Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 10.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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die Gemeinden dazu entschließen könnte«, einfach die städtischenSteuerlisten derEiaschätzung »»Grunde zu legen und strikt darnach zurepartiren? Me Verwaltung gäbe damit nur ein Scepter au» Händen, da« dcm. der e» hält, zuweilen noch beschwerlicher wird, als den Regierten. Jedenfalls würden Ausschreitungen wie sie Herr Dr. W. schildert, dann kaum möglich sein. (Dieser Modu» war in der Gemeind«, in welcher wir gerade jetzt vor SO Jahren da« Rabbinat antraten und 5 Jahre, lang bekleidete« — Thorn — eiugeführt und hat sich sehr bewährt. Red.) Hannover. t. März. (Or.Lorr.) Da« AbgangSexamen an der hiesigen BildungSanstalt für jüdisch« Lehrer haben sämmtlich« sech» Examinanden bestanden. Einer wurde wegen vor»üglicher Leistungen im schriftlichen Examen vom mündlichen diSpensirt. Diese jungen Lehrer sind die ersten, welche den vollständigen Tursu« an der Anstalt (S Jahre Präparande und 3 Jahre Seminar) durchgemacht haben. Frauksnrt t/K. Herr Ullmann, der seit 30 Jahren da« Sekretariat unserer Gemeinde in treuer Hingebung versieht, begeht am 20. d. M. seinen 70. Geburtstag. Er hat viele schätzeuSwerthe Beiträge zur Geschichte der Stadt Frankfurt und berühmter, weitverzweigter jüd. Familien dieser Stadt veröffentlicht. Wie». Bonge Woche langten hier wieder 27 russische Linder unter Führung de» erst vor 14 Tagen aus Jaffa zurückgekehrten Dr. Echafier an. Bon diesen bleiben 4 Mädchen hier, die übrigen 23 lKnaben) bringt Herr Eharle» Netter nach Peßach gleichfalls nach Jaffa. Brünn, 10. Febr. Die diesjähr. General-Bersammlung der Mlegirteu de« Mähr.-jüd WaisenhilsS-Bereine«, in der auck^ di« Neuwahl de« Euratorium'« für die V. Wahlperiode oorgenommen werden wird, findet am 20. März l. I. statt. Der Fond erreichte im vor Jahre eine Höhe von 1021031 Fl. — ES wurden verausgabt für Gemeindeunterstützungen 106 ö0 Fl., Schulfudventionen 12840 Fl.. Personalunterstützungen 11005 Fl., Stipendirrk 600 Fl.. BilvungS» und Huma« nstätSanstalten 2275 Fl. — Diese Ziffern weisen daher wieder eine Steigerung aus. Lemberg. In der von Ilr. Gugenheim (floUin) präsidirten orthodoxen Rabbinerversammlung haben sich 2 Parteien gebildet — eine schwarze und eine ultramarine. — Die Statutencommiffion besteht aus 30 Mitgliedern, je 15 von jeder Partei. (Wir kommen auf diese famose Bersantmlung in nächster Rr. ausführlich zurück. Red.) Paris, 2. März. Angesichts der offiziellen russischen Ableugnung in Sachen der Judengräuel publizirt da» hiesige Comitä unter der Angabe von Namen und Ort die ungeheure Anzahl Frauenschändungen und Erniordungen, alle durch glaubwürdigste Zeugen erhärtet. Paris. Am 31. Januar verstarb plötzlich Herr Israel Bidal, erster Borbeter der Gemeinde in Marseille. Sein Hmscheiden wird allseitig bedauert. — Einen bedeutenden Verlust hat die Judeuschaft de« Süden« durch den am 4. Februar in Aix erfolgten Tod de« Advokaten BedarrldeS. Er war früher Etabtraaer der .Advokaten, Maire der Stadt Aix gewesen, haue geachtete Werke juristischen Inhalt« verfaßt und ist auch Offizier der Ehrenlegion gewesen. Paris. Me Alliance hat für die russischen Juden 480,748 Frc». gesammelt, in London waren bi« zum ». Februar 55,000 Pfd. (1.100,000 Mark) eingegangen. Da« »Journal de« Däbat«" bracht« einen warmen Aufruf für di« arme« Geplünderten au« der Feder de« früheren Minister» Bordoux. Pari«. Herr G r u m b a ch, früher Secretair de« Generalgouverneur» von Algier, ist UntercabinetSchef de« Minister« des Innern geworden. — Der bekannte Biolincillist ProSper Seligmann, ein Schüler Halevy», .er 1817 in Pari» geboren war, ist am 5. Februar in Moi to Earl» verstorben. In Nizza starl> vor Kurzem Dr. Leopold Stern au« Bukarest im Alter vor. 38 Jahren Bor einem Jahre verlor er in Mentone feine junge srau. Seitdem siechte er selbst dahin. Bon 1868 an war er Kitarbeoer de» ,J»raelite Romaine" und Sekretär des Begr inder« diese« Blatte», Herrn Armend Lewy. Dann schloß ei sich Herrn Peixotto an und wurde Mitbegründer der isiesell Last .Zion", in der er Präsident der Bukarester Loge blieb. 1871 ließ er vereint mit seinem Bruder Dr. jur. Avals Stern 'jetzt Atvocat am Appelgericht in Bukarest) da«Journal .di-rumänisch«Post" zuerst deutsch, dann deutsch und rumänisch scheine,. 1872 wohnte er den Eon» serenzen in Brüssel, 1877 der Generalversammlung der Alliance bei. Ein wackerer Kän pfer stieg mit ihm in« Grab, bevor der Kampf beendet ist! Laadoa. Mn. der chmten t! omponiften Juliu« Benedict (er stammt au« Stutt art) ha die Königin bei Gelegenheit seine» 79. Geburt« tage die BuronetSwürde verliehen. Loado», 20. Feb uar. Unterstaatssekretär Dilke erklärte aus eine Ansrag Worin,!', die Frage wegen der Formalitäten, welche 1>ie R ußland besuchenden englischen Israeliten zu befolgen hätte,, sei »och Gegenstand de« Schriftwechsel» mit Rußland. Die englischen Unierthanen jüdischer Religion würden in reffe, ‘xii Schutz der englischen Regierung, zu dem sie berechtigt feie t, haben, soweit die« mit den Bertragtiverpflichtunger ve einbar 'ei. Oxford. 245 Prffessoren und Doktoren der hies. Universität haben an Herr r Oberrrbbiner Dr. R. Adler in London eine Adreffe geric t«t. in der sie ihren tiefsten Abscheu vor den rohen Graus« uikeiten der Russen gegen die Juven unv ihre wärmster. Sy ivachien mit den letzter» zum Ausdruck bringen. Ebenso habe, 2000 Studenten derselben Universität an den Lordmayoi vo>. London eine Zustimnlung-adreff« zu den Beschlüssen de» M rision-House-Meetings gesandt.: »New. Am l3. sebruar ward hier in allen Synagogen allgemeiner Bet- und Bußtag abgehalten. Alle Stände waren vereint. — lrinhet ist der Ruf, den die Roth der Zeit deutlich erhebt. Makow (Ruszlant). In der Befürchtung, daß die Judenhetze hierher sich verbreiten dürste, wurde die Feuerwehr versammelt und ein christlich:! Arzt ermahnte sie, solchen Frevlern mannhaft gl-ich einem Schadenfeuer entgegenzutrelen. Er schildert, wie er bei seiner Praxi« die Armuth und da« Familienleben der Juden kennen gelernt Hab«, und wie die Anschuldigungen »gen sie ungerecht und unbegründet seien. Einmüthig erl ärte d e Mannschaft, sie würde die Spritzen gegen di: Ar tisemite» zu brauchen wissen. Bulgarien. Ruf «sche S, ndboten hetzte» da« Bolk gegen die Juden. Eine Pet t,cn um Beschränkung der Rechte der Juven hat schon 40,00» Unterschriften erhalten. In Eostanzia, Warna, Basardsch.k v« langt man LuStreiben der Juden. Die Regierung hat Wichtig re» zu tlmn, als sich darum zu kümmern! Bukarest, 2.'». Feb uar. Auf eine Interpellation JoneScu'S bezüglich der Emigratt der Juden, welche von den londoner, Eomite;« unterstützt «erden, rntwortete Bratianu. daß der Minister de» Jnrern und der Berkehrsminister Maßregeln getroffen hätten, um U« Emigration nach Palästina zu erleichtern. Au« Amerike wird berichtet, daß dir Vereinigung der jüd. Gemeinde 200,00» Sch'in e ä 5 Dollar« auSgtgeben habe, welche honorit wo.'den ind und 4 Millionen Mark für die Förderung der Anstidelu,g russischer Juden eingetragen haben. Ora». Hier die et dt« Lintegnung der Ehe einer Wittw«, welche Ehalizah hätte nehme, solle», mit einem Nichtjuden durch einen R a b b t n e:(k) und di« daraus bezügliche Bekanntmachung de« Oberrabbti lr« den judenfeindliaen Blättern erwünschten Anlaß, üb«: die Irden herzuziehen.