Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 13.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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auf ihn Kraft und Intelligenz sondert und je nach vedarf Passirschetu« auSftellen. Nur »er Passirschetu hat, wird non Hanidura nach Amertka befördert. Lnf der Durchreiferout« verltn-vreslau rc. wird nur HokpitalltLl und Erquickung gewährt. (Siehe »Frankiurt a/M.") Taruowttz. (Or.silorr.) Bei der Lertüre Ihrer Biographie de» verstorbenen Seminardtrector« 0r. Frankel t>'ui im jüdischen Kalender von Juliu« Meyer find« ich Ihren am Rande verzeichnet«» Zweifel in Betrff der Nichtübrretnstimmung de« jüdischen Geburt«tage« mit dem deutschen Datum. (l. Oktober 1801.) Ich erlaub« mir zu btmerken, daß nicht allein dt« Jahreszahl 1801, sondern auch der 1. Oktober falsch sind, wenn Frankei, wie der Letchenstetn e« angiebt, u'opn min nnofr geboren ist. (Denn Rösch haschono de« Jahre« K'D?n fisi ans den SO. September 1800. In jedem Falle muß also a"cpn gemeint sein, in welchem Jahre Rasch haschono aus den 8. September 1801 gefallen ist. Aber auch hier ist bann der 1. Oktober nicht da« richtige deutsch« Datum, sondern der 80. September, aus den min nnv» al« der 28. Tag de« Monat» Tlschrt fiel. S« wär, zu bedauern, wenn der Leichenstein eine« so bedeutenden Manne«, von dem die spätesten Geschlechter noch mit hoher Ehrfurcht sprechen werdrn. für all« Zeiten einen aus dt« G>burt«zett bezüglichen Fehler behalt«, sollte. Strahdnrg t. S. Am SS. Februar wurde Herr Salomon Ha genauer zu Grabe getragen, ein tüchtiger Talmudist, der zuerst Reltgtonslehrer. dann Kaufmann war. Besonder« verdient machte er sich al« Präsident de« Vereine« »Maekil el Del.' («rch. i«r.) Bernd»««, S1. März. Bei dem heute im herzoglichen Carl«gymnastum stattgesundenen Abiturientenexamen, an welchem 3 Aspiranten theilnahmen, kam der in Anhalt birher noch nie dagewesrne Fall vor, daß einer dieser jungen Leute, Herr Heinrich Rosenihal von hier (Israelit) in Folge seiner vorzüglichen schriftlichen Arbeiten vou der mündlichen Prüfung diepenstrt worben ist. Dieser Fall ist um so erwäbnenswerther, al« der s» gut beanlogte junge Mann erst vor Kurzem sei» 17.'Lebensjahr erreicht hat. Darmstsdt, 21. März. (Or.Corr.) In dem »Darmstädter Täglichen Anzeiger" vom heutigen liest mau Folgendes: — »Au« Nassau. Am 18. März begeht der frühere iSrael. R«ligion«lehrer Dick st ein in Heringen (Nassau) feinen 107. Kebu,t«tag in dürftigsten Verhältnisse»." Diese Notiz, die auch in ander» Zeitungen steht, erregt allgemein rin peinliche« Aussehen. Gebildete, und zwar judensreundliche Ehrt« sten fragten «sich, ob sich denn die i«r. Gemeinde in Heringen nicht verpflichtet sühie, Sorge zu tragen, daß ein in so hohem Bretsenalter stehender Lehrer den Rest seiner Tage nicht in Dürftigkeit verleben niüsse. lind wäre dieselbe hierzu zu klein oder unvermögend, so ist es nicht zu begreifen, wie nicht die uinltegenden Gemeinden zu dessen Lebensunterhalt ein« Beisteuer leisten mögen. Line Aufklärung hierüber ist nöthig. Frankfurt a/M. Mittwoch, den 8. d. M. fand hier «ine Versammlung zu Gunsten der russischen Inden statt. Der Hauptzweck war die Darlegung des AuSwanderungSprojtkt» nach Amerika. Der amerikanische DeUgirte, Herr M. Ellinger, legte den Plan der amerik. HilsSgesellschast dar: Strecken Lande« anzukaufen, die» einzutheilen und den Familien, die sich dem Ackerbau widmen wollen, zuzuertheilen, ihnen die zur Anschaffung von Utensilien, Viehstand u. s. w. nothwendigen Vorschüsse zu machen und für» erste Jahr den erforderlichen Unterhalt zu gewähren. Die» solle aber kein Geschenk sein, sondern die Summe sei innerhalb einer gewissen Reih« von Jahren zurückzuzahlen, denn die Leute sollte» ganz aus sich selbst gestellt werden Dies« Zurückzahlungen fließen in einen Fond, der für alle Zeiten eine Unterstützung bilden soll für Juden, die sich dem Ackerbau widmen. Denn die Juden seien stet« ein ackerbautreibende» Volk gewesen. und nur di« Ges« ft ihrer AufeuthaltSländer hätten sie zum Handel gezronnge, De« «arm empfundenen und darum auch einen tiefen Eindruck hervorbringenden Vortrag« «folgte andauernder veisrll Di« Sammlungen sind im Werk«. Deutschland hat sine Million Dollar« zu diese« Hilf»«erk« aufzubringen. Wie». 28. Piärz. Auf Ansuchen der hiesigen kaiserlichrussischen votschas! hat der Prediger der i«r. Cultu«-Semetnde, Dr. Jelllne!, t-n hier weilenden kaiserlich-russischen Unterthanen jüd. Loi session den llnterthanenetd für den regierenden Kaiser von Rußland in seiner Wohnung abgenommen und darüber der 'siotschaft Bericht erstattet. Prag. Am t>. d. M. kam t>» den Vormittagsstunden ein Ä Bürger z, einen, Schneider l«raeltttscher Lonfeffion, i bei diesen einen Anzug ansertigen zu lassen. Die beiden hatten sich Md in der Wahl eine» Stoffe« entschieden, und der Meister machte sich sofort an di« Arbeit, denn der Anzug sollte binnen zwei Tagen fertig sein. Zu keiner großen Üeberraschung und Entrüstung erhielt er jedoch am selben Nachmittage van dem Auftraggeber einen Brief, in welchem derselbe die Verstellung absagte. »Ich bin nämlich," hieß e« in dem Schreit«». »Antisemit und lasse grundsätzlich bei jüdischen Geschäft« euten nicht« arbeiten; leider Hab« ich erst jetzt erfahren, daß Sie ein Jude sind." — Der Schneidermeister wird nunviehr aus Schadenersatz dringen. Drohabilsch (Galizien). In der ersten Märzwoch« hat ein Abgesandter dcr jüd. Gemeinde Litzka (Bezirk Sitomir) da« Dorf Modritsch, da« im Viannkreise unserer Stadt liegt, gelaust. Rach Pest ich werden etwa 300 Familien au« Sitomir und Umgegend sich dort niederlassen Port«. Am 1. März feierte Baron Alphon« Rothschild und seine würdige Gattin da« Fest der silberneu Hochzeit. — Die »Re ue de« Deux-monde«" bringt in ihrer Nummer vom 1. Mär, einen Artikel »Die deutschen Juden und ihre Feinde" > on G. Valbert (der Akademiker Cherbuliez), den nicht allein die Dühring, sonder» auch die Mauthner beherzigen mögen. Pari«. Im ' und Cantoren 22 Herr Samuel den. — Aus Aniu der Krieg«minister jüd. Soldaten genl Bordeans. S rabbiner in der Si dies da» erste Mal. Die Ehe wurde vk einem israelitischen iudget sür 1883 sind sür ül Rabbinen 1,000 Frc«. (177,000 M.) vorgesehen, korb ist al« Rabbiner von Pau bestätigt werden de« Oberradbiner« von Frankreich hat die Corpscommandanten angewiesen, den ,enden Urlaub zu erlheilen. littwoch am 13. Febr. hat der hies. Obernagoge «ine Mischehe eingesegnet. (i# ist , da« ein solcher Fall sich ereignet hat. einem christlichen jungen Mann und Mädchen geschlossen. Rom. Jüngst wurde hier Frau Sara Nathan beerdigt. Geboren in Peruss r (Nomagnai wurde st« die Gattin eine« reichen Engländer«, dessen Geschäftshäuser in London und Lugand (Schweiz) blühten. Sie war eine begeisterte Anhängerin Mazzin,'». that viel für die verbannten Demokraten und begründete das republikanische Blatt »Ji Dover«" Hierselbst. Natürlich haben demokr. Deputationen der Beerdigung beigewohnt. (Arch. iSr.) Rumäaie«. Me heftig die Leiden'chrft der für die Colonisation Palästina'» Eintretenden erregt ist, zeigt folgende« Pröbchen l)r. Beck hatte am Purim die Gefahren diese« Projekte» in einer Predigt dargelegt. Da dient ihm »Je«- reel" mit folgender Verballhornung eine« Schristverse«: »Gedenke Gott dem ver' und der Alliance und den andern Kindern Israel, die ab'chrecken da» Volk de« Ewigen." Jedenfalls hat »r. B. b, wirkt, daß eine Commission von 3 Männern nach Palästina geschickt wird, um an Ort und Stell« ein Uuhesi über d e Aurführbarkeit der geplanten Einwanderung zu gewinnen.