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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 6. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 6.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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— 44 — rechnung im Talmud", über welche wir im Literaturblatt demnächst näher referiren wellen.*) Bruche», O/S. (Or.-Csrr.) Unser Ott wird von der israelitischen Wochenschrift wenig bedacht, und wir. die Einwohner diele» Otts, haben der letzteren gegenüber bisher ebenso un» verhalten. Seit kurzer Zeit scheint da» gegenseitige Berhältniß ein besseres werden zu wollen und Vas begrüßen wir mit Freuden. Zu vorerst soll die Tbatsach« hier registrirt werden, daß auf eine Anregung von oer Kanzel, eine — bei dem auch hier herrschenden Jndifferentismu» — verhältnißmäßig größere Anzahl hiesiger Bürger getobt, Ihr Interesse für da» Judenthum durch Abonnement auf periodisch« Zeitschriften zu bethätigen **) und das Gelöbniß bereitbezahlt haben. In dieser Vorrede wollen Sie aber, Herr Redacteur, durchaus keine Captatin benevolentiue erblicken. Denn eine nahezu 2000 Seelen starke jüdische Gemeinde, wie Beul he n es ist, hat als ein nicht so sehr unerheblicher Bruchtheil der Juden unseres engeren preuß Vaterlandes, eine gewisse Berechtigung von Seiten einer israelitischen Wochenschrift. Da Sie nunmehr Kenntniß von der Stärke unserer Gemeinde haben, dürft« es Sie intereffiren zu wissen, daß dieselbe von 15 Repräsentanten vertrete» wird, deren größter Theil — 0 — im Laufe des vergangenen Vierteljahres von Neuem geioählt worden ist. Die Wahl hat einige Indifferenten aus deni religiösen Schlafe gerüttelt und dar Interesse an der Fottentwickelung der Gemeinde — ob rück- oder fortschrittlich, steht noch dahin — würde ein noch größere», als die Geipeindevertreter den neuen Vorstand — eS schieden von 7 Mitgliedern 5 aus — zu wählen hatten. 'Nicht ohne Kampf ist diese Wahl vor sich gegangen und zu unserer» großen Bedauern haben wir in demselben unsere besten und energischsten Streiter verloren. Der bisherige langjährige Vorsitzende der Repräsentantenversammlung, der prattische Arzt Herr Dr. Richter, hat in Folge jenes Kampfe» seinen durchaus ehrenvollen Dienst quittirt. Die Bestätigung der neugewählten Borst rndsmitglieder seitens der königlichen Regierung steht noch ru» und schon stehen wir einer neuen Wahl von Repräsentant gegenüber, dcp ein Theil der letzteren in den Vorstand hineingewählt worden, Herr I)r. Richter al» Repräsentant zurückgetreten und außerdem ein gewähtter Stellvertreter der Repräsentanten die Annahme der Wahl abgelehnt hat. Für di« Dauer sind solche Wahlkämpfe nicht geeignet, oa» nach Außen bin wohl genügend angekämpste Judenthum im Innern zu stärken, und darauf allein muß dar Trachten .,nd Sinnen einer jeden mit der Religion er ernst meinenden Israeliten gerichtet sein, wenn wir nicht einerseits von der , Macht der «indringenden Materialismus erdrückt und ande- : rerseit» von der mit dem letzteren Hand in Hand gehenden! Gleichgülttgkeit gegen religiöse Dinge aufgezchrt werden sollen. > Jndeß genug von der Gemeinde, lassen Sie un« von j einem Vereine etwaberichten, der Ihnen die Ueberzcugung von der Stärke des hiesigen sogenannten praktischen Juden- I thum» beibringen wird. Der i-raelit Krankenpstege- und Beer-! digungSverein (Cke vra üaäimttia) zählt mehr als 170 Mitglie- I der aus den Schattirungen aller religiösen Parteien und Jndiffe- \ renten. Derselbe verfügt über ein Vermögen von 25,008 . Mark 28 Pf. und hat im Laufe de» Kalenderjahres 1881 ' 13,826 M. 58 Pf. Ausgaben meistentheilS zu Wohlthätig- I keil», oeckcn gemacht. Dieie Zahlen sind beredt. Stellt man den Ausgaben die Einnahmen von 12.079 M. 58 Pf gegenüber, so kann schon aus diesen nackten Zahlen di« Opserfähigteit der Verein» festgestellt werden, welcher mehr zu guten *) wir »-nutzen Mft bi« weiegenheir, um «in«n irr-tUtzr-ndrn stzetzier, d«r sich m txu I<chrr,»«r>cht b«i »uffatzeung Mc ourchg«nom. uuncii r,tzrtz«j»nstünb« »mg«iqtich«n, |u d«r>chuzen. £<»« 6, Z. 11 1 o. oben h»itz! e«: Jore X«a, tziich»! I<T«[ot, Sap. 29—36. tt« mutz aber heitzen: Sap. 29—SH. fn"o — a'3) **) Dies»« »tut«! |utr. Brechen d«« Jndifserentilmu« »Ursle gar »i«I«n »»rmeinoen ,u »n>p„tzlrn sein, leid«, adrr sin» tzt« un» d» »>« I Herren L«-iiorger selbst ichon vom Wurm d.-» ^abissereiUiSmu« anae-! — Herrn Jtabbimr Dr. Aasen!l>at in Beuthen gebühr! für sei» nen Weckruf sicherlich Dank, mögen «» ihm »ie'e Solligen nachthun. Ziorcken auSzugeb n bereit gewesen, al» er ei ngenommen hat. Zu diesen pecunären Opfern der Mitglieder der Verein» kommt ihre duröiau» nicht zu unterschätzend« Willfähigkest in der Krankenpflege und im BeerdigungSwesen hinzu. Ein Festessen vereinigt! am 12. d. M. den gößten Theil der Mst> glieder de» Verein», ver bei dieser, sowie bei vielen andern Gelegenheiten, in den allen Mitgliedern zugegangenen Jahresbericht seine geistige wie seine physische Stätte an den Tag legte. Möge er ferner, wie birher, um mit dem Burschenschafterwuusch zu schließen. fottbestehen, schöne Blüthen tragen und an M tgliebern zunehmen. Boyrettth (Bayern). Der in Ihrem g. Blatte neulich gegebenen Anregurg Folge leistend, theile ich Ihnen hiermit Einige» aus unsere! Stadt mit, die als Wohnsitz des Zukunfts- Musikers, der auch iin Judenhass« der Zukunft vorangeeilt war, im Rufe jurenfemdlicher Gesinnung stehen mag; voch würde man ihr nit dieser Voraussetzung sicherlich Unrecht thun. Jnl Gegentheil, die Bevölkerung, und an ihrer Spitze die Bellörden. haben erst wieder in jüngster Zeit Beweis« unparteiischer und vorurtheilsloser Gesinnung an den Tag gelegt. Bei Reubidung des Magistrats ist Herr l)r.Würzburger. bekannt al» Inhabers einer Heilanstalt für Gemüth-kranke, einstimmig zum Magistratsrath gewählt worden. Unser Rabbiner, öm »r. KuSznitzki. ist gleich den Geistlichen der and, cen Eonfessionen, zum Mitglied« de» städtischen Armenrallie» ernannt worden, damit auch die jüdischen Armen, wenn «S der UnterstützungSbedütftigen in hiesiger Gemeinde auch nur wenige ziebt, nicht zu kurz kommen. — Eine solche Rücksichtnahn e zeigt sich auch in anderen Zweigen der städtischen wie köi lglich»en Verwaltung. Freilich ist e» eine Folge der liberalen Anschauungen unseres hochsinnigen Monarchen und der it seinem Geiste waltenden Regierung. Rioftatzk, Obersch'.esien. ^Or.-Corr.) Am 18. Januar verschied hier der c uch in weiteren Kreisen bekannte Kaufmann Samson Wolfs Ehohen. Schwiegervater zweier Radbinen — de» sei. Directcrs des Breslauer jüdisch-theologischen SetninarS Ur. Lazaru» und de» Herrn llr. Wolfiohn in Trencsen (Ungarns —, hat lxr Verstorbene, der von frühester Jugend an rabbiniiche Stuinen eifrig betrieb, bi» in ie>n späteste» Alter — er starb in 80. Lebensjahre — dieselben mit dem seltensten Fleiß« so tgeseyt und durch sein ganzes Leben für jüdisc-e Bestrebungen jeglicher Art da» regste Interesse an den Tag gelegt. Sein tief religiöser Sinn, der ihn nainentlich in letzter Zeit sich häutende Unglück-sälle mit Ergebenheit trage» ließ, seine Liebe für da» Judenthuin, sein unvergleichlich biederer Charakter, seine Wohlthätigkeit und seiue Menschenliebe haben seinem Rami n bei Juden wir bei Christen einen guten Klang erworben und sicher» ihm auch für die Zukunft ein ehrende» Andenlen. An seiner Bahre sprach Herr Or Wolfsohn, der in beredten und würdigen Worten ein Bild des Verstorbenen enrwa f und feinem Schmerze über de» Tod de» geliebten und rerehuen Schwiegervater» Ausdruck gab. Roste»bürg i. Pr. Da» hiesige Kreirblatt schreibt: Vor Kurzem feierten hnr die Guttstadt'schen Eheleute da» seltene Fest der goldenen Hochzeit, Beide erfreuen sich großer Rüstigkeit und beginget da» Fest im Kreise der auder Ferne herbeigeeilten Kinder und Enkel recht froh und heiter unter Bctheiligung der 3 achdcirn und Freunde. In ergreifender Weise nie» der Prediger aus die Bedeutung de» Tage» hin. Herr Bürgermeister WiwiorowSky hob in seiner Ansprache hervor, daß er wohl die Gesinnung der gesammten Bürgerschaft mit seinen, G ückwunsch zum Ausdruck bringe, besonder» aber mache e» ihm Freude, daß er bereit» vor I'/, Jahren, al« der Jubilar sein 50jährige« Bürgerjubiläum feierte, das heutige Fest und der schönen Verlaus desselben prophezest habe. Zahlreiche Depesche!', und Briefe von Verwandle» und Freunden au» entfernten Gegenden trugen zur Erhöhung der festlichen Stimmung nicht wenig bei. Besonders ergreifend wirtte indeß die Vorlesung eine» Briese» au» Berlin, der von der dreiundneunztgj ihrigen Mutter der goldenen Braut ver-

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