haben, dah in Lemberg, de- Huf» der Regelung de« Eultu», ein Gemeiadetag itattfinden «»erd«, um dann hohen Ort» die Beschlüff« der Rabbineroersammlung zu vereiteln, — so wollen sie diese Nachricht mit Borficht aufnehmen; vorläufig gehört diese That noch zu den frommen Wünschen. Bekanntlich hat der Vorstand der Krakauer Groß-Gemeinde, welcher zum größten Theile zu drr eccleeia-militans gehört, nicht umhin können, gegen die Beschlüffe ihrer Gesinnungsgenossen zu protestiren; zugleich wurde in derselben Sitzung, bei weicher über da« famose Statut der Stab gebrochen wurde, beschloffen, daß man an einem etwaigen Gemeindet«,;« in Lemberg nicht Theil nehmen werde. Darauf setzte sich der Tempelvorstand mit dem Lemberger Vorstand« in Correspondenz, und erhielt von diesem Mittheilung, daß bei dem erwähnten Umstande an einen Gemeindetag nicht zu denkm sei, weil zu besorgen ist, daß viele Gemeinden dem Beispiele Krakau'« folgen würden. Eine zweite gemilderte Auslage der Statuten ist erschienen, leider ist der zweite „Ehorbon" noch schrecklicher al« der erst«; nach jenem darf keiner in den Vorstand gewählt werden, der stch erlaubt hat, gegen die im Schulchan Aruch enthaltenen Spetsegesehe stch zu vergehen. Welch einen Umsang nehmen diese nicht ein? Welch einen großen Spielraum hätte da die Inquisition. Denn es nicht biegen wird, muß e« brechen, e» wird für ein Au»trttt»gesetz plädtrt »erden müssen. Jeoenfall« hat die fromme Partei auf lange Zeit den ruhigen Boden aufgewühlt. und für Zank und Streit auskömmlich gesorgt. Colt bester'». Brüll, 20. März. Gestern fand die Generaloersammlung der Gemeinde-Delegirten für da« laufend« Jahr statt, wobei «7 Gemeinden vertreten waren. In Folge Abwesenheit de« Obmanne« mzd Stellvertreter« HH. Ritter v. Gomperz und Wohlmuch wurde Herr Suraior Mandl mit dem Vorsitz« betraut. Der Rechenschaft«- und Reoifion«-B«richt wurden einstimmig genehmigt und ebenso der Antrag vom Ueberschuffe 2500 fl. zu dem Fond hinzuzuschlagen und 203 l fl. Sv kr. auf die neue Rechnung oorzutragen. Au» dem Berichte ist hervorzuheben, daß da« Euratorium die Gemeindevorständ« davor n»arnt, sich nicht leichthin in Bauherstellungen, außer den allernöchigsten EonservirungSbauten, einzulaffen, da di« davon unzertrennliche Aufnahme von Darlehen die Gemeindefinanzen auf Jahre hinan« schädige. Der Voranschlag pro 1882 wurde genehmigt, der i«raelit. Allianz zu Wien werden mit Rücksicht auf die großen Opfer, die dieselben für die ruffischen Juden zu bringe« hat, 100 fl. al« außerordentlicher Beitrag, dem i»rael. Handwerk«voreine in Wien jährlich 100 fl. bewilligt Da eine direct« Subventionirung de» Josef-Denkmalvereine« in Brünn al« statutenwidrig unstatthaft ist, richtet der Borfitzende einen warmen Appell an die Deleairten, dahin zu ivirken, daß jede >S«meinde dem Verein« al» Gründerin beürete — ein Aufruf, der in der Versammlung begeisterte Zustimmung findet. Hierauf wird die Neuwahl de» Curatorium» für die Jahre 1882/4 vorgenommen. 8» werde» wiedergewählt die Herren Jul. Ritt. v. Gomperz, Wohlmuth. Blau, Eisler, Kuffnrr, Lieblich, Mandl, Oppenheimer, Singer und Tandler und zwar fämmtUch« einstimmig. Rur i« der zweiten Grupp« mußt« da« Loo» entscheide« und zwar fiel daffelb« auf Herrn Großmann gegen L. Löw-Beer, vr. Müller, Stroß, Schmidt, endlich Revisoren pro 1882 die Herren: Blum, Löwin, Mor. Schn »bl. Der Vorsitzende theüt »och i« Namen de» Obmann«» reit, daß di« Vorlage de» Gesetze» über di« Regelung der ctußere» Recht»verhält-, niste der Judeugemeinden i» Reichtrathch die sich tu Folge der galizischen Opposition perzögerte, nuchrfcheinlich fa» Herbste , erfttje» werde, worauf die Versammlung »«schloffen wird. Podwoloczi'Ka, 4. März. Di« Lemberg« „Synode", welch« auch von dem hiesige» Pseudo-Rabbi besucht war, beginnt bereu» ihre goldene» Früchte zu tragen. Die Weis« unsere» Orte» — und zu diesen werden »ach den A»»sührungen der verst.m«elte» Rabbi» nur Jene gezählt, die nicht nur in Speise and Trank, sondern auch in Tracht und Gebräuche» de« OrthodoxiSmu« treu geblieben sind — beschloffen im hohen Rath«, alle;ene Glaubensgenoffen, di« „christlich* effen oder zu« öffentlichen Aergerniß, wie sie e» nenne», sich in nicht« von Andersgläubigen unterscheiden, im Sterbesall« auf jenem Theile der Friedhofe« zu beerdigen, der für Verbrecher und Selbstmörd' bestimmt ist!! Sie beschloffen ferner, keinem Todten die'^r Kaste ihr Geleite zu geben, und selbst mit den Lebenden in sozialer Beziehung nur insoweit in Beziehung zu ' eten, al» e« die äußerste Nothwendigkeit (oder, richtiger gesagt, da« Geschäft) erheischt. So leichten Herzen« sich auch die liberalen Juden über diese» letztere Moment hinwegsetzen werden, da« Unvermeidliche mit Stoizi»- mu« ertragend, so peinlich berührt di« vesorgniß, daß die . orthodoxen Juden selbst bei Sterbefällen ihrem Fanati«mu» frei die Zügel schießen laffe» werden. Hoffentlich wird die Regierung solchen Ausschreitungen de» jüdischen Pfafienthum« gegenüber nicht gleichgiltig bleiben, sondern den Orthodoxen begreiflich machen daß sie sich den Gesetzen de» Staate« zu unterordnen haben. Rlftlfll». Petersburg. Der .Mainzer Israelit" scheint seine Verbindungen in den Kreisen unserer Goldprotzen zu haben, dt« gern sich den Ans Hein geben, al» ob für die Juden kein Grund zu Befürchtung«, vorltege. Dies« Haltung eine» Theile« unserer Reichen sat viel Unwillen erregt. Sie stolziren mit ihrem PatriotiSnia» und rath.n von der Auswanderung ab. Die Stimmung »er breiten Masse der Juden spiegelt dagegen ein Artikel wieder, dem .Hameliz" die Ehr« erwiesen, al» Leiter Nr. 10 zu eröffn-!», wenn auch der Redakteur seine in vielen Punkten abweichl'itve Meinung constatirt. „Ihr sprechet gelaffen — ruft dieser Artikel jenen Reichen zu — da« stolz« Wort au«, e» ist ein ungeheure» verbrechen, da« Land zu verlaffen, in welche» wir vor seinen jetzigen Herren gelommen sind. Doch wozu un» diese»? Ruft e» doch diesen Bürgern zu, die un» Fremd« und Eindringlinge nennen! Und v'ißt ihr, daß euer Zuruf verachtet wird, fürchtet ihr, euch dadurch Haß zuzuziehen, wozu streuet ihr Salz auf die HerzenSn'Uilde eures Volke»? Nicht weil'» un» zu wohl ist, verlass« n wir da» Land — wir verlaffen unser Geburt»land. weil wir ohne Nahrung sind; wir fliehen, weil wir verfolgt weroen. Denn Weh und abermal» Weh, wir dürfen ja ohne besonderen Schutz nicht über die Straß« gehen, nicht ohne Wachen un» zur Ruhe begeben — und trotz aller Hut naht da» Verderben. Wir sind gezwungen zumAu«- wandern, wollen wir nicht, daß unsere Häuser unsere Gräber werden — c» ist kein Leben und kein Hoffen I" Die Vereinigungen zum AuSwandern mehren sich. Die auf eigene Koste» Ausziehenden werden den Armen den Weg zeigen. — Der Tot«»tag Alexander II. ist mit doppelter Trauer von den jüd. Senetnden begangen worden. Gelte« ja jetzt die Tage seiner Regierung al« glückliche Zeiten! — Die Ack:rbaucolonie in Stcilia-J«land ist tüchtig im Werden. Biele Rchtjuden haben praktische Geschenk«, Pflüge, Holz. Fenster, 2 büren gegeben und andere» Röthige ohne Gewinn abzulaffei sich bereit erklärt, «ei solch allseitiger Hilieleistnug ist ein guter Fortgang zu erhoffen. — In Kanada will die Regierung Land umsonst bewilligen. Daß auch Mißgriffe Vorkommen wie di« Verquickung de» Seminarfonv» mit der rnsstschenEinwanderung inEineinnati, ist bedauerlich aber zu begreifen. PetzSAchDl, lü-Närz. Rach de« Rechmüchaftübericht de» Kijewschon Gomü-'S zur Uuteißtztzmg der Judyu» wetch« durch

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