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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 9. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 9.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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67 zelne Formalitäten sich verständigt hatte, wurde Dienstag 10 Uhr Bormittag» der Gemeindetay vom bisherigen Vorsitzenden Hr. N ach od mit herzlichem Willkommengrub eröffnet und zur Bildung des Bureau» geschritten. ES wurden einstimmig von der Versammlung dazu gewählt: Herr Justizrath ßr.Meyer, Borsteher der Berliner Gemeind« zum Vorsitzenden, der geh. EanitätSrath ßr. Kri steiler nnd Hr. Honigmann- Breslau zu Stellvertretern und die HH. Rechtsanw. I>r. Ster», Nabb.!>r. Blaydaum, „YKobfolm »nd Friedeberg zu Schriftführern Der allverehrte Hr Rachod galt als Ehrenpräsident. Rach einer längeren Ansprache des Vorsitzenden I)r. Mayer, in der er einen Rückblick auf die bisherigen Gemeindelage warf, einen Vergleich zwischen Damals »nd Jetzt anstellte, die daran» sich ergebende veränderte Front-Stellung de» Gemeindebundes scharf — unter Beifall der Versa»»»- lung — zeichnete, erstattete Herr Rachod den Bericht de» Ausschusses. woraus Dechargc erlheilt wurde. Es folgten hieraus der vierte und wichtigste Gegenstand der TageSvrdnung: Berathung über Abänderung de« Statut-. Der AuSfchub hatte einen gedruckten Entwurf als Basis der Verhandlungen den Mitgliedern zugehe» lasten und die HHr. Kisteller und Mahner zu Referenten designirt. Es ist selbstverständlich, dah die Debatten über 8 I lRainen, Sitz und Zweck de» Bunde»> den bei weitem gröhten Theil der Sitzung bildeten. Dieser 8. wurde nach sehr eingehender Berathung, an der sich die Vertreter der verschiedensten religiösen Richtungen im heutigen Judenthum mit Wärme belheiligte», in folgende, Fassung angenommen: „Die im Jahre 166!« begründete Bereinigung deutschisraelitischer Gemeinden führt de» Rainen: Deutsch-ISraelitischer Gemeindebund und lwt seinen Sitz in Berlin. Zweck de» Bunde» ist die Förderung der Verwaltung»-, Bildung»- und Wohllhätigkeilsangelcgenheitcn der israelitische» Genieinden de» deutschen Reichs. Insbesondere wird dieser Zweck zu erreichen gesucht durch: 1) Fürsorge für Religionsunterricht und Ausbildung von Religionslehrern: 2) Erstredung eines Systems der definitiven Anstellung und Pensionirung von Gemeindeb-amten und zur Fürsorge für die Hinterbliebenen; 3) Unterstützung von Untcrnebmungen und Veranstaltungen zur Hebung der jüdischen Volksbildung und zur Verbreitung richtiger Kenntnisse von dem Wesen und der Ge» schichte de« Judenlhum«; 4) V-rbesterung de» Kranken- und Ar menpfleg ewesen», namentlich Beseitigung der Äanderbettelei und Ausbildung von jüdischen Krankenpflegerinnen; ü) Aufmunterung zur Ausbildung der Jugend für Handwerk, Landwirthschaft und technische (bewerbe. Die Behandlung kultueller und ritueller Fragen, ebenso auch die Erörterung politischer Gegenstände sind von der Thätigkeit des Bunde« ausgeschloffen." Die wrbandlungeil de» ersten Tage» hatten von 10 Uhr Morgen« bi» Abends 8 Uhr — Miltagpause von 2—4 Uhr — gewährt. Die erlangte Einmüthigkeit erfüllte Alle nüt innerer Freudigkeit Die Berathung über den letzten Gegenstand der Tagesordnung — betreff» brr ruff. Flüchtlinge — fand am nächsten Tage statt. Wir erhalten darüber den folgenden Bericht au« „Berlin." Berlin, 22. Februar. (Or. - Eorr.) Die heutige Sitzung de» Deutsch-iSraelitischen GemeindetageS wurde um 10 Uhr vom Geh. EanitätSrath I)r. Kristeller eröffnet, der den Vorsitz aber bald an Herrn ßr. Hoaigmann (Breslau) abgad., Die Herren vom hiesigen ruffischen Lomitö, bl* gestern zur haltigen Sitzung eingeladen waren, nämlich Herr EanitätSrath ßr. Reumann «nd Herr Geh. Eon»- merzienrath Ealoman Lach mann waren erschienen und erstattete« Bericht über dasjenige, wa» bisher Seiten» de» hiesig:» internationalen Eomitä's, als auch von der Alliance JSr. geschehen, ivorau» zu entnehmen war. daß die letztere nicht für eine Emigration zu schwärmen scheint. E» knüpft« sich an diese Auseinandersetzungen eine Debatte, an welcher sich die Herren Honigman», Frcudenth.il, Hildesheimer, Frankl und Landrabbiner Meyer betheilgten, und wurde schlieblich folgende von Herrn ßr. Meyer gestellte Resolution angenommen. Dieselbe lnntet wörtlich: ,D»r brutliy-l«r c.Ul.tch« i-«rmrinrr»»ni> ist nj y (,mrr nrutn Or* gamfanon ni-bt in der V >«-. bir rngNchr ^udrnfrayc. die so ttrf ln feie brr >-«rlnn,nNfub>nhr>l rin«rrift. in thr.r mlrrnaiionalen Brb'iilunn z„ brba.ibrln; brr Virmrlnbrtaft rtfldtt r« über «ür burch.,»« iiPtbinrnDiA. bat 'oiort rin Ürnlratcomilifür qnuj DnNschlanb zu» fammrntrrt.., Iv.lchr« IN <trrblNdu»o m>: allm qlrichr ctwrckr «rrfol. arndr» <5l>n,N>-, »ach VtS,,Nchk«il iWilfr «chassr. Dri «irairlnvrta-i holt r« für jiorcfnuifiifl. Nah bao Brrlinrr <!nin»>> >»,! brn l>>rr anw.lrnbrn ül.rlrrlrrn «rostrrrr »«rnirinbr» zulammrntrrl« UN» iidrr dir ,» obiqrin ij,»r>1r Nitihiflr» Maliiiahi, ei vrrhanblr. rrNSrt sich auch brrtil, nah NiLIirn für BrstbagunA von Diuirln, für dir »ach Druischlanb Ilrdrrlrrirnb.» iimnch» br, drn Umivroarmruiorii ti>a>>,> zu lein," Der Vorsiv'ndr schlosi, da kein Gegenstand mehr aus oer TageSvrdnung stand, die Bersa»»nlung. in der Hoffnung und Erwartung, dasi nur Gute» au» de» Verhandlungen hirvor» gehen möge. Hamburg, 17. Febr. lOr.-Eorr.f Dag die russischen Flüchtlinge, deren Zahl sich durch Zuzug hierselbst aus 400 steigerte, in voriger Woche in zwe, Abtheilunge» die R'ise »ach Anierika über England angetreten haben, nachdem sie volle drei Wochen hier verpflegt worden waren, wild Ih re» bereit» aus anderen Blättern bekannt worden sei». Die tlollecte, welche dar Eomitö veranstaltete, erreichte durch namhaste Beiträge, welche gezeichnet wurden, bald di« Höhe der Summe, die ersorderlich war, die Eguipirung und Besülderung zu ermöglichen. Bei ihrem Schelden von Hamburg richteten einige der Auswanderer im Rainen ihrer Leidensgefährten in Rr. 5 der jetzt hier erscheinenden hebräischen Wochenschrift "Mn?:" Worte des innigsten Dankes an die Vorsteher des Unlerftützungscomitö'« für die liebevolle Pflege, welche ihnen von Seiten seiner Mitglieder zu Theil geworden ist, »ad die aufopfernde Thätigkeit, welcher sie sich Tag und Rächt unterzogen, «vährend sie sich gleichzeitig über die rücksichtslose Beherndlung bell,ge», welche sie in Brody erfahren haben; nnd zwar mit folgenden Worten: ryn n nan tv" ""tnia. — Al« Epilog zu diese», Trauerspiel erschien dieser Tage eine Verordnung des Oberrabbinat» (eine Titulatur aus srüren Zeiten) in einem an alle hier besteheuden Synagogen erlastenen Aktenstücke ohne Ramensunterschrift, dasi am Donnerstag, den 27. B2c ein nas fi'W* abzuhalten fei, während die am Fasten sich nicht Betheiligenden ff'iv geben sollten und bis auf Weiteres täglich vir' ">2'r zu beten. Dieser Ukas würde wohl seine Wirkung verfehlt habe», die Zahl der Fastenden würde wohl nicht gro», gewesen sein, wäre dieser Tag nicht ohnedies von der p"n als Ersatz für den auf den Sabbath fallenden n“i 217 als Fasttag für diese» Jahr angesetzt. Derartige «eschlüffe Hab,» ihr« Zugkraft verloren, selbst die Orthodoxesten richten sich nicht danach. Zu Unterstützungen an Geld und Geldeswerth finden sich Viel, bereit, wa» da» Fasten de» bedrängten Russen nützen soll, da» zu erkennen, wirb den Meisten schwer; „davon, daß wir fasten, werden Jene nicht satt", meinte einer meiner Bekannten. Nordstetten bei Horb, 1&. Febr. Die Leiche ßr. Berthold Auerbach» war seit gestern im hiesige» Rathhau» ausgebahrt; von diesem bewegte sich heute um 2 Uhr der Leichenzug gegen den Gottesacker. Voran zog die Schuljugend unter Leitung ihrer Lehrer, ihnen schloffen sich die bürgerlichen Kollegien an, darauf kam die Feuerwehr mit umflorter Fahne und Tcauerschärpen, in der Hand Palmblätter tragend. Dann folgte der reichbekränzte vierspännige Leichenwagen, hinter demsellien die Leidtragenden, darunter dt« Wittwe und 4 Kinder M Verewigten, die israelitische Geistlichkeit und viel« heimathlich« und auswärtige Begleiter. Dir bemerkten darunter eine Vertretung der „Germania" in Tübingen, da»

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