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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 4. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 4.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 30 richtet, 4 Gesellen in der Judengaffe zu einem Juden, gen. der Meier. Die 4 Männer thaten so, al» ob sie Pfänder versehen wollten und fragten nach dem Meier. Er kam und da wollten sie ihm «in eisernes Halsband umlegen, so daß er ihnen hätte folgen und sich mit seinem vielen Gelbe loSkansen müssen und hatten ihm Halsband beinah« um den Hals gelegt. Und der Meier -r-erkte es und rief: .Waffen/ und wehrte sich, und kein Gesinde kam herbeigelaufen und wurden der 4 Männer mächtig und verwundeten sie, daß sie ftohen. Einer von ihnen floh zu Schiff - j entkam. Ein Anderer ward schwer v.rwundet von deni Juden, daß er floh und kam auf Et. MargaredenKloster und starb, und von seinen Gesellen ward Äner gefangen. Letzteren mit dem Todten führte man vor das Gericht und setzte sie Beide auf Räder. Später wurde der Hauptmann. RamenS Hermann, von dem heiligen Geiste z» Dortmund gefaßt; derselbe wurde dort gehenkt! Wiesbaden, 17. Jan. (Or.-Eorr ) Ein jüd. ReligionSgenoffe au« Berlin ist Anfangs der verfloffenen Woche in einem hiesigen Gasthose gestorben. Seine hinterlassene Wittwe beauftragte hierauf ihre hier ebenfalls anwesenden nicht jüdischen Angehörigen, dafür zu sorgen, daß der Berstorbene ganz nach jüdischem Brauche behandelt, daß also durch geeignete jüdische Persönlichkeiten die -"nnc vorgenommen und die Leich« mit den üblichen Todtenkleider» bekleidet werde, um dann nach Berlin tranSportirt zu werden. Dieser Auftrag wurde jedoch nicht vollzogen. Kein Iude func - tionlrte bei der Leiche, die ain Dienstag von hier abfuhr, um in Berlin — wie wohl mit Sicherheit angenommen werden darf — aus vem jüdischen Friedhofe beerdigt zu werden. ES fragt sich nun. ob mau in Berlin Kenntniß von diesem Verfahren mit einer jüdische» Leiche hatte. , Wie«. Einerseits um unfern Lesern ein selbstständiger Urtheil über das preisgekrönte Lied Josef Winters zu ermöglichen, aber auch um vielleicht einige unserer Musik- und Gesangrkundigen Leser anzureaen, mit in den musikaljschen 'Wettkampf einzutretcn und so dre Möglichkeit zu erhöhen, vaß abermal« einer unserer GlaubenSgenoffen den Sieg davon trage und so vie Richard Wagner,Liszt undEomp wiedereinmal so recht deutlich Lügen gest»afl werden könnten, veröffentlichen wir da« preisgekrönte Lied und die Bedingungen de: PreiSauSschreidung. (Siehe unter Feuilleton der teiliegeuden .Irr. Schulleitung".) Lemberg Bon hier fordert ein Corr. des ,Zwri" irit vollem Rechte, daß endlich über den Verbleib der für den Verein .Mekize Rirdomim" gespendeten Gelder Rechnung gelegt werde. Ein Theil derselben sollten Stiftungen sein, die als eiserner Fond« erhalten bleiben solle». Angeregt zu dieser Forderung wurde der Cor esp. durch das Gerücht, daß die vorhandenen Bücher einem Buchhändler verkauft worden sind. Es ist ein Elend, daß durch dergleichen .stille Begräbnisse" die Luft, für allgemeine Zwecke mitzusteuern auf lange Zeit hinaus milbegraben wird. Lvudvu, 17. Januar. Der Earl of ShafteSbury richtet an die .Times" solgenve Zuschrift: .Darf ich mir die Freiheit nehmen. daS Volk Großbritanniens und Irland« durch Ihr Blatt zu fragen, ob e« gegenüber diesen beispiellose» Grausamkeiten jeder Art. die jetzt täglich und stündlich von den Unterthanen des Kaiser« von Rußland gegen die jüdische Raffe verübt werden, schweigend zu verharren gedenkt? Sie haben Ihre eigene Theiluahme in Leitartikeln wie durch die Ausnahme von Mittheilungen aus Rußland kundgegeben. Sie verzeichnen einen Ausbruch der Brutalität, die von Regierungsbeamten zugelaffen und von der Maffe — die Polen, zu ihrer ewigen Schmach, mit inbegriffen, auSgeführt ist, wie solcher vielleicht feit der Zerstörung Jerusalems nicht vorgekommen ist. Die Sprach« der Gewalt oder Drohung anzuwenden, würde unvernünftig und nutzlos sein -- möglicherweise können wir nicht einmal diplomatisch interveniren. Aber in dem moralischen und religiösen Proteste eine« großen und freien Volke« im Ramen der Gerechtigkeit und Humanität liegt ein« wirkliche und wirksame Macht, die zweifellos da« Ojr de« Kaisers selbst und seiner verantwortlichen Minister erreichen wird. Jedenfalls wird e« eine Erleichterung und ei» Trost fein, der gesammten Welt zu zeigen, daß da« Christenthum diese« Reiches ein von dem sogenannten Christenthum Rußlands und. wie ich bedauere hinzufügen zu müssen, von den« in einigen Theilen Deutschlands ebenfalls sehr verschiedenes ist." London, 21. Januar. Der Lord-Mayor von London hat ein Meeting nach Mansion-House berufen, zweck« Proteste» gegen die Judenverfolgung in Rußland. Petersburg. 22. Januar. DaS .Journal de St. PeterSbourg" bespricht die Sammlungen de« englischen EomitäS für die russischen Juden und sagt, Lord ShafteSbury und die Prälaten, welche an der Spitze der Subscription ständen, trieben anstatt Philantropie eine beklagenSwerthe antireligiöse und demgemäß antiphilanttopische Politik. Die englischen Journale, vor allen die .Times", hätten über die angebliche» von russischer Seite verübten Gräuelthaten Detail« veröffentlicht, die von willkürlichster Phantasie und evidentester Böswilligkeit zeugten. Die russische Regierung lei mit der Regelung der Judensrage beschäftigt, die ausländische Presse möge diese abivarten und nicht die Frage, deren Lösung ohnedies Schwierigkeiten aller Art biete, verwickeln. Warschau. Dir hiesigen katholischen Geistlichen haben alles Mögliche gelhon, die Wuth des Pöbels zu beschwichtigen. — Auch in kleinen Städten in der Umg-gend Warschau'« sind Unruhen au-gebrochen. Au- W o l a t s ch i.ch will der Poli» zeimeister alle Jude» vertreiben, obschon nach dem Gesetz die vor 1638 dort Angesied« lten ungestört bleiben dürfen I» Riesin jinhM der Rächt zuM^itbaDBBiML^/Toldaten in da« .sau« eines Jude eingebroch.n. haben die Frau getödtet, den Mann und einen Sohn, schwer ve^rundet Warschau. General Buterlin hat in einem Erlasse den Polizeiorgane» strengstei.S verboie», Juden grob zu behandeln .ich werde durchaus nicht gestalten, daß die mir Untergebenen Unterschiede machen nach dem Religionsbekenntnisse." Stockholm Hier ist Di*. Rosenzweig zum Rabbiner gewählr worden. Rumiiaieo. Die Vertreibung der Juden au« den Dörfern wird unerbittlich durchgefühit. Da« Schankgesetz hat sehr Viele brodlos gemacht. Und die allgemeine Lage ist damit gekennzeichnet, daß fast kein Gesetz die Kammer paffirt, ohne einen Paragraphen gegen die Juden zu erhalten! HandwcrkSschulen hat man errichtet — Inden werden nicht zugelassen — um die jüd. Handwerker einbehren zu können. Ja, man erhofft schon ein Gesetz, daß nur in solchen Schulen Ausgebildete, ein Gewerbe betreiben toüifenl Amerika. Herr Tokios aus Texas berichtet in jüd. Blättern, daß der Capitain Nelson 25, der Oberst Dip 5 russische Familien aus ihren großen Liegenschaften ansiedeln, ihnen Land und Eaatgetreide geben und sie das erste Jahr unterhalten wollen. Der Gouverneur von Louisiana hat dern HilsScommite für jede arme russische Familie 100 Acker Land unentgeltlich angeboten. Er ist sür Zucker. Baumwolle, Getreide Reis geeigneter Boden in gutem Klima. verloren und gefunden. kinc L,,ahlung au« der Zeit de« 3>>jährigen Nrirge». (Fortsetzung.) Welch« Künste und Schmeicheleien wandte der lüsterne Magnat an, um da« Judenmädchen vom Wege der Unschuld abzulenken. An ihrer strengen Zurückhaltung, an ihrem gläubigen Gearüth, an ihrem keuscyen Sinne glitten die kühnsteir Versprechungen, in verlockendsten Anerbietunger. wirkungslos ab. 8« mochte die der Thal ein aufrichtigere« Gefühl sein, da» den stolzen Mag»

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