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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 3. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 3.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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31 ftatani Mb Br»talität aKlotiatai Hsfhtra grg» die stolz« <v»rg deSDeutschty»»« erhebe»—kräftig« »nd voetffch« Ausdruck verleih« »ad hiedurch et» davenche« DeuKuul aufrichte» »»»ge« für de» jetztgeführte», ehrenvoll« Kampf der Deutsch« Oesteretch«. Daß »nd «an»m wir Jud« i» Oesterreich, vteileicht mit AuSnahm» einiger weniger fanatischer Ez«che-Jud«. zu de« Deutschen halten, halte« »erde» »nd auch halte» müssen» mir «n« nicht selbst i« unser eigen Fleisch schnei» d« woll«, Hab« mir in dteie« geschätzt« Blatte i» »er» gangen« Jahr« de« öfter« au«einand«rgLsetzt »nd woll« wir heut» hier nicht wieder daranf »»rückkommen, da eS »ns heute ferne liegt, un» in politische Erörterung« einMastea. Wir wollen in d« folgend« Zellen uns«« Lese« nur dev jüngst«, preitgekrüllteu jüdisch« Dichter vor A»g« führ«! Aber die« nicht nur, um unserer und gewiß eine« jeden Jud«, dem noch et» jüdische« Her» in der v«st schlägt, hoher Freude uni gerechtem Stolze über unfern jüngsten prei»- aekrönt» BlmzbenSgenoff« den geziemend«Ausdruck ^verleihen; fände« zumeist um, und vorzüglich den gelehrt« B«»ern und Hasse« de« Judenthum«, die ihre Waffe« gegen dasselbe so gerne au« dem Arsenale der Wrlt-Literat»r und Kunstgeschichte herzuholen pflegen, wieder einmal an einem schlag«dm Beispiele all oculo« zu demonstriren, daß ihre Borwürft, der Jude sei trotz der d«tsch« Sprach« und Sitte, die er onnehme, in seine« innerst« Jane« dennoch nicht deutsch und der Jude vermöge in der schaffenden Kunst nicht schüpferisch'Origiuelle« hervorzubringen, eitel Trug und Lüge sei. D«n Joses Winter, ein jüdischer Stod«t, errang bei dem letzt«, in Rede stehend« poetischen Toumiere in Oesterreich, a« dem sich nicht wmiger al» 1570^eübte Dichter bethefligt«, den erst«; der jüdische Student Edmund Wengraf d« zweit« Prei«! Josef Winter'«, also eine« Jud«, Lied wird nunmehr den Siege«zug antret« durch alle d«tsch«n Lande und der« Bewohner zur mächtigen Begeisterung hinreißen für Deuschthum, Freiheit, Vaterland! Auf dem gesammt« Erdenrund, wo Deutsch-Oestereicher beisammenwohn«, wird fortan da« prei«gekr»nte Lied Josef Winter'« laut erschall«. Millionen und Million« urgermanischer Kehlen werden nunmehr in Stunden der Weihe die preisgekrönte Hymne eine« jüdischen Dichterfing«, um sich an deren Weise zur mächtig« Begeisterung für die edelsten ««schlichen, und national« Tugend« zu erheb«! Ein Jude also hat den Befühl«, die da» deutsche Bolk in Oesterreich, somit ein« bedeutenden Bruchtheil der gesammt«, groben deutschen Nation, in der Gegenwart so mächtig beweg«, den tiefsten und gehaltvollst« Ausdruck verliehen! . . . »Die Arbeit de« Dichter«", so lautet da« gewiß unbefangme und unparteiische Urthell der Preisrichter, — von d«« wir hier nur die berühmt« Dichter und Schriftsteller HeinrichLaube, Ludwig Anzengruber und Johanne« Nord mann (Präsident der.Eoncordia"); den bekannt« österreichischen GeschtchtSprofeaer und vorjährig« Rector der Wi«er Unniversität. OttokarLorenz; dirReich«rath«. abgeordnet« Robert Freih. v WalterSkirchen, vr. Moritz Weitlo'' (Obmann de« .Deutschen Schulverein»") «nd Heinr. Re schau er (Herausgeber der .Deutsch« Zeitung") nmn« woll«, um zu zeig«, daß die Best« und Stimmfähigst« der deutschen Nation in Oesterreich hier zu Berichte saß« —; da« Lied Josef Winter« ist nach dem «iustimmig« Urtheile dieser liederkundigen Männer .echt« poetischem Drange eutsprungm." Run, gegenüber dem Votum solcher Richter werden wohl all« die Krlliker «nd Kritikaster verstumm« müssen, di« da die lügenhafte vehouptung wagen, der Jude sei und fühle nicht deutsch! der Jude vermöge in der Kunst nicht» Originelle« hervor,ubriugen. Möge »« nun unserem jungen Dichter, der dem Judenthume neuen Ätuhm gebracht und der hoffentlich mächtig dazu beitragen wird, die eb« berührt«, gegen un« Juden geizegt« Boruriheile zu zerstreit««, vergönnt sein, noch viele Lorberrr» auf dem Betrete der Dichttuust zu erring«! Zu» Schluffe wolle» wir noch erwähn«, daß die .Deutsche Zeitung", da die Arbeit de« Dichter« nur dm» die höchste 'Seihe, di« Weih« de« volk«liede«, zu Theil wird, «enn sich zu d« Wort« «tue di« Hörer ergreifend« Weise gesellt, übermal« «in« Brei« von 100 Dukaten, und zwar .für eine schöne und zugllich einfache und volk«thümliche Melodie" au«- zeschrieb« hat, dt« zu dem prei«gekrö»ten Liede von Josef WiMer geschaffen werd« fast.") I. S. Sraka«, S. Januar. (Or.-Eorr.) Bor einigen Monat« kam ein lithauischer Jude hierher, macht« in Ehaffidi«mu» und wurde von chaffidäifcher Sette sehr unterstützt, er hüpfte, zechte au« all« Kräften, »nd jeder Knochen an chm schrie zum Himmel empor. Wo ein chaffidäifcher Jahrestag gefeiert wurd«, fand man uns«« Lithauer, d«n bei dieser Feier spiett da« Feuer de« Branntwein« eine bedeutende Rolle; aber Alle« ist vergänglich, da kam vergangen« Woche ein Bater und «in Sohn au« seinem Orte, und klagten ihn an, oaß er sein Weib «nd seine fünf Kinder verlass« Hab«. Al« er läugnete, macht« sie darauf aufmerksam, daß er auf seinem Körper ein Muttermal Hab«: man entkleidete ihn und — man fand da« Muttermal und 900 fl. — Am 70. Geburtstage Dr. Philippsohn« hielt Dr Duschak ein« Bortrag, in welchem er eine Parallele zwtschm diesem und Mendelssohn, dessen TodrStag am 4. Jan., zog; er sprach über beide Bibelübersetzung« und über die Anfeindungen der wahr« und der scheinheilig« Orthodoxie; dann über da», wa« Beide für die politisch« und civilisatorische Stellung der Juden leistet«. Auffallend ist e«, daß keine der jüdischen Zeitschrift« Mendelssohn'« au« Anlaß seine« Todestage« ged«ft, während die österr. .Lüg. Ztg." in Wien einen Lrttkei über dies« großen Sohn de» Dessau« Thoraschreiber» gegeb« bat. — Die Antisemiten und die Feuergefahr mach« auch die Baliziauer erzittern. Beg« letztere find Amuletten zu haben, auf welchen der Engel ’spii’ sigurirt. Treuesß», 8. Januar. (Or.-Corr.) Sonnabend, dm 12 December, Morgens, lächelte die Lonne matt aber freundlich wie eben Aurora im Dezember nur lächeln kann, auf ein Kriegibild in Frieden herab. In ihr« Strahlen glitzerten die prächtige» Uniformen de« österreichisch-ungarischen OffizierkorpS, blitzten die Waffe« der ganz« hiesigen Barnifon. die auf dem nahen Exerzierplatz versammelt war, um einen ihrer Braven zn ehren. Feldwebel W. Fleischhacker stand vor der Kolonne, der Ansprache seine« Regimentesbrrsten gewärtig. Dieser nun theilte in würdiger Weise der anwesenden Soldate»ka mit, daß ihr Feldwebel heut eine 40jährige musterhaft« Dienstzeit hivter sich habe, die Schlachten 1848, 1359. 1884, 1868 mitgemacht, bei einer derselben mit Gefahr de« eigen« seinem Generalmajor da« Leb« gerettet, 1868 al» Fahnenträger glänzmd sich bewährt, indem er die,hu. auvertraute Fahne, von Feinde«hand iym fortgeschossen, blitzschnell wieder aushob und muthig den Seinen neuerding» vorantrug. — Darauf bestrte glückwünschend der Kommandeur dem Gefreiten den silbernen Kronenord« an die tapfer« Brust, di« bereit» 12 mal geschmückt worden, während dem Decorirten, diesem all« Haudegen, die hellen Thränea über die Wangen liefen. — Weshalb weinte er? Vielleicht weil kein« liebende Gattin die Freud« und Ehre de« im Dienste grau gewordenen Manne» theilt, der. wie e« scheint, al« Israeli! nicht mehreren Göttern zugleich di«m wollte, neben Mar» noch Amor und Hymen. — Doch die ganz« Eompagnie nahm herzlichen Antheil, wa» insbesondere durch ein solenne» Festmahl, gegeb« von den Vorgesetzten Gönnern, sich documentirte. I. W. Kremkreich. Pari». Die hier wohn«d«n polnischen Juden haben «ine besonder« Belstube. In dieser geht e« nun recht — polnisch •j KU nttbm tal pcitigtlrinu w-vlcht n-tft b«n vediugungen bfT i» »er nächste* Ar. bringen. (Red.)

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