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Jüdisches Familienblatt · 1894-01-01 · 52 (1894) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1894
Issue
52 (1894)
Date
1894-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Das erscheint wöchentlich als «eatis veU«-« zur „)»»«««tttscch«« M»ch«,sch»tft-. )*»« ««*«k»Ol« mm» »lese» 8Utt( ist »»te»s«At. — Die Einzelnummer kostet <0 pff. bei der Expedition der >I»r. wochenschr." xvÄrenM/ , Herausgegeben von vr. M. Rah«»» in Magdeburg. Hur Nnterhaltung unö Belehrung für Sie israelilische Kamilie. Zwei Häuser. Sine Stznnnknieschichte für >U und Juu». Bon L. kreu. L: § I lSchlnß.) »Jetzt, Kinder, müssen wir unS aber wieder einmal nach Markus Friedberg und der alten Tante umsrhen, — waS die machen." Die lebten ganz vergnügt in ihrem altm Hause, nur war eS der Tante zu groß; die unbewohnten Zimmer «achten r» ungemütlich. Da wußte Markus aber gleich Rath: der Gemeinde fehlte ein Schullokal und die 12 schul» Pflichtigen Kinder hatten keinen Religionsunterricht. Er er» bot sich daher der Gemeinde einen Theil seines Hauses für eine Schule und Lehrerwohnung kostenlos herzugeoen, wenn ei» Lehrer angestellt würde. Dieser Vorschlag war Allen recht «ld »ach einiger Zeit war ein wackei^r Lehrer in der Person de» Herrn Reuberg gewonnen. Jetzt war eS nicht mehr einsam im Hause und die Tante hatte Freude an den Schulkindern, hörte auch zuweilen von ihrer Küche aus dem Unterrichte zu. Unterdessen hatte Älbrecht Friedberg seine Geschäfte so weit vergrößert, daß chm daS Geld auSging. Er machte «ine Andeutung hierüber bei Zwanger, der leichthin sagte: »Wenn'S weiter nichtist, mein lieber Älbrecht, Geld kann ich Dir leihen. Du bist mir gut dafür, ich lasse eS einttagen, eS giebt eine Hypothek, wovon niemand «was erfährt." — DaS war nun sehr bequem für Älbrecht und er prvbitte dieses Stück öfter. Zwanger Bater und Sohn sahen aber von jetzt au auch öfter und vergnügt über den Zaun. — Die Geldverlegenheiten mehrten fich und eine Schuld mußte immer Wickler durch ckne neue größere gedeckt werden. So waren wieder ckoige Jahre in- Änd gegangen. FriedbergS Spekulättone» waren fehl geschlagen. DaS Geschäft, daS einfache, «buche Geschäft, ward« vernachlässigt und ging schlecht und bar Geld fehlte an allen Ecken. Mit der Zeit waren au» den ^rundlichen Rachbarn herrische Mahner geworden, aber ^noch Hmner merfte Frau Friedberg nichts von den Berlegen- » ihres Manne». Wiederum war eS vor Weihnachten id wiederum gcklachte Frau Friedberg mit ihre» Kindern den Nachbarn Dbckl zu nehmen an den Freuden des ibeudS. Grade an diesem Tage aber sollle Fckedeine Schuld bck Zwanger abtragen. Er hatte jedoch da» nicht schaff« können und bat nun dm Rachbarn um laut», den chm dieser aber durchaus nicht bewillig« — »Entweder Du bezahlst oder ich laße Dir HauS * verkauf«, — ich brauche jetzt mckn Geld selbst, da : will. — Ich lasse Dir einige Tage Zeit, kannst Du d«S Geld nicht schaff«, so muß ich mckn «igme» tu Und w$4 e»s, Abraham, — er f «cht lieb, wen» Dri»e wir sind Christ« und wollm an diesem Abmd gerne unter unS sein." Friedberg war eS, als sck mit jedem Worte seine- Nachbar« ein zähnefletschmder Höllmhund auf ihn loSgclassm, er schnappte nach Luft, eS tanzt« rote, grüne, feurige Kugeln vor fein« Auge», er taumelte ohne ein Wott zu sag« hinauS durch ein Eeitenthürchm in scknm Gatten, wo er auf und ablief. Dan« war er mechanisch in sein Zimmer getret«, wo seine Frau vor ckuem Tische saß. Auf diesem lag« farbige Kerzch«, Golduud Silberflitterpapier, woraus sie Ziererei« für dm Weihnachtsbaum dcS Nachbarhauses machte. Als sie von ihrer Arbeit aufblickte und in das verstötte Gesicht ihre» Mannes sah, fuhr sie erschreckt in die Höhe. „Mckn Gott, waS ist geschehen? Du siehst schrecklich auS!" — Er rang einige Auamblick nach Wort«: »Laß lieg«! Die Kinder soll« daS Zwanger'sche HauS nicht mehr betretm auch Du nicht. Sie woll« Euch' nicht mehr bck ihrem» WckhnachtSbaum. Bon HauS und Hof wollm sie uns vertrckbm." — Ein schriller Aufschrei der Frau, sie fiel rücklings in daS Sopha, — Friedberg warf sich in ein« Plüschsessel. »WaS willst Du damit sag«? Bon HauS und Hof vertrckb«?" — ES ging ihr ckne dunlle Ahnung auf, — jetzt erinnerte sie sich der sorgenvoll« Mim« ihre- ManneS und auS scknem stoßwckse heworgcbrachtm Wott« fiel eS chr wie Schupp»» von dm Augen. Sie warm nicht mehr reich, — nckn, sie toat« ruinirt. — Sie ckef kummewoll und zomig: »DaS find Dckne bckllanten Geschäfte, — Da» Deine glänzenden Aussicht«! Ich rvill, ich kann nicht arm sein. O, ich Unglückliche! Ich werde mit dm Kinde« zu mckn« Elte« zurückgehen sie werdm mich nicht verstoß«". Fckedberg saß noch ckne Wckle dumpf brütmd vor fich hin, dann sagte er: »Ich will zu Dcknm Verwandt«, vielleicht helfen diese mir daS Geld schaffen. Sollte ich über Nacht nicht wiedcrkomm«, so sck der Hoffnung, daß Dckn Bmder oder Onkel mir hilft, sonst sck Gott und gnädig!' IH. Ehauulaltchter. Älbrecht oder Abraham Fckedberg machte ckn« schwer« Gang. Sinnvenvirtt schcktt er daher. Manchmal stand er, nne unter ckner Last keuchend, still, — und ob er die Straße hundettemal gegangm, alles kam ihm fremd vor. Ost war e» chm, als um»» der Zwanget, fei» Gläubiger, hohnlächelnd ihm zur Sckte ginge uud chm zuflüsterte: »Du hoffst, aber glaubst selbst nicht, daß Dckue Berwandtm in der Stadt Dir helfen. AuS de« Hanse mußt Du, sammt Frau uud Kn^era. Raus mit Euch!" — Ern anbete» Bild stieg in chm auf. Der Bmder Markud uod d« Tante Leo. Ä, MarütS war

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