Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1894
- Issue
- 11 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 43 — »och -W Ausschlag geben, und wenn-gar Stöcker selbst unsere -Hände in einander legt, da will ich sehr», wie Papa und Mama nein sagen. Elfter Auftritt. , v. Schlägel, Beier: Peter. Hier, bitte nehmen Sie und nur keinen Dank . . . Adieu! Auf Wiedersehen! ».Schlägel. E» ist heilig Selb, was ich da in der Hand halte. Mit diesem Gelbe machen wir eine jüdische .Niederträchtigkeit wieder gut. (Beide ad nach verschiedenen Seiten.) Zwölfter Auftritt. . v. Schlägel, daraus Bod. V. Schlägel ^nachdem sich Peter entfernt hat, zurückkehrend). Ich kann mich von diesem schönen Hause und diesem weiten Gatten garnicht trennen. Ein herrliche« Besttzthum, ich mutz «S mir noch einmal ansehcn, ich glaub«, da« ist allein Hunderttausend Mark werth.' Schlägel, Schlägel, heute bist du noch ein armer Teufel, aber morgen schon vielleicht der rttchste Schwiegersohn in der ganzen Stadt. Sieh da, Bob, )ven süchst du? Bckb. Sie, Herr; eine Depesche-eben gekommen, von Schlägel ist« öffnend und lesend, bei Seite). Ha von meinem Freunde. Da« ist aber fatal! Das ist wie «in Blitz auS heiterem Himmel. Er hat sich alle Mühe gegeben, sie kommen aber nicht, alle'sagen durch ihn ab. Als ob sie sich gegen mein Glück verschworen hätten. Last einmal sehen. Stöcker must eine Kirche einweihen . . . Könnte die Kirche nicht warten? Der Graf und der Baron müssen zu, einer Jagd . . . Böckel ist auf Gastrollen anderswo beschäftigt . . . Liebermann hat Influenza . . . Könnte er sie nicht später haben? Ahlwardt und Daneil wollen 75 Pfennig, beziehungsweise 50 Pfennig Entree pr Person,' und zwar je 1000 und 500 Karten zugesichert haben, da« Geld aber schon früher erhalten. - (Nachdenkend.) Wie helfe ich mir nur da? Die beiden sind mir ohnehin zu wenig. Na, so leicht lasse ich mir meine Pläne nicht durchkreuzen. Nur eine List kann aller Verlegenheit abhelfen. Etwas muß geschehe», u. zwar ohne den geringsten Aufschub. Gefahr ist wohl dabei, aber wa« läßt sich machen? Portes fortuna jnVat. Und kommt es 'auch später heraus, so wird Papa Besenstiel schon so klug' sttn, gegen den eigenen Schwiegersohn nicht« zu unternehmen, fgleht auf und ab und schaut sich nach allen Seilen um.) Wir sind hier ungestört. Dieser kleine Teufel wird die Comödie am besten durchführen. Mit Geld stopfe ich ihm den Mund. (LaM Bob! Bob. Herri v. Schlags Kannst Du verschwiegen sein? Bob. Das Grab ist eine Elster gegen mich. - . ».Schlägel (zieht das Porlemonnai« und zeigt aus lOO- Maikschtine). Möchtest Du gern fünf solcher Blätter dein eigen nennen? Bob. Aust diese Frage giebt e« nicht zwei Antworten, 'v. Schlägel.' Wa« würdest du mit dem vielen Geld'« machen? B a b. Ich trinke jeden Tag Champagner und lade auch Rothschild ein. . v. Schlägel. Einen Juden. Bob. Wenn ich Geld habe, drauch« ich kein Antefimit zu sein. o. Schlägel. Mir ist da« einerlei: aber ich fordere auch einen Gegendienst. ' $) o b. Das. kann sich Bob denken, v. Schlägel. Etwa» Schwere», wozu Mut und Berchlage nheit gehört. 7 > - Bob. Der Löwe ist ein Hase und der Fach« ein Esel einige tüchtige Kerle, so rechte Spitzbuben, die sich für Geld zu allem hergeben würden? Bob. Herr, Sie beleidigen mich, ich verkehre nur mit meine»g!eich«n. Aber da« wlrd sich finden. Durch Zufall habe ich auch solche .Bekanntschaften. ».Schlägel Du meinst ganz über sie verfügen zu können? Bob. Wi: über mich selbst. o. Schlägel (gtebt thm'gleld). Auch sie sollen Champagner trinken und meinetwegen Rothschild und Ahlwardt einladen. Bob. doch Ja. Ahlwardt. Dann singen wir zusammen da« schöne Lied : Jude, Jude, sitzt in seiner Bude". v. Schlägel. Dann könnt Ihr singen, was ihr wollt. Doch nun komm, ich will dir genaue Instruktionen geben. Du mußt dir alles notiren, und ich baue fest auf deine Verschmitztheit. Bob. Wer auf diese baut hat nicht uuf Sand gebaut. v. Schlägel. Und auf dein Wort. Bob. Ein Mann rin Wort. r. Schlägel. Also folge mir, es ist keine Zeit zu verlieren, und du mutzt auch gleich zurück, um für da? Fräulein einen Strauß zu überbriu >r ul n neinem Namen nch ihrem Befinden zu fragen. (Beide ab) Dreizehnter Auftritt. Frid a, (sich die Äugen wischend.) Wie ist mein gutes Fräulein wieder so aufgeregt und alles nur durch diesen schrecklichen Menschen! Für jede Thräne, die sie durch dich vergossen, möchte ich dir hundert Haare au« deinem steifgewichsten Schnurrbatt zupfen. Nun hast Du auch die Alte wie mit einem Zaubertrank verhext und thust hier schon so, a!S ob das ganze Hau« vir gehörte Mich wundert, daß du mich nicht aus dem Hause fortjagen läht. Aber die Ohrfeige ist dir wohl noch erinnerlich und du wirst dich hüien, gegen mich zu intriguiren. Am liebsten möchte ich selber aus diesem Narrenhause fort, und zwar eher heute al« morgen. Aber ehe ich zusehe, datz dieser nichtSwürdige Mensch mein Fräulein unglücklich mache, begehe ich eine Mordtthat an ihm. Warte, ich fasse dich doch, du Schlingel von Schlägel. (Den Finger aut die Stic» legend und nachdenkend.) Ich muß mir einen Verbündeten suchen. Doch wen? Hans? nein, der patzt mir für meinen Plan nicht. Den lasse ich vor der Hand laufen. Er kommt hernach schon »on selbst, mir Abbitte zu ihun. Vielleicht von Schlingel selbst? Nein, es wäre mir leicht, ihn in ein Liebesnetz zu verstricken, aber ehe ich dieses thue, lieber will ich schon . . . Die» wäre freilich da« größte Opfer, das ich dem Fräulein brächte. Schon der bloße Gedanke ekelt mich. (Spuckt) Pfui, pfui! (wisch, sich den «and), aber ich thue e« doch. Doch, da ist er ja. wie der Wolf in der Fabel. Vierzehnter Auft r i t t. Frida, Bob (mit einem Strauß) zuletzt Selma. Frida, (i.ei SeitO Zuerst mutz ich ihm aber noch einmal eins versetzen.- Die Wirkung wird dann eine um so größere sein. Bob. Dieses Bouquet für das Fräulein, und ich soll fragen, ob sie nicht mehr krank ist. Frida. Das Fräulein braucht keine Blumen und seinen Herrn kann der Teufel holen. Bob. (sie bei per Hand sagend) So behalten Sie da« Bouquet, schönes Mamsellchcn, und hier noch etwas von Bob (zieht eine Hundenmaikuote hervor) aber Mamsellchen, Sie verkaufen mir dafür einen Knß (will sie taffen.) Frida/ (einen auf dem Nasen liegenden Lroquetftock ergreiseud und ihn damit forttreibend.) Du kommst mir nicht wieder vor die Augen. Bob (rennt fort). Frida .(ihm »achrnfeudst Bob, Bob, höre doch! vergliche» mit mir. .v. Schb Du mir uubetziu-t« L««? Bob. (kommt wieder). Frida. Du liebst mich? Bob lichmtlzr mir der Zunge af> SfeMMfg L komische