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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 13. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 13.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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an einer Stelle «in« direkte Cufforbctunu tu Ge« waltthättgkeiten gegen di« i»ra«littkch«n Mtbürger, diese Aufforderung sei entschieden aL« jur Gefährdung de« öffentlichen Frieden« geeignet zu bezeichnen; da« Bewußtsein hiervon müsse zweifello«- der Angeklagte Beren«, ebenso wie der Mitangeklagte Einsender Walter gehabt haben, karum seien dies« beiden Angeklagten entsprechend zu bestrafen, und zwar der erster« mit 100 Mark. Walter mit St» Mark; auch sei Vernichtung der nach aufzufindenden Exemplar« rer betreffenden-Nummer der „Patriotischen Zeitung" und Unbrauchbarmachung der etwa nach vorhandenen Farmen und Platten zu verfügen.*) Frankfurt a/M. Der 17. Jahresbericht der „Achawa" diese« so überaus segensreich wirkenden „Verein« zur Unterstützung hilfsbedürftiger i«r. Lehrer, deren Wittivrn und Waisen in Deutschland" ist soeben erschienen und bringen wir hier den größten Theil de« „Porvort»" zum Abdruck: „In unserm diesjährigen Berichte dürfen wir un« darauf beschränken, mit freudiger Genugthuung da« langsaine, aber stetige WachSthum unserer Vereui«bestr-bungen zu bekunden. Wir waren in gewohnter Weise bemüht, den an uns gehellten Anforderungen innerhalb der van unfern Statuten gegebenen Grenzen gerecht zu werden Dagegen können wir e« nicht verhehlen, daß wir zu unserm Bedauern mehrmals in die unangenehme Lage kamen, unberechtigte Ansprüche mit aller Entschiedenheit zurückioeisen zu müssen. Wir verweisen bei dieser Gelegent eit ganz besonder« auf den 8 9 der Statuten, welcher klar und deutlich die Fälle bezeichnet, in welchen die Verwaltung zur Gewährung einer Unterstützung befugt ist.**) Wa« den Uinfang unserer Leistungen betrifft, so beziffert sich die Enmme der JahreSunterstützangen (Pensionen) auf M. 7424, welche unter 47 Petenten mit 64 Theilen zu M. 116 vertheilt wurden, während au« dein Res»rve'ond 12 Bittsteller mit M. 620 bedacht wurden. Neunzehn alleinstthende Wittwrn, 4 Wsttwen mit je einenr Kinde, 13 Wittwen mit mehreren Kindern fanden in dem ihnen überwiesenen Antheil eine sehr erwünschte und nothwendige Stütze;» eine verwaiste LehrerStochter erhielt die Mittel zu ihrer weiteren Ausbildung; 4 theil» alleinstehende, theil« verheirathete, durch Aller oder Krankheit dienstunfähige Lehrer, sowie 4 Lehrer mit zahlreicher Familie, die durä, langes Leiden oder sonstige Gebrechen völlig erwerblo« wur den, erfreuten sich der wirksanien Unterstützung unserer Verein-kaffe. Ebenso wurde aus den Mitteln de« Reservefonds in 12 außerordentlichen Fällen einer augenblicklich drängenden Roth nach Kräften abgehclfcn. Un« ei füllt die hohe Befriedigung, manche bekünimerte Herzen getröstet und daharte Loa« trauernder Wittwen einigermaßen gelindert zu haben. Von den Unterstützten komulen au*: Baden 10, Bayern 16, Großherzogthum Hessen 4, Lippe 1, Württemberg 1, Provinz Hannover 1, Provinz Hessen-Nassau 17, Provinz Posen 1, Provinz Rheinland l, Provinz Schlesien 1, Provinz Schleswig-Holstein 1, Provinz Westfalen ü. Die Gesammtsummr der von der Achawa in den ersten siebenzehn Jahren ihre« Bestände« vertheilten Unterstützungen beläuft sich demnach auf M. 73,974.29. Unser Vereinsvermögen hat nach Abzug der zu Pensionen verwendeten M. 7424 die auf den Etat de« Jahre« 1882 zu stellen sind, bereit« die Hohe von M. 101,809.42 *V Bei Joseph Hüll« in Leipzig, Stkasiianbachsir 13, ist ein« «Uifemitisch« Spruchwörternersammtung von Thomas Are, erschienen,! dt« ihreSgteichrn an Schmähung un» Berichtlichmachen der Juden sucht, I sollt« der Vorstand m Leipzig sich nicht oeranlaßt »ehrn, den Strasanj trag zu stellen? > ••i § 9 tautet: Anspruch auf Unterstützung haten di« durch Iltrr«- schwäch« oder Krankheit dienstunfähig gewordenm »titulieder, io lange daS dienstliche Einkommen ganz oder lheUweise auf hört und sie kein andere« entsprechen»«« Einkommen haben; ferner die Wittwen und Waisen »erstorbener Mitglieder, erster, so lange st« im Wüiwenstand »er. harren und sie nicht ein der Stellung ihre« oerstordenen Ernährer« entsprechende« »utkommen Hoden, letztere in der Kegel bi« zur Vollendung ihre« 16. Lebensjahre«. erreicht. — Dü- Zahl unserer aktiven Mitglieder beläuft sich am Anfang de« Jahre« 1882 auf 218. Immerhin bleibt e« zu bedauern, daß von der groben Anzahl der deu,'chen itraelit. Lehrer nur s» wenig« uuser« Vereine bestreb». Wir erachten e« daher für besonder« eboten, an diese» Stelle wiederholt auf die bedeutenden Lei« ungen der Achawa aufmerksam zu machen, zu welchen da« mäßige Sinkaui igelt, und der geringe Jahresbeitrag — 6 Mark — in kr» rem Berhältniß stehen. Von Neuem wiederholen wir daher unsere schon so off gestellte Aufforderung und dringende Bitte an die israel. Lehrer und Rabbiner Deutschland-, u rserem Vereine beizutreten, den Beitritt neuer Mitglieder zu v-ranlaffen und da« Jnterrffe für die Bestrebungen unsere- Verein« >n immer weitere Kreise zu tragen." Namen« dir Verwaltung: A Teblüe. Vorsitzender. 8, Strttia, 20. März. (Or. Corr.) Dienstag, den 7. d. M. ist Herr F «ral L e s s e r, daälteste Mitglled unserer Geinrinde, zu ennger Ruhe bestattet worden, der in Folge seine« thatreichen Lebeneverdient, iin weiteren Kreise bekannt zu werden Herr Leiser war einer der ersten Juden, die sich hier ansäffig gemacht und alle in der Gemeind« bestehenden Inst tutionen verdanken ihm ihre Entstehung und eifrigste Förderung. Er war der Mitbegründer der Chewrah- Kadtscka »vie de« jüdischen Waisenhauses, dem er, unterstützt von seiner edlen Gattin, vie als Ehrenmutter in dieser An» stall fungirt, bis an sein Lebensende seine ganz besondere Ausmerksamkeit rivmele. Durch sein gediegene«, vielseilige« Wiffen, durch de.: Adel seine- EharakterS, durch seinen strenggerechten Wandel sowohl in geschäftlicher, wie in allen anderen Bcziehunge» seines Lebenerwarb er sich in allen Schichten der Bevölkern >g die grüßte Hochachtung, und die Gemeinde, die stetmit Ve ehrung zu ihm eniporblickte, ergriff mit Freuden jede Gelegen »eit, wenn es galt, ihm den Tr»b«t ihre- Danke« zu zolle» Herr Rabduier l>r. Vogelstein entwarf am Grabe vor e nein aus allen Eonfeffionen bestehenden, sehr zahlreichem Traue gesolge. ein treffliche« Bild de« Dahingeschiedenen. Der Heimgegangene, deffen Andenken stet« ei» gesegnete« bleiben > nrd, erreichte et» Aller von über achtzig Jahren. W Bodeiffeldk, 20. März. (Or. Eorr ) Bezugnehmend aus den Artikel in der „J-raelitischen Wochenschrlst:" „Unsere Glaube i-genoffen in Rußland" hat unser Vorsteuer, Herr M. Freude!> thal am Schluffe des Gottesdienste« am Sabb. P. Hachovefch eine '.Insprache an die Gemeinde g> halten, in welcher er Angesicht« der bedrängten Lage unserer rufftschen GlaubenSgenoffen der in dies. Bl gegebenen Anregung folgend, auf heute euren öffentlichen Gottesdienst festsetzte. um vom Vater de« Erbarmen- Hülfe und Rettung zu erflehen. In der wohl durch Yachten Ansprache war auch de» Hinweise« auf die Gleichwerihigkert;ibb, ^ip. bis „Fasten, Beten, Geldspenden" nicht vergeffen. Letztere« wurde als besonderdringend nölhig bezeichnet, damit die Schlußworte der Haphtara 'Bp 'sic nb ~vh in Erfüllung gehen uröchten. Der Anregui z de- Herrn Vorsteher« folgend, haben nun heute sämmtliche Gerne indr Mitglied er e>nmüthig ihr Gebet zu Gott emporgesendel; auch sin» unseren bescheidenen lffemeindevt hältmssen nach die Geldspenden reichlich geflossen Möchte doch tberall unter den Juden ein solcher Ge- Miingersr, Opferwi ligkeit und Jnlereffe für Juden und Judenlhum herrschen, so könnte auch in kleinen Gemeinden mit geringen Mitteln Namhafte« geleistet werden. Oesterreich. Krakau, 15. Februar. (Or.-Eorr.) Die Statistik hat nachgewiesen, daß religiöser Wahnsinn in sehr seltenen Au-nahin-sällen beim jüdischen Stamme angetroffen wurde, obgleich er eigentlich da» Volk der Religion bildet. Selbst riejenigen welche sich eindllden und bekannt geben, daß sie mit den himmlischen Rächten, mit Engeln und Geistern, mit

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