Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 3.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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die übrige« Leipziger Au»fchuß»UgU«h«r an de» Arbeite« de« Bunde» chetlnehme». -Dt« Name« der Persönlichkeiten. die für dir Verstärkung de» Ansfchuffe« in» Auge gefaßt imimr, aßmß&t* da» wohl, begründet« Bertnmea. daß de« Vm»d« bei der «erleg«»« de» Sitze« nach Berlin der bitherta« Lharnkter gewährt bleibt. Zngleich wird der groß« Bartheil .erreicht, daß wen» der Bund einmal in Berlin Wurzel gefaßt, er gegen all« Zufälligtesten gesichert, «nd die große« Mittel, di« Berlin bietet, de« Zwecken de» Bunde« «ehr zogänglich gemacht «erden, al» die« von eine« Prooinzialorte an» geschehe« kan». ««ist dort fast ein« Ueberfltll« jüdischer Intelligenzen vorhanden, di« Sinn. Herz «nd verständuiß für di« hohe«, aber schwer«« Aufgabe« de» deutschen Judenthum» der Ge- Senwart haben und auch Opfrrfreudigkeit genug besitzen, n« a» große Serk de» Gemezndebunde» und sein« hehr« Mission i» Seifte der derwaligen Leitung sortzuführen. Der Semeindebund, dessen darf «an gewiß sei«, wird nach seiner Neugestaltung, die ihm bevorsteht — a« 19. Februar d. I. soll ein außerordentlicher Gemeindetag hier»« die Sanrtian erlheilen — irst dem biblische« Joseph seine» Unholden »urusen könne*: I ra»^ mm 'k »ijn warn otm (Daß Berlin, die Hauptstadt de» deutsche» Reich«», der «ewiesene Eentralpuuft für den deutsch-i»r- Semeindebund t ist von vielen längst schon erkannt und gewünscht warden, und dürfte, wenn — wie p? erwarten — die geeignet«« Kräfte in die Leitung mitetntretee, die Verlegung de» Hauptsitze» nach Berlin für den Semeindebund höchst ersprießlich sei«. Redaktion.) Berlin. (Or.-Sorr.) Rach der lichtvollen Darstellung de» Herr« vr. Badt in Rr. öl diese» Blatte» wird e» kein Unbefangener mehr bezweifln, daß e« nunmehr ein dringende» Bedürfniß ist, für die Heranbildung tüchtiger deutscher Religionölehrer »u sorge». Fragen wir un» jedoch, warum sich so wentg« Aspiranten deutscher Abkunst für diese» Fach finden? so müffen wir al« den vorzüglichften Grund den Umstand bezeichnen, daß sich dir meiste» Gemeinden Rorddeutschland» nicht zur festen, leben»länglichen Anstellung ihrer Beamten entschließen können. 6» ist nicht verlockend, einen Stand zu wählen, in welchem man bei knappem Einkommen, ohne die Giücköchancen de» Handel- und Sewerbestande» zu erhoffen, den Gefahren der Verarmung so leicht autgesetzt ist. Woher soll Selbstachtung und Manne»»ürde, Ueberzeugung»- treu« und BerufSfreudigkeil. welch« für den Religtonölehrer nicht weniger al» Wissen und Könne» erforderlich find, kommen, wenn man mit Weib und Kind in der Gegenwart von der Laune «ine» jeden Vorstandoorr Gemeinde- Mitglied«» abhängt und im Alter, oder bei Verlust der Sefundhett, sich auf den Bettelstab gefaßt machen muß. Rur Au»länder, welchen in chrer Heimath überhaupt der größte Theil der Erwerbtzzweige verschlossen ist und die von Hause «« gewöhnt sind, der Willfahr. nicht de« Gesetz«, unterworfen »u sein, eignen sich zu solchen Stellungen, «nd auch dies« führen ihre in Deutschland erzogenen Rinder andere» Berufen zu. Ist erst dieser Anftellungömodu» eia allgemeiner, wa» nach den Beispielen einiger hochachtbaren, wenn auch kleineren Gemeinden «ohl au»führbar ist, dann werden nicht nur solche, di« während ihrer Studienzeit der Unterstützung bedürfen und sich hierdurch heranlockrn laffen, sondern auch Kinder bemittelter Stände sich diesem Fache zuwend, ». Dt« erhöhte Achtung, welch« eine gesicherte Stellung erzeugt, wird dann di« Schüler zu erhöhtem Fleiß», den Lehrer aber zu freudigerer Veruföthätigkeit aaspornen. Hamburg, iS. Januar. (Or.-Eorr.) Am 7. d. Mt», feiert« der wohl auch über di« Grenzen der Vaterstadt hinau» geschätzte Direktor der hiesige« Stadtbtbliothek llr. Meyer J»ler da« Fest feine» sojährigen Amtöjubiläum«. Durch eine außerordentliche Bescheidenheit und selteue Pflichttreue wußte der Jubüar sich die Hochachtung und Liebe seiner Vorgesetzten sowohl al» aller mit ihm in Berührung kommenden wissenschaftlichen Kreis« zu erwerbe«, wie die» die zahlreichen Deputationen bewiesen, »elch« chm Glückwünsche.. und Geschenke darbruchte». S» befaicke» sich dnrnuter «»geordnet» de» Seuat», der Oberschulbehörde, der Getstttchteil, der Gelehrteuschul« »nd Realschule» der Sternwarte, de» vereine» für Hambueaifch« Geschichte u«d de» Beveine» für K»»st und Wffsenschaft; ferner viele Professoren, sowie Kollegen und Schüler, welch« gekomme» waren, ihm ihre Theil- »ah»e au seiner Freude auüzudrücke«. Noch von «»wärt» trafen i» Laufe de» Tage» viel« Telegramm« von Freuuden und Verehrern ei». Ein Festmahl, an de« etwa S00 Person»» theilaadme», beschloß die Feier. Da» «ohlgelungene, in Oel gemalt« Portrait de» Jubilar« schmückt da» Lesezimmer der Bibliothek. vr. Jsler wurde i« Jahre 1807 tu Hamburg, wo sein Vater eine Schule und Pension»anstalt besaß, geboren. Seine Mutter mar die Schwester de» Mitbegründer« uad erste» Direktor» de» Samson'schen Jufiitut« in Wolsenbüttel. Herrn Ehrender». I« seinem So. Jahre bezog er die Universität vom», «»selbst er die Vorlesungen de« berühmten Professor» Riebnhr über römische und griechische Geschichte hörte, welch« er in späteren Jahren durch de» Druck veröffentlichte. Im Jahre 1830 promooirte er in Berlin al« Doctor der Philosophie. Rach der Rückkehr in seine vaterst idt «rthellte er Unterricht am hiesigen Gymnasium, sowie an Privatschule« uad übernahm später di« Leitung der Schule seine» Vater», welche dieser seine» hoben Atter« wegen ansgehen mußte. An der Stadtbibliothek bekleidete er zuerst die Stelle eine» Registrator«, ward später Secretatr «nd im Jahr« 1872, nach dem Tod« de« Professor Petersen, Bibliothekar diese» auch durch sein« reiche« Schätz« an hebräische« Manuskripten »«»-«zeichneten Institut». Auf literarischem Gebiete erschien der Gefeierte noch durch Herau«gab« der .Schriften de« lle. Rießer" zu Gunsten einer auf desseu Namen gegründeten Stiftung. ' Wenngleich nicht der orthodoxen Richtung angehörig, hat vr. J»ler doch eine groß« Pietät für alle» dem Jndenthum Angehörige bewahrt und auch viel Interesse dafür gezeigt. So bewährte er sich zu Anfang der vierziger Jahre in Verbindung mit Äefinnung-genoffen durch Einführung vouEhorgefängen zur Veredlung de» Gotte»dienste» tu deu Gemeinde» synagogm beizutragen und ging erst später, nachdem ihm die» nicht gelingen wollte, zur Tempelgemeinde über, wo er in die Eultnäcommiffion eintrat. Auch bei der Umgestaltung der Verhältnisse der Deutsch» J»raelitischen Gemeind« im Jahre 1867 wirkte er hervorragend mit; sowie ferner bet der Reorganisation de» Jöraeli» tischen Waiseninstitut». Ebenso steht vr. J«l«r seit einer langen Reihe von Jahren an der Spitz« de» Verein» für i»raelitische Studirend« und de« verein« der Sd. Kley-Stiftung für verdiente Lehrer und Lehrerinnen. Möge e» dem Jubilar vergönnt fein, mit geistiger und körperlicher Kraft noch viele Jahre zum Wohl« der Menschheit thätig zu fein. veftrrretch-Uwg«»«. Wien, den 10. Januar. Di« .Deutsch« Zeitung', eine» der bedeutendsten und einflußreichsten liberalen Journale Wiei'», und hiermit der gesammten östereichischeu Monarchie, schrieb am 16. Oktober v. I einen Hauptprei» zu 100, nnd S Rebeupreis« z» je 10 Dukaten für die best« »Hymne sür da» deutsche Volk in Oesterreich" au» Da« genannte Journal «ad dt« große hinter ihm stehend« deutsch-nationale Partei in unserem Vaterland« wollte durch je««» Unternehmen di« liederkundigen Söhne de» deutschm Volke» dazu aufmuntern, daß sie den Gefühlen der beseligend« Hoffnung auf di« baldige Erlangung eine» herrlichen und dauernden Siege» — welche Gefühle in unfern Tagen die Brust eine» jeden Drutschen in Oestereich mächtig bewegen, wo die Ezechen und Polen, die Sroaten und Slovenen «inen gar oft höchst unritterltchen «nd nicht selten gar in rohe