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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 9. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 9.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 70 — zur Aufnahme nicht reit. Herr H. nnd seine 3 jüd. Mitschüler haben nie eine Animosität der Lehrer zu 'puren gehabt. — Vorläufig haben die englischen Meetings zur Verschlimmerung der Lage der Juden geführt. Wer denkt da nickt an MofiS erstes Auftreten vor Pharao? Die bisherige Judenkommission isi nur eine vorbereitende und soeben find die Gouverneure der Provinzen, in welchen Juden wohnen, aufgesordert worden, je ein Mitglied der Bczirkscommissionen (für die Judenfrage) hierher zu senden! DaS wird -eine nette Gesellschaft werden! Die russisch-jüd. Blätter schreie» zum Himmel, daß sie die Engländer nicht angestistet haben — und Jgnatiew will — wie die „Poln. Zeitung" auch berichtet — die Rechte der Juden „im Allgemeinen" nicht sckmSlern. Da» beißt: ES bleibt den Juden unbenommen, in den alten ibnen vorgefchriedenen Bezirke» weiter zu leben — die Auswanderung wird gestattet. Di« Uebrigbleibenden aber solle» gleichmäßiger vertheilt werden!! — In Frichstadt (Kurland) hat der Etadtrath eine Petition beschlosien, daß die Beschränkung in der Wahl jüd. Stadträthe fortfalle. In Kaidan (Kowno) haben am 16. Januar 3 Bauern, welche die Juden hauen wollten, aus Versehen den Popen totgeschlagen. Auch in Ramejon (Wilna) haben an demselben Tage die Bauern ihr Müthchen an den Juden zu kühlen begonnen, doch brachte der Geistliche sie zur Ruhe. Und doch — ist' gut oder schlimm? — 131 jüd. Studentinnen der Medici» hier! Die Vertreibung der nicht wohnsitzberechtigten Juden au« Kiew und das Uebersiedel» der Berechtigten in da» Ghetto ist nur bi» zum Frühwhr sistirt — nicht aufgehoben. In Kaimnitz Podoisky hat eine Gemeindeversamniluug die Gründung einer Kolonie von mindestens 30 jüd. Ackerbauern beschloffe». 7000 Rubel sind schon dazu gezeichnet. Rach Kischenew sind Briefe russischer Auswanderer von Amerika gelangt, die des Lobes der Amerikaner voll sind und zum Rachselgen auffordern. Mehr als 100 Familien bereiten sich vor, dies nach Pessach zu thun. Vermischte und neueste Nachrichten. Berlin, 23. Febr. Der geheime Eommerzienrath Jacob Landau ist von dem Herzog von Srchsen-Coburg-Gotha in den erblichen Freiherrnstand erhoben worden und steht die Anerkennung dieser Standeserhöhung auch Seiten» der hiesigen Regierung nahe bevor. Jacob Landau wurde im Jahre 1860, als derselbe noch in Breslau wohnhaft war, von dem Herzog von Golha znm Hofagenten ernannt. — E« ist dies unsere» Wissen» der vierte Glaubensgenosse in Berlin, dem diese StandeSerhShung zu Theil wird, da der Äeneral-Conful von Bleichröder den preußischen. General-Consnl Eise, mann den portugiesischen und der frühere Director der Stettiner Eisenbahn, Julius Born, den österreichischen Freiherrntltel besitzt Arge»«». Der Kaufmann Frtedenthal von hier, vom Schöffengericht wegen Beleidigung de« Bürgermeister« bet Gelegenheit de« Judenkrawall» zu 300 M. ev. 4 Wochen Gesängniß verurlhttlt worden, — die Beleidigung wurde in einer von F. während de« Krawall« an den Oberpräsidenten gerichteten Depesche um Schutz, da der Schutz der localen Behörden unzureichend sei, gründen — Halle gegen jene« Erkenntnlß Berufung eingelegt und die Strafkammer zu Bromberg sprach ihn frei, indem sie die Beleidigung verneinte, zumal F. nur in der Wahrnehmung seiner Interessen gehandelt hatte. Th»r«, im Februar. (Or.-Lrr). Der auch in weiteren Kreis«, durch sein» exegetischen Werke rav nrus »nd fcp mp ne« bekannt« Rabbiner unserer Rachbargemetnd« wlocza» »ek Joses Ltzatm Sar, sunt, am 7. März d. I. sein öOjührtge« RabbtnerjubtlLu« zugleich mit dem seltenen Ach« seiner diamantenen Hochzeit. Der al« preußischer Unterthan in Pole» wirkend« Rabbi gilt dort als einer der ersten Tal» mudautoritäten. aber auch die Jubelarin enstammt einem alten berühniten Rabbine Hause, sie ist die Enkelin de» weiland Landrabbiner R. R< chnrann Amsterdam. Von den Kindern d«S Jubelpaar« w rken öffentlich der zweitälteste Sohn l)r. I. Caro als Professor der Geschichte an die Universität BrcSlau und der jüngste Sohn l>r. Jecheskel Caro als Rabbiner der Gemeinde Erfurt. (Möge dem »nS persönlich bekannten greisen geisteSsristhen Gelehrten, der nicht nur da« weite Gebiet de» Talmud« beherrscht, sondern auch in den modernen Wissenschaften heimi ch ist, nach einem rastlos thätigen LebenStag ein langer,schöner,» igetrübterLebensabendbeschiedensein! Red.) Wien. I)r. ellineck regte jüngst aus der Kanzel den Gedanken an. daß im Purimfeste in den Tempeln Sammelbüchsen für de au«wandernden russ. Jade» ausgestellt werden; eine beff.-re Verwendung de« „halben Schekel" giebl'S wohl nicht. Wie». Der .< aiser hat unserei» Glaubensgenossen, dem Linienichiffscavitän Tobias Freiherr» v.Oefterreicher dieContre- Admiralswürde ohne Tax n verliehen. (Diese Würde entspricht dem Generalsränge bei den Landtruppen.) CarlSba! Znm hiesigen Rabbiner ist Ile. PorgeS, zuletzt in Pilsen, früher in Mannheim, gewählt worven. Pest. Der P titionsauSschub des ungarischen Abgeordnetenhauses n ies d e Petition der katholischen Geistlichkeit de» Runter Bezirkes (Eisenburger Eomitat), um Aufhebung der Emantipation der Juden, „al» einen bereitüberwundene» Standpunkt", einfach ab, u. zw. trotzdem der samose Chef »er Antisemiten in Ungal». Herr Jstoczy, zu Gunsten des gewij nur von der reinsten christlichen Liebe eingegcbene» Barsch ages des kathol. ClcruS, eine gewaltige Rede vom Stapel ließ. Ministerpräsident Ti «za erklärt, daß er Rußland urr das Vorgehen, welche» dort gegenüber de» Juden be olqt oerde, durchaus nicht beneide und daß er da» Beispiel I>esselb> n nicht nachzuahmen wünsche. Er schätze wohl hoch die deuls he Ration, doch sehe er nicht ein. daß Ungarn derselben aich auf da- Gebiet einer krankhaften Bewegung folgen müsse. (Allgenieine Zustimmung.) — Moritz I0 kai veröffentlicht im „Hon" einen fulminanten Artikel gl gen die ung. Judenhetzer. Pest. Ter Königi. Rath Herr Max Brüll ist feiner Verdienste im Staaisdienstr wegen geadelt worden. — Zum Bürgermeister der Stadt Ro» (im Eisenberger Cemitat, im Wahlkreise Jstoczy< ist Herr Joseph Meyer zum Bürgermeister gewählt worden. Sein Get-alt hat er der Volksschule überwiesen. — Jstoczy hat seinen Ehrenbeleidiguiig-prozeß, de» er gegen Herr« Arnstein angestrengt hatte, in zweiter Instanz verloren. — I» MiSkolz hat die orthodoxe Gemeinde eine Lotterie behufs Bau einer Synagoge veranstaltet und dabei sind über lo.ooo Loose mehr, al» der Ziehungsplan gestattet, verkanft w irden. Der Staatsanwalt hat natürlich di« Untersuchung ringeleitet. Pari». Sil» Nachruf Berthold Auerbach'« hat „Arch. i«r." nicht« Andere«, al« d,e Bemerkung: »Frankreich hat an ihm keinen Freund verlo.en." So sehr wiegt da« nationale dem religiösen Interesse ror! verloren und gefunden. Sin« aiiWim) «u« der M »Ijätzri^n 5. Wir wisst n wt, Gustav Adolf auch ohne dt« Botschaft de« Pastor» seinen ttazug in D. deschleunlgte. «lr wissen nun auch, warum ft: dem stolzen Gefolge de« König« der Ein«! fehlt«, de» «in lebende« Mädchenherz sich glüheud «nt- Öensehnte — »has oon Dohna. Aber nicht gar zu lang« tr di« edle Psa.ttochter in bangen Zweifel verharren.

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