Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Familienblatt · 1894-01-01 · 14 (1894) · p. Seite 56

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1894
Issue
14 (1894)
Date
1894-01-01
Page
Seite 56 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/6492351-8722849-5962384--2386-5376587
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

— betragen, -und diesmal jin der relativ kurzen Zeit von'7 Monaten sich ihrer Aufgabe iu mustergilitiger Äeif« entledigt hobln. Für sämmtliche andern Arbeiten find gleichfalls hiesige Handwerker und Lieferanten herangezogen. Tie Heizung wird durch vier GaSöfen bewerkstelligt, welche in den vier Ecken des Tempels aufgestellt werde». Wenn die innere Ausschmückung vollendet sein wird, nnd durch die farbigen Bogen- und Rundfenster die bunten Lichtstrahlen hereinspieleu werden, so wird daS Ganze zweifellos eine recht weihevolle Stimmung Hervorrufen. Reueüber Jesus. Der ruffisch« Reisende Nicolar Rotowitfch hat, wie da» Journal des D6bats berichtet, in einem Buddhisten - Kloster in Tibet di« Lebensbeschreibung eines von den dortigen Buddhisten verehrten Propheten I f f a entdeckt, der ohne Zweifel identisch ist mit dem IefuS d«S Evangeliums. Die Erzählung ist in der Pali-Sprache geschrieben, und e» gelang dem Reisenden mit vieler Mühe, eine Uebersetzung zu bekommen. FolgengeS ist kurz der Inhalt. Jffa ist iu Judäa geboren. Seine Eltern waren fromme arme Leute. Schon in der Kindheit verkündete er den einen Gott Mit dreizehn Jahren großjährig, sollte er ein Weib nehme», aber er floh und gelangte mit Kaufleuten nach Indien. In Benares lernte er die Bedas kennen. Aber er gerieth in religiösen Zwiespalt mit den Brahmanen, die ihn mit dem Tode bedrohtln. Er floh in daS Land der Gautauiiden, wo er sechs Jahre blieb und den reinen Buddhismus kennen lernte. Dann wandte er sich nach Westen zurück und predigte überall gegen den Götzendienst. In Persien predigte er gegen die Religion ZoroasterS und mußte vor den Magiern fliehen. Mit 29 Jahren kehrte er nach Judäa zurück und begann zu predigen. Seine zunehmende Popularität setzte den Gouverneur von Jerusalem, PilatuS, in Brsorgntß. Er ließ Jfia durch Pric,:er und Schriftgelehrte verhören, aber diese erklärten Jffa für unschuldig. Jffa predigte hieraus weiter. Er lehrte deu Gehorsam gegen den Kaiser, die Achtung vor den Frauen. PilatuS, immer mehr bange, ließ ihn einkerkern und foltern; dann ließ er ihn. auf Grund falscher Zeugen, nebst zwei Räubern vor den hohen jüd. Rath stellen. Dieser aber weigerte sich, Jffa zu verurtheilen und sagte zu PilatuS: „Wir nehmen auf unser Haupt nicht die große Sünde, «iuea Unschuldigen zu verurtheilen: thue, war Dir gut dünkt!" Die Priester und Gelehrten gingen sodano hinaus, wuschen fich die Hände in einem heiligen Gefäße und sagten: „Wir find uuschuldig am Blute dieses Gerechten!" PilatuS ließ sodann Jffa kreuzigen; am dritten Tage aber wurde da» Grab, wo man den Leichnam Jffa'S beigesetzt hatte, leer ge fanden. — Diese Erzählung ergänzt zunächst die große Lücke, die iu den Evangelien bezüglich der Jahre 12 bi» 30 gelaffen - wird, und erklärt die auffallend« Aehlüichkeit de» UrchristenthumS in manchen Punkten mit dem Buddhismus. Sehr iutereffant ist auch die Umkehrung de» Pilatu» und de» hohen Rath«». Rotowitfch hat seinen Bericht zuerst dem Metropoliten Platon von Kiew vorgelegt; dieser rietb ihm, denselben nicht zu veröffentlichen. Sin römischer Kardii.al, dem er ihn dann mitiheilte, soll ihm eine Summe Gelder geboten Hab ~, wenn er den Bericht vernichte. Der Pariser Runliu» Rotelli habe „im Jntereffe aller christlichen Kirchen" die Publikation zu verhindern gesucht; JuleS Simon wies ihn an Rena n» der ihm empfahl den Bericht der Akademie der Wiffenschaften zu überreichen. Rotowitsch wollte aber de» AutorenruhmS nicht verlustig gehen, und so hat er schließlich den Bericht sammt Reisebeschreibung und Eommentar in e nem Buche veröffentlicht. (Die Geschichte klingt etwa» abenteuerlich, und man wird abwarte» müssen, wa» die Fackgelehrten dazu sagen tpCTta». Man ve'gl. da» beiliegende „Literaturblatt-") Leramwoctl.Redakteur: I>. Rahwer Magdeburg. Trnck:FriH _ t« |r«M fltte. BoastJilii» Freu »dH '■ Er war ein schlichter, ein beschcid'ner Mann, Gebeugt ein «enig von der Lost der Jahre. Er batte viel erlebt — man sah » ihm an, Wie lichter Silber glänzten seine Haare. Im Häuserschatten huschte er.entlang,- .... Sah mir in» Auge im Vorüdergehen Mt einem Blick, der in die Seele drang. Und grüßte mich, der ich ihn nie gesehen/ Verwundernd dankend schritt ich rasch vorbei: - Allein am andern Tag ttaf ich ihn wieder; Tief, ttef — als ob er mir bedieustet fei. Zog er den alten Filz zur Erd« nieder. Und dieser Gruß bewegte mir d:n S.'n So wundersam, wie am verflossnen Tage Ein sonderbarer Zauber lag darin Wie eine stille, ungesvroch'ne Frage In diesen Augen lag ein Wunsch versteckt. Auf diesen Livpen schien ein Wort zu brennen; Doch halt' ich nie de» Wunsche» Sinn entdeckt. Me mußt' ich da» geheime Wort zu nennen. Da packte mich ein unheilvoller Bann, Ein Grübeln, tief und qualvoll, kaum zu sagen: „Was will er? La» verschweigt mir dieser Man»? Wag' ich'», ihm sein Geheimniß abzufrogen?" Und eine» Tage» stürzt' ich auf ihn zu. Bon mächttger Bewegung hingerissen: „Run rede frei l Sprich, grauer Alter Du. Wa» bindet Dich an mich? Was willst Du wissen?' Da legte er deu Finger auf deu Mund, Zog mich bei Sette von de« Bolke» Hanfe« In eine» Hauttor» gähnend dunklen Schlund Und fragte: „Alte Kleider zu verkaufen?" : Die »»der»« Kraikheit. Lasifvicl in vier Akten . von S, R. Mar,alle«. (Schluß.) - Michele» Sber Kathschil». — Die neue Synagoge in Luzemburg. — Reue» über' Jesu«. — Der graue Alte. Bon Juliu» Freund. Seri«tifMNCm z» .Di« «oderne Krankheit." S. 4V, Sp. 5 o. o.. lie»: heißt e«. S. 51, Sp. t Z. tzl .*. a. ist eiaznschaliea »ach »«riesen ,k»n»te": — ich «ühie freilich dazu sä «K «ie der e«ig« Jnd« «erden. — Lp. 1. Z. 18 ». «. lieg; ,t» tfau» Abginnd. op L Z. « ». ». lie«. «Art «irvich « Stande, g. 12 v. ».litt: «in:n ,uoikch«a scheinheiligen g. lg. v. erklärt« dt. Frau Barvni». 3- 20. v. •„ IM: sich «rmeichen lassen. 2lbonnements Einladung. Mit dieser Nummer begiuntein neue» Quartal. Dir ersuchen unsere geehrten Abonnenten da» Abonnement auf da» . jmtii*. ttnarifil bei den Post, ämtern schleunigst zu erneuen, und dabei ausdrücklich zu bemerken, ob fi« die Ausgabe mit finiten VrUtfeu (sab No. 33o7) oder die mit einer Beilage («otr. No. -3306) wünschen; je nach dem haben sie i Mtwst, oder f MH. einmzahlen. — Ohne Neubestellung versendet weder die Post noch die Lrpedition die nächst« Nr. Im,.jk«nkÜllenSvrtt" gelangt injnächsterNr.ein grbster spannender Roman, ein« Erzählung aus der Gegenwart: „Wir Mu»gewirsr»ru" von L. Berg — zum Abdruck.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.