Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 1.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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dann: V22 nw D’H*v m, ferner hinweisend auf den Sarg: narrn »ynn iain „« umfaßt meine Liebe, mein Lebenrglück!" Da blieb kein Auge thränenleer, man fühlte ihm die 123?3M nach. Die Entschlummerte entstammte einem alten Rabbinergeschlecht der Provinz Schlesien. Ihr Gatte war mit ihr ausgewachsen und beide wäre., von Jugend aus einander zugeneigt, sie war also eine omyj nrx im eigentlichsten Sinne des Worte-, beim Studium war sie ihm cm Sporn fleißigen Schaffen« — und nun — oiPn run ist e« ein Traum gewesen? .Suferstehen, ja auserstehen" -fang der Gesangverein zuletzt am Grabe. Vermögen wir dem trauernden Gatten, der schon so vielen Leidtragenden Balsam in die wunden Herzen geträufelt, TrosteSworte zu spenden? O. da« ist unser sehnlichster Wunsch, möge er mit Gotte« Beistand in seinem heiligen Berufe Trost und Seelenruhe finden und mit seinen betrübten Kindern das tiefe Leid still ertragen, wie er selbst, hinweisend ans Ezechiel c. 24 v. 17 e« sich vorgenommen: *)on pjK.i .seufze still, ergebung-voll!' Der Verstorbenen, die die Liebe und Verehrung der ganze» Gemeind, sich erworben hatte, rufen wir mit dem Herrn Rabbiner di« Abschied«worte zu: ’ko .-6ya mtsy oi^tra .Ziehe ein in den ewigen Frieden, Du Krone Deine» Gatten!" M. Spanier.**) Bre<1au. Dem Ocloderbericht de« städtischen statistischen Bureau'« zu Bre-lau ist als 3. Beilage eine recht intereffante Uebersicht über die Frequenz der hiesigen Unterrichts-Anstalten beigegeben, welche u. A. auch einen recht lehrreichen Einblick in die geistige Bewegung der hies. jkd. Bevölkerung gewährt. Die Zahl der jüd. Bewohner Bre-lau'S beträgt etwa 6'/,— 7*/, der Gefammtbevölkerung (letzte Berechnung der letzteren An'ang Oktober: 274,733). Von 29,634 ElementarschiUern resp. Elementarschülerinnen sind 473 jüd. Glauben«, also c. 1,6'/, Neber die Eonfeffion der 3685 Schüler von Privatschmalen erhalte» wir keinen Ausschluß, da in denselben, wie e« scheint, eine Confess.mS-Staiistik nicht gesührt wird. Die öffentlichen höheren Bürgerschulen werden von 17,64'/, jüd. Knaben und 30,57'/, jüd. Mädchen besucht. 30,70*/, aller Gymnasialschüler, 13,75'/, der Realschüler, 8'/, der Gewrrbeschüler, 12'/, der Besucher der technischen Fachschule sind Juden. Die Sonntag«- und Abendschule für Handwerker ist zwar nur zu 3'/, von Juden besucht, doch ist die schwächere Betheiliguug von Juden an diesem Institut nur eine scheinbare. Die beide» letzten Unterstufen dieser Sonntags- Handwerkerschule nämlich, welch« ein gute« Drittel sämmtlicher Schüler umsaffen, zählen keinen Juden. E« rrgiebt sich au» diesen Daten die schon oft erwähnte, in der letzten Zeit auch vom Neid und der Gehäffigkeit zn Angriffen gegen unsere Glaubensgenossen benutzte Vorliebe der Juden für höhere Bildung. Die Juden bekennen sich, wie die genannten Proeentziffern zeigen, zu dem Satze: Wissen ist Macht. Daß sie darunter nicht blo» materielle Macht o*^n "7 reo i'vbk ^mn.-n -,i on •) ••) Wir tonnen <• nn« nicht Mrfa(<n, von den zahlretchen oSoub’>l.p;toicib<n Da» de« Sia»tlchu.ra:hr llr SJolttrftorff, uo.i dem wir wahrend de» NpaV »n« «dschris^ ,e„om.nen, hi.r .mlzuthrtten: .vtagdeduift, a« lec «der >881 Sehr geehrter Herr Doeorl (bestalle» Sie mir die ve.fichrrung meiner aUerherjtichst.» Iheünahme an »,,» — mir erst heule durch die Zeitung bekannt gewordener — unerjehiiche» «ettust, welchen Sie durch den Tod Ihrer i» geliebte» und liebendwerthen Frau »rtnten had.n Aur wer da» «N.iche »riebt hat, weih, wie di, Wunde brennt! Ihnen Iroft zujusprechen bin ich nicht geschickt genug 0» »mfe durchgekostet werden n all' Ieiner Bilt.rken und tzerxheit. Auch werden Li« ihn Irlbst suchen und finden in I-ceui hetiigen Buch« und in dem Ä> danken un »,» Pflichte» Ihre« Amte« un» die Sorge für Jh>, jainilu. Äern hätte ich mich he» e dem <8esotqe »er l.tzten chhre angeschtossm aber mein nerodle« Leiden »er»,»lei mir s»de igemüthsausregnng unk gebietet mir grdsile jtuh» und Schonung, sow.ir Beide« mein Ami »gen» zuläfn. «N »er nochmaligen vetsicherung mrinr« liessten und herzlichst», viiigesüh!« Jhi ergebenster L. WoItersturst." von Freunden nnt öolleg.n, >a «>.ch von Gemeinden, zehen täglich Aondstentlchreiben rin, die beretil nach Hunderten zähielt und dem Leidtragenden ein uohithu.nder Sewei« fl.w, in wie w.it.n Ureisen sein Le-d thritnrhmen» mtiem»s»nd»n wird > verstehen, da« beweist der Umstand, daß auch da« weiblich« Geschlecht, da« im allgemeinen au« dem Wissen keinen Erwerb macht, 30,57'/, an den höheren Mädchenschulen aufweist. obwohl an unseren vielklaffigen Elementarschulen principiell unentgeltlich eine ganz tüchtig« Volksbildung gewährt wird. Idealer Sinn der Juden wird auch durch ihren Ansturm auf die Gymnasien (30,70*/,) bewieseil. Sie wollten eben den Kindern eine möglichst »mfaffend« Bildung auf den durch ihr Alter bewährten Anstalten humanistischer Richtung gewähren, gleichviel welchem Berus dieselben sich dereinst widmen. Aus dieselben Gesichtspunkte deutet auch der verhältnißmäßig geringe Procentsatz jüd. Realschüler (13.75'/.), obwohl diese Ziffer immer noch das Doppelte der nach dem Berhältniß zur Gefammtbevölkerung eigentlich auf sie fallende Ziffer von c. 6'/,'/, beträgt. Mehr Vorliebe als für die Realschule zeigen sie für die jüngeren Anstalten dieser Art, die sogenannten höheren Bürgerschulen, an welchen ihr Eontingent 17,08'/, beträgt — Auch zu den allernrnesten Jnstituten gewerblicher Art, der Königl. Gewerbeschule und der technischen Fachschule, stellen sie ein ganz respektable« Eontingent (8*/, unv 12'/.), ein Umstand, welcher beweist, mit , welchem Unrecht man oen Jude» die Abwendung von diesen Zweigen. menschlicher Thätigkeit vorwirft. Nach meinen langjährigen Beobachtungen der Bewegung der jüd. Schulbevölkerung stehe ich nicht an zu behaupten, vaß die letztgenannten , Anstalten, wenn sie nach längerem Bestehen sich erst bewährt i haben, in kurzer Frist einen noch weit günstigeren Procentsatz , jüd- Schüler erhalten werden.! Bon der Gesammtjiffer der Schüler aller Lehranstalten.! in denen EonseffionSlisten angefertigt worden sind (31,564), sind mehr al« 9'/, (3259) jüv Bekenntnisse«. 13. | Hamburg, den 30. December 1881. (Or.-Corr.) Ein glänzender Sieg der Opposition hat gestern die Kämpfe der beiden Parteien des Synagogen-Verbands entschieden. , Bon etwa 510 Wahlberechtigten unter annährend 1200 Miti gliedern hatten 480 von ihrem Wahlrechte Gebrauch gemacht | und stimmten 65'/, für die Candidaten der Gegner, und nur 35'/, für die Vertheidiger des bisherigen PrincipS der Willkür Einzelner, richtiger noch: der eines Einzige», dessen Privatinte-- i ressen bei der Leitung und Führung de« Synagogen-Verbands einzig und allein maßgebend waren, i Zur Aufklärung über die Verhältnisse wird es noty- , wendig sein zu erwähne», daß es sich im Streite der > Parteien nicht um religiöse Fragen handelte, denn die von der Opposition vorgeschlagenen C'ndidaten gehören sämmtlich! der streng orthodoren Richtung an, während das weder von! den Eandivaten der konservativen Partei, wenn man ne so nennen will, gesagt werde» kann, noch von dem Eomite;, das aus den verschiedensten Schichten zusammengelesen war, zu , den» selbst Männer herangezogen waren, welche sich längst von - allen jüdischen Rcligion-gesetzen lo-gesagt hatten. Nicht einmal so taktvoll war man verfahren, nur selbstständige Männer den Wahlaufruf unterschreiben zu lassen; es befinden sich unter de» Unterzeichnern desselben junge Leute, welche al« Handlung-diener (Commis > in untergeordneter Stellung sich befinden. Es ergievt sich daraus, wie schwierig es dem Comile geworden war, die nothwendig erschienene Zahl von Unterschriften zusammenzubringen. Viel böse« Blut hat e» gemacht, daß der Vorstand des Synagogen-Verbands noch gestern Abend, nachdem bereits die neugewählten Delegirten bekannt waren, mit Hülse der au-tretenden, ein Mitglied de« Vorstandes hat wählen lassen; und ist es ihm auf diese Weise gelungen, einen in der Minorität gebliebenen Eandidaten, welcher gleichzeitig Direktor der Talmud-Toraschule ist, in den Vorstand gewählt zu erhalten. Al« Beispiel, zu welchen Mitteln man greift, um den Geschmack de« Publikums für gute Predigten nicht zu verwöhne», »löge dienen, daß Herr I)r. Prager in .Hannover, welcher in Folge der Einladung de« Vorstand« der Bornstraßen- ' Synagoge (einer Synagoge der Vorortes bereit« eingewilligt