Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 7.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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—- Der König von Würtemberg hat. wie der „Staat». >«.' meldet, auf vte Nachricht von bm Tod« verthold Vun. dach'« deffen Hinterbliebenen feine aufrichtige Thestnahm« kund geben lassen. — Bon den vielen Nekrologen, welch« die großen Lage», blätter Auerbach widmen, erwähnen wir den von Paul Lindau in der „Köln. Zeit.* von Richard G o s ch e in einem Hallenser Blatte, von Fritz Mauthner tm „Berliner Tagebl.,* von Rax Ring im „Deutsch. AontagSbl u. v. a. Berlin. Der sehr segensreich wirtend« „Hüstverein für jüd. Studirende*, der 19ßO immerwährend« Mitglieder und außerdem Studentischen HUsssond und dem Zweigverein für Akademiker «och folgend« 10 Stiftungen in sich begreift: Ale. xander von Hunlboldt-Stiftung, Marianne Liebermann-Stistun-, Joel Wolff Meyer-Stistung, Max James-Stiftung, Jacob Saling Stiftung. Heinrick, Rathorff-Stiftnng. l)r. Eduard Waldeck« Stiftung, Isidor Gebert.Stiftung. Ernst Reichenheim-Stistung, Dr. Wiih. Meyer-Stiftung schloß da« Jahr 1881 mit 176,000 M. 30 Pf. Davon wurden ausgegeben. einmalige Unterstützungen 4700, laufend« Unterstützungen 17,91* 1, bleibt Bestand in Fond» 148,575 Mt., baar 2516 Mk. Au» Leitzzi» wird dem Londoner „Jewish Lhronicle,* defien Verdienste um da» Zustandekomn»en der englischen Meeting« nicht unerheblich sind, da einer seiner Redacteure Mitredactcur der „Times* ist, geschrieben: „Sie werden mit Vergnügen vernehmen, daß in einer kürzlich von M. Friedeberg, einem jüd. Studenten und Lehrer an unserer jüd. Gemeindeschule,*) erschienenen Broschüre „Praktisches Judenthum*, (Leipzig, Robert Fries«) welche speciell an unseie Glaubensgenossen gerichtet ist, erwähnt wird, daß der Ausschuß de» deutsch-israelit. Semeindebunde» ein Monatsblatt") herauszu geben beabsichtigt. Große» Lob wird in dieser Broschüre den Schriften von Grace Miß Äguilar und „Daniel Deronda* von G. Eliot gezollt. Die Broschüre behandelt: l. da« Ju» denthum und dir Presse, 2. da» Judenthum und die Univer. «täten, 3. das Judenthum und die Socia'.reform, und ist sehr lesenswerth.* Raubten (Schlesien). In unserem Städtchen fungirt Herr Sanitätsrath Lepmann seit 25 Jahren als Eladtverordnrtenvorsteher. Bet seinen, Jubiläum ist er zum Ehren« bürger der Stadt ernannt worden. Dieser Herr, der früher jüdisch-theologisch« Studien gemacht hat, hält in seiner kleinen Gemeind« an den hohen Festtagen religiöse Vorträge und diente ihr al« Baai-Tokea. kchueidemitzl, 5 Februar. Am 3. »nd 4. d. M. wurde vor der Sttaskammer de« hiesigen Landgericht« der Prozeß wider die Theilnehmer an den am 4., 5. und 7. August ». I. zu Jaftrow ftatlgeiu,«denen sogen. Judenkrawallen verhandelt. Angeklagt waren «egen Landsriedensbrache» 6 Schuhmachergesellen, 2 Schuhmacherlehrltng«, 3 Knechte. 2 Maurergesellen, 1 Vorarbeiter und 1 Kürschnermeister,sämmtiich au«Jaftrow. Es handelt« stck meist um Exzesse untergeordneter Art, Fensterernwersen, Beamtenbeleidigungen, Hepp-Hepp-Rusen u. drgl. Dt« Strafen bewegten sich unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchung«host zwischen 6 Monaten und 2 Monaten Ge» fänguiß. vtelltz. Am 11. d. Mt«, verschied nach längerem Leiden der hiesige, allgemein beliebt« Rabbiner l)r. Lesser im 37. Leben»iahre. Dt« Beerdigung fand de» 13. statt. Sein Andenken sei gesegnet. Krrmfter. Für den gegenwärtigen Feldzug gegen dt« Insurgenten in Südüsterretch ist der hiesige Rabd. Herr vr. Frankl Grki«, zum Heere» Seelsorger deflgntrt. *) Her»!«>»»»«» M. F,,«»,»«,-. uns»», durch seine trtschen, »eift, »>»« und de,,chern»e« UetterUtei wen»,« »eschs»«e Gumdetier, »ft >ege«»s»»i» tu gerliu et» »«kreis« de« Wemeiudedu«»»« s«, die Meer ,s»tl«tt»> de« Bunde« «i» «tzsrtg ttted.) ") Vte des««««« «ttttzeUunvn h« „deutsch.»»,. Semetndesun»«' s«I«n tu «»nsNtchen Zwtlchenrsumrn erscheiueu. (»».) Stocklwl». Durch Plakat im Vestibüle der Synagoge theilt der isiefige Vorstand der Gemeinde mit, daß — nach» dem Herr vr. Rrsenzweig die auf ihn mit großer Majorität gefallen« lvahl jum Rabbiner abgelehnt hat — nunmehr .'Herr Rabbiner Dr. Bloch in Floritdors zum Prodevortrage berufen sei. Peternburg, 10. Jan. Zur Unterdrückung der Judeukraw. lle in Reschn i, Gouvernement Tschernigow, waren Husaren abgefärdt. Et stellte sich heran«, daß die Husaren selbst die reichen Israel ten überfallen «nd ihre Häuser geplündert haben. Dt: Husaren wurden dem Kriegsgericht üdergedn», wo ihre Lihuld «wiesen wurde. — Im Ministerium der Reich«domänen ist seit 1875 Herr L. Wortniker aigestelll, der jetzt Eollegienrath der 6.Stufe ist. 1877 wurden Bergingenieure die Herren Raget in und Feiwischewitscr, 1878 Popilow und Zettlin, 1870 Orssikechowsk i. 1880.Herr Prozky im Forstsache. Watsch», iitnem Richter find 1070, einem zweiten fast ebensoviel Plü »derer zur Aburtheilung zugewiesen. Die Strafe» sind sehr mild — 1 Rubel Geld, 1—2 Tage Gesängniß. 4 Woche» sind schon ein sehr hohe» Strafmaß, und > Jahr ist ein Unikum, das einen» gewissen Koerner zuertheilt wurde, der goldene Uhren und Ketten geplündert hatte und deffen Händr mit iilut befleckt waren. (Hazeph.) Part». Auch hier macht sich in einigen Blätter« Gehäffigkest »egen die Juden bemerkbar. E» sind die Champion» der katholischen Gr ündung „Union general«*, der Bontoux- Werlh«, nel'he, da der Schwindel mißglückt ist, aus die Jude» und tie Börse schimpfen. (Arch. isr.) Lo»dft» Bon dem Tove de» seligen G. B. Worms und fernen ledeute, den Vermächtniffen haben Eie schon erfahren. Letzter«! sind letzt ausführlicher bekannnt geworden und zwar erdielten: je »ooo Ps. St. vie beiden großen Synagogen, 1000 Ps. St. die stvest London-Synagoge» 500 Pf. St. di« Maryiebore Eharity-School für Mädchen und je 100 Ps. St. der F.eu» de - Unterstützungsoerein. der Fond der Unterstützung der jinteriaffenen von Börsenmstgliedern und bedeutende L:gate t ie Herren Prediger Green und Profeffor Mark«. Ferner hii terließ ein Herr B. M. Merton 2000 Ps. St. zur Bertheiluns unter Wohithätigkeittanstalten ohne Unterschieb der Lonsrffion. Lende». Februar. »Wolff» Bür.) Unterhaus. In Beantwortung einer Anfrage Simon« erklärte der Premier Gladstone, die Eons ulat«brrichte über die Judenverfolgungen in Rußland würden dem Hause vorgelrgt werden, die Vorgänge müßte» Jed-.n mit den Griühlen der Trauer und des «bscheues erfüllen (Beifall), aber sie seien die interne Angelegenheiten ein,r anderen Regierung und könnten nicht um Gegenstard eirer offiziellen tLorrespondenz und Unter» uchung gemccht werden. Rur gelegentliche freundliche Bor» stellungen seien möglich, andere Schritte würden nicht» nützen, sondern eher schaden. Tnrt». Herr^ona« Ottolenghi hat, nachdem er im vergangenen Jahre seiner Geburtsftadt Acqui ein Geschenk von 65,000 Lira sü da» Hospltal und Asyl gemacht, nun» mehr 300,006 Lira dorthin gegeben zu Werken der Mil.'»« und de« öffentlichen stutzen«, besonder« für eine Kunst- und Handwerksschule. Di« neu« vok«K hlung hat dt« Rubrik „Religion* fortgelassen. Es ist re«halb nicht sestzustellen, ob in Italien jetzt mehr 3ubtn als 1871 leben. Damal» waren e« nur 35,000 Seelen Wie au» berichtet wird, sollen dt« tu Lanada lebenden Jsraittle« »»tt de« Plan« «»gehen, ein« Compagnie mit einem Capital mm 1.000.000 Doll, zu oraantstren, um ihren in Raßinnd »»^»igte« Siauden»g«noffen det der Lue- «auderung uni» Anstedetuna tmRerdwesten der Dominion Cnnada behilflich zu fein. Wie H hetßt, hat dt« canadtfch« Regtaruna versorocher, dem Projekt durch vewilliguug von LaubschrnkilMge» Barslhub zu letsten.