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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 12. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 12.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Vermischte und neueste Nachrichten. Berlin. Der Verein zur Fürsorge für jüdische Proselyten hielt am Sonntag Abend in der Bethlehem»kirche sein JahreSfest ab. Dem vom.Miffiowiprediger Daab erstattete» Bericht zufolge ist im abgelaukenen Jahr« die Zahl der Mitglieder und Wohlthäter, kowie die Summe der Beträge erheblich zurückgegangen. Während >>och im Jahre 187 l l83 Mitglieder und SS Wohlthäter mit 4309 Mk. Beiträgen dem Verein zur Seite standen, zählte derselbe im letzten Jahre nur 114 Mitglieder und 17 Wohlthäter mit inSgesammt nur 2074 Mk. Beiträge«. Berlin. Der Buchdruckereibesitzer Julius Ruppel war wieder einmal vor den Echöffenrich! er geladen, um sich wegen einer in der „Lstendzeitung" begangenen antisemitischen Beleidigung zu verantworten. Der Zufall wollte eS, dah der Echöffenrichter jüdischen Glaubens war, und Herr Ruppel nahm Veranlassung, dieses Umstandes wegen den Vorsitzenden abzulehnen. Ls blieb daher nichts anderes übrig, als den Termin zu vertagen, da da» Landgericht die Stichhaltigkeit eine» solchen Einspruch» zu prüfen hat. BreSlou. (Or.-Eorr.) Zur Förderung der Gemeindebundsideen wird beabsichtigt, hieroris eine Versammlung von Deputirten der schlesischen Gemeinden — behus» Bildung eine» ProvinzialverbandeS — zu berufen; was Vielen jedoch noch zu versrllht erscheint, da erst die Reuorganisation de» Bunde» mit dem Sitz in Berlin abgewartet werden sollte. Ktyf, 12. März. Der langjährige Redakteur de» .Himaggid" Herr Rabbiner Eilbermanr., der vor etwa 2 Jahren schon die Redaction de» unter seiner besonnenen Leitung proSperirende» hebr. Blatte», ist gestorben. Sein Andenken zum Segen! Lrwbcrg. Die Proteste gege: die hier abgehaltene sogen. Rabbinerversammlung mehren sich au» allen intelligenten Gemeinden seitdem die Wiener Witzblätter in Bild und Wort sich der Lache bemächtigt haben, sind die HHrn. Schreiber und Lonsokte» vollständig der Lächerlichkeit verfallen. Der Krakauer jüd. Gemeinderath beabsichtigt, ihren Rabbiner Herrn Schreiber zu mranlaffen, entweder sein Rabbinat oder ReichSmanvat, da» schon so oiel Cliillul haschem verursacht hat, niederzulege«. Wien. Der Kaiser hat unserem GlaubenSgenosien, dem berühmte» Künstler Adolf Sonnenthal, Hosburgichauspieler und Oberregifleur am Wiener Hifburgtheater die Ritterwürd« verliehe». Wien. Die Gemahlin de» Baron Albert Rothschild, Ehes de» Wiener idauses, ist glückl ch vo» einem Knaben entbunden. Letzten Sonntag fand in feierlicher Weise da» Beschneldungsfest statt. Pan». Hier starb am 3. März, 68 Jahre alt, Herr Leon Pincherlö, Generalagent der Triester und Venetianer VersicherungSgesellschast. Ein Schlagrnsall hatte ihn auf der Börse getroffen. Unter Manin war er 1848 Finanzminister der Republik Venedig. Sodann floh er nach Frankreich, wo er sich eine geachtete Stellung errungen hat. — Im städtischen Krankenhause endete am 4. Mürz da» Leben von Loui» Kalisch, geboren in Liffa (Posen). Er war Berichterstatter deutscher Zeitunaen und Journale. Unsere» Wiffen» war er nicht au» dem Verband« des Judentbum» getreten. Pan». Im Stadttheile Luxer,bourg wird jetzt das Klosterschulgebände niedergeriffen, welche» der getaufte Abbä Ratisbonne unter dem Namen „Notre-Dame de Sion* al» Bekehrung«anstalt für junge Jüdinnen gegründet hatte. Biel Erfolg« scheint die Schul« nicht gehabt zu haben. Jassy. Der Banquier Herr I. Neuschotz, der weit und reit bekannt« Phllantrop, welcher sich viel um da» Land verdient gemacht, hat auch bei dem neuen Parlament da« Ansuchen geftelt, ihm l>a» Bürgerrecht zu ertheilea Rach Verlesung de« Modvenberichte» der Jndigenat»kommiffion, welche seine viel« Verdienste aufzählte, wie Gründung von WohlthätigkeitSanftalten. Stipendien für rumänische Schüler rc. wurde er mit dem schönen Motto „thut nicht» der Jude wird verbrannt" zurückgewiesen. — A>.» Vergeltung spendete Herr Steuschotz gleich darauf 15,000 Franc» für die Wiltwen und Waisen de, im Kriege gefallenen rum. Soldaten. — Heute lesen wir in den rum. Zeitungen, dab Herr Renschotz neuerdings 20,000 jirc». für wohlthätige Zwecke spendete und zwar: Dem Bereme „Caritas“ der rumänischen Damen in Jassy 20,000 F, c». und den Rest für andere Anstalten. Die Totalsumme. w« cäe Herr Reuschotz heuer spendete, beläuft sich aus 200,000 Frc». So rächt sich ein Jude! — Palästina. Der Bericht eine» rumänischen Sendboten constatirt, daß je er Einwanderer beim Hierherkommen 1500 FrcS. (1240 Mt) haben müffe, um genügenden Landbesitz erwerben zu könr en.. (Da» ist für die Umgegend von Safet gemeint.) Herr Charles Netter versendet ein Circulair, worin er in übersiö ilicher Weise die Gründe zusammenstellt, die gegen eine Ei lwanderung in Palästina sprechen. (Wir kommen in nächs?r Nr. darauf zurück. Red.) Rlljtlaud.!Oie lsiachwehen der Verfolgungen zeigen sich in dein stetig z lnehmendem Drange, auSzuwandern. Arm und Reich, Jung und Alt, Arbeit-fähige und Profeffiontbettler ziehen schaart »weise über die Grenze. Für den Frühling bereitet sich eine Auswanderung en mause vor. Die Einen soffen S »erica, t-e Andern Palästina ins Auge. In Batta besitzt ein solcher Auswanderung-verein, der I Arzt, 1 Apotheker. 1 Lehrer, I studirten Agronomen, Studenten, Handwerter, i.berhanp lauter gesunde, in Vollkraft stehende Mitglieder zählt, ei» gemeinsame» Capital von 20,000 Rul>el. Besonder) im Stoen verkaufen viele schon jetzt ihre Liegenschaften. — Der Auszug aus dem russischen Egypten ist da. — Es sehlen nur noch Mose» und Ahron! Hm» Petersburg erhalte« wir heut«, de» so. März »ach Udchlust »i-ser Nr. »1« hochersreultchc llKttthetluug, »aß deruatser dem th« »tr hekanuten veschlüffe ver Haupt- «»mmiffiou »ur Peftättgung uuterbreiteudeu Jguutirw «ach gep'lageuem allerhöchste« Famlliearath erklärt habe, er werde diese«, nicht nur den Zudem, sandern »cm ganze« Reich« ihm grölte» Rae,th«il« gereichende«Brfchlüften «tem at» sein« ««nehmtgu rg ertheilea. (Be tätigt sic!» diese Nachricht voll und ganz, dann hätte sich da» Schriftart buchstäblich erfüllt: „Bevor sie rufen, antworte ich, wät cend sie reden, erhöre ich!" (Jesaja» 25, 24.) Möge Gott ferner da» Herz der Fürsten zum Heile Israel» lenken! Red.) Feuilleton. Bc rloren und gesunde». Eine E>t<th jng au« d«r Zeit d«s 30jai,rigt» Nri-g-4. (Fortsetzung.) 6. Wir haben > esehen, wie prompt diese» Mal in jenen rechtlosen Zeiten er Befehl de» RalheS auSgeführt und Justiz geübt worden ist rnd da auch im Hause ve» Pfarrherrn nach dem freudigen Eroachen Gertruds und nach den stürmischen Danksagungen an den Retter de» Vater», Frieden und Ruhe eingekehrt war, kirnen wir un» getrost auf da» Schlachtfeld begeben, ruf welä :m an diesem Tage einer der herrlichsten Siege Gr stav Adi ls» erfochten wurde. Auf jener lei hten Anhöhe, welche sich zwischen Rokittken und dem Lübschau:r See, auf der nördlichen Seite de» Rüh-

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