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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 14-15. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 14-15.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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—111 - bi* Unruhen im Jahn lftM gMt«, i§ im Sa»««. Wie der .Solo«' mtttheilt, bi« »UM I. Oktober ISS» di« Summe von 153,974 Rbl. zur Bntheiluua gelaugt. Boa diel« Summe fallen auf Life« und feine SowWe 95,911 Ml., auf die benachbarten Dörfer und Recken 9373 Rbl. und auf andere Stödte und Ortschaften 49,290 Rbl.; 4787 jüdische Familien, welch« 94,160 Seelen zählten, erhielten Unterstützungen. Der Schaden, welchen diese Familien durch die Unruhen erlitten, ist von dem Comits auuähreud aus 9,474 876 Ml. angegeben worden. Sn Spenden stoffen dem Lomitä bi« zum 1. Oktober 1881 918,489 Ml. zu, davon 79,965 Ml. au« dem Luslande. 63,017 Rbl. au« dem Inneren de« Reiche- und der übrige Theil durch Vermittelung de« Baron Sünzburg au« St. Petereburg. Vermischte und neueste Nachrichten. Berit», 9. April. Den au« Rußland vertriebenen Juden wird von allen Seiten di« lebhafteste Theilnahme zuaewendet. So hören wir heute, schreibt da« .kleine Journal,' daß ein reicher Londoner Israelit hier eingetroffen ist, um seinen russi'chen Glaubensgenossen, die meistrntheil« ohne Pässe »der sonst genügende Legitimationen reisen, die Beförderung »ach dem Ziel ihrer Wanderung Ihunlichstzu erleichtern. Er hat zu diesem Zwecke nicht allein zunächst 15,000 Psd. Sterling «»«gesetzt — einen Betrag, den er auch zu verdoppeln im Stand« ist — sondern er suchte, gestützt auf eine Empfehlung de« Prinzen von Wale«, ein« Audienz bet der Kronprinzrffin nach, um für eine gauze, augenblicklich hier weilend« flüchtige Semeinde, freie Passage zu erzielen. Die hohe Frau wandte ihren Einfluß bei dem Justizminister, Herrn Dr. Friedberg, auf, und dieser Letzt«,« hat im Perein mit Herrn v. Puttkam,r die Wünsch« de« humanen Manne« nach Möglichkeit berücksichtigt. Berlin, 95. März. Im Festsaale de« Rathhause« beging gestern Mittag der Verein .Berliner Presse" eine Gedächtnißseier für verthold Auerbach. Der große Saal war vou einer gewählten Zuhörerschaft dicht erfüllt, zahlreiche Koryphäen der Wissenschaft, der Literatur und Kunst, Vertreter der städtischen Sorporationen, Freunde und Verehrer Auerbach'«, beherrschten die Physiognomie der Versammlung, di« Sattin de« verstorbenen nebst ihren Kindern nahm die Ehrenplätze der Vorderreih« ein. Die i^alluS'sche Motette: .Siede, wie dahinstirbt der Gerechte" von Mitgliedern de« Domchore« gesungen, leitete die Feier ein, woraus Robert Schweich«! die Tribüne bestieg, um den Lebenslauf Auerbach«, seinen Entwickelung-gang, seine Bedeutung für da» geistige Leben in Deutschland zu schildern. E« sei bemerkt, daß die Wirkung der Judeuhetze auf da- Gemüth de« verstorbenen, wie sie vornehmlich taffen Briefe an einen Kötner Freund bekunden, eingehende und gerechte Würdigung fand. Da» verlangen Auerbach'«, nach jüdischem Ritu» beerdigt zu werde», sei eine beredte Demonstration gewesen gegen die Verunglimpfung seine» Volke«. Berit». Zum Nachfolger de« im vorigen Jahre verstorbenen Rektor» A Horwitz, de« Leiter» der jüdischen Gemeinde-Knabenschule und de» damit verbundenen jüdischen Lehrer-Seminar«, ist nunmehr Herr llr. Holz mann. hi«her ordentlicher Lehrer an der Sophien-Realschule gewählt worden. (Herr 0r. H. hatte zu Beginn seiner Studienzeit mehrere Jahr« mit großem Fleiß« der jüd. Theologie am Breslauer Rabbinerseminare obgelegen.) Rordhsuse», 91, Mär». Am 15. d. M. find, wie all. jährlich, öffentlich« Prütuug der hies. Religion«! chule, welch« eine Frequenz von 77 Kmdern zu nerzeichite« H N, mit gutem Erfolge statt. Zu bemerken wäre noch, daß «ährend bi«- lang die Htzrn. Direktoren und manch« öff. Lehrer vei unfern Prüfungen stet« zugegen waren, sie düömal durch ihre Abwesenheit glänzten. Erwähnrn-werth möchte noch erscheiuen, lxrß auch hier gestern ein besonderer Sotte»di«ust in der Synagoge um Abwendung der drohenden Gefahr von unfern unglücklichen ruff. Glauben«brüdern rühmen-werthe Theilnahme gefunden hat. Wie». Prediger Jellinek nahm verwichenen Samstag in seiner Rede Gelegenheit, feierlichst Verwahrung gegen die rabb. Führer in Galizien einzulegen. Er rief iitnen zu, daß sie Verführer de« Volke» seien, welche die Schmach, die aus die Juden gehäuft wird, noch in Permanenz zu erhalten suchen, daß sie ferner der Verfinsterung zu dienen bestrebt seien. Der Jude soll in seinem Gotte-Hause und seinen Festen mit dem Mond«, in seinemGeschäst-leben mit der Sonne zählen. Die galiz Juden haben die heiligste Pflicht durch ihr allg. Wissen und Können der Gesammtheit zu dienen, dem Staate und dem Lande, sowie die Sprachen der Völker;u kennen, in deren Mitte sie leben. — Der sogen, polnische Tempel geht unbarmherzig in da« Eigenthum eine« christlichen Besitzer« über, weicher diese« schöne Gottethau« in «ine Gla«bandlung und Magazine umwandeln wird. Diese« Factum ist an und für sich traurig genug, daß eine so große Judengemeinde diesen chillul ha- •clieui zuläßt. — Der hiesige EultuSvorstand ha: da« erbetene Darlehen von 6000 fl. nicht bewilligt; trotz de« empfindlichen Mangel« an Sotte«häufern, wie die Umwandlung und Improvistrung von Dvmi-mnrick-i-Lokalen de« Pserdecircu» in jüd. Bethhäuser, hatte der Vorstand der Lultu-gei >einde e« geschehen lassen, daß diese« geräumige und gutgelrgene Gotte«» hau« um den halbe» Preis veräußert wurde. Ja nicht einmal zur Licitatton kamen bi• Herren. Di« kleinste Gemeind« in Galizien würde diele Schmach einem Gotte-hrufe nicht haben anlhun lassen. Wie». Jtraelitikche« vlindenistitut auf der Hohen Warte. Dem Jahrer-deichte diese« Institut« entnehmen wir. daß in der Anstalt im vorigen Jahre 36 Zöglinge — 27 männliche und S weibliche '— Unterricht und Erziehung genossen haben von weichen 33 Oesterreich-Ungarn unv 3 dem Auslande angehört»n. Dem Unterrichte — dem literarischen wie dem gewerblichen — wird große Sorgfalt zugewendet; die jungen blinden Handweiker haben einen erheblichen Reingewinn erzielt, welcher ihnen in «er Sparkasse angelegt wurde. Die Ausgaben betrugen 16,985 fl. 57 kr.; damit sind die Mittel de« Institut« erschöpft und dennoch suchen immer mehr arme blinde Kinder um Aufnahme an. Da» Kuratorium richtet deshalb an alle Menschenfreunde die Bitte, sie mögen ihre werkthätige Theilnahme einer Anstalt zuwenden, welche e« sich zur Ausgabe macht, lichtberaubte Kinder der Bildung und Erwerbsfähigkeit zuzufllhren. Bordeaux Ihre Mittheilung in Nr. 13, die Trauung einer Mischehe betieffend, erfordert einer Berichtigung. Der Bräutigam entstammt einer Mischehe, ist aber selbst Jude. Noch nie bat ei» ftanzösischer Rabbiner sich dazu hergegeben, den religiösen Segen einer Ehe zu spenden, welcher nicht auf religiöser Basis ruht. >88«) fcöx «tat Oe»r»fte «iOdettgäetuerl» »ta« Hat Stell« aM Oaaau tat (tnet ptta, ttta«» MtaMia 9amUk *f*«n deschet. de« Ansprüche nesucht. Rädere« zu erfahren »ei JUHOwt Dr.«MOf4»HM in A,l»«r,. Wrt* «5m9mi Ni Mfhf»* M*ft fto 2c»t> litt,» an» Schtiter. «Lhere« durch rau»er9ischaf«tzeim (Srtn). 146*1 «sk MrtAali*« WcIm* «. Vallimla«, k 70, 80, »» u. 104) Ws. ure »iter. »alt« »«Mm« «UpfntzlNN. r»r«laaa« Ha*» 1M1] Aoileqm. »eich« d. lO»a«»kea verkaas meiner awiriKm 3*»>mM»«k—fH«t» tp» ßsernihmM —«w, «um ihr« «K. ja sa» «a W.' W«tt»«K*r, »96, Lhartottentur,. Pcofio»at «ad liöhere Töchtersch»l^ von Frau ve. Laveraaa, Hnaanmee^ ak*«t»acM »steatz« 4. [ Aufmchau am ZL-ltngea za t«»«r Zeit., 9US)mi durch Prostert«. [1418^.

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