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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 11. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 11.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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83 — wer EaUzte» kennt, weiß zu gut, daß der verstocktest« polnisch« oder rnthenisch« vauer eine Judemnagd nicht man, wen« st« nicht zuvor da« Wasser der Lauie erhalten hat. Die Zahl der sich taufenden Judentöchter der frommen und ganz unwissenden Juden übersteigt mehrere Hundert i« Jahr«. Polinnen entschließen sich nur in den allersrlteusten Fällen, «ine« Juden (»ick») zu heiralhen und höchsten» eine« getauften. Schließlich der Land«»n>astafond, ein Foud der ursprünglich vom Kaiser Joseph li. angelet wurde, um jüd. Schule» zu gründe«. Dieser Fond ist von allen Juden zusammengedracht worden, ohne Unterschied der Kleidung«stück«, die sie angehabt haben mögen. Wie wollen die frommen Rabbinen ihn nur für sich in Anspruch nehme»? wen« man oder aus den Grund dieser Rabbinerconseren, sieht, wird es Niemandem unoerkenntlich sein, daß nicht die Gottesfurcht, nicht die L.eb« zum Judenthume und seiner heiligen Lehre die Motoren de» verhängnißvollen Rabbinertage« in Lemberg, sondern nur dteLeiddienerei sü da« Ministerium Laase, welche« einen armen ungebildelen Juden ol« Factor au«ersehen hat, seinen Regierungszwecken zu dienen. Da« Mini, stertum Laase will all« freiheitliche Institutionen der Bersasiung«partei stürzen, will ferner unseren erleuchteten vrü. dern im Parlamente wie Reuwirth, Luspitz. Kuranda, Jaque ein Paroli bieten für ihr mannhaite« und charakterfest-« Luftreten in ihrem Kamps sür die Volttsache; deßhalb lockte er den alter»- und geistesschwachen Mann mit Versprechungen aller Lrt. durch Zusagen der Genehmigung, wenn e« ihm gelingt. Sturm zu laufen gegen die jüdisch« Intelligenz. wie gegen da« Geietz der Cirilehe. Wie man sich wodl zu »nnnern weiß, halten auch die Bischöse geheime Sitzungen ab. um in klerikalen Angelegenheiten tiesgreiiende Beschlüsse zu faste». Gelingt r« Rabbiner Schreiber mit Hilfe seiner .guten Juden" hletitionen im Namen de» Iudenthum» einzudringen, so mögen wir un« aus da« Schlimmste gefaßt machen. Die Regierung wird den Prügelknaben gesunden haben, um alle« wieder in die alten reaktionären Geleise zurückzudämmen. bannt die Fieiheit«bäume der Juden nicht in den Himmel wachsen. 4ßa» au« dem offiziellen Programme hervorgeht, ist der Pferdefuß, den da« Statut der Frommen zeigt. Diese Leute in der Clau« scheinen e« den römisch-katholischen Geistlich,» abgeguckt zu haben und gleich jenem eine »yna^oKtt tnili.am einiuführen. Da» Statut stellt die Gemeinde unter die Kontrolle und Oberleitung der Rabbiner, dazu noch galizischer. Herr Rabbiner l »r. Gagenheimer und Herr Reich haben nur den traurigsten kindruck mitgenommen. Die galiz. Orthodoxie ist rcgierung»uniähig und o.e Raddinen sind wohl die allerletzten, welche die Garantie einer geordnete» Verwaltung der Gemeind« geben könne» — Der Verein .Schomer J«rael" hat e» daher nicht gleichgültig hingenommen und eine Kegenagitation in Scene , «fetzt, welche zur Folge hatte, daß die großen Gemeinden Protest gegen die Judrnorvnung de« Ehastidi«mu« einlegten. Wir wollen nicht leugnen, daß da« Judenthum eine Regeneration i» jüdischem Geiste dringend benölhigt, jedoch sind die Männer und die ergriffenen Mittel nicht die bewährten, daher auch nicht zu», Zwecke führend. Nicht im Feuer de« FanaliSmu« und nicht im Schwerte der Trennung, sondern im Geiste der Versöhnung liegt der Sieg. K. Berichte und Torrespoadenzea. De«tschl«»d. Magdedirg. Ueder den gegenwärtigen Stand der jüd. Frag« läßt di« .Reu» Evang Klrchenztg." sich wie folgt ver« nehmen: »Bei dem schnellen Uedergaug von lauter Erregung zur augenfälligen Lbspaunung aus dem Gebiete der jüd. Frage darf e« nicht wunder nehmen, daß zahlreich« jüd. Stimmen behaupten, die ganze jüd. Bewegung sei bei «n« eine k ü n ftltchgemach t« gewesen, die daher auch nothwendig im Sande Hab« verrinnen müsse«. In der Thal treten die Henrict, Förster. Hentze u. L. immermehr in dem Hintergrund«, ebenso wie ihre literartsihen Producte. Auch Franz A«zt hätte bester geschwiegm — den« seine Iu»laffungen sind doch Mir zu sehr von einem feind,eligen Lntisemtti«mu» dicttrt, al« daß sie etwa« sruchten könnten. Gleichwohl besteht eine Jndenfrag« für unser Land fort und nicht sür un» allein, sondern auch für den ganzen Osten Europa'«. Wie sehr den rusttschen Juden der Sinn sür da» Wchl und Weh« de« Volke«, in dem sie doch all, Rechte beanspruchen (aber doch nicht besitzen. Red.) fehlt, beiorist wobl am beste» die Thatsache, daß die dortigen jüdischen Militärärzte selbst gebeten haben, sie nicht zu den Rekruten« ««»Hebungen binzuziehen. weil sie au« Anlaß derselben in zu schwere Conflicte mit den Ihrigen gerathen. l Da« war sehr vernünftig von den jüd. Aerzten. Red.) „Aehnlich sind die Zustände in Oesterreich. Statt >4,000 galizischen Juden sollen nur 4000 im Heere stehen. Dabei nehmen vie ungesunden socialen Zustände de» jüd. Stamme» immer größere Dimensionen an. (Ob'» wahr ist? Red.) In ll Jahren hat sich (nach Schimmer'« statistischer Abhandlung: Di« Juden in Oesterreich. Hölder 1881, S. 17) die jüd. Bevölkernng Wien» im Vergleich zur christlichen 7mal, in Prag 8>nal so stark vermehrt und di« Zahl der jüdi'chen Schüler in den höheren Lehranstalten wächst immer mehr bei dem Streben, alle einfache Beschäftigung zu fliehen und sie den Christen zu überlassen. Muß doch der .I-raelit" selbst melden, daß der Verein, welcher e« sich zur «uigabe gemacht halte, Juden in Palästina dem Ackerbau zuzusühren, „ein schreckliche« >Na«ko" gemacht habe. Die Pforte hat de«» halb westere Annedlung von Juden in Palästina abgelei>nt" (Ist längst widerrufen. Red.) Da« cck-rii'ii censco ist d>r wohlgemeinte Rath, daß kür da» gesammte J»rael nur die Bekehrung zu Jes» übrig bleibe und damit den jüd. Stamm ein Ende nehmen zu lasten. Man dörr »un noch die Be- und V e rurtheilung der jüngsten englischen Bewegung zu Gunsten der Juden in diesem widerwärtig-glatten heuchlerischen Kirchenblatte: „In verschiedenen Kreisen Großbritaunien« hat man eine höchst bedenkliche Stellung eingenommen und ei» besondere« Maß von Unkennlniß der Berhälinistr an den Tag gelegt. Die bedeutsame Stellung, welche sich einzelne jüdisch« Pei sünlichkeiten erworben habe», blieb und bleidl eine, rem i» nvi» duelle und bestimmt da» gesellschaftliche und staatlich« lelxn so gut wie gar nicht. Innerhalb der dortigen gläubige» Kreise hat man sich bereit« während diese« ganzen Jnhrh. in sehr erfreulicher Weise der christliche» Pflicht gegen die Juden erinnert; die gesammte eoangel. Juden MistionSthtti-^« keit unierer Tage ist englischer Anregung zu verdanken. 'Ran preise zum Theil gerade unter den Gläubige» Großbrilannien» die Juden in einer Weise, welche sich, wenn auch unbewußt, in der Linie jene« BeaconSsield'schen Auc-sp uche«: „Die Race ist Alle»", bewegt. Diese bedenkliche Strömung unter den Gläubigen Großbritannien«, welche bei allen Conflikten der Juden unbesehen« aus ihre Seile tritt, hat jetzt die J«r. Alliance in ihre Rechnung zu z.ehen gewußt. Die Vorliebe vieler Engländer sür die Juden und ihr« Abneigung gegen die Russe» kennend, hat die J»r. Alliance in Großbritannien die Meinung zu verbreiten gewußt, daß die rustischen Inden nur al« Märtyrer gelitten hätten und jetzt ihnen nur ein« Helsen könne: di« politische Gleichberechtigung.*) Der Alliance -) i»«n orrglciche (jlmnit da» Cdjtribm de« p-ästdenien der -van» «eiilchen *Il>«nz m Pari« an da« il.nirai.iiom»« »er *11. t«r »um 1. »dtj er.: „Im Kamen fc« tranz-sijchen Zneig« der cuangeiische» ftiUan), rinn vor mehr all 30 Iahen fltatUnbrlrn «Senaffenschail, >» n.icher »i« «eischiedenen »roieftaniischen Bekenninisse untere« Saieriande« Uctm sin», IUhlen nie un« »«arungea, un« heur« a» du tu nendeu. Aach einer »orübrrgehenden »uflüluna unler.» tlamii,'« aut» Htut ver» einlqi. haden wir da» SedUrtnib. Ihnen au«zusPrechen, «ii nie ltesem Schmerze und ltalrUstu»« n>r in uen.flen Iheiien Euiopa» und nanenttich in Autziand einen Äeift »er »«reizlheii und chewaltihLlizkeli ge>«n

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