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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 7. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 7.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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-Sitz«- gelegenen Gebirgsgegend antegen lassen und wird es der Allianz oder andern Einflüssen vielleicht gelingen, für sie den Schutz einer europäischen Großmacht oder einen besonder» privilegirten Schutz der türkischen Regierung zu erwirken, der für ein kleines Gemeinwesen wohl ausreichen «ächte. E» ist doch kamn aniunehmen. daß sich nicht unter den zahlreichen russischen Luswanderern eine Anzahl geeigneter und williger Subjette finden sollte. Was den Württembergern gelungen ist, dürfte doch auch den Jsteden möglich sein, nwin diese auch nicht wie jene, zum großen Theile schon in der alten Heimath Ackerbau getrieben haben oder aus Bauernsamilien stammen. Hat doch die altjüdische vauerschast Palästina'« stet« da» vorzüglichste Geschick für den Ackerbau gezeigt und Erfolge erzielt, die zu den glänzendsten gehören, welche die Agriculturgejchichte aller Böller kennt. Berichte und Correspondeazeu. Deutsch»»«». Berlin, im Januar. (Or. Eorr.) Eine jüvische Zeitung in deutscher Sprache au« Jerusalem unter dem Namen »Jerusalem" liegt vor un». Es dürste viellcicht Mancher in dieser Thatsache einen Sieg gegen die alle Eultur und selbst jeden Unterricht in deutscher Sprache verdammenden Zeloten erblicken, doch wäre die« eine arge Täuschung. E« ist das Unglück, wir möchten sagen der Fluch welcher noch immer aus dem heiligen Lande zu ruhen scheint (3. B. Mos. B. 2l), daß auch die »weckmäßigsten Institutionen dadurch, daß schlechte Hände sie erfassen und verderbte Menschen sich al» Leiter und Führer auswecsen, nur »och mehr Unheil stifte». So auch diese Zeitung, die gleich in der ersten Nummer sich al« Organ der Fanatiker kundgiebt. Der Redakteur, Ely Cohn, i|t hier nur zu wohl bekannt. Bor etwa >0 Jahren ward er al« 13di« l« jähriger «nabe, von seinem Bater, dem srüheren Re' dakteur de« »Habezeleth" (jetzt de» „Sclitwre Zijon“) hierhergebracht, um auf «often hiesiger wohlthätiger Jude» eine bessere Erziehung zu erhalten. C» fanden sich wirklich einige Begüterte, besonder« von einem hervonagenden Mitgliede der hiesigen Reformgenossenschast, dem e« Interesse gewährte, einen jeru<alemischen «naben europäisch erziehen zu lasse», augeregt, welche die «oste» durch freiwillige Beiträge deckten. Der «uabe besuchte die dies jüd. Gr mei »beschule und später da« unter Leitung de« Rector Dr. Horwitz stehende Lehrer- Seminar, wo er die Prüfung al« Lehrer bestand Leider hatte der junge Mann cs bald dahin gebracht, den in dieser Anstalt herrschenden, reformistischen Geist auch praktisch zu verwerthen und sich über so nlauche der wichtigen Gebote de« Judenthum« hinwegzusetzen. E« ist ein Unglück, daß solch ein Individuum nun i» Jerusalem al« Deutschlehrer austritt und bei den dürftigen «enntniffen, welche die Semiuardilduug ihm gewährte, gar noch zum Anwalt de« heil. Lande» und Zeitung-redakteur sich auswirst. Dieser Jüasliug — vielleicht ist er jetzt auch schon Ehemann — bat wiederholt de» Letter der J«raelit. Walsen-Erziehung».Anstalt in Jerusalem, ihn al« Lehrer anzustellen, auch an den hiesigen Borstand richtete er dieserhalb, wie auch sein Bater, Anträge mit der naiven Erklärung, „daß er jetzt ganz fromm lebe." Da dem Anträge teldstvernändlich nicht genügt werden konnte, richtete er wiederholt in seinem wie in anderer Namen Denunciat,one» gegen den Leiter der Anstalt wie den daran angestellten Lehrer an die hies Verwaltung. die schließlich von der Drohung begleitet waren, daß er seine Denunciation an alle jüd. Blätter senden werde. Diese« Sudject hat sich nun den Finsterlingen verlaust *) und beginnt seine Zeitschrift damit, gegen den Leiter der Watsenaustalt, an welcher er die gesuchte Anstellung nicht fand, längst thaisächlich al» falsch nachgewiesene Berläumdungen von Neuem zu verbreiten. *) In einer seiner Denunciatiane« unter fremdem Samen faßt er in feinem Be«leitdrtefe leidst, »ei »tre für den Brief gm bezahlt worden." Interessant ist noch, daß er selbst in einer begleitenden Einlage erklärt, daß er da« Blatt nur hercmsgebe, um sich zu ernähren. Solche Giftpflanzen zu unterstützen wäre eine Sünde und wir möchten deshalb die Lehrer, an welche sich der Herausgeber besoitders dringend gewandt, davon abmahnen. L. Au» Berlin, 6. Februar, erhalten wir frigeabe Mittheilung : »Wir bringen zu Ihrer «enntniß. daß oer außerordentliche Gemsindeiag de« Dentsch-J-raelittschen Gemeindebundesi nicht am IS., sondern Dienstag, den 21. Februar d.J., Vormittag« IvUhr, hier imHütel deSaxe, Burgstraße 2 0, eröffnet werden wird. Al« Tagesordnung ist festgesetzt: I) tonflituiruna de« Bureau. 3) Berieft de« Ru«fchnffe« (Referent Herr Rachobi. 5) Dechortze-Erttzeitung. «) Bera:tzun« Uder ■Ua&ernna de« Statut« nach bekriegtem Entwurf (Referenten die Herren Aeh. SoniUtutrath Dr. Rrtfteller und Rechteanwalt Dr. Rtotzner) «) otenehmigung zur Verlegung de« Sitze« de« «emeindebunde« nach Berlin. 6) Berattzun« über gemeinlame« Verhalten und Hillf«weet der deutschen I«eaetiten bezüglich der russlschen Flüchtlinge. Di« Herren Deputirfen der Bunde«gemeinden wollen sich gefälligst mit schriftlichen Vollmachten der betreffenden Gemeinvevorständ« versehen. Fall« Sie nicht in der Lage sein sollten, cu» Ihrer Gemeinde selbst «in Mitglied zu depuliren, so geben wir Ihnen anheim, entweder einem hiesigen Gemeindemitglied« oder Einem der Unterzeichneten ein Mandat zu üderlragen, worüber wir un« jedoch baldmöglichst Mittheilung erbitten. Anmeldungen, Mittheilungcn, Anträge u. s. w. wolle man gef. an den Unterzeichneten Herrn Geh. Sanitätörath Dt. Samuel fl dfl eil«r, Berlin W., SigiSmunostraße S ein« senden. DieVorderatbung findet am Abend de« 20. Februar S Uhr im obengenannten HOtel statt, wozu die Herren Deputirten hosltchst ringeladen werden Der Au «schuß de« Deutsch-Jöraelltischen Gemeinbebunde«: ,Wel> Rachod. Alexander Wertbauer. Loui« tzau«borl Metz SaimütOraitz De. Samuet ttrifteiler. Recht«ann>alt De. IM ofe ne t. Sebctuur Dr. *. «tobet. Hui Oberschleßea. 3. Februar. (Or.-Corr.) Wenn e« auch richtig ist. daß wir im Allgemeinen' von der Epivemie der An isemitenh. tze nicht zu leiden haben, so läßt sich doch nicht behaupten, daß wir von ihr absolut nicht gestreift und berührt werden. So hat jüngst erst in Benthen ein in der »llxutschen Reform" abgevruckter Artikel viel dose« Blut gemacht. Diese« hier sonst unbekannte, in Dresden erscheinende Blatt steht bekanntlich im Solde der Anlisemitenpartei. Bei einer Besprechung der letzten General-Versammlung der Brulhener Feuerwehr wurden namentlich die jüdischen Mitglieder de« Verein« auf da« Gröblichste verunglimpft. Dr» famose Antisemitt nblatt sieht vermuthlich Juden al« active Mitglieder nicht gern in Feuerwehrvereinen, weil die Mähr von der jüd. Feigheit dadurch einen furchtbaren Stoß erhält. Die »Beuthener Zeitung" giebt ihrer vollsten sittlichen Entrüstung über diese« tendentiö« erlogene Vorgehen der »Deutschetr Reform" lebhaften Ausdruck und fordert den 'Vorstand der Feuerwehr auf, Verfasser und Verbreiter diese« den Religion«- unv Racenhaß schürenden Hetzartikel« gelichtiich zu belangen. Wir können diesen Vorschlag nur billigen und würden von unserer Seite gern dem allerding» sehr obscuren in Liegnitz erscheinenden Antisemitenblatte »Der Deutsch« Patriot" gegenüber ein gleiche» Vorgehen in Anregung bringen. In Liegnitz ».'scheint seit Jahr und Tag dieses Autisemitenblatl, daraus berechnet, die mttautersten Leidenschaften der uü«vn» oontriduon« plet>« wackuurusen und den süßen Pöbel gegen »Inden und Judengenossen" mit wenig Ditz und viel Behagen systematisch zu.verhetzen. Allerdings vermag dieses

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