Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1894
- Issue
- 14 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 3)
- Language
- German
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■ Peter fp tcManv.; U*k mm in oufauoi Hmse p wenig Hol, sei» sollte, kmi» Ahr Fremd Arnold «einet- «e»r» damit <Mf Me and kit Vacherttste» (dank) . de» p»z» XSHxtct hetze». Diese» Heizmaterial kommt mir «h»«r p» ßehe». Melchior. Dürfen wir bei der veräuderte» Sachlage frei sei», mit de» beste» Glückwünsche» zugleich die Bitte '« Sie z» richte», i» unsere» Latiantisemitenvereia al» Ehrenpräsideut einzutrrte»? Peter. E» scheint vom Himmel bestimmt, daß ich doch Präsident bleib«. Ich bi» es schon Ihne», «rin« Herren, »ad : '»or alle» «eine« Schwiegersöhne schuldig, die mir angebotene Ehre-anpnehme». Han» (der sich di» ganz« Zeit Arid» genähert u»d die immer »mH der »etre sah), Frida . . . Frida . . . verzeih' mirl Frida (sich»»««»kok «nk ihm di« Haak reichend). D» »oarst zwar ei» Narr, aber Dn bist doch mein gnter Han». Melchiior. Hatte ich nicht recht, wenn ich sagte» daß «* noch ein gute» Ende »tnnnr mit dieser modernen Krankheit? (Der Verhäng füllt.) Ende. ** 1 «ichelet über Rothschild. Da» Frbrnarhest der ,^lsvue äs äeur monäes' oer' »ffeutlicht au» der Feder de» großen Finanzmanne» Michelet »Esudrücke an» einer Reise in Deutschland im Jahre 1842*- Der Lerfaffer spricht in seinen Äu»einaudersetzu»gen auch von Amschel von Rothschild, den er besucht hatte U. A. erzählt er: Diesen Morgen fand ich Herrn von Rothschild, ganz allein, ohne Sesretär, auf seinem Bureau, sich selber bedienend und feine Füße demokratisch auf einen einfachen, weißen Fußschemel «stützt. Die gleiche Einfachheit auch im Tode. Auf dem Friedhöfe hat jeder Rothschild eine Steinplatte, nicht» mehr. Herr Anselm, der Gründer der Deutfcheu Bank, bewohnte einen Pavillon, der nach drei Straßen hin mündet» wie da» Hau» von Iague» Coeur zu vourge«. Die SS jährige alte Mutter wohnt immer noch in dem russtgen Hause der Juden« gaffe, iu welchem der Sohn sein Lermägen angefangen hakte. Da» ist eiu bei den Israeliten bestehender Aberglaube, der etwa» Rührende» hat Bater und Mutter blribeu in dem Stammh-.use, diese Treue soll Glück bringen: alle» würde verloren sein, wenn fie die Wohnung ändern. Man sagt mir, Rothschild wäre sehr besorgt, nicht, daß seine Söhne sein vermöge' nach seinem Tode »heilen würden, sondern ob auch seine Söhne bei einander bliebeu» um so vereint weiter glücklich zu sei» in ihren geschäftlichen Unternehmungen. — Da» Hau» de» großen Finanzmanne» wimmelt von Menschen uud Thalern und dennoch hört man. Dank der wunderbaren Pünktlichkeit nud Einfachheit, weder Lärm noch Unordnung. Der stille Vermittler der Völker, welcher die Sprach« de» OelVeT'dir alleir verständlichist, spricht, zwingt dieselben, sich unter einander, zu vertragen» besser, al» fie fich sonst vertragen ' würden. •'» Sei» > Empfatig' war einfach' und. herzlich. Wir Änderten von Pari», von dem letzten Eisenbahnunglücke zu jBgtfdtßt», von tausend andern Dingen »nd ich fing an, diesen «undetbaren Kopf zu verstehen. Die Auge«, da« Gesicht, haben--etwa» außergewöhnlich Bewegliche«, aber diese Beweglichkeit : ist weiter nicht» al» ein erhöhte« Arbeitsgefühl, da» zielbewusst sich weiß.« . Herr v. Rothschild sagte mir Vicht ohne »ine» Anflug von Stolz: »Ich kenne in Europa jeden Fürsten und auf der Börse jeden Maller"; er hätts hinzufüaea könne» «und ich Hab« ihre Rechnum iu «einem Kopfe." Al» fich diesem Börsen» ttnige.-di« Mäkler vorstellten, sagte er ihnen sofort, ohne die Hülfe feinet. Bücher, so viel schulden Sie mir, da» und da» wird in der 'nächsten Zeit ans der Börse geschehen. De« Fürstenpflegte er zmoeslen zu sagen: «Ihre-Lage wird sich «tchtgntgestalt», wen» Sie ein« solche Regierung" nehmru^ z, K. da» Ministerium Vaffauo. Rur rin« scheint diesem Rechenmeister nicht verständlich za seilt. Da» ist die M«Ät de» Opfer». Er kann nicht begreifen, daß e» in Pari» 10 und 20 tausend Menschen giebt, die jeden Augenbltck für eine Idee zu sterben bereit find. Herr Anstl« gestand mir, daß die Julirevolutipn ihn überrascht hätte. Mein Gesammtetndruck war: ich war hingeriffen von diese« großen Bilde der modernen Bewegung, ich konnte fast sagen, ich Hab« einen großen Menschen gesehen und beim Verlassen fühlte ich mich selbst im Bannkreise, zu großen Thaten an* gespornt. Eine Stunde später kreuzte sein eilend» dahin rollender Wagen den weinigen; diesmal sah ich nur sein Profil; ich blieb betroffen» ein Entwurf für Rembrandt, ein Pinselstrick:, welcher Alle» besagt." Die «ene Synagoge ttt Luxemburg. Seit einigen Wochen funkelt einem, wenu man vom Bahnhof her über den Bladutt der Stadt sich nähert» die vielstrahlige Sonne entgegen, welche die Kuppel de2 neuen jüdischen Tempelbaue» krönt. So bescheiden auch der neue Synagogenbau in seinen, der numerischen Bedeutung der Gemeinde aagepaßten Größcnoerhältniffen ist, so maß dennoch anerkannt werden, daß er unsere Stadt um ei» charakteristische» Baudenkmal bereichert. Derselbe ist im Rohbau vollendet. Die Pläne dazu sind entworfen von Hrn. Ludwig Lewy, Professor an der Baugewerkschule in Karlsruhe. Herr Professor Lewy hat fich speziell -durch Syuagogen- und Kirchenbauten im Elsaß, der Pfalz u. a. m. einen hervorragenden Namen gemacht, dessen guter Klang durch die hiesige Schöpfung nur gewinnen kann. Dieselbe zeigt in einem den, Hauptgrundriß »ach viereckige», wohlproportlonirten Kuopelbau eine glückliche Mischung byzantinischer und romanischer Motive. Dem jüdischen Ritus entsprechend, welcher die Gebck»- richtung nach Osten vorschreibt, befindet fich der Eingang tu der Westfront, dem Sparkaffengebäude gegenüber. Durch eine Vorhalle, zu deren beiden Seiten Treppen nach oben führen, gelaugt man in da» Tempelinnere; die Mitte nimmt ein länglich viereckiger Raum grade unter der Mittelkuppel eia; nach oben schließt derselbe ab durch ein imposante», vierfach durchbrochei-e« Gewölbe, dessen Oeffnungen einer gleichen Anzahl von Durchlässen in dem auswärtigen Kuppelthurm entfprechen und durch welche da» Innere Oberlicht empfängt. Dem Eingang gegenüber, also an der Ostseite, befindet sich in der Ecke link» da» Rabbiuerzimmer, diesem entsprechend recht» der BersammlungSsaal für da» Eonststorium, wo u. a. auch bei BermählungSfeierlichkeiten da» Brautgefolge empfangen wird. Zwischen diesen beiden Räumen ist die Mitte um einige Stufen erhöht, denen zunächst der Borbetaltar zu stehen kommt, während etwa» weiter zurück die Kanzel, ltnk« und recht« Shrensitze sich befinden werden. Ganz im Hintergrund da» Sllerheiligste, vor dem die ewige Lampe brennt, mit den Thorarollen. Bon den Stufen de» Allerheiligsten au« überblicken wir da» ganze innere Gotteshaus. Zunächst über der Borhalle am Eingang die auf Säulen ruhende Empore, welche in ihrer Mitte dre Orgel, vor. und zu beiden Seiten derselben Plätzfür die Sänger enthalten soll. An der Norduud Süde wand entlang läuft iN derselben Höhe mit der Empore je eine ebenfall» auf Säulenbogen ruhende Gallerie mit Plätzen für die Frauen, während den Männern der Platz zu ebener Erd« angewiesen ist. Die Kosten, welch« durch großmülhige Spenden von Angehörigen der Gemeinde gedeckt find, belaufen fich auf annähernd 150,000 Fr., von denen u. a. 23,000 Frauken auf die Erwerbung de» Grundstücke». 89,000 Fr. auf den Rohbau, 33,000 Fr. auf die innere Einrichtung kommen. Die Aufführung de» Baue» wurde am 14. Mai von Jahre» den hiesigen Unternehmern Sebr. Demuth über-