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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 2. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 2.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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14 — der städtischen Vertretung hier auch Herr Stadtältester Stadtverordneter Louis Moll, dessen Neuwahl zum Stadtverordneten zu hintertreiben sich die vereinigten Zaruckmänner, wie wir jüngst gemeldet, so angelegen sein lirtzen, gewählt. Brauuskl«, I. Jan. Der lüjähr. Scribent Alfred Salomon hier wurde wegen schweren Diebstahl«, begangen auf dem fürftl. Rentamte, von der königl. Strafkammer zu Limburg am 19. September zu 1 Jahr und 3 Monate« Gefängniß verurthrilt und verbükt« diese Strafe in Köln. In der Sylvesternacht wurde demselben amtlich die freudige Mittheilung gemacht, daß er frei sei! Rachden» der junge Mann 5 Monate gesessen hat. ist seine Unschuld erwiesen worden. Leipzig. I. Januar. Die Auslegung der ,Jtr. Wochenschrift" ist vom Universitäts-Kuratorium (Prof. l>r. Overbeck) nunmehr ««geordnet worden. Al» Gegengewicht gegen die lange Reihe antisemitischer Blätter kann hier die „Wochenschrift" ersprießliche Dienste leisten — Mit Freude tonnen wir einen Akt de« Wohlihätigkeiissinnet unserer Gemeind« melden. Der iSr. Beamten-PensionSkafle, welch« fortan den Namen »Philippson-Stiftung" führt, sind auS Anlaß des 70. Geburtstage« Philippson'S von einem hies. Philanthropen 1000 M. überwiesen worden. — Um der unter den Zöglingen der »Berliner Lehrerbildungsanstalt" herrschenden Noth abzuhelsen, ist eine Spendung von ebenfalls 1000 M erfolgt. Vivat seijnens! Le»derg. Die Anklagen de« gehässigen Landtagsdeputirten Merunowitsch gegen die jüd. Matrikelsührer, haben sich nach einem amtliche« Berichte de» Statthalter» al« grundlos erwiesen. Tie Matrikelbücher sind durchweg in gesetzlicher Weise geführt. lörudy Am 24. Deeember!>at auch Herr l)r. Schapier unsere Stadl verlassen. Er geleitete 33 russische Kinder nach Jaffa (5 Mädchen bleiben in Wien», wo sie in der Ackerj dauschule ausgeblldet werden sollen. 21 Knaben, die zu jung und schwach für die Winlerreise sind, bleiben vorläufig bi« zum Sommer hier in Pflege und Schule. An« Mähren, 2 Januar. I.Or-Corr.) Soeben komm' mir die erste Nummer einer »österr -ung. Cantoren-Zeitung" zu Gesichte. Diese Zeitung hat sich zur Aufgal>« gestellt, den Eantoren und den Landgemeinden eine würdige Stellung zu erringen und deren materiellen Perhältniise wesentlich zu verbessern. »Der Eantor — so heißt ,« in diesem Journal — sollte einer der ersten Eultusbeamten in der Gem.inde fein." Dagegen baden wir nicht» einzuwenden, nur sollten diese Herrn Redakteure zuvörderst dafür sorgen, daß sich nicht leder Unberufene, dem die jüd. Liturgie eine terra incogniia »st. als Eantor d. h. als erste: Cultusbeamter geberde. — Vor Allem sollten Cantorenschulen gegründet werden, damit jeder Vorbeter so viel Kenntniß des Hebräischen besitze, um im Nothfall als ad latus des Rabbiner« fungiren zu können. Dann würde er selbstverständlich, mit als einer der ersten Eultusbeamten in der Gemeinde figuriren. Peris Ter Oberrabbiner von Frankreich. Herr Isidor, hat an die Consistorialoberrabbinen einen Hirtenbries erlaffen, in welchem er zunächst die Frage anrrgt, in welcher Weise die Einheitlichkeit des Gottesdienstes in allen isr. Gemeinden des Landes wieder hergeftellt werden ksi-ne und sodann anordnet, daß bei Beerdigungen allerwärts das Ritual befolgt werden soll, welches in Pari« üblich ist. Dasselbe hat 5 Theile: — 1) Ascher Jozar es’chem badin 2) Grabrede (im »Arch. isr." ist diese Nummer nicht weiter drzeichnet). 3) Äenuchah bkechonah. 4) Ein franz. Gebet (Gott der Gnade und des Erbarmens.) 5) Hazur Tomiin. An den Tagen, an welchen kein 2iddulc hadin gesagt wird, sollen nur 3 uud 4 recüirl werden. — Von Wahlen und Ernennungen find zu verzeichnen, 3 jüd. Handelsrichter m Paris, des Präsidenten der Syndicattkammer der Edrlfteinbranche (Herr G. Sonderhagen) eine« Vicepräfidenten (H. Mayer) und de« Schatzmeister« (L. Paub) derselben Kanimer, de« Forstinspektor« Dreyfus in Omans (DoubS). Gestorben ist der der Regierung von Hayti zugewiesene Beamte deS Post- und Telegraphenministeriums. Herr Joseph See am gelben Fieber im 43. Lebensjahre. Pari- Mehrere Rabbinen in der Provinz führen Klage darüber, daß bei Vakanzen in bedeutenden Orten nicht die praktisch erprobten Rabbinen, sondern kaum der Schule Entwachsene protegirl und gewählt werden. (Ganz, wie in Deutschland. So haben die Herren wenigsten« deil Trost, Genossen de« Elends zu haben! I — Herr Joseph R e i n a ch ist Kabinet«- chef des Ministerpräsidenten geworden. Herr May hat die Professur de« Eivilrecht« an der Facultär in Nancy erhalten. Part«. Der Rabbiner L a z a r d, Ritter der Ehrenlegion, ehemaliger Feldprediger der Rheinarmee, ist hier gestorben. Seit lelüü Rabbiner zu Pari«, folgt« er im Jahr« 1X70 in der Eigenschaft eine» Feldprediger« dem Stabe vazaine's; er wurde in Metz mit eingeschloffen, wo übrigens seine Dienste, di« er oen Verwundeten leistete, noch unoergeffen sind. 1*71 wurde er für seine Thätigkeit während de« Kriege« und de« Eommune- Aufstande« zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Et war ein Sohn de« Rabbiner« Mayer Lazard, des ehemaligen Director« de« israelitischen Seminar« zu Pari». Prter-bnrg. Ein jüd. Ackerbauer bespricht im »Hamel." die Gründe, welche den Jude» bisher vom Ackerbau fern gehalten haben. I) daß sie nicht Land erholten konnten, welche« in der Näh« ihrer bisherigen Wohnorte lag, denn der Jude will im Grabe seiner Väter dereinst ruhen. So sind im Bezirk Horodno 3 Kolonien mit mehr al» 50 jüd. Familien, die au« den umliegenden kleinen Städten stammen. 2» lohnt« der Ackerbau, so lange Bahnen fehlten, so wenig, daß der Jude al« Städter seine gewohnten und theilweise durch die Religion bedingten Bedürfnisse nicht damit befriedigen konnte 3) die Leibeigenschaft, i) die Unvollkommenheit der Geräthe. Wen» also, da die andern Ursachen jetzt weggefallen sind, es gestattet wird, in der Nähe der bisherigen Wohnorte Land zu kaufen, tüchtige Menschen ausgewählt uno ihnen Jeden 4 Deffiatin Ackerland, außer gemeinsamem Wald- und Weideland. — Am 9. November hat der Kaiser dem Kausnianne I. Gila Nachum L e w i n s o h n die goldene Medaille am Andreasdanbe verliehen, wegen seiner Thätigkeit in der Armenkommiffion Hierselbst. Petersburg. An der Kommission, welche unter dem Vorsitze des Gehülfen des Minist-rS de» Innern Gotowzew zur Regelung der Verhältnisse zwischen den Juden und der christlichen Bevölkerung Rußlands eingesetzt word:n, werden, wie die „Nowoje Wr." miitheilt, außer den Professoren Andrejewskij und Grigorjew. auch der Gouverneur von Jekaterinoslaw, Durnowo und Fürst Zertelew theilnehmen. Petersburg. Ein« 14jährige Pinuosin auf dem Elavier, Rosa Kofman aus Odessa, erringt hier allseiligen enthusiastischen Beifall — selbst in antisemitischen Kreisen — Auf einem Jahrmarkt« in Tscherwone bei Sitomir haben die Bauern am 27. November die Juden beraubt und gehauen, läs das Militär einschritt. Warschau, 2. Jan. UnDifähr hundert Bauern au« der Umgegend von Warschau, berichtet die „N. F. Pr.", versuchten am 29. Dezember Nachts eine Plünderung der in der Warschauer Vorstadt Praga wohnhaften Juden. Alle Excedenten wurden arretirt. Viele Theilnehmer an den dreitägigen Excessen gegen die Juden in Warschau haben, die Untersuchung befürchtend, die geraubten Gegenstände in den Weichst lftrom geworfen. Die Polizei hat dagegen entsprechende Maßregeln getroffen. Die christlichen Handwerkerzünfte in I Warschau verdammen in einer von ihnen veröffentlichten Erklärung die stattgehabte Judenhetze. Tuck«. Rach der »Daily News" hat ein franz. Oberst das vom vey aufgehobene Lerbot erneut, daß di« Juden die Stadt Msakeu nicht betreten dürfen!

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