Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1894
- Issue
- 52 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 404 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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tfij, mußte reich fern. Et awfJBAn zöge » idn tmiff y. '.i. — Aber . . . Hatte nr'^E&jaib<r «A sie. Taute nicht zur Trrmumg veranlaßt? ihn'Mht astoßend behandelt, u::d uuu sollte er ihn in Scham uud Reue aufsuche«? u« H"!fe flehen? s, große Opfer fordern? Abraham etzte den schweren Song der Verzweiflung fort. Verlassen wir, meine Lieben, den Vater, um uni gegen A:-end deS folgenden Taget seinem 10 jährigen Söhnchm Louit und dessen 7 jähriger Schwester Hildegard auf ihren Wegen zum Onkel Markus anzuschließm. Sie springen hurtig au: ihrem Hause. Der achte Ehanukahabmd ist frisch, trotz t.Z hellgeftirntea Himmeit wirbeln glitzernd« Schneesternchen r..:ch die Lust. .Li, vre wird Onkel Markus sich wundern, wenn wir ihn überraschm uud die schönen Lerzchen bringen!" »Und de Tante," — jubelte Hildegard, — .hat gewiß süßen Luchen und Spielzeug für mlch l! Beim Weihnacht»- bäum haben roir immer etwas bekommen, da wird das Chanukahlicht toch auch etwaabgeben. Ter Lehrer hat ja gesagt, daß ei zur Freude leuchten soll. Die Großtante sah vergnügt dem »Onkel MarkuS" zu, wie dieser die Kerzen zurechtftellte; Beide stutzten, als die Thüre sich öffnete und die Linder hereinspraagen. .Was bringt Euch denn her? Jetzt in der Sälte besucht Ihr mich? We geht da» zu? — fragte MarkuS. .Der Nactchar, der böse Zwanger will die Mama und uns nicht meist beim Weihnachtsbaum sehen, und Herr Neuberg hat gesagt, die Ehanukahlichter seien schön, sehr schön, so bringen wir eine ganze Düte voll roter, blauer, weißer und gelber Lerzen," sagte Hildegard, — uud da» war wieder ein Räthsel der Ueberraschung. .Weiß denn auch Eure Mama, dürft Ihr . . . ,O," unterbrach daS Mädchen die alte Tante, .Mama sagte, als wir SSeinachtSkerzchen herzubringcn fragten: »Geht, wohin Ihr wollt, nur laßt mir Ruhe.» —“ .ES fehlt Eurer lieben Mama doch nichts?" 'fragte MarkuS besorzr. .Lrank? krank ist sie nicht, der Arzt war nicht da, — den ganzen Tag ist sie allein im Zimmer — und nicht froh, — ich glaube sie hat einmal geweint." .DaS tkut mir leid.. Hm . .", sagte Markus betreten . Run, wir wollen dir Lerzchen aufstellen und anzündcn, siebm für mich, sieben für dich, LouiS . ." .Ich keine?" fragte das Mädchen kleinlaut. .Gewiß, gewiß, mein Lind . . brauchst aber keinen Eegensspruch zu sagen, sagte die Tante beruhigend, ging hinaus und brachte ein Lörbchen voll Früchte und auch einige Spielsachen. — Bährenddeß sang Markus »dloaas Zur jschuosk, und als er zu Ende gefungeu, sagte LoniS: .Wir heben auch ein Lied gelernt, wird gerade so gesungen, sollen wir ...?" .Schön, dos möchte ich gern Haren!" — Die Sinder sangen: [ Unser Gott ist unser Hott,! Judr'S Schutz uud Wehre, Tro:; der Feinde Haß und Spott l Siegt des Ew'gen Lehre. Juda'S Heldenschaaren Uns're Retter waren Einig, treu Machten frei Uns von den deu Barbaren. Gott, der Herr auch heute noch Schlitzet all die Seinen; Läßt der Wahrheit Banner hoch Eieggekrönt. erscheinen. i)rum in trüben Tagen Aßt uu» nicht verzagen! Ohne Scheu, Gott gettcu Unser Herz muß schlagen. Und wir soll'« die Einigkeit Brüderlich stet» pflegen. Tilgt im Herzen jeden Stteit,> Dann auch folgt der Segen. Ehaoukahlicht, Dein Sttahlen Ruft zu Freuden-Mahlen; Macbt unS neu, BundeStreu, Scheucht der Sorge Qualen. Während die Linder sangen, schaute Markus mehrere»^ male nach dem Fenster, e» schien ihm, als habe er vor de«-, selben Tritte gehört, und Hildegard meinte, es habe ein Gesicht vor demselben geschwebt. .Herrlich," sagte der Onkel, die Tante bog sich nieder» um Hildegard zu küssen; — die Thüre öffnete sich, — eine neue, aber fürchterliche Ueberraschung — Vater Friedberg wankte, verzertten bleichen Gesichtes herein, und ließ sich mit dm hohl-heiser gesprochmm Wottm: ,WaS macht Ihr hier zu Abend?" .... auf einen Stuhl nieder. .Ums Himmels willm, lieber Bruder, — Abraham,: was ist mit Dir?" rief MarkuS angstvoll, indeß die Linder sich an dm Vater drängtm, der sie aber mit den Händen ab»^ wehrte. Unter vergeblichen Mühen hatte Albr-cht bei dm wandtm seiner Frau sich in der Stadt lange ausqehaltm,^ man hatte Achstlzuckm, Lopfichütteln, dann gar Äor statt Hülfe; dann nach einer qualvollm Nacht hatte er Schuldnern bittmd und drohmd Versuche gemacht — ver»1 geben-, — beim Einbiegen ins Dorf erglänzten ihm dies Stubmfmster des Hauses seines BmderS im Lichtschimmers entgegen, deS Hauses, worin er seine erstm Sinderjahre ver- * lebt, deS Bruders, dm er zum Abzüge veranlaßt, dm er ob seines steigendm Glückes beneidet, während sein eigmrs zum Verzweifeln gesunkm war; er hötte da» Lloau» rar^ jeseboosi, glaubte des Vater» Stimme zu vemehmm, dann? die Linderstimmen, seiner Linder Stimmen, er trat unter Fenster, er ballte seine Faust — gegen sich selbst? gegm Bruder? er griff nach der HauSklinke, wollte zurückspringen, j doch die Finger schimen am kalten Messing zu kleben, dies HauSchür gab dem Dmcke nach — er stand in dem erlmck tetm, warmm Zimmer deS Bruders und der Taute, BmderS, mit dem er lange, lange nicht gesprochm hatte. Die liebe, theilnehmmde Stimme seine- BmderS, bic] Tante, welche stumm, hastig eine Flasche Wein uud Bra pulver gebracht — die Linder mit ihrm ängstliche ftagmd Blickm, daS alles wirkte mächtig auf dm schwer Dieser jagte in weichem Tone .MarkuS", und der Bmd verstand daraus einm Wunsch, und auf einige leise Wo deS Letzterm ging die Tante mst dm Lindem in ein z,mmer. MarkuS faßte die Hand feines Bmder», und nach eiuigtz kurzm Fragm hatte er bald dm Fa dm, der 'in die worrmm Gänge deS BmderS fühtte — um so mehr, da i dessm Berhältniß zu Zwanger nicht ganz frm»d .Nicht» weiter, als Geld, paar tausend Thaler? pah, zum Gutm kommst Du-bei dm Ehanukalichtrm. zum Gutm!" — — — — — — — ES klopfte an und wieder ei» überraschendst^ Der Lehrer Reuberg ttat ein^ Markus grüßt» Bruder schaute verlegm zur '